Ich habe mich entschieden im Rahmen meines obligatorischen Auslandsaufenthalts in meinem Studienfach English-Speaking Cultures ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Ich hatte die Hoffnung, dass ich durch die damit verbunden praktische Arbeitserfahrung Klarheit über meine Beruflichen Ziele nach dem Abschluss meines Praktikums erlangen würde.

Von der Glasgow Women’s Library erfuhr ich vor zwei Jahren durch eine Kommilitonin, die dort ebenfalls ein Praktikum gemacht hat. Als es dann vor einem Jahr an die Planung meines Auslandsaufenthalts ging hatte ich ihre Berichte von der Zeit in Glasgow im Hinterkopf. Daher habe ich im März 2018 begonnen parallel eine Bewerbung bei GWL einzureichen, einen Antrag auf Anerkennung beim Bachelorprüfungsausschuss zu stellen und mich für das Erasmus Programm zu bewerben. Anfang Mai hatte ich dann die Zusagen von allen drei Stellen. Mein Praktikum würde genau 12 Wochen dauern. Vom 01. Oktober bis zum 21. Dezember 2018.

Also machte ich mich online auf die Suche nach einer möglichen Unterkunft für die Zeit du wurde tatsächlich relativ schnell fündig und unterzeichnet einen Mietvertrag – so dachte ich zumindest. Als ich in Glasgow ankam musste ich jedoch leider feststellen, dass ich trotz aller Vorsicht auf eine Betrügermasche reingefallen war. Ich hatte jedoch Glück im Unglück und wurde von der eigentlichen Besitzerin der Wohnung, welche ich unheimlich leidtat, eingeladen für die Zeit meines Praktikums bei ihr zu wohnen, was ich auch dankend annahm. Durch sie lernte ich auch schnell neue Menschen kennen und hatte viele Kontakte zu den „locals“. Ich würde jedoch zukünftigen Praktikanten nicht empfehlen sich auf so ein Glück zu verlassen und vielleicht lieber für die ersten paar Nächte ein Hostelzimmer zu buchen und vor Ort nach einer Unterkunft Ausschau zu halten.

Die Arbeit für die Glasgow Womens’s Library gliederte sich für mich in zwei Bereiche. Zu einem habe ich an der Vorbereitung und Durchführung eines Literaturwettbewerbes gearbeitet und zum anderen an Projekten des National Live Long Learning Projekts. Für den Literaturwettbewerb gehörte ich zu einer der Jurorinnen für die Vorauswahl und habe die einegereichten Werke gelesen und eine Top 6 Liste erstellt. Des Weiteren war ich in die Organisation des finalen Events beteiligt.

Für das National Project habe ich in den drei Monaten meines Praktikums verschiedene Aufgaben übernommen. So habe ich das Projekt zum Bespiel bei zwei Konferenzen vorgestellt und Werbung für die von uns zur Verfügung gestellten Workshops gemacht. Darüber hinaus habe ich eine Ausstellung in Aberdeen betreut. Dies beinhaltete die Zusammenstellung von Archivmaterialien, das Layout der Vitrinen und das auf und abbauen der Ausstellung in Aberdeen. Eine weitere Reise mit der Women’s Library führte mich nach Fort William, wo ich mit einer Kollegin ein Story Café (Eine wöchentliche „Vorleserunde“ die normalerweise in der Library stattfindet) in einem Altenheim gemacht habe. Hierzu gehörte die Vorauswahl von Texten. Zusätzlich zu diesen Aufgaben übernahm ich immer wieder kleinere Jobs, wie etwa die Digitalisierung von Workshop Ergebnissen.

Die Arbeitsatmosphäre in der Library war von Beginn an großartig. Zu dem Team von ca. 20 festangestellten Frauen kommt ein Pool von mehr als 50 freiwilligen Helfern. Das bedeutet, dass ich besonders in den ersten beiden Wochen täglich neue Leute kenne gelernt habe. Trotzdem gab es von Beginn an das Gefühl dazu zu gehören und Teil des Ganzen zu sein. Die Atmosphäre zwischen den Kolleginnen war immer voller Wertschätzung und Unterstützung für einander. Die Zugehörigkeit merkte ich besonders, als ich wie selbstverständlich zu Weihnachtsfeier im Dezember eingeladen wurde oder als Kollegin und nicht „nur“ als Praktikantin vorgestellt wurde. Ich kann ein Praktikum in der Glasgow Women’s Library nur empfehlen!

Ausflug nach Fife
Streetart in Glasgow
University of Glasgow
31.10. Auf dem Weg nach Fort William. In den Highlands fiel der erste Schnee des Winters.
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