Die Gefahr der Generalisierung

In einem begegnungspädagogischen Setting gilt es einen Raum der Begegnung zu schaffen, in unserem Fall einen Raum für interreligiöse Begegnung. Ziel ist es, Vorurteile und Hass durch den gegenseitigen Austausch zu bekämpfen. Beim begegnungspädagogischen Setting sollen Vertreter bestimmter Religionen ihre Religionen angemessen präsentieren.

Die Gefahr hierbei ist das sogenannte „Othering“. Wenn nur einer oder wenige Vertreter eine Großgruppe repräsentieren, generalisieren SuS oftmals die gesamte Gruppe.

In der sechsten Klasse besuchten wir als Klasse gemeinsam eine Synagoge. Einige meiner Mitschüler mit muslimischen Glauben ließen sich in der anschließenden Gesprächsrunde in der Schule über die prunkvoll eingerichtete Synagoge aus. Der O-Ton lautete: „Die Juden haben ihr ganzes Geld eh nur geraubt und prahlen jetzt mit dem Reichtum, die Synagoge ist das beste Beispiel dafür!“. Die eine besichtige Synagoge wurde hier als Bestätigung des antisemitischen Weltbildes gesehen.

Für künftige Praktika habe ich mir zur Aufgabe gemacht, zu beobachten, ob mein Umgang und meine allgemeine Ausdrucksweise ggü. SuS religiöser Minderheiten vorsichtiger ist.

Ein Gedanke zu „Die Gefahr der Generalisierung“

  1. Hallo Noah,

    dein Beitrag ist sehr verständlich geschrieben und bringt die Themen gut auf den Punkt. Da ich letzte Woche nicht an der Vorlesung teilnehmen konnte, bin ich froh, dass du im ersten Absatz das begegnungspädagogische Setting erklärt hast, wovon ich zuvor noch nichts gehört habe. Interessant fand ich deinen Rückblick in deine eigene Schulzeit, in der ihr eine Synagoge besucht habt. Dies ist ein sehr gutes Beispiel der Generalisierung. Da ich das Orientierungspraktikum bereits im letzten Jahr gemacht habe, finde ich es lustig zu lesen, dass du einen ähnlichen Ansatz in Bezug auf die SuS angehst, wie ich damals. Dabei alles Gute dir!

    Beste Grüße

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