{"id":14,"date":"2015-05-30T14:45:22","date_gmt":"2015-05-30T12:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/otersen\/?p=14"},"modified":"2015-05-30T14:46:25","modified_gmt":"2015-05-30T12:46:25","slug":"sprachliche-heterogenitaet-im-naturwissenschaftlichen-unterricht-eine-herausforderung-oder-eine-chance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/otersen\/2015\/05\/30\/sprachliche-heterogenitaet-im-naturwissenschaftlichen-unterricht-eine-herausforderung-oder-eine-chance\/","title":{"rendered":"Sprachliche Heterogenit\u00e4t im naturwissenschaftlichen Unterricht. Eine Herausforderung oder eine Chance?"},"content":{"rendered":"<p>Die Naturwissenschaften sind grunds\u00e4tzlich vorbelastet mit vielen Fremdw\u00f6rtern und Fachbegriffen, die die Sch\u00fcler erst einmal verstehen m\u00fcssen, bevor sie \u00fcberhaupt Zusammenh\u00e4nge nachvollziehen und begreifen k\u00f6nnen. Hierbei besteht die Herausforderung der Lehrkraft, bei sprachlicher Heterogenit\u00e4t der Sch\u00fcler, einen Weg zu finden, um allen einen Zugang zu den Naturwissenschaften zu verschaffen. Und das muss erst einmal auf dem kleinsten Nenner stattfinden und kann zum Beispiel visuell erfolgen oder einfachen universellen Begriffen, damit die Sch\u00fcler dem Unterricht folgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Chemieunterricht kann das Periodensystem der Elemente zum Beispiel erkl\u00e4rt werden, indem bildhaft erl\u00e4utert wird, wie die einzelnen Elemente aussehen oder welche Produkte aus ihnen entstehen. Von der &#8222;Bildsprache&#8220; kann man dann \u00fcbergehen in die Fachsprache, aber dann ist zumindest eine Verbindung hergestellt, die sp\u00e4ter, wenn der Fachbegriff bei den Sch\u00fclern nicht mehr pr\u00e4sent sein sollte, zumindest wieder auf das Bild hinweist. Insofern besteht aber auch die Herausforderung f\u00fcr den Lehrer, nicht nur mit Bildern, sondern sp\u00e4ter auch mit Formeln immer einen abstrakten Bezug herzustellen, damit die Zusammenh\u00e4nge erkannt werden, unabh\u00e4ngig von der sprachlichen Heterogenit\u00e4t der Sch\u00fcler. Dieser Sachverhalt bietet aber auch Chancen auf beiden Seiten: Die Lehrkraft muss den Unterricht neu konzipieren in der Hinsicht, dass sie eine Ebene finden muss, auf der alle Sch\u00fcler gleichzeitig einsteigen k\u00f6nnen und somit alle zusammen das Thema erarbeiten k\u00f6nnen. Es darf aber auf keinen Fall so ablaufen, dass Fachbegriffe und Fremdw\u00f6rter den Unterricht bestimmen und die Sch\u00fcler rein sprachlich nicht folgen k\u00f6nnen, weil sie gar nicht verstehen, um was es \u00fcberhaupt geht.<\/p>\n<p>Gerade in den Naturwissenschaften wie Chemie, Biologie und Physik kann mehr sehr viele komplexe Zusammenh\u00e4nge sehr plastisch darstellen und ist erst in einem zweiten Schritt gezwungen, zu abstrahieren, um diese zu erkl\u00e4ren. Aber die Abstraktionsf\u00e4higkeit setzt Verst\u00e4ndnis voraus. Zusammenfassend kann man sagen, dass Chancen und Herausforderungen im gleichen Ma\u00df bestehen, aber die sprachliche Heterogenit\u00e4t keineswegs im Vordergrund stehen sollte, denn naturwissenschaftliche Ph\u00e4nomene erzeugen immer Bilder, die an keine Sprache gebunden sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Naturwissenschaften sind grunds\u00e4tzlich vorbelastet mit vielen Fremdw\u00f6rtern und Fachbegriffen, die die Sch\u00fcler erst einmal verstehen m\u00fcssen, bevor sie \u00fcberhaupt Zusammenh\u00e4nge nachvollziehen und begreifen k\u00f6nnen. Hierbei besteht die Herausforderung der Lehrkraft, bei sprachlicher Heterogenit\u00e4t der Sch\u00fcler, einen Weg zu finden, um allen einen Zugang zu den Naturwissenschaften zu verschaffen. 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