RV08 – Individualisierter Unterricht

  1. Fassen Sie die für Sie wichtigsten Einsichten, die Ihnen
    diese Perspektive eröffnet hat, zusammen.
  2. Welchen Beitrag leistet Ihrer Meinung nach eine solche
    schultheoretische Sichtweise für die Reflexion des
    Umgangs mit Heterogenität im Unterricht?

 

Der individualisierte Unterricht ist eine im hohen Maße herausfordernde Möglichkeit das Unterrichtssetting zu gestalten. Das Ziel dabei ist es jeden/jede Schüler/in an seinem/ihren individuellem Lernstand „abzuholen“ und sowohl zu fördern, als auch zu fordern. Den Schülern/Schülerinnen wird dadurch ein breites Feld individualisierter Entwicklungsmöglichkeiten geboten, mit denen sie im Verlauf des Unterrichtes an ihren Stärken, sowie Leistungsdefiziten angepasst arbeiten können.

Herausfordernd ist die Perspektive eines individualisierten Unterrichts vor Allem, weil der Lehrkraft einiges abverlangt wird. Betrachtet man den individualisierten Unterricht fixiert aus seinen theoretischen Rahmen heraus übertragen auf den Unterricht, so wird der Lehrkraft eine extreme Flexibilität vorausgesetzt.

Der Unterricht ist ohne Zweifel ein dynamischer Prozess, der sich zwischen dem Input der Lehrkraft und der Auffassung der Schülerschaft ausprägt. Ebenso dynamisch sind auch die Lerntempi der Lernenden, als auch soziale Umstände und andere äußere Einflüsse auf die Schülerschaft.

Soll eine Lehrkraft nun unter beispielsweise 20 Schülern/Schülerinnen einen vollkommen individualisierten Unterricht gestalten kann dieser unter realistischen Bedingungen nur fraktional geschehen. Fraktional dabei im Sinne einer unkontinuierlichen Individualisierung des Unterrichts.

Anders müsste die Lehrkraft, um dem theoretischen Standard zu entsprechen, an jedem Unterrichtstag die jeweiligen Fortschritte jeden/jeder Schülers/Schülerin analysieren um ihn/sie entsprechend individuell zu fördern. Darüber hinaus sind darin nicht die persönlichen motivationalen Bedingungen einhergehend mit möglichen privaten „Hemmern“ und aktuellen Tagesformen enthalten.

Somit ergibt meiner Meinung nach der individualisierte Unterricht nur in fraktionalisierter Form einen Sinn, in dem die Lehrkraft die Möglichkeit hat sich beispielsweise in einem 2-Wochen-Rhythmus Gedanken über die momentanen Lernvoraussetzungen in seiner/ihrer Klasse zu machen, um den Unterricht weiter individuell anzupassen und zu verfeinern.