Aufgabenstellung: Recherchieren Sie auf der Seite inklusion-online.net einen Artikel zum Umgang mit Heterogenität in der Schule, der Sie thematisch anspricht (es darf auch ein übergreifender Text sein z.B. zu aeblism).
Begründen Sie kurz Ihre Auswahl, fassen Sie die Kernaussagen des Artikels zusammen und nehmen Sie abschließend dazu Stellung – auch mit Blick auf Ihre zukünftige Unterrichtspraxis.
Ich habe mich für den Inklusion-online.net Artikel von Christoph Butterwegge mit dem Thema „Kinderarmut und sozialer Ausschluss“ vom 4/2010 entschieden, da das Thema der Kinderarmut nicht nur nach wie vor, sondern in Zukunft eine hohe Relevanz besitzt.
In dem Artikel wurde vorrangig eine starke Kritik am sozialen Finanz und Regelsystem der Bundesrepublik Deutschland ausgeübt. Im Vorfeld jedoch ging es darum, die existierende Kinderarmut in Deutschland von der sog. „Dritte Welt Armut“ abzugrenzen. Hierzulande ginge es hauptsächlich um die Tatsache, dass Kinder um ihre persönlichen Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten beraubt werden. Sie sind in Hinblick auf ihr Wohnen, Gesundheit und vor Allem dem Freizeit und Konsumverhalten deutlich von der Mittelschicht abzugrenzen und werden durch die Systemimmanenten Regelsätze abgegrenzt. Eine weitere Ausprägungsform der Kinderarmut wird im sozialen Druck deutlich, der auf den Kindern lastet. Hier wird das Beispiel der Modegesellschaft bzw. Konsumgesellschaft aufgeführt, die die vom Staatssystem benachteiligten Kinder vor unlösbare Herausforderungen Stellt, was somit unweigerlich zur sozialen Ausgrenzung in den Schulen führt.
In der Kritik stand in erster Linie die staatliche Umstrukturierung der sozialen Fördersätze (Hartz IV), sowie die steigende Anzahl an atypischen Arbeitsplätzen, wie befristete Teilzeitstellen, Leiharbeitsstellen, Minijobs und Euro-Jobs. Diese, durch die Bundesagentur für Arbeit maßgeblich von Arbeitslosen wiederaufgenommenen, (Zwangs-)Arbeitstätigkeiten sorgen für kaum soziale und finanzielle Stabilität. Im Allgemeinen wurden die Steuer und Sozialreformen als Rückschritt vom „Sozialversicherungsstaat zum Fürsorge-, Almosen- und Suppenküchenstaat“ bezeichnet.
Die Forderungen des Artikels sind klar. Es werden mehr finanzielle Mittel für die Sozial -und Jugendarbeit gefordert und eine stärkere Verzahnung unterschiedlicher Politikfelder im Beschäftigungswesen, Bildungswesen, Familienwesen, sowie der Sozialpolitik befürwortet.
Ziel soll es sein dadurch Maßnahmen zur Umverteilung von Arbeit, Einkommen und Vermögen zu realisieren und somit einen Kurs des Einklangs, statt des Ausschlusses zu fahren.
Es war für mich sehr interessant diesen Artikel aus heutiger Sicht zu lesen. Ich habe mich gefragt, was sich seit 2010 geändert hat.
Vor Allem im Bereich der Ganztagsschule und Inklusion wurden in den vergangenen Jahren Meilensteine erreicht, die 2010 noch eine grobe Forderung waren. Im Bereich der Finanzleistungen herrscht allerdings weiterhin Dunkelheit. Die Bundesregierung fährt weitere Sparmaßnahmen auf und die Flüchtlingsdebatte sorgt für hitzige Diskussionen. Für den Lehreralltag bedeutet dies auf jeden Fall, dass die Kinderarmut nicht nur weiterhin Relevanz hat, sondern in den kommenden Jahren aufgrund mangelnder finanziellen Versorgung und beruflicher Perspektivlosigkeit ansteigen wird.
Der Bereich der sozialen Arbeit bezieht maßgeblich weiterhin dieselben Gelder wie 2010. Soviel konnte ich zumindest aus einem Gespräch mit einer Pädagogik „Vollfach“ Studentin erfahren.