RV 14 – Zusammenfassend…..

Benennen Sie die für sie bedeutungsvollsten Inhalte, die sie zum Umgang mit Heterogenität in der Schule aus der Ringvorlesung mitgenommen haben, und reflektieren sie, welche Bedeutung diese Inhalte für ihr nächstes Praktikum haben könnten.

Eine allumfassende Konstante der Ringvorlesung war stets ein Bewusstsein zur Heterogenität aller SuS zu entwickeln. In einer Lehrergesellschaft, die unter massiven Druck von außen steht, kann der Aspekt der Individualität manchmal „zu kurz“ kommen. Es kann sogar so weit kommen, dass starre und vor Allem angestaubte Lehrkonzepte ohne Einklang der Lernvoraussetzungen der SuS  ihre Anwendung finden. Die Vorlesung half mir persönlich immer zuerst das Kind in den Fokus meiner Unternehmungen als Lehrkraft zu setzten und die Methoden zum Lernerfolg entsprechend der Lernvoraussetzungen aufzubauen.

Ich habe gelernt, dass das Konstrukt eines SuS ein Produkt vieler Verschiedener individueller Faktoren ist wie z.B. die häusliche Umgebung, Peer-Groups, Beziehungen zu Lehrern etc.

Alle diese Faktoren wirken unabhängig voneinander und formen das Individuum, welches dann mit heterogenen Lernvoraussetzungen besticht.

 

In der Praxis werde ich stets die individuellen Faktoren der SuS zum Ausgangspunkt meines Unterrichtes machen und hoffe momentan, dass diese Aussage in Anbetracht der Aufgabe nicht überheblich ist.

RV13 – Artikel aus „inklusion-online.net“

Aufgabenstellung: Recherchieren Sie auf der Seite inklusion-online.net einen Artikel zum Umgang mit Heterogenität in der Schule, der Sie thematisch anspricht (es darf auch ein übergreifender Text sein z.B. zu aeblism).
Begründen Sie kurz Ihre Auswahl, fassen Sie die Kernaussagen des Artikels zusammen und nehmen Sie abschließend dazu Stellung – auch mit Blick auf Ihre zukünftige Unterrichtspraxis.

 

Ich habe mich für den Inklusion-online.net Artikel von Christoph Butterwegge mit dem Thema „Kinderarmut und sozialer Ausschluss“ vom 4/2010 entschieden, da das Thema der Kinderarmut nicht nur nach wie vor, sondern in Zukunft eine hohe Relevanz besitzt.

In dem Artikel wurde vorrangig eine starke Kritik am sozialen Finanz und Regelsystem der Bundesrepublik Deutschland ausgeübt. Im Vorfeld jedoch ging es darum, die existierende Kinderarmut in Deutschland von der sog. „Dritte Welt Armut“ abzugrenzen. Hierzulande ginge es hauptsächlich um die Tatsache, dass Kinder um ihre persönlichen Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten beraubt werden. Sie sind in Hinblick auf ihr Wohnen, Gesundheit und vor Allem dem Freizeit und Konsumverhalten deutlich von der Mittelschicht abzugrenzen und werden durch die Systemimmanenten Regelsätze abgegrenzt. Eine weitere Ausprägungsform der Kinderarmut wird im sozialen Druck deutlich, der auf den Kindern lastet. Hier wird das Beispiel der Modegesellschaft bzw. Konsumgesellschaft aufgeführt, die die vom Staatssystem benachteiligten Kinder vor unlösbare Herausforderungen Stellt, was somit unweigerlich zur sozialen Ausgrenzung in den Schulen führt.

In der Kritik stand in erster Linie die staatliche Umstrukturierung der sozialen Fördersätze (Hartz IV), sowie die steigende Anzahl an atypischen Arbeitsplätzen, wie befristete Teilzeitstellen, Leiharbeitsstellen, Minijobs und Euro-Jobs. Diese, durch die Bundesagentur für Arbeit maßgeblich von Arbeitslosen wiederaufgenommenen, (Zwangs-)Arbeitstätigkeiten sorgen für kaum soziale und finanzielle Stabilität. Im Allgemeinen wurden die Steuer und Sozialreformen als Rückschritt vom „Sozialversicherungsstaat zum Fürsorge-, Almosen- und Suppenküchenstaat“ bezeichnet.

Die Forderungen des Artikels sind klar. Es werden mehr finanzielle Mittel für die Sozial -und Jugendarbeit gefordert und eine stärkere Verzahnung unterschiedlicher Politikfelder im Beschäftigungswesen, Bildungswesen, Familienwesen, sowie der Sozialpolitik befürwortet.

