{"id":127,"date":"2026-03-17T11:29:49","date_gmt":"2026-03-17T10:29:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/?p=127"},"modified":"2026-03-23T10:48:25","modified_gmt":"2026-03-23T09:48:25","slug":"erpobung-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/2026\/03\/17\/erpobung-i\/","title":{"rendered":"Erprobung I"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\"><span style=\"font-size: 14pt\"><strong>Erprobung I an der Uni<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #008000\">Verlauf und Zentrale Beobachtungen<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Bei diesem ersten Probedurchlauf im Seminar war ich besonders gestresst, da ich mich nicht immer wohl dabei f\u00fchle, vor meinen Kommilitonen und einer erfahrenen Lehrerin zu unterrichten.<\/p>\n<p>Zwei Dinge, die ich als besonders positiv empfand, haben mir jedoch geholfen:<\/p>\n<p>&#8211; Ich hatte eine strukturierte Powerpoint-Pr\u00e4sentation vorbereitet, die in einer Schule einsetzbar war und die verschiedenen Arbeitsphasen klar erkennbar darstellte (Begr\u00fc\u00dfung, Warm-up, Einstieg, Hauptphase, Was haben wir heute gelernt, Verabschiedung). Diese Struktur hilft mir immer sehr, wenn ich ein solches Format f\u00fcr meinen Unterricht verwende.<\/p>\n<p>&#8211; Ich hatte die richtige Klasse am Vortag beobachten und mich mit ihrem Lehrer vor Ort austauschen k\u00f6nnen. Dieser Austausch erm\u00f6glichte es mir, meine Unterrichtsstunde an die Eigenschaften der Gruppe anzupassen.<\/p>\n<p>Und wenn ich nur einen einzigen positiven Punkt nennen m\u00fcsste, w\u00e4re es dieser. Diese Vorbereitung im Vorfeld ist r\u00fcckblickend ein sehr positiver Aspekt dieses ersten Experiments.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\">Was negatives ?<\/span><\/p>\n<p>Mein erste Kompetenzschwerpunkt war eindeutig falsch, aber das wurde mir erst nach meiner Erprobung I und nach dem Feedback der Studierenden klar: wie bereits in diesem Portfolio erw\u00e4hnt, hatte ich die Sitzung urspr\u00fcnglich auf die schriftliche Produktionskompetenz (Schreiben) ausgerichtet. W\u00e4hrend der Erprobung I wurde mir jedoch klar (insbesondere dank der lebhaften Diskussionen, die durch das ausgel\u00f6st wurden, was sp\u00e4ter zur Hauptphase werden sollte), dass die m\u00fcndliche Kompetenz (Sprechen) tats\u00e4chlich relevanter war. Die Diskussionen zeigten, dass das kommunikative Potenzial der Sitzung weit \u00fcber das einfache Schreiben hinausging, dessen Anteil sich auf das einfache Abschreiben einer zu \u00e4ndernden Vorlage beschr\u00e4nkte. (Diese Erkenntnis hat meine Planung in der Folge stark beeinflusst.)<\/p>\n<p>Was das Zeitmanagement angeht, war ich mir zun\u00e4chst nicht sicher, ob ich die Sitzung f\u00fcr eine oder zwei Stunden planen sollte. Ich hatte mich f\u00fcr ein einst\u00fcndiges Format entschieden, stellte jedoch schnell fest, dass dies nicht ausreichte. Der Austausch war reichhaltig, das Thema stie\u00df auf gro\u00dfes Interesse, und selbst die Reaktionen auf die von Fobizz Bild generierten Bilder f\u00fchrten zu spontanen Diskussionen und humorvollen Momenten. Daher lautete die Empfehlung im Feedback eindeutig, eine Doppelstunde einzuplanen, um mehr Raum f\u00fcr Diskussionen zu lassen und eine zu schnelle Dynamik zu vermeiden. Diese Bemerkung war nat\u00fcrlich zu beachten, denn diese \u00c4nderung trug dazu bei, eine authentische und menschliche Atmosph\u00e4re des Austauschs zu bewahren, anstatt einen zu mechanischen und zu schnellen Ablauf.<\/p>\n<p><span style=\"color: #008000\"><strong>Reflexion<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Besonders gut funktioniert hat nach meiner Einsch\u00e4tzung die Einstiegsphase (\u201eVrai ou faux?\u201c). Die bewusst humorvoll formulierten Fake News erzeugten sofort Aufmerksamkeit und motivierte die Lernenden. Die humorvolle Zuspitzung der Inhalte f\u00fchrte nicht nur zu einer hohen Beteiligung, sondern schuf auch eine positive, entspannte Lernatmosph\u00e4re. Didaktisch l\u00e4sst sich dies durch die emotionale Aktivierung erkl\u00e4ren: Humor kann als motivierender Faktor wirken und Hemmungen beim Sprechen reduzieren. Die Forschungen von Loeschmann (2015) zu diesem Thema sind sehr interessant, und ich habe sie mit gro\u00dfer Freude gelesen, da sie meiner Sichtweise entsprechen: \u201eSo wichtig Lehrende bei der Schaffung einer heiteren Lern- und Arbeitsatmosph\u00e4re auch sind, die Mitwirkung, ja die Verantwortung der Lernenden darf keineswegs untersch\u00e4tzt werden, vielmehr kommt es darauf an, sie zu aktivieren, zu animieren, sich angemessen humorvoll an der Gestaltung des Unterrichts zu beteiligen.\u201c (vgl. Loeschmann 2015: 49-50).