{"id":29,"date":"2024-05-26T09:15:33","date_gmt":"2024-05-26T07:15:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/niew1\/?p=29"},"modified":"2024-05-26T09:15:33","modified_gmt":"2024-05-26T07:15:33","slug":"rv08","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/niew1\/2024\/05\/26\/rv08\/","title":{"rendered":"rv08"},"content":{"rendered":"<p>Reflektieren Sie die Konsequenzen der Aussonderung von Sch\u00fcler:innen mit F\u00f6rderbedarf?<\/p>\n<p>Wenn Sch\u00fcler:innen mit F\u00f6rderbedarf aus dem Regelschulbetrieb ausgesondert werden, wird ihnen auch gesellschaftlich der Status &#8222;ausgesondert&#8220; zugeordnet.\u00a0 Die Sch\u00fcler:innen mit F\u00f6rderbedarf werden nicht als Teil einer heterogenen Gemeinschaft aufgefasst, der Unterschied, der ihren F\u00f6rderbedarf begr\u00fcndet, wird als so gravierend gewertet, dass er die Exklusion aus der Gemeinschaft erfordert. Sch\u00fcler:innen mit F\u00f6rderbedarf und Sch\u00fcler:innen ohne F\u00f6rderbedarf werden so in zwei Gruppen eingeteilt und getrennt, die im Schulbetrieb als nicht vereinbar erscheinen. Als wesentliches Merkmal zur Zuordnung einer der Gruppen gilt die diagnostizierte F\u00e4higkeit, im Regelschulwesen grunds\u00e4tzlich unterwiesen werden zu k\u00f6nnen. Aufgrund der Relevanz der Schule auch in der Bildung sozialer Fertigkeiten und Kontakte schl\u00e4gt diese Unterscheidung auch in den au\u00dferschulischen Bereich durch. (vgl. Boban 2023 (2000), 357) Die grunds\u00e4tzliche Scheidung in Menschen mit und ohne F\u00f6rderbedarf wird so festgeschrieben.<\/p>\n<p>Welche Informationen sind in der Diagnose \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Wahrnehmung&amp;Entwicklung\u201c<br \/>\nbzw. \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Lernen\u201c enthalten? N\u00fctzt die Diagnose \u201eTrisomie 21\u201c Ihnen als Lehrer:in<br \/>\nmehr? Welche Informationen ben\u00f6tigen Sie von einer Sch\u00fcler:in um Ihren Unterricht ggf. anzupassen?<\/p>\n<p>Aus der Diagnose \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Wahrnehmung&amp;Entwicklung\u201c ist zu entnehmen, dass dem:der Sch\u00fcler:in ein aus einem, ihm diagnostizierten und mit dem umstrittenen Begriff &#8222;geistige Behinderung&#8220; gekennzeichneten Zustand Schwierigkeiten beim Lernen entstehen. (vgl. Ratz 2019, 30f.) Die Diagnose \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Lernen\u201c gibt Auskunft dar\u00fcber, dass bei dem:der Sch\u00fcler:in eine zust\u00e4ndige Institution Lernschw\u00e4chen festgestellt hat, auf die mit gew\u00f6hnlicher F\u00f6rderung nicht angemessen zu reagieren sei. (vgl. Heimlich 2019, 74)<\/p>\n<p>Die Diagnose &#8222;Trisomie 21&#8220; gibt Ausschluss \u00fcber eine Chromosomenanomalie des 21. Chromosoms (vgl. Rieckmann 2022, S.5f.). Auch diese Diagnose verweist damit, zwar konkreter, aber doch nur auf eine Kategorie, die zur konkreten Vorbereitung von Unterricht an den Bed\u00fcrfnissen der Sch\u00fcler:innen nicht taugt.<\/p>\n<p>Um Unterricht an die Bed\u00fcrfnisse von Sch\u00fcler:innen anzupassen, muss man diese Bed\u00fcrfnisse m\u00f6glichst genau kennen. Aus Gespr\u00e4chen mit dem:der Sch\u00fcler:in, den Mitsch\u00fcler:innen, Eltern und anderen Personen aus dem Umfeld kann erschlossen werden, auf welchem Lernstand der:die Sch\u00fcler:in ist, welche Hilfestellungen ben\u00f6tigt werden, welche gut funktionieren und welche Besonderheiten es zu beachten gibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen Sie in Ihrem Unterricht die Zug\u00e4nglichkeit und Anschaulichkeit von<br \/>\nMedien\/Materialien verbessern? Welche Verb\u00fcndeten k\u00f6nnen sie dazu gewinnen?<\/p>\n<p>F\u00fcr Sch\u00fcler:innen, die den Text des Unterrichtsmaterials nicht lesen k\u00f6nnen, kann dieser durch, ihrer Lesestufe entsprechende Gestaltung, erlesbar gemacht werden. Ein Text kann auch in gesprochener oder audio-visuell gestalteter Form vorliegen. Der Zeitaufwand zur Erarbeitung dieser Formen k\u00f6nnte durch Kooperation und die frei zug\u00e4ngliche Bereitstellung bereits erarbeiteter Materialien reduziert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hlen Sie eines der Lernvideos\/der Podcasts\/Interviews auf path2in.uni-bremen.de aus,<br \/>\nschauen Sie es sich an und schreiben Sie kurz eine begr\u00fcndete Empfehlung f\u00fcr Ihre<br \/>\nKommiliton_innen, warum es sich ggf. lohnt sich das Video\/den Podcast\/den Text anzusehen.<\/p>\n<p>Der Beitrag mit Ines Boban und Andreas Hinz \u00fcber die begrifflichen Grundlagen bietet einen \u00dcberblick \u00fcber den Begriff der Inklusion, insbesondere \u00fcber Definitions- und Abgrenzungsschwierigkeiten. Er erm\u00f6glicht ein besseres Verst\u00e4ndnis der unter dem Begriff der Inklusion diskutierten Fragestellungen und bietet eine weitere Orientierung f\u00fcr tiefergehende Recherche aufbauend auf den Inhalten des Videos und d\u00fcrfte als Ein- und Hinf\u00fchrung gut geeignet sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Boban, Ines, It\u2019s not Inclusion \u2026.Der Traum von einer Schule f\u00fcr alle Kinder. In: M\u00fcller, Frank J. (Hg.): Blick zur\u00fcck nach vorn. WegbereiterInnen der Inklusion. Bd.3. Gie\u00dfen 2023. S. 355-363.<\/p>\n<p>Heimlich, Ulrich, F\u00f6rderschwerpunkt Lernen. In: Heimlich, Ulrich\/Kiel, Ewald (Hg.): Studienbuch Inklusion. Ein Wegweiser f\u00fcr die Lehrerbildung. Bad Heilbrunn 2020, S.73-83.<\/p>\n<p>Ratz, Christoph, F\u00f6rderschwerpunkt Geistige Entwicklung. In: Heimlich, Ulrich\/Kiel, Ewald (Hg.): Studienbuch Inklusion. Ein Wegweiser f\u00fcr die Lehrerbildung. Bad Heilbrunn 2020, S.30-42.<\/p>\n<p>Rieckmann, Torben, Internalisierbare Mengenbilder im individualisierten Mathematikunterricht. Eine Studie zur Entwicklung eines Lernmaterials f\u00fcr Personen mit Besonderheiten in der Simultanerfassung. Wiesbaden 2022.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reflektieren Sie die Konsequenzen der Aussonderung von Sch\u00fcler:innen mit F\u00f6rderbedarf? 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