Ziel soll es sein dadurch Maßnahmen zur Umverteilung von Arbeit, Einkommen und Vermögen zu realisieren und somit einen Kurs des Einklangs, statt des Ausschlusses zu fahren.

Es war für mich sehr interessant diesen Artikel aus heutiger Sicht zu lesen. Ich habe mich gefragt, was sich seit 2010 geändert hat.

Vor Allem im Bereich der Ganztagsschule und Inklusion wurden in den vergangenen Jahren Meilensteine erreicht, die 2010 noch eine grobe Forderung waren. Im Bereich der Finanzleistungen herrscht allerdings weiterhin Dunkelheit. Die Bundesregierung fährt weitere Sparmaßnahmen auf und die Flüchtlingsdebatte sorgt für hitzige Diskussionen. Für den Lehreralltag bedeutet dies auf jeden Fall, dass die Kinderarmut nicht nur weiterhin Relevanz hat, sondern in den kommenden Jahren aufgrund mangelnder finanziellen Versorgung und beruflicher Perspektivlosigkeit ansteigen wird.

Der Bereich der sozialen Arbeit bezieht maßgeblich weiterhin dieselben Gelder wie 2010. Soviel konnte ich zumindest aus einem Gespräch mit einer Pädagogik „Vollfach“ Studentin erfahren.

RV08 – Individualisierter Unterricht

  1. Fassen Sie die für Sie wichtigsten Einsichten, die Ihnen
    diese Perspektive eröffnet hat, zusammen.
  2. Welchen Beitrag leistet Ihrer Meinung nach eine solche
    schultheoretische Sichtweise für die Reflexion des
    Umgangs mit Heterogenität im Unterricht?

 

Der individualisierte Unterricht ist eine im hohen Maße herausfordernde Möglichkeit das Unterrichtssetting zu gestalten. Das Ziel dabei ist es jeden/jede Schüler/in an seinem/ihren individuellem Lernstand „abzuholen“ und sowohl zu fördern, als auch zu fordern. Den Schülern/Schülerinnen wird dadurch ein breites Feld individualisierter Entwicklungsmöglichkeiten geboten, mit denen sie im Verlauf des Unterrichtes an ihren Stärken, sowie Leistungsdefiziten angepasst arbeiten können.

Herausfordernd ist die Perspektive eines individualisierten Unterrichts vor Allem, weil der Lehrkraft einiges abverlangt wird. Betrachtet man den individualisierten Unterricht fixiert aus seinen theoretischen Rahmen heraus übertragen auf den Unterricht, so wird der Lehrkraft eine extreme Flexibilität vorausgesetzt.

Der Unterricht ist ohne Zweifel ein dynamischer Prozess, der sich zwischen dem Input der Lehrkraft und der Auffassung der Schülerschaft ausprägt. Ebenso dynamisch sind auch die Lerntempi der Lernenden, als auch soziale Umstände und andere äußere Einflüsse auf die Schülerschaft.

Soll eine Lehrkraft nun unter beispielsweise 20 Schülern/Schülerinnen einen vollkommen individualisierten Unterricht gestalten kann dieser unter realistischen Bedingungen nur fraktional geschehen. Fraktional dabei im Sinne einer unkontinuierlichen Individualisierung des Unterrichts.

Anders müsste die Lehrkraft, um dem theoretischen Standard zu entsprechen, an jedem Unterrichtstag die jeweiligen Fortschritte jeden/jeder Schülers/Schülerin analysieren um ihn/sie entsprechend individuell zu fördern. Darüber hinaus sind darin nicht die persönlichen motivationalen Bedingungen einhergehend mit möglichen privaten „Hemmern“ und aktuellen Tagesformen enthalten.

Somit ergibt meiner Meinung nach der individualisierte Unterricht nur in fraktionalisierter Form einen Sinn, in dem die Lehrkraft die Möglichkeit hat sich beispielsweise in einem 2-Wochen-Rhythmus Gedanken über die momentanen Lernvoraussetzungen in seiner/ihrer Klasse zu machen, um den Unterricht weiter individuell anzupassen und zu verfeinern.

