{"id":108,"date":"2020-06-26T03:58:09","date_gmt":"2020-06-26T01:58:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/?p=108"},"modified":"2020-06-26T04:01:42","modified_gmt":"2020-06-26T02:01:42","slug":"umgang-mit-leistungsheterogenitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/2020\/06\/26\/umgang-mit-leistungsheterogenitaet\/","title":{"rendered":"Umgang mit Leistungsheterogenit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.5&#8243; background_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; min_height=&#8220;211px&#8220; custom_margin=&#8220;-1308px||727px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.4.5&#8243; custom_margin=&#8220;-45px|auto||59px||&#8220; custom_padding=&#8220;31px|||0px||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.5&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; text_font_size=&#8220;29px&#8220; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; width=&#8220;46.9%&#8220; custom_margin=&#8220;-50px|48px|0px|-57px|false|false&#8220; custom_padding=&#8220;6px|1px|2px|43px|false|false&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243;]<\/p>\n<h2>Umgang mit Leistungsheterogenit\u00e4t<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; background_color=&#8220;rgba(0,0,0,0)&#8220; width=&#8220;104.7%&#8220; custom_margin=&#8220;-93px|||-90px||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.4.5&#8243; custom_margin=&#8220;|206px||78px||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.5&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; text_font=&#8220;||||||||&#8220; text_text_color=&#8220;#FFFFFF&#8220; text_font_size=&#8220;15px&#8220; text_letter_spacing=&#8220;1px&#8220; background_color=&#8220;#c5310d&#8220; custom_padding=&#8220;9px|||7px||&#8220;]<\/p>\n<ol>\n<li>Welche <strong>Zusammenh\u00e4nge<\/strong> zwischen der <strong>Leistungsheterogenit\u00e4t<\/strong> der Kinder und dem <strong>Einfluss von Lehrerinnen und Lehrern<\/strong> auf den <strong>Bildungserfolg<\/strong> unter Ber\u00fccksichtigung der p\u00e4dagogischen Forderungen sind f\u00fcr sie heute deutlich geworden?<\/li>\n<li>Welche <strong>Herausforderungen<\/strong> im <strong>Bereich Leistungswahrnehmung, -r\u00fcckmeldung und -beurteilung<\/strong> haben Sie in Ihren bisherigen Praxisphasen kennengelernt und wie haben Sie oder die Lehrperson in der schulischen Praxis darauf reagiert?<\/li>\n<li>Wie positionieren Sie sich zu der Aussage von Hiller selbst als angehende Lehrer*in und welche m\u00f6glichen Forschungsfragen w\u00e4ren f\u00fcr Sie relevant, um die getroffene Aussage empirisch weiter zu verfolgen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row column_structure=&#8220;1_2,1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; background_color=&#8220;#E09900&#8243; width=&#8220;100%&#8220; custom_margin=&#8220;1px|-1386px||77px||&#8220; custom_padding=&#8220;|0px||1px||&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.5&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;Aufgabe 1&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; text_font=&#8220;||||||||&#8220; text_text_color=&#8220;#242424&#8243; text_font_size=&#8220;15px&#8220; background_color=&#8220;#E09900&#8243; custom_padding=&#8220;3px|||24px||&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14px\">1.<\/span><\/p>\n<p>Nach Zimmermann\/Spangler wirken die Eltern, das Elternhaus sowie das Kind selbst bzw. das Leben des Kindes und dessen Entwicklungen sich auf die Entwicklung von Leistung aus. <br \/>Doch der Aspekt der Lehrer findet hier keine Ber\u00fccksichtigung. <br \/>Lehrer bestimmen jedoch gemeinsam mit der Unterrichtsgestaltung nach einer Studie von Hattie (2009) mehr als die sozio-\u00f6konomischen und kulturellen Faktoren \u201eLernende\u201c und \u201eElternhaus\u201c. Beide Bereiche bestimmen aber jeweils nur in etwa ein Drittel. <br \/>Das dritte Drittel hingegen wird von au\u00dfen beeinflusst. Hierbei geht es um Regelstandards wie Curricula und die generellen Bedingungen der Schule.<\/p>\n<p>Diese drei Hauptbereiche, also Lehrer\/Unterricht \u2013 Curriculum\/Schule \u2013 Lernende\/Elternhaus, sind es, was den Bildungserfolg der SuS bestimmt.