{"id":131,"date":"2026-03-17T11:30:49","date_gmt":"2026-03-17T10:30:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/?p=131"},"modified":"2026-03-23T16:18:14","modified_gmt":"2026-03-23T15:18:14","slug":"erprobung-ii-durchfuehrung-am-horn-gymnasium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/2026\/03\/17\/erprobung-ii-durchfuehrung-am-horn-gymnasium\/","title":{"rendered":"Erprobung II: Durchf\u00fchrung am Horn Gymnasium"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #008000\"><strong>Ablauf in der realen Klasse<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Die Durchf\u00fchrung der Unterrichts war urspr\u00fcnglich f\u00fcr den 12. Januar vorgesehen. Aufgrund von Schneefall erfuhr ich am Vorabend, dass sie auf den 26. Januar verschoben werden musste. Diese Termin\u00e4nderung erforderte eine logistische Umorganisation, \u00e4nderte jedoch nichts am Inhalt der Planung.<\/p>\n<p>Der Unterricht fand in einer 10. Klasse (E-Phase) statt und folgte dem Lehrplan der 11. Klasse w\u00e4hrend der 3. und 4. Stunde.<\/p>\n<p>Die Gruppe bestand aus etwa f\u00fcnfzehn Sch\u00fclern;innen, von denen die meisten entweder franz\u00f6sischer Muttersprache oder zweisprachig mit sehr guten Franz\u00f6sischkenntnissen waren. Diese Homogenit\u00e4t und das hohe Sprachniveau waren ein g\u00fcnstiger Faktor f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Kommunikationsaufgabe.<\/p>\n<p>Anwesend waren Nicolas Michel, Lehrer am Gymnasium Horn, einer seiner Referendare sowie ein Mitkommiliton (FD3).<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #008000\">Beobachtungen und Unterschiede zur Seminarerprobung:<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt verlief die Sitzung wie urspr\u00fcnglich geplant. Die verschiedenen vorgesehenen Phasen wurden eingehalten und die allgemeine Struktur blieb unver\u00e4ndert. Auf Anraten meiner Dozentin Katin Grigat und der Mitkommilitonen hatte ich den Schwerpunkt auf das Sprechen gelegt und daher einige Anpassungen an meiner Tabelle vorgenommen, die ich sorgf\u00e4ltig ausgedruckt hatte, um sie vor Augen zu haben. Ich hatte auch einige Elemente der Powerpoint-Pr\u00e4sentation ge\u00e4ndert, um meine Zeit auf zwei Stunden statt wie bei meiner Erprobung 1 vorgesehen auf eine Stunde anzupassen.<\/p>\n<p>Am Morgen selbst kam es jedoch zu einer unvorhergesehenen Verz\u00f6gerung: aufgrund eines technischen Problems mit meinem Auto (defekte Wasserpumpe) in Verbindung mit den schwierigen Wetterbedingungen kam ich mit f\u00fcnfzehn Minuten Versp\u00e4tung an. Ich musste also spontan mein Zeitmanagement anpassen. Ich entschied mich, einige formale Elemente zu reduzieren (Begr\u00fc\u00dfsung und Erkl\u00e4rungen zu Beginn der Sitzung wurden k\u00fcrzer gefasst), w\u00e4hrend ich die zentralen Phasen, die dem Inhalt und der Diskussion gewidmet waren und die ich aus didaktischer Sicht als vorrangig betrachtete, beibehielt.<\/p>\n<p>Trotz dieser anf\u00e4nglichen Verz\u00f6gerung verlief das Zeitmanagement insgesamt reibungslos. Die Sch\u00fcler:innen verstanden schnell, was in dieser Stunde von ihnen erwartet wurde, und zeigten sich sofort engagiert. Die Aufgaben wurden gut verstanden, und die Arbeitsatmosph\u00e4re blieb konzentriert und positiv. An ein oder zwei Stellen waren geringf\u00fcgige Anpassungen erforderlich (kurze Ermahnungen bez\u00fcglich der Lautst\u00e4rke einer Gruppe), die jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf den Ablauf hatten.<\/p>\n<p>Die Sitzung war von einer ausgezeichneten Dynamik gepr\u00e4gt, die durch Humor und konstruktiven Austausch, ausschlie\u00dflich auf Franz\u00f6sisch, gekennzeichnet war. Die Vielfalt der Diskussionen best\u00e4tigte die Relevanz des Schwerpunkts auf m\u00fcndlichen Kompetenzen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #008000\"><strong>Wichtigste Beobachtungen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Bei der Umsetzung fielen mehrere Aspekte besonders auf:<\/p>\n<ul>\n<li>Das hohe Sprachniveau der Gruppe beg\u00fcnstigte tiefgehende Diskussionen. Das hatte mich noch mal positiv \u00fcberrascht.