RV 04 – „Othering“

Wir und die Anderen. Prinzipiell sind Menschen die Produkte der Gesellschaft, die sie hervorbringt. Das „Othering“ bezeichnet also auf der gesamten gesellschaftlichen Ebene eine unter Anderem von der gesellschaftlichen Norm abweichende bzw. verselbstständigte, oder individualisierte Gruppierung von Menschen bzw. Einzelpersonen. Das „Othering“ findet immer dann statt, wenn eine Gruppierung von Menschen ein bestimmtes Interesse, Verhalten, Orientierung etc. verfolgt, die eine andere Einzelperson, oder Gruppierung nicht verfolgt. Somit ist das „Othering“ in jedem sozialen Sektor des menschlichen Lebens vorstellbar. Bezugnehmend zur Grundschule findet das „Othering“ schon bei bloßer Freundschaftsschließung statt. Ich erinnere mich dabei an meinen damaligen besten Freund. Innerhalb der Klassengemeinschaft bildeten wir eine eigene kleine Gemeinschaft, zu der die Anderen im Sinne des „Otherings“ keinen Zugang hatten. Natürlich blicke ich dabei aus meiner eigenen Mikroebene auf das „Othering“.

Auch auf der Mikroebene der gesamten Klassengemeinschaft wurde das „Othering“ betrieben, was allerdings eher unbewusst geschah. Im Zusammenhang einer religiös und kulturell vielfältigen Klassengemeinschaft wurden die Kulturen zwar als „anders“ wahrgenommen, was de facto auch so ist. Eine Trennung der Kulturen in „ die Eine und die Anderen“ fand in unserer Schulgemeinschaft nicht statt, obgleich wie erwähnt, ein Unterschied spürbar war.

Dieser Umstand lag mit Sicherheit an der sehr offenen und direkten Handhabung der kulturellen Heterogenität in der Klassengemeinschaft, die sich in der gesamten Schule wiederspiegelte. Da die Lehrkraft für uns als Kinder über jeden möglichen religiösen Konflikt erhaben schien und für uns ein Vorbild war, kam uns nie in den Sinn Menschen aus anderen Kulturen in „Schubladen“ zu stecken bzw. sie auszugrenzen.

Nachdem ich die Grundschule verlassen hatte, in den Genuss einer Orientierungsstufe kommen durfte und mich ein mysteriöser Wachstumsschub katapultartig in eine pubertierende 7. Klasse beförderte, bekam das „Othering“ in meinem persönlichen Makrosystem einen weitaus tragenderen Charakter.

Religiöse Konfessionen, Herkünfte, soziale Ränge und nicht zuletzt die schulische Leistung formten die einzelnen Schüler in passgenaue Puzzlestücke, die ihre Zugehörigkeit unter Anderem bei anderen Mitschülern fanden. Nie war das „Othering“ im schulischen Kontext so präsent wie in dieser Zeit.

RV02 – Soziokulturelle Heterogenität

Zum Thema der soziokulturellen Heterogenität kann ich auf meine eigene Grundschulzeit zurückblicken, was in etwa vor 20 Jahren der Fall war. Meine Grundschulzeit fällt also in den Bereich der antirassistischen Pädagogik. Ich erinnere mich an eine gewisse positive Grundstimmung im Zusammenhang der Interkulturalität. So gab es mehrfach im Jahr verschiedene kleine Feste, die verschiedene Kulturen näherbringen sollten.  Das „Afrika“ Fest war dabei stets ein kleines Highlight und wurde von allen Beteiligten gut aufgenommen. Es wurde relativ groß aufgezogen, mit vielen Buffets, Gesangsgruppen und Spielen. Sofern ich mich weiter erinnern kann, hatten wir allerdings kaum afrikanisch-stämmige Mitschüler an der Grundschule. Wahrscheinlich war das Ziel dieser Festreihe einfach die verschiedenen Dimensionen an kultureller Vielfalt zu zeigen.

Ich kann mich auch noch gut an einen Grundschulfreund aus Russland erinnern, der regelmäßig eine Sprachförderung besucht hatte. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und ich konnte schon damals beobachten, wie sein Wortschatz stets größer wurde. Was mitunter zu witzigen Situationen führte.

Kinder, dessen Sprachniveau deutlich unter der Grenze der Verständlichkeit lag, wurden in der Regel gesondert gefördert. Im Allgemeinen wurden alle Kinder hingegen gleich behandelt.

Ich erkenne das Modell der „gerechten Gesellschaft“ in meiner Grundschulzeit wieder, denn es wurde an allen „Ecken“ versucht der Interkulturalität einen Normalitätscharakter zu verleihen. Rückblickend und meiner Meinung nach, durchaus erfolgreich.