<\/p>\n<p>Auch die Pr\u00e4sentationsphase im Plenum erwies sich als besonders gelungen. Die Vorstellung der selbst erstellten Fake News f\u00fchrte zu spontanen Reaktionen, Lachen und lebendigen Diskussionen. Diese positive Dynamik unterst\u00fctzte die m\u00fcndliche Beteiligung und f\u00f6rderte eine kommunikative Unterrichtsatmosph\u00e4re, in der meine Mitkommilitonen die die \u201eSch\u00fcler:innen\u201c spielten, trauten, frei zu sprechen und aufeinander zu reagieren.<\/p>\n<p>Ich denke, dass es sehr hilfreich war, eine gebrauchsfertige, klare und gut strukturierte Powerpoint-Pr\u00e4sentation erstellt zu haben. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, auch als Angestellte an der Schule, Powerpoint-Pr\u00e4sentationen mit folgendem Ablauf zu erstellen: Begr\u00fc\u00dfung, Erl\u00e4uterung der Sitzung, Erw\u00e4rmung, Haupthase, was haben wir heute gelernt, Verabschiedung. Das hilft allen, den \u00dcberblick zu behalten und nicht den Faden zu verlieren.<\/p>\n<p>Als kleinere Schwierigkeit zeigte sich ein technisches Problem beim Hochladen einer Datei (ein Fobiiz Bild) von einer Mitkommilitonin auf StudIP. Auch wenn dies keinen gravierenden Einfluss auf den Ablauf hatte, verdeutlicht es die Notwendigkeit, bei digital gest\u00fctzten Unterrichtssettings stets alternative L\u00f6sungswege einzuplanen. Der Einsatz digitaler Werkzeuge erfordert somit nicht nur methodische Planung, sondern auch organisatorische Flexibilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Eine weitere Herausforderung betraf die Zeitplanung. Die Diskussions und Pr\u00e4sentationsphase entwickelte eine gr\u00f6\u00dfere Dynamik als urspr\u00fcnglich erwartet, sodass der geplante Zeitrahmen einer Einzelstunde nicht ausreichte. Didaktisch l\u00e4sst sich dies durch das hohe kommunikative Potenzial der Aufgabe erkl\u00e4ren: die authentische Thematik sowie die humorvollen Beitr\u00e4ge f\u00fchrten zu intensiven Austauschprozessen. R\u00fcckblickend erscheint die Durchf\u00fchrung als Doppelstunde sinnvoller, um der inhaltlichen Tiefe und der m\u00fcndlichen Interaktion ausreichend Raum zu geben und eine unn\u00f6tige Beschleunigung des Unterrichts zu vermeiden.<\/p>\n<p>Im Nachhinein und nach mehreren Wochen des Nachdenkens bin ich nun besser in der Lage, die Bedeutung der verschiedenen R\u00fcckmeldungen zu analysieren und zu verstehen. Im ersten Moment haben mich einige Bemerkungen verunsichert, da sie Entscheidungen in Frage stellten, in die ich viel Energie investiert hatte. Mit etwas Abstand konnte ich jedoch ihre didaktische Relevanz erkennen. Das Feedback im Seminar hat mir geholfen, meine Priorit\u00e4ten zu kl\u00e4ren, insbesondere in Bezug auf die Hierarchisierung von Kompetenzen und das Zeitmanagement.<\/p>\n<p>Diese Experimentierphase erwies sich somit als entscheidend f\u00fcr meinen beruflichen Lernprozess: sie konfrontierte mich mit der Kluft zwischen theoretischer Planung und ihrer konkreten Umsetzung und veranlasste mich, meine Entscheidungen koh\u00e4renter und zielgerichteter anzupassen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #008000\"><strong>\u00dcberarbeitung &#8211; Was habe ich ge\u00e4ndert ?<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Ver\u00e4nderung bestand darin, die\u00a0 produktive Kompetenz zu \u00e4ndern: nicht mehr &#8222;Schreiben&#8220;, sondern &#8222;Sprechen&#8220;. W\u00e4hrend dieser Erprobung an der Universit\u00e4t habe ich festgestellt, dass das Schreiben, das ich urspr\u00fcnglich ausgew\u00e4hlt hatte, \u00fcberhaupt nicht geeignet war, weil die Sch\u00fcler:innen nur sehr wenig schreiben.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem habe ich meine Stunde zu einer Doppelstunde umgearbeitet und nicht zu zwei einzelnen Stunden. Eine Einzelstunde war daf\u00fcr zu kurz.<\/p>\n<p>Die Powerpoint Pr\u00e4sentation musste ich nur leicht anpassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erprobung I an der Uni Verlauf und Zentrale Beobachtungen Bei diesem ersten Probedurchlauf im Seminar war ich besonders gestresst, da ich mich nicht immer wohl dabei f\u00fchle, vor meinen Kommilitonen und einer erfahrenen Lehrerin zu unterrichten. Zwei Dinge, die ich als besonders positiv empfand, haben mir jedoch geholfen: &#8211; Ich hatte eine strukturierte Powerpoint-Pr\u00e4sentation vorbereitet, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":13087,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-127","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-teil-ii","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13087"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=127"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":201,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127\/revisions\/201"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=127"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=127"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/portfoliofd3\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=127"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}