Stellensuche & Bewerbung
Ich habe vom 15. November bis zum 31.03.2018 im Rahmen meines Bachelorstudiengangs Public Health ein Praktikum bei Tyrol Air Ambulance absolviert. Für mich stand von Beginn des Studiums an fest, dass ich mein Pflichtpraktikum im Ausland absolvieren möchte. Ich wollte gerne das Gesundheitssystem in der Schweiz oder in Österreich kennen lernen und habe im Internet nach sämtlichen Praktikumsstellen recherchiert. Zuerst hatte ich eine Stellenzusage in der Universitätsklinik Wien für ein Projekt, in dem es um die Kommunikation der Ärzte in der Neonatologie ging. Den meinerseits unterschriebenen Vertrag hatte ich verschickt und telefonisch die Zusage erhalten. Auch wurde mir der Erhalt der Unterlagen bestätigt und zugesagt, dass diese am nächsten Tag unterschrieben wieder an mich geschickt werden. So kündigte ich meine Wohnung in Bremen, organsierte eine Wohnung in Wien. Nachdem aber keine Unterlagen je ankamen, und nach mehrmaligen Nachrufen niemand reagierte, erhielt ich per Mail wiederum eine Absage, da die Betreuerin leider für einige Monate aussetzen muss und das Praktikum demnach nicht stattfinden könne. Da zu dem Zeitpunkt leider schon einige Zeit vergangen war und ich mich leider auf die mündliche Zusage verlassen habe, begann die Suche nach einem passenden Praktikum erneut. Es war klar, dass ein Praktikum zum 01. Oktober nicht mehr starten kann, egal wo. Nach Absprache mit den Praktikumsbeauftragten des Fachbereiches war es in Ordnung zu einem späteren Zeitpunkt zu beginnen. Während meiner Recherche im Internet und einigen Initiativbewerbungen, bin ich auf eine Stellenanzeige im Medical Case Management in Innsbruck bei der Tyrol Air Ambulance gestoßen. Ich habe mir das Unternehmen im Internet umfassend angeschaut und mein Interesse war sofort geweckt. Ohne großes Zögern habe ich gefragt ob es möglich ist in dem Bereich der ausgeschriebenen Stelle auch ein Praktikum zu absolvieren und es entstand ein sehr netter Kontakt mit der Abteilungsleitung. Ich konnte alle meine Unterlagen, Bewerbungsschrieben Lebenslauf etc. per Mail einreichen und bekam daraufhin sofort eine Zusage. Als ersten Arbeitstag wurde der 15. November festgelegt.

Innsbruck
Innsbruck kannte ich zuvor noch nicht, mir wurde aber des Öfteren gesagt, dass es eine sehr schöne Stadt sei und vor allem toll für junge Leute, da es eine Studentenstadt ist. Außerdem kann man hier super die Berge für den Wintersport nutzen. Die Wohnungssuche nach einem WG Zimmer zur Untermiete gestaltete sich anfangs recht schwierig. Es waren anscheinend außer mir noch sehr viel andere auf die Idee gekommen nach Innsbruck zu ziehen. Kurzerhand habe ich mir dann für den ersten halben Monat ein nettes Air BnB Zimmer gebucht und keine Woche vor Beginn des Praktikums hatte ich die Zusage für ein perfekt gelegenes WG Zimmer. Es konnte also losgehen.

In Innsbruck angekommen habe ich mich in diese schöne Stadt direkt verliebt. Es gibt eine wunderschöne Altstadt, mit dem berühmten ‚goldenen Dachl’. Der hellblaue Inn fließt einmal direkt durch die Stadt und sieht einfach schön aus und bietet nette Strecke zum Joggen oder spazieren gehen. Innsbruck ist voller junger Leute und diese sieht man meistens mit dem Snowboard und den Skischuhen unter dem Arm in die Uni laufen, damit es nach getaner Arbeit direkt in die Berge, zum Sport gehen kann. Innsbruck liegt von den Bergen umringt im schönen Tirol.

Es hat mir sehr viel Freude bereitet in der Stadt zu leben und gleichzeitig so schnell auf dem Land zu sein oder eben in sämtlichen Skigebieten in den Bergen. Innsbruck bietet kulinarisch oder auch zum Ausgehen alles was das Studentenherz begehrt, nur in etwas teurer als wir es gewohnt sind. Dank meiner lieben Kollegen, Mitbewohner und alten Freunden aus der Heimat die in Innsbruck studieren, habe ich die Stadt schnell kennen und lieben gelernt.

