Vorbereitung:
Auf das Praktikum bei der Deutschen Zentrale für Tourismus bin ich über eine Kommilitonin gestoßen, die auch dort ein Praktikum gemacht hat.
Die Deutsche Zentrale für Tourismus e.V (DZT) wirbt seit über 60 Jahren im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) für das Reiseland Deutschland im Ausland. Auf der ganzen Welt vermarktet sie die touristische Vielfalt Deutschlands. Sie wirbt damit für eine der größten und attraktivsten Marken – das Reiseland Deutschland.

Sie übernimmt alle Marketingaktivitäten mit dem Ziel der Steigerung des Reiseaufkommens, der Erhöhung der Deviseneinnahmen, der Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland und der Positionierung Deutschlands als vielfältiges und attraktives Reiseland. Das geht von der Entwicklung eines angebots- und erlebnisorientierten Marketing über die Bündelung und Optimierung aller Marketingaktivitäten bis hin zum flächendeckenden Vertrieb in Wachstumsmärkten.

Beworben habe ich mich ca. neun Monate vor Beginn des Praktikums und bekam auch schnell, nach meinem Telefoninterview, die Zusage. Super glücklich über diese tolle Nachricht habe ich bald begonnen meinen Aufenthalt zu planen, eine Wohnung zu suchen und mich ein bisschen mit Mailand vertraut zu machen. Über AirBnb fand ich recht schnell eine schöne Wohnung im elften Stock mit einer wahnsinnig tollen Aussicht bis zum Dom. Da das Leben in Mailand jedoch sehr teuer ist und die Wohnungspreise auch nicht den Preisen Bremens entsprechen, bewarb ich mich bei Erasmus+ für eine Unterstützung. Über die Zusage habe ich mich sehr gefreut, denn ohne diese, hätte ich mein Praktikum möglicherweise gar nicht wahrnehmen können.

Ankunft:
Am 14. Juli startete ich frühmorgens zum Flughafen um meinen Flug um 07:00 Uhr zu erwischen. Mit einem leicht mulmigen Gefühl stieg ich ins Flugzeug ein. Noch nie war ich solange von Zuhause weg, obwohl ich in meinem Leben viel gereist bin. Schwer bepackt fuhr ich in Mailand zu meinem neuen Zuhause und richtete mich gleich ein.

Schnell stellte ich fest, dass Mailand eine große, im Sommer sehr heiße Stadt ist. Gefüllt mit lauten Italienern und vielen Touristen. Das Leben hier ist ganz anders als in Bremen, aber auf eine andere Art und Weise auch besser.

Am nächsten Morgen ging es schon los. Auf meinem Weg zum Praktikumsplatz ist am ersten Tag viel schief gegangen, daher war ich froh, früh losgegangen zu sein. Da meine größte Sorge zu dem Zeitpunkt meine Italienisch Kenntnisse waren, hatte ich mir im vornherein ein paar italienische Sätze zurecht gelegt.
Angekommen wurde ich sofort herzlich begrüßt und von den anderen Praktikantinnen aufgenommen und eingearbeitet. Meine Sorgen wegen der Sprachbarriere waren am Ende des Tages vorüber. Alles klappte wunderbar.

Schnell wurde ich voll eingespannt. Kein Kaffee kochen, keine Kopien machen. Das Praktikum bei der DZT ist ein „full hands on“ Praktikum. Nach dem Motto „Learning by doing“ fiel zwar die Einarbeitung etwas kurz aus, jedoch erschloss sich vieles während der Arbeit bzw. mussten die anfangs unbekannten Abläufe und Vorgehensweisen selbst erarbeitet werden. Alle Mitarbeiter und Vorgesetzten waren aber stets hilfsbereit und standen bei Fragen gern zu Verfügung.

Die Aufgabenbereiche waren breit gefächert und sehr abwechslungsreich, langweilig wurde es nicht. Selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten werden hier erwartet, was mir sehr entgegen kam. Die Arbeit in verschiedenen Sprachen und mit unterschiedlichen Kulturen war Herausforderung und Bereicherung zugleich.
Ich betreute und organisierte Presse- und Influencerreisen, war Ansprechpartner für Journalisten, half bei Pressekonferenzen und –events mit und entwickelte Marketing Maßnahmen für das Jahr 2020. Nebenbei erstellte ich Wettbewerbsanalysen und Präsentationen für Veranstaltungen.
Da ich Kommunikations- und Medienwissenschaften studiere, war das Praktikum die perfekte Gelegenheit gleich in mehrere Tätigkeitsfelder herein zu schnuppern. Während meines Praktikums fokussierte ich mich besonders auf den Bereich Presse und Marketing.

Leben in Mailand:
Nachdem ich einige Tage brauchte um mich einzuleben, war das erste Wochenende schon in Sicht. Ich unternahm viel mit den anderen Praktikantinnen, da diese wie ich auch niemanden in Mailand kannten, waren wir alle über die gegenseitige Gesellschaft froh. Wir verstanden uns super – gingen Gelato, Pizza oder Spaghetti essen. Manchmal tranken wir Aperitivo nach der Arbeit oder fuhren am Wochenende zum Gardasee, Comer See oder in eine andere Stadt. An den Wochenenden konnten wir Italien richtig genießen und erfuhren am eigenen Körper la dolce vita und il dolce far niente.
Da Mailand, wir bereits erwähnt nicht sonderlich günstig ist, bietet es sich an, vor dem Praktikum ein paar Euros zur Seite zu legen, um auch ein bisschen Spaß in Mailand zu haben und etwas erleben zu können.

Meine drei Monate gingen um wie im Flug. In einigen Tagen geht mein Flug wieder nach Hause.
Diese Monate in Mailand haben mich sowohl persönlich, als auch beruflich sehr bereichert. Ich bin als Mensch gewachsen und hatte eine sehr glückliche Zeit hier. Es war die beste Entscheidung hier hergekommen zu sein. Ich lernte tolle Menschen kennen, erlebte spannende Dinge und lernte die italienische Kultur noch besser kennen.
Ich bin sehr dankbar für meine Zeit, meine Erfahrung und besonders für Erasmus +, die meinen Aufenthalt überhaupt möglich machten.
Wenn du die Möglichkeit hast, ein Praktikum im Ausland zu machen, dann solltest du diese Option auf jeden Fall wahrnehmen. Es hat sich zu 110% gelohnt.

 

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