<\/li>\n<li>Der humoristische Aspekt der Fake News trug zu einer entspannten Atmosph\u00e4re bei, die das Wortergreifen f\u00f6rderte.<\/li>\n<li>Die Authentizit\u00e4t des Themas (KI, Fake News, Instagram) sorgte f\u00fcr eine hohe Motivation.<\/li>\n<li>Die Aufgabe wurde schnell verstanden, was zeigt, dass die Anweisungen klar genug waren<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #008000\"><strong>Feedbacks und Reflexion<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Das Feedback, das ich am Ende des Unterrichts erhielt, hat mich tief beeindruckt. Als Nicolas Michel der Lehrer mir sagte, dass ich mich \u201esehr gut geschlagen\u201c habe, dass ich entspannt war und ,dass es eine \u201ewertvolle Stunde\u201c gewesen sei, war ich wirklich erleichtert. Vorher hatte ich gro\u00dfe Zweifel gehabt, insbesondere wegen der Verschiebung des Unterrichts und der unerwarteten Versp\u00e4tung am selben Morgen. Als ich h\u00f6rte, dass die Unterrichtsstunden als \u201ewertvoll\u201d empfunden worden waren, wurde mir bewusst, dass trotz der unvorhergesehenen Ereignisse das Wesentliche, die Qualit\u00e4t des Austauschs und die didaktische Koh\u00e4renz, erhalten geblieben war.<\/p>\n<p>Dieses Feedback st\u00e4rkte mein Vertrauen in meine F\u00e4higkeit, eine anspruchsvolle Klasse mit zweisprachigen Sch\u00fclern:innen auf hohem Niveau zu unterrichten. Es zeigte mir auch, dass ich in unerwarteten Situationen flexibel und professionell bleiben kann, ohne dass dies die Qualit\u00e4t des Unterrichts beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>Das Feedback meines Mitkommiliton, der den angenehmen und reibungslosen Ablauf der Sitzung hervorhob, best\u00e4tigte mein eigenes Empfinden: die Atmosph\u00e4re war konstruktiv, die Sch\u00fcler:innen engagiert und der Austausch authentisch. Das hat mich besonders ber\u00fchrt, da es eines meiner impliziten Ziele war, einen Raum zu schaffen, in dem die Sprache lebendig und nat\u00fcrlich verwendet wird.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend betrachtet war dieses Feedback nicht nur eine punktuelle Best\u00e4tigung, sondern ein wichtiger Moment in meinem Professionalisierungsprozess. Es hat mir geholfen, meine eigenen Unsicherheiten zu \u00fcberwinden und meine sich entwickelnden Kompetenzen als Lehrerin anzuerkennen.<\/p>\n<p><u>Was gut funktioniert hat:<\/u><\/p>\n<p>Mehrere Elemente des Unterrichts haben sehr zufriedenstellend funktioniert. Zun\u00e4chst einmal war die Motivation der Sch\u00fcler:innen \u00a0w\u00e4hrend der gesamten Stunde sp\u00fcrbar. Es gab keine nennenswerten Momente der Unkonzentriertheit und keine passiven Sch\u00fcler:innen. Dieses konstante Engagement l\u00e4sst sich durch die Authentizit\u00e4t des Themas sowie durch die kreative und humorvolle Dimension von Fake News erkl\u00e4ren. Der direkte Bezug zu ihrer digitalen Welt f\u00f6rderte eine aktive und anhaltende Beteiligung.<\/p>\n<p>Die visuellen Hilfsmittel (Folien) und die Anweisungen wurden ohne gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten verstanden. Die Sch\u00fcler:innen haben die Anforderungen der Aufgabe, einschlie\u00dflich der Abschlussaufgabe, schnell verstanden. Dies zeigt, dass die Strukturierung des Unterrichts und die Klarheit der Erkl\u00e4rungen dem Niveau der Gruppe angemessen waren.