{"id":15,"date":"2024-07-04T22:27:09","date_gmt":"2024-07-04T20:27:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/niew\/?p=15"},"modified":"2024-07-04T22:27:09","modified_gmt":"2024-07-04T20:27:09","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/niew\/2024\/07\/04\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 10pt\">Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten (mindestens zwei verschiedene, gerne auch mehr) theoretischen Erkenntnisse (auf allgemeine Konzepte oder empirische Studien aufbauend), die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei Bezug auf:<br \/>\na.) unterschiedliche fachdidaktische Aspekte. \u00dcbertragen Sie, wenn m\u00f6glich, die in der Ringvorlesung gewonnenen Erkenntnisse auf die Didaktiken der von Ihnen studierten F\u00e4cher.<br \/>\nb.) generelle Erkenntnisse zur Beziehungsarbeit in Schule und Unterricht.<br \/>\nBitte benennen Sie f\u00fcr Aufgabenteil 1 konkret mindestens zwei relevante Literaturquellen\u00a0 (Namen, Jahr, Titel). <i>Hinweis:<\/i> Die Vorlesungsfolien stellen keine Literaturquellen dar. Sie k\u00f6nnen jedoch gerne auf die Literatur zur\u00fcckgreifen, auf die auf den Folien verwiesen wird.<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\">Eine wichtige Erkenntnis war der Umgang mit konkreten Diskriminierungserfahrungen in der Schule, der insbesondere in den Vorlesungen zu Rassismus und Antisemitismus thematisiert wurde. Die Bedeutung des Schutzes und der besonderen Beachtung der Situation der Betroffenen ist hier besonders zu nennen (vgl. Bernstein\/Diddens 2020, 46f.). Von besonderer Bedeutung ist in einem solchen Fall die Thematisierung des Problems der Diskriminierung. Hierbei ist eine hinreichende Auseinandersetzung mit den Diskriminierungsformen, den Motiven und Gr\u00fcnden wichtig, um nicht ungewollt diskriminierende Ansichten zu reproduzieren, sondern stattdessen das Durchbrechen von Stereotypen und Feindlichkeit zu erreichen (vgl. Bernstein\/Diddens 2020, 44ff., Mendel 2020, 39f.). Eine Zuschreibung einer vermeintlichen Andersartigkeit von Sch\u00fcler*innen mit Diskriminierungserfahrungen ist eine Gefahr eines nicht ausreichend reflektierten Umgangs mit Diskriminierung (vgl. Fereidooni\/Massumi 2015, 39f.). Wichtig ist es, die gesellschaftlichen und historischen Hintergr\u00fcnde von Stereotypisierung und Diskriminierung in die Antidiskriminierungsarbeit einzubeziehen (vgl. Mendel 2020, 40f.) Diese Bedeutung der Hintergr\u00fcnde und Umst\u00e4nde zeigt die Bedeutung, auch in anderen F\u00e4chern als den naheliegenden, wie Gesellschaftskunde oder Geschichte, Diskriminierung zu thematisieren und zu kritisieren, sowie die Gefahr einer ausbleibenden Reflektion von Diskriminierung. So ist die Konstruktion von vermeintlichen Menschenrassen ein naheliegendes Thema f\u00fcr den Geschichtsunterricht, aber die Legitimation von Rassismus durch Biologie und Medizin macht sie auch zu einem Thema des Biologieunterrichts (vgl. Arndt 2016, 30ff., Ho\u00dffeld 2023, 375f.). Neu f\u00fcr mich waren die Informationen \u00fcber (Neo)-Linguizismus und die Scheidung der deutschen Sprachsozialisierung in Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache und die Problematik eines mehrsprachlichkeitssensiblen Unterrichts, der aufgrund der Bedeutung der Sprache bei der Vermittlung des Unterrichtsinhaltes letztlich Relevanz f\u00fcr alle Unterrichtsf\u00e4cher hat (vgl. Daase 2023, 76f., Stratilaki-Klein 2016, 164f.). Wie sehr das Sprachhandeln von Lehrkr\u00e4ften die Sch\u00fcler*innen in der Kommunikation best\u00e4rken oder sie von ihr ausschlie\u00dfen k\u00f6nnen ist von besonderer Relevanz f\u00fcr das allt\u00e4gliche Lehrerhandeln und zeigt, wie wichtig eine Sensibilisierung f\u00fcr Diskriminierungspotential im Lehrer*innenhandeln ist. (vgl. Vogel 2023, 446f.)\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400\"><strong><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 10pt\">Welche Faktoren zum schulischen Umgang mit Heterogenit\u00e4t (z.B. Unterrichtsformen, Schulformen\/-strukturen, schulkulturelle Aspekte, Handeln von Lehrkr\u00e4ften), die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, pr\u00e4gen im R\u00fcckblick auf ihre eigenen Praxiserfahrungen (eigene Schulzeit, Berichte aus der Praxis, ggf. auch schon eigene Praxiserfahrungen) den Schulalltag besonders stark \u2013 und warum? Hier k\u00f6nnen Sie aus Ihrer Sicht besonders gelungene oder auch weniger gelungene Beispiele reflektieren. Inwiefern helfen Ihnen die Inhalte der Vorlesung, eine solche Einsch\u00e4tzung vorzunehmen? Nehmen Sie konkret Bezug auf entsprechende Begriffe, Theorien, Konzepte, die Sie jetzt kennengelernt haben.