Das Praktikum
Meine Praktikumsstelle war in der Einsatzzentrale der Tyrol Air Ambulance (im Folgenden TAA). Die TAA ist eine Firma, die für sämtliche Unfall – und Reiseversicherung aus Österreich und auch mit internationalen Partnern auf der ganzen Welt zusammenarbeitet. Hauptsächlich, kurz gesagt, geht es um die Rückholung Verunfallter, Erkrankter und auch verunglückter Menschen zurück in ihr Heimatland. Es gibt viele Bereiche in der Firma. Von den Ärzten, Piloten und dem Bereich der die Flüge der firmeneigenen Ambulanzjets planen, bis hin zur Einsatzzentrale, in denen die Notrufe entgegen genommen werden ist alles vertreten.

Ich habe mein Praktikum in der Einsatzzentrale absolviert. Meine Aufgabe bestand darin, die Fälle in Form von Notanrufen, den Versicherungen, Patienten bzw. Kunden selber oder Angehörigen entgegen zu nehmen und mich schnellst möglich um das Anliegen zu kümmern.

Jedes Anliegen ist von Grund auf unterschiedlich. Die TAA ist in allen Bereichen der Unfall -und Reiseversicherungsangelegenheiten der Versicherung der erste Ansprechpartner. Manche Kunden benötigen eine Impfberatung für eine bevorstehende Reise. Andere fühlen sich im Urlaub erkrankt und benötigen eine Empfehlung für ein nahes gelegenes Krankenhaus oder es müssen Kosten für angefallene medizinische Behandlungen übernommen werden.

Ein großer Aufgabenbereich besteht darin, den Menschen die sich im Urlaub verletzt haben einen Rücktransport zu organisieren, dies kann auf verschiedenste Art und Weisen sein: Linienflugzeug mit medizinsicher Begleitung oder auch ohne medizinische Begleitung, Ambulanzjet (der einer fliegenden Intensivstation gleicht), Krankenwagen mit Arztbegleitung, Krankenwagen ohne Arztbegleitung etc. Ich stand in jedem meiner Fälle mit einer der TAA Ärzte in Kontakt, die von medizinischer Sicht aus den Gesundheitszustand der Patienten eruieren und eine Empfehlung für die weitere medizinische Versorgung und eine Transportentscheidung geben. Ich stand auch in Kontakt mit den behandelnden Ärzten vor Ort des Patienten und auch einfach mit den Krankenhäusern und deren Versicherungsabteilungen. Diese Kontakte laufen über Email auch über Telefon, so dass man gleichzeitig sein Englisch deutlich verbessert, da man mit Menschen auf der ganzen Welt kommuniziert.

Meine Aufgabe in diesem Praktikum bestand also viel aus Kommunikation mit sämtlichen Berufsgruppen auf verschiedenen Sprachen und Multitaskingaufgaben, da man in einer Schicht mehrere Fälle betreut. Bei Schichtwechsel werden alle Fälle an die nachfolgenden Kollegen übergeben, so dass zu jeder Zeit ein Mitarbeiter über einen Fall informiert ist, falls Anrufe, Emails, etc eintreffen. Ich konnte zu jeder Zeit einer meiner Kollegen oder Kolleginnen fragen, wenn ich Unterstützung oder Hilfe brauchte. Wir haben uns untereinander sehr gut verstanden und so ergab sich für mich ein sehr angenehmes Arbeitsklima, wodurch ich immer sehr gerne dort war.

Das Arbeiten in einem Großraumbüro, war neu für mich. Auch hier konnte ich mich auf die positiven Seiten konzentrieren und habe gelernt mich noch besser auf meine eigenen Aufgaben zu konzentrieren, während um mich herum viel los war, wie z.B. andere Telefonate, Kollegen dich sich untereinander austauschen etc. Man hat mit diesem Bürokonzept immer jemanden den man fragen kann, wenn man eine weitere Meinung im bestimmten Fall hat und es wird nie langweilig währen einer 8-Stunden Schicht.

Fazit
Abschließend lässt sich sagen, dass es für mich das perfekte Praktikum war. Es hat mir aufgezeigt, was es für weitere Möglichkeiten in meinem Berufsfeld gibt, von denen ich bis hierher noch nichts wusste und was mich noch Weiteres interessiert. Ich konnte während meiner Zeit einiges Lernen über das Arbeiten für die Repatriierung von Patienten, für Unfall – und Auslandsversicherungen, mit Partnern weltweit und auch untereinander im Team, wovon ich mit Sicherheit im weiteren Berufsalltag profitieren kann.

Des Weiteren haben sich meine Englischkenntnisse im Laufe des Praktikums deutlich verbessert.

Ich habe viel gelernt und Mitnehmen können und bin sehr traurig das Team der Medical Assistance der Tyrol Air Ambulance verlassen zu müssen. Das Arbeiten im Team, stärkt ungemein das Miteinander und auch die Selbstsicherheit.