RV02

Von der 5. Klasse bis hin zum Abitur besuchte ich stets von Multikulturalität geprägte Schulen. Streitigkeiten bezüglich religiöser Ansichten gehörten zur Tagesordnung. Nachdem diese Streitigkeiten immer häufiger auch physisch ausgetragen wurden, war unsere Klassenlehrerin gewissermaßen gezwungen Maßnahmen zu ergreifen. So wurden mehrere Lehreinheiten zu den Themen „Religionsfreiheit“ und „Interkulturelle Kompetenz“ abgehalten, um diesen Streitigkeiten Abhilfe zu verschaffen. Die Einheiten umfassten u.a. intensive Auseinandersetzung mit den drei Weltreligionen sowie eine Aufarbeitung religiöser Konflikte der Weltgeschichte. Die anschließenden Diskussionen waren sehr lebhaft, allerdings weniger von Streit geprägt als zuvor. Auch die anschließenden zwei Jahre, die ich in dieser Klasse verbrachte, waren nur noch von wenigen Streitigkeiten bezüglich der Religionsfrage geprägt.

Einzuordnen ist diese Maßnahe als praktische Anwendung der interkulturellen Pädagogik.

Für zukünftige Praktika sollte ich mir merken, stets nach dem Grund für Streitigkeiten fragen, um diesen so besser entgegenwirken zu können. Wie man auch am vorangegangen Beispiel gut erkennen kann, lassen sich die meisten Streitigkeiten durch Kommunikation und zielgerichtete Bildung beheben. Denn ein Großteil der religiösen Streitigkeiten in meiner Klasse ließ sich auf schlichte Unwissenheit zurückführen.

Maßnahmen, die wie diese, zur Kommunikation bezüglich spezifischer Themen Beitragen, lassen sich wahrscheinlich in jeder Klassengemeinschaft anwenden. Hierfür muss nur der Lehrplan allerdings die entsprechenden Freiräume bieten.