<\/p>\n<p>Es ist jedoch wichtig, dass nicht jeder Bereich hierbei f\u00fcr sich steht. Es bringt uns nicht voran, wenn wir als Lehrer die Schuld auf Curriculum und Voraussetzungen schieben. Wir m\u00fcssen gemeinsam arbeiten, wenn wir wirklich etwas ver\u00e4ndern wollen an der Chancengleichheit im Bildungsbereich. <br \/>Denn hier liegt das Problem \u2013 Chancengleichheit.<\/p>\n<p>Leistungsheterogenit\u00e4t oder Leistungsbedingte Heterogenit\u00e4t hei\u00dft, dass alle SuS in seinem Lernprozess eine unterschiedliche Geschwindigkeit, F\u00e4higkeit und Bereitschaft zeigt. Gleichzeitig meint die Leistungsheterogenit\u00e4t auch die im Abschluss abweichenden Ergebnisse der SuS.<\/p>\n<p>Jede*r Sch\u00fcler*in kommt mit unterschiedlichen Bedingungen an den Start \u2013 so wie das typische Bild mit den unterschiedlichen Tieren, die die Aufgabe bekommen einen Baum zu erklimmen. <br \/>Und nach wie vor besteht eben keine Chancengleichheit f\u00fcr alle Teilnehmer.<\/p>\n<p>Nach der neusten PISA Erhebung konnte immernoch eine starke Verbindung zwischen den sozio-\u00f6konomischen &amp; -kulturellen Faktoren von Familien und den Bildungserfolg ihrer Kinder festgestellt werden.<\/p>\n<p>Die Aufgabe der Lehrkraft muss es sein, hiergegen anzugehen ohne dabei in die sog. \u201eIndividualisierungsfalle\u201c zu geraten. Wir m\u00fcssen anfangen, Heterogenit\u00e4t als etwas Gutes zu begreifen. <br \/>Das Problem ist nur, dass hierf\u00fcr nicht nur auf kleiner Ebene ein Wechsel reicht, sondern auch eine Ver\u00e4nderung im gesamten System stattfinden muss. <br \/>Ein System, welches darauf ausgelegt ist auszusieben und zu standardisieren wird immer zu einer Unterteilung in Gewinner &amp; Verlierer f\u00fchren. Das Curriculum bzw. die \u201eRegelstandards\u201c der Kultusministerkonferenz sind das beste Beispiel daf\u00fcr. <br \/>P\u00e4dagogisch f\u00fchrt dies immer zu einer Unterteilung in \u201eUnter dem Standard\u201c und \u201e\u00dcber dem Standard\u201c.\u00a0 <\/p>\n<p>Aber ein Wechsel im System ist langwierig und kann nur beginnen, wenn wir schon im kleinen Anfangen Heterogenit\u00e4t wertzusch\u00e4tzen. Ein breites Leistungsspektrum ist nicht hinderlich, sondern <strong>hilfreich<\/strong> f\u00fcr den Unterricht, da wir ein Problem aus mehr Perspektiven betrachten m\u00fcssen. Au\u00dferdem f\u00fchrt es zu Unterrichtskonzepten, bei denen die Sch\u00fcler*innen sich untereinander helfen und somit den Stoff nicht nur durch Lernen, sondern auch durch eigene Reproduktion verinnerlichen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.5&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; text_text_color=&#8220;#242424&#8243; text_font_size=&#8220;15px&#8220; background_color=&#8220;#E09900&#8243; width=&#8220;99.9%&#8220; min_height=&#8220;605px&#8220; custom_margin=&#8220;|13px||-17px||&#8220; custom_padding=&#8220;0px|0px||10px||&#8220;]<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Da ich mit meinem Orientierungspraktikum in einer 1. Klasse war gab es hier in den ersten Wochen nach den Sommerferien noch nicht viel Bedarf an Leistungswahrnehmungen, -r\u00fcckmeldungen und -beurteilungen.<br \/>Die Erfahrung die am ehesten hierzu passt sind wohl die ersten Elterngespr\u00e4che die wir nach einigen Wochen mit allen Eltern gef\u00fchrt haben. Hierbei hat unser Lehrerteam jeweils eine kurze R\u00fcckmeldung gegeben zu den ersten Wochen des Kindes in der Schule.<br \/>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung hierbei ist wohl, wie man seine Erkenntnisse am besten f\u00fcr die Eltern verpackt. Auch sprachliche Barrieren waren teilweise ein Problem, welche dann auch meistens direkt widerspiegelten, woher die Probleme der\/des Sch\u00fcler*in kamen.<\/p>\n<p>Ansonsten gab es eine sehr interessante Diskussion um einen unserer Sch\u00fcler. Bei diesem bestand nach einer psychologischen Untersuchung der Verdacht auf eine Beeintr\u00e4chtigung.<br \/>Der Sch\u00fcler war im Unterricht meist schwierig zu integrieren, da er sich h\u00e4ufig dagegen wehrte Aufgaben zu bearbeiten \u2013 sowohl Zuhause als auch in der Schule.