RV01 – Reflexion des Spannungsfeldes Heterogenität und Homogenität

Ich möchte in diesem Beitrag das Thema Heterogenität und Homogenität aus einem anderem, meiner Meinung nach spannendem Blickwinkel betrachten und zuerst die Frage stellen, woher überhaupt der Gedanke an die Heterogenität kommt?

Ich glaube, dass die Heterogeniät eines jeden Menschen einem in die Wiege gelegtem Automatismus nach Autonomiestreben entspringt, dessen Existenz allein unter der evolutionären Bedingung eines Bewusstseins ermöglicht wird. Mit anderen Worten: “ Ich denke, also bin ich“ (René Descardes)

In diesem Zusammenhang, nach Herrn Descardes Worten, bleibt die Frage offen, was ich bin.  Und damit ist nicht gemeint du bist, was du isst. Viel eher geht es um ein essenzielles Wechselspiel von Autonomie und Anpassung in einer homogen wirkenden Gesellschaft, auch als Mainstream bekannt. Um aber das Themenfeld der Soziologie den soziologischen Tiefgang dieser Thematik zu überlassen möchte ich an dieser Stelle den Bogen mit den gleichen Gedanken in das Schulsetting spannen.

Hier, in der Schule, erwartet uns als angehende potenzielle Lehrkräfte der verschiedensten Jahrgangsstufen nun eine scheinbar homogene Masse. Jedes dieser zu beglückwünschenden Individuen, die unseren Unterricht besuchen, möchte in die Schule gehen und im besten Falle lernen. Somit bildet dieser Umstand den gemeinsamen homogenen Nenner. Die eigentliche Herausforderung einer Lehrkraft soll es aber sein einer heterogenen Schülerschaft die homogenisierten Wissensstandarts (auch KMK Beschlüsse genannt) im Durchlaufverfahren beizubringen. Hier zeichnet sich das natürlich generierte Spannungsfeld zwischen der Heterogenität, der Schülerschaft und der normativen Setzung unserer Gesellschaft in Bezug auf das Lern -und Lehrverhältnis ab. Mit einer heterogenen Schülerschaft ist gemeint, dass jedeR SchülerIn durch indivudielle Lernvoraussetzungen besticht. Mit Lernvoraussetzungen sind Umweltbezüge jeglicher Form ( Kultur, Freunde, Sozioökonomie etc.), sowie biologische Voraussetzngen gemeint. So wird deutlich, dass eine homogene Kostante für ein erfolgreiches Lernen zwingend Notwendig ist, obgleich es auf den ersten Blick unmöglich scheint einer heterogenen Masse mit individuellem Autonomiestreben homogene Normen näher zu bringen.Um diesem Widerspruch in sich entgegenzuwirken wurde die Fachdidaktik erfunden, aus dessen Methodenkiste sich jede Lehrkraft mit Freude bedient. Die Fachdidaktik, mit ihren Methoden und Kenntnissen, ermöglicht die Kommunikation zwischen den homogenen Bildungsstandarts und der heterogenen Schülerschaft.

Um es nochmal besser zu beschreiben, ist für jedes homogene Gesellschaftsphänomen eine Interessenskonstante nötig, die den Bezugspunkt zu mehreren heterogenen Individuen bildet. Werbung und Mode ist dafür ein recht plakatives, aber wirkungsvolles Beispiel.

Wir als Lehrkräfte sind in dieser Vorstellung Vermittler von Bezugspunkten, die das Interesse einer heterogenen Gruppe von Individuen bündelt.  Alle Fachdidaktiken geben die Bezugspunkte vor an denen wir uns orientieren. Dies ist der Grund für die Deklarierung nach „schlechter“ und „guter“ Didaktik. Eine Didaktik wird als „schlecht“ bezeichnet, wenn sie nicht genügend Interessensbezüge hergestellt hat, beziehungsweise sie nicht vermitteln konnte und somit kein homogenes Interesse in einer heterogenen Schülerschaft entstanden ist.

Dies ist auch der Grund, weswegen es Förderunterricht gibt, weswegen es Kinder gibt, die keine „Lust“ haben und weswegen es Kinder gibt, die ein vermeitliches Lerndefizit aufweisen. Nicht die Schüler sind es, die dieses Defizit verursachen. Sie sind es, die es tragen müssen. Es ist die Gesellschaft und stellvertretend dafür die Didaktik (implizierend der Lehrperson, die die Didaktik ausführt), dessen Bezugspunkte für eine heterogene Schülerschaft an genau diesen Punkten einen Entwicklungsbedarf aufweist.

 

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