{"id":13,"date":"2015-06-17T14:19:52","date_gmt":"2015-06-17T12:19:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/oky1\/?p=13"},"modified":"2015-06-17T14:19:52","modified_gmt":"2015-06-17T12:19:52","slug":"dumm-oder-was","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/oky1\/2015\/06\/17\/dumm-oder-was\/","title":{"rendered":"Dumm oder was?"},"content":{"rendered":"<p>2. Wilfried Bos stellt in der Begleituntersuchung zu IGLU 2003 fest, dass Jungen sich in der Tendenz \u2013 im Vergleich mit der weiblichen Gleichaltrigengruppe \u2013 signifikant weniger sicher in Schule f\u00fchlen, deutlich weniger gerne zur Schule gehen und eindeutig h\u00e4ufiger das Gef\u00fchl haben, dass sich die Lehrkr\u00e4fte nicht\/wenig um sie k\u00fcmmern. Wie erkl\u00e4ren Sie sich diese Ergebnisse und wie k\u00f6nnte man diese Situation verbessern?<\/p>\n<p>Das Schulsystem produziert haufenweise Verlierer &#8211; die Mehrheit ist m\u00e4nnlich. Schon im Kindergarten werden M\u00e4dchen deutlich bevorzugt, auch in der Schule m\u00fcssen Jungs um Aufmerksamkeit und gute Noten k\u00e4mpfen. Ursache des Problems: Kitas und Grundschulen sind fest in weiblicher Hand.<\/p>\n<p>Der Dortmunder Bildungsforscher Wilfried Bos sagte: &#8222;M\u00e4nner sind nicht per se d\u00fcmmer. Wir werden nur nicht so gef\u00f6rdert.&#8220; Das Risiko f\u00fcr Jungen, in Schule und Beruf zu scheitern, sei am gr\u00f6\u00dften in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Th\u00fcringen und Mecklenburg-Vorpommern. Das fange schon im Kindergarten an, wo der Anteil der m\u00e4nnlichen Erzieher unter drei Prozent liege [&#8230;]&#8220;<\/p>\n<p>Neben weiblicher &#8222;Dominanz&#8220; im Kindergarten und der Grundschule, k\u00f6nnte ein weiterer Grund daf\u00fcr, dass Jungs sich in der Schule weniger sicher f\u00fchlen, nicht so gerne hingehen oder gar unbeachtet finden, sein, dass sie sich durch die Lehrplanthemen weniger stark angesprochen f\u00fchlen und vor allem sich aber anders und sp\u00e4ter\u00a0entwickeln, als M\u00e4dchen. Jungs brauchen eine andere Herangehensweise als M\u00e4dchen, um sich in der Schule entfalten zu k\u00f6nnen. Auch versuchen sie eher, Probleme tendenziell alleine zu l\u00f6sen, w\u00e4hrend M\u00e4dchen sich eher eine Lehrkraft anvertrauen.<\/p>\n<p>Um das beschriebene Problem wirksam angehen zu k\u00f6nnen,\u00a0m\u00fcsste schon im Kindergarten und der Grundschule angesetzt werden, was sich jedoch schwierig gestaltet, denn man kann ja schlie\u00dflich keine m\u00e4nnlichen Erzieher herbeizaubern, ohne vorher zeit- und kostenaufw\u00e4ndige Arbeit geleistet zu haben, um ihnen den Beruf der Erziehers und Grundschullehrers attraktiver zu machen. Ein Ansetzen nach der Grundschule, w\u00fcrde eine Mehrbelastung der m\u00e4nnlichen Lehrkr\u00e4fte mit sich bringen, denn Jungs orientieren sich naturgem\u00e4\u00df eher an m\u00e4nnlichen Bezugspersonen und auch M\u00e4dchen versuchen ab einem bestimmten Alter eher, sich bei m\u00e4nnlichen Personen ihres Alltaglebens zu profilieren.<\/p>\n<p>Es sollte in jedem Fall ein individuelleres Betreuungsangebot angeboten werden. Durch Wochen- oder Tagespl\u00e4ne k\u00f6nnte man diese Herangehensweise f\u00fcr Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen individuell in Form bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. Wilfried Bos stellt in der Begleituntersuchung zu IGLU 2003 fest, dass Jungen sich in der Tendenz \u2013 im Vergleich mit der weiblichen Gleichaltrigengruppe \u2013 signifikant weniger sicher in Schule f\u00fchlen, deutlich weniger gerne zur Schule gehen und eindeutig h\u00e4ufiger das Gef\u00fchl haben, dass sich die Lehrkr\u00e4fte nicht\/wenig um sie k\u00fcmmern. 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