<br \/>Im Kollegium kam der Vorschlag auf eine Art R\u00fcckmeldung im Unterricht einzuf\u00fchren, sodass dieser Sch\u00fcler quasi nach jeder Stunde auf einem Spielfeld vorr\u00fccken w\u00fcrde oder einen Punkt sammelt, sofern er gut mitgearbeitet hat. Hier kam ich das erste mal damit im Kontakt, die Leistungsr\u00fcckmeldung auch als Motivation f\u00fcr Sch\u00fcler zu nutzen.<\/p>\n<p>Ansonsten liefen die R\u00fcckmeldung und Beurteilung relativ schlicht ab. Hausaufgaben und Aufgaben in der Schule wurden entweder mit einem Stempel bewertet oder der\/die Sch\u00fcler*in nochmal drauf angesprochen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; width=&#8220;100%&#8220; custom_margin=&#8220;|214px||77px||&#8220; custom_padding=&#8220;|||2px||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.5&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.4.8&#8243; text_text_color=&#8220;#242424&#8243; text_font_size=&#8220;15px&#8220; background_color=&#8220;#E09900&#8243; width=&#8220;100%&#8220; min_height=&#8220;519px&#8220; custom_padding=&#8220;19px|24px||21px||&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243;]<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p><em>\u201eKinder und Jugendliche aus den unteren Statusgruppen scheitern in den Schulen an der Starrheit institutioneller Gegebenheiten und Zw\u00e4nge, der Borniertheit vieler Curricula sowie an gedankenloser Routine und der Arroganz eines Personals gegen\u00fcber nichtb\u00fcrgerlichen, bildungsfernen Milieus, dessen Attit\u00fcden Pierre Bourdieu als \u201eRassismus der Intelligenz\u201c (1993) bezeichnet hat.\u201c (Hiller 2019, S. 148)<\/em><\/p>\n<p>Hiller hat mit seiner Aussage definitiv recht, unser System ist immernoch stark in seinen Ursprungsz\u00fcgen eingegrenzt. Ich glaube jedoch, dass das Personal hierbei mit die kleinste Rolle spielt um dieses zu ver\u00e4ndern. Jeder, der Lehrer aus Leidenschaft geworden ist, w\u00fcnscht sich genau so wie Herr Hiller eine Integration aller Leistungsbereiche. Jedoch werden alle Lehrer im laufe ihrer Arbeitskarriere merken, sei es durch die ern\u00fcchternde Zusammenarbeit mit den Eltern, die unterbezahlten \u00dcberstunden oder die Realisation, dass das Abitur mittlerweile f\u00fcr fast alles im Berufsleben vorausgesetzt wird, dass eine solche fl\u00e4chendeckende Integration einfach nicht in Ihrer Macht steht. <br \/>Ich m\u00f6chte hier die Lehrkraft keinesfalls als Opferrolle darstellen. Wir sollten dennoch alles probieren, und unser bestes Geben, um mit den Umst\u00e4nden zu arbeiten &#8211; aber wie in Hillers Aussage der Arroganz des Personals eine gleiche Gewichtigkeit wie den institutionellen und vor allem auch gesellschaftlichen Gegebenheiten zu geben halte ich f\u00fcr eine falsche Annahme.<\/p>\n<p>Spannend um seine Aussage zu \u00fcberpr\u00fcfen w\u00e4re z.B. ein Schulformat, welches sich nicht an den Curricula orientiert, sondern quasi komplett von den Lehrkr\u00e4ften organisiert wird. In gewissen Aspekten arbeiten Waldorfschulen schon so \u2013 hierbei sind sie jedoch immer noch durch das Abitur als Vergleichsorgan in einem Rahmen gesetzt. Dennoch sehen wir bei Waldorfschulen einen sehr gro\u00dfen Erfolg. <br \/>Interessant w\u00e4re also wie sich das \u201eCurriculum\u201c der Waldorfschule vergleicht mit dem der KMK.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umgang mit Leistungsheterogenit\u00e4t Welche&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":11939,"featured_media":115,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207],"tags":[23849],"class_list":["post-108","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-rv09"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11939"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=108"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":118,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108\/revisions\/118"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/wp-json\/wp\/v2\/media\/115"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=108"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/optimistenbummler\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}