<\/p>\n<p>Auch die Nutzung der digitalen Tools verlief reibungslos. Fobizz funktionierte einwandfrei und erforderte keinen technischen Eingriff meinerseits. Auch das Tool Zeoob wurde von den Sch\u00fcler:innen selbstst\u00e4ndig genutzt. Diese technische Selbstst\u00e4ndigkeit erm\u00f6glichte es, das Tempo der Sitzung aufrechtzuerhalten und unn\u00f6tige Unterbrechungen zu vermeiden, was zur p\u00e4dagogischen Kontinuit\u00e4t beitrug.<\/p>\n<p>Insgesamt schuf die Kombination aus klaren Anweisungen, thematischer Relevanz und technischer Stabilit\u00e4t einen effizienten und dynamischen Lernrahmen.<\/p>\n<p><u>Was weniger gut funktioniert hat:<\/u><\/p>\n<p>Das Ausbleiben gr\u00f6\u00dferer Schwierigkeiten bedeutet nicht, dass der Unterricht \u00a0perfekt war, sondern vielmehr, dass sich die Planung und die nach der Erprobung I vorgenommenen Anpassungen ausgezahlt haben. Dadurch konnte ich konkret erkennen, wie wichtig der Prozess der \u00dcberarbeitung und reflexiven Analyse f\u00fcr die berufliche Weiterentwicklung ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #008000\"><strong>Analyse der Erprobung anhand didaktischer Qualit\u00e4tskriterien:<\/strong><\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr diesen Kurs hatte ich einige Recherchen zu den Kriterien durchgef\u00fchrt, die zur Erstellung eines guten Sprachkurses beitragen.<\/p>\n<p>Folgendes konnte ich w\u00e4hrend meiner ersten Erprobung umsetzen:<\/p>\n<p>\u2013 Die Ausrichtung auf sprachliche Handlungen war deutlich erkennbar: die Sch\u00fcler:innen haben nicht nur \u00fcber Fake News gesprochen, sondern mit der Sprache gehandelt, indem sie Inhalte produziert, pr\u00e4sentiert und auf die Beitr\u00e4ge der anderen reagiert haben. Die vorgeschlagene Aufgabe stellte eine bedeutungsvolle Kommunikationssituation dar, die zu spontanen und reichhaltigen Gespr\u00e4chen f\u00fchrte. Dieses Kriterium findet sich auch in den Arbeiten von Hofrichter et al. 2024 wieder: \u201emit Abstand am h\u00e4ufigsten genannte Kriterium in Englisch ist die Schaffung hoher Sprechanteile der Sch\u00fcler:innen durch \u201aechte\u2018 kommunikative Anl\u00e4sse (12 %); dahinter folgt der aktive Gebrauch der Fremdsprache als Kommunikationsmedium (4 %). \u201e (vgl. Hofrichter et all: 2024: 125).<\/p>\n<p>\u2013 Die Authentizit\u00e4t des Instagram-Kontexts, Fake News und KI-generierte Inhalte f\u00f6rderten die Neugier und damit das Engagement und die Beteiligung. Die Debatten zeigten, dass das Thema f\u00fcr die Lernenden sinnvoll war und eine authentische Meinungs\u00e4u\u00dferung erm\u00f6glichte Authentizit\u00e4t der Kommunikation \/ Interaktion (vgl. Moison 2025 : online).<\/p>\n<p>\u2013 Was das <em>Scaffolding<\/em> betrifft, so haben mehrere Elemente die Sch\u00fcler:innen bei der Erf\u00fcllung der Aufgabe unterst\u00fctzt: die bereitgestellte Aufforderung, die Kriterien zum Erkennen von Fake News sowie die Vorbereitungsphase in der Gruppe haben die Produktion der Sch\u00fcler:innen strukturiert und das Sprechen gesichert. Dieses Scaffolding erm\u00f6glichte es den Sch\u00fclern:innen, ihre Ideen in der Pr\u00e4sentationsphase selbstst\u00e4ndiger zu entwickeln: die Sch\u00fcler:innen wurden Schritt f\u00fcr Schritt von mir unterst\u00fctzt, um die Aufgabe zu bew\u00e4ltigen, und konnten anschlie\u00dfend zunehmend selbstst\u00e4ndiger arbeiten. (vgl. Quehl et al. 2020).<\/p>\n<p>\u2013 Die explizite Differenzierung stand bei diesem ersten Versuch nicht im Mittelpunkt, da das Niveau der Gruppe relativ homogen war. Dennoch erm\u00f6glichte die Zusammenarbeit eine gegenseitige Unterst\u00fctzung zwischen den Sch\u00fclern:innen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich stellte die Verwaltung der von der KI generierten Produktionen eine zentrale Herausforderung dar. Obwohl eine kritische Haltung gef\u00f6rdert wurde, zeigte die Erprobung I, dass diese Analyse mit Hilfe expliziterer Kriterien besser strukturiert h\u00e4tte werden k\u00f6nnen. Dieser Punkt floss in die sp\u00e4tere \u00dcberarbeitungsphase ein.