<\/span><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\">Die Auswirkungen der \u00d6konomie auf die Bildungserfolge und soziale Mobilit\u00e4t in Form von beispielsweise Klassismus haben in meiner eigenen Schulzeit eine gro\u00dfe Rolle gespielt. Ich bin in einer sehr wohlhabenden Stadt auf ein Gymnasium gegangen. Die Zuschreibung eines vermeintlichen Unwillens, aus der Prekarit\u00e4t auszubrechen, zeigte sich in verschiedenen Situationen (vgl. Chass\u00e8 2016, 37f.). Einer Mitsch\u00fclerin, die sich \u00fcber hohe Kosten f\u00fcr Schulb\u00fccher beschwerte, wurde von einer Lehrkraft vorgehalten, das solle \u201ceinem die eigene Bildung schon wert sein\u201d. Dass ein Schulbuch f\u00fcr 30\u20ac f\u00fcr die finanziell abgesicherte Studiendirektorin sowie f\u00fcr die meisten Sch\u00fcler*innen keine allzu gro\u00dfe finanzielle Herausforderung darstellt, die Sch\u00fclerin aber bereits auf ihre Mitsch\u00fcler*innen angewiesen war, um die Fahrscheine f\u00fcr den Schulweg zu bezahlen, war f\u00fcr die Lehrkraft eine Frage der Wertsch\u00e4tzung des Bildungserfolgs und nicht ein Ausdruck der Armut. Auch die Frage der sprachsensiblen Unterrichtsgestaltung ist bedeutend f\u00fcr den Umgang mit einer heterogenen Sch\u00fclerschaft. Aus praktischer Erfahrung zeigt sich, dass Sch\u00fcler*innen, die aus verschiedenen Gr\u00fcnden Schwierigkeiten im Umgang mit der deutschen Sprache haben, auch in anderen F\u00e4chern als Deutsch in Schwierigkeiten geraten, da der Unterricht nicht immer auf m\u00f6gliche Verst\u00e4ndnisprobleme sensibilisiert ist. Hier ist jedoch anzumerken, dass im Vergleich zu meiner eigenen Schulzeit die Sensibilit\u00e4t deutlich zugenommen hat und aktiv nach L\u00f6sungen f\u00fcr eventuelle Probleme gesucht wird. Die in der Vorlesung sehr gut aufgearbeiteten Einfl\u00fcsse gerade auch von Zuschreibungen und Vorurteilen helfen, auch eigene Ansichten und Gedanken kritisch zu reflektieren und so hoffentlich Diskriminierung zu reduzieren.\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400\"><strong><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 10pt\">Zu welchen, mindestens zwei, Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, w\u00fcrden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium in Bezug auf das Modulthema UMHET? Welche haben Sie vermisst? Bitte begr\u00fcnden Sie Ihre Wahl.<\/span><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><span style=\"font-weight: 400\">Mehr erfahren w\u00fcrde ich gerne zur Problematik von Rassismus in der Schule und auch au\u00dferhalb der Schule. Mir scheint es so, dass Rassismus zwar oftmals abgelehnt wird, aber eine tiefere Auseinandersetzung mit rassistischen Ansichten und (auch unbewussten) Denkweisen dabei zu kurz kommt und es vielmehr bei Bekenntnissen zum Antirassismus ohne wissenschaftliches oder argumentatives Fundament bleibt oder gar Rassismus in der Argumentation reproduziert wird, beispielsweise das Argument \u201cwir brauchen Ausl\u00e4nder, irgendjemand muss ja die Arbeit machen\u201d. Auch das Thema Antisemitismus in der Schule w\u00fcrde ich gerne vertieft behandeln. Die Geschichte und Auspr\u00e4gung des Antisemitismus ist komplex und die Problematisierung in der Bildungsarbeit erfordert, wie auch die Problematisierung anderer Formen der Diskriminierung, eine ausreichende Vorbereitung (vgl. Mendel 2020, 40f.) Gerne h\u00e4tte ich auch eine tiefere Besch\u00e4ftigung mit den Grenzen der Handlungsf\u00e4higkeit der Schule gesehen. Welche Probleme sollten Lehrkr\u00e4ften bekannt sein, welche sollten sie l\u00f6sen k\u00f6nnen und welche entziehen sich ihrem Zugriff? Auch eine Verkn\u00fcpfung mit der staatlichen Institution Schule und daraus resultierenden Konflikten mit Zielen der Antidiskriminierungsarbeit w\u00e4re interessant, beispielsweise im Hinblick auf