<\/p>\n<p><span style=\"color: #008000\"><strong>\u00dcberbearbeitung II &#8211; Was habe ich ge\u00e4ndert ?<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Im Zuge der zweiten \u00dcberarbeitung wurden mehrere zentrale Anpassungen vorgenommen, die sowohl die didaktische Klarheit als auch die Umsetzbarkeit der Stunde deutlich verbessert haben.<\/p>\n<p>Finale \u00c4nderungen<\/p>\n<ul>\n<li>Neuer Schwerpunkt: die wesentlichste Ver\u00e4nderung betrifft die klare Festlegung des Kompetenzschwerpunkts auf die produktive m\u00fcndliche Kompetenz (Sprechen). W\u00e4hrend in der urspr\u00fcnglichen Planung die Schreibkompetenz st\u00e4rker im Zentrum stand, wurde nach der Erprobungsphase deutlich, dass das kommunikative Potenzial der Aufgabe vor allem in der Pr\u00e4sentations- und Diskussionsphase lag.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In der \u00fcberarbeiteten Fassung dient die schriftliche Produktion der Fake News nun ausdr\u00fccklich als vorbereitende Phase zur m\u00fcndlichen Auseinandersetzung. Dadurch wurde die Zielhierarchie pr\u00e4zisiert und die Stunde koh\u00e4renter strukturiert.<\/p>\n<ul>\n<li>Pr\u00e4zisierung des Promptings in Fobizz: eine weitere\u00a0 \u00dcberarbeitung betrifft die Konkretisierung der\u00a0<em>consigne<\/em> zur Nutzung von Fobizz. In der finalen Version wurden detaillierte Erkl\u00e4rungen erg\u00e4nzt, die den Sch\u00fcler:innen Schritt f\u00fcr Schritt verdeutlichen, wo und wie der Prompt eingegeben werden muss. Hunzelmann ekl\u00e4rt in ihrem Artikel warum das pr\u00e4zise prompten so wichtig ist: &#8222;Strukturierte Vorgaben machen <em>Large Language Models <\/em>zu einem interaktiven, sprachlich reaktiven Gegen\u00fcber. Dies erm\u00f6glicht quasi-authentische Kommunikationssituationen. Die Lernenden trainieren dadurch ihre kommunikativen Kompetenzen und das dialogische Schreiben&#8220; (vgl. Hunzelmann 2025 : 9).<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Zum besseren Verst\u00e4ndnis wurden in der endg\u00fcltigen Fassung der Power Point entsprechende <em>Screenshots<\/em>\u00a0eingef\u00fcgt, die die einzelnen Eingabefelder sowie Beispiel-Formulierungen visualisieren.)<\/p>\n<p>Die Anpassung war f\u00fcr mich hilfreich. Ich hatte weniger Stress beim Arbeiten mit dem digitalen Tool. Weil das Prompt klarer und besser strukturiert war, konnte ich mich besser auf den Inhalt konzentrieren.<\/p>\n<ul>\n<li>Strukturierte Einf\u00fchrung in die Nutzung von Zeoob<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch die Arbeit mit Zeoob wurde in der \u00fcberarbeiteten Version genauer angeleitet. Erg\u00e4nzt wurden konkrete Hinweise zur Gestaltung des Instagram-Posts (Titel, Bildunterschrift, Layout), um die Textsortenspezifik deutlicher herauszustellen.<\/p>\n<p>(Die finale Version enth\u00e4lt hierzu visuelle Beispiele bzw.\u00a0<em>Screenshots<\/em>, die die einzelnen Gestaltungsschritte illustrieren.)<\/p>\n<p>Diese Pr\u00e4zisierung st\u00e4rkt die Textsortenkompetenz und verhindert, dass die technische Bedienung des Tools den Unterrichtsfluss hemmt.<\/p>\n<ul>\n<li>Reflexion \u00fcber \u00fcbernommenes und nicht \u00fcbernommenes Feedback<\/li>\n<\/ul>\n<p>In dieser \u00dcberarbeitungsphase habe ich mehrere Elemente aus dem Feedback ber\u00fccksichtigt, das ich w\u00e4hrend des Experiments erhalten habe. Die wichtigste \u00c4nderung betrifft die Neudefinition des Schwerpunkts: ich habe mich daf\u00fcr entschieden, den Fokus der Sitzung auf die produktive m\u00fcndliche Kompetenz \u201eSprechen\u201c zu legen. Der Versuch hatte gezeigt, dass das kommunikative Potenzial der Aufgabe haupts\u00e4chlich in den Debatten und Pr\u00e4sentationen lag und nicht in der schriftlichen Produktion als solcher.<\/p>\n<p>Ich habe auch die Empfehlung ber\u00fccksichtigt, das Format auf eine Doppelstunde auszuweiten, um mehr Raum f\u00fcr den Austausch zu schaffen und \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Zeitdruck zu vermeiden. Schlie\u00dflich habe ich die Anweisungen zur Verwendung der digitalen Tools (Fobizz und Zeoob) pr\u00e4zisiert und detaillierte Erkl\u00e4rungen und Screenshots hinzugef\u00fcgt, um die technische Handhabung zu vereinfachen.<\/p>\n<p>Die Empfehlung, jegliche Verwendung der deutschen Sprache in den Folien zu vermeiden, habe ich hingegen nicht vollst\u00e4ndig befolgt. Mir wurde vorgeschlagen, eine ausschlie\u00dflich franz\u00f6sischsprachige Umgebung beizubehalten. Ich habe mich jedoch daf\u00fcr entschieden, am Ende der Sitzung einige einfache \u00dcbersetzungss\u00e4tze beizubehalten, um die Diskussion zu unterst\u00fctzen. Obwohl die Sch\u00fcler:innen diese nicht wirklich brauchten, da die Gruppe zweisprachig war, bin ich der Meinung, dass eine leichte Unterst\u00fctzung am Ende der Sitzung eine beruhigende Funktion haben kann.<\/p>\n<p>Ich bin der Meinung, dass es in den letzten Minuten einer kognitiv und kommunikativ intensiven Unterrichtsphase n\u00e4mlich zu einer sprachlichen Erm\u00fcdung kommen kann. Eine punktuelle Unterst\u00fctzung in einer noch besser beherrschten Sprache kann dann dazu beitragen, das Engagement aufrechtzuerhalten, die kognitive Belastung zu verringern und ein Klima des Vertrauens zu bewahren. Diese Entscheidung stellt das sprachliche Eintauchen nicht in Frage, sondern ist, so denke ich, Teil einer ma\u00dfvollen und durchdachten Begleitung.<\/p>\n<p><span style=\"color: #008000\"><strong>Qualitative Verbesserung des Szenarios<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Die f\u00fcr die Qualit\u00e4t des Unterrichts entscheidendste \u00c4nderung war die Neuausrichtung auf die m\u00fcndliche Kompetenz. Durch diese klarere Hierarchisierung der Ziele konnte der Unterricht koh\u00e4renter strukturiert werden: Das \u201eSchreiben\u201c wurde zu einer Vorbereitungsphase f\u00fcr die Diskussion und war nicht mehr Selbstzweck. Dadurch wurde die Kommunikationsdynamik gest\u00e4rkt.<\/p>\n<p>In diese \u00dcberarbeitung habe ich auch theoretische Elemente integriert. Die Neuausrichtung auf eine Hauptkompetenz entspricht einem kompetenzorientierten Ansatz. (vgl. Nieweler 2017). Die Klarstellung der Anweisungen und der Aufforderung diente der Unterst\u00fctzung (<em>Scaffolding<\/em>) und der Verringerung der kognitiven Belastung. Die Verl\u00e4ngerung auf eine Doppelstunde ber\u00fccksichtigt das Handlungs- und Kommunikationspotenzial der Aufgabe. Diese Anpassungen basieren also nicht nur auf einem subjektiven Eindruck, sondern auf meine didaktischen \u00dcberlegungen.<\/p>\n<p>F\u00fcr meine zuk\u00fcnftigen Planungen halte ich es f\u00fcr wichtig, von Anfang an eine klare Hierarchie der Kompetenzen festzulegen, die Zeitplanung in den Diskussionsphasen realistisch zu antizipieren und eine genaue Anleitung f\u00fcr die Verwendung digitaler Tools vorzusehen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass die Koh\u00e4renz einer Sitzung weniger von der F\u00fclle der Ideen als von der Klarheit der didaktischen Priorit\u00e4ten abh\u00e4ngt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ablauf in der realen Klasse Die Durchf\u00fchrung der Unterrichts war urspr\u00fcnglich f\u00fcr den 12. Januar vorgesehen. Aufgrund von Schneefall erfuhr ich am Vorabend, dass sie auf den 26. Januar verschoben werden musste. Diese Termin\u00e4nderung erforderte eine logistische Umorganisation, \u00e4nderte jedoch nichts am Inhalt der Planung. Der Unterricht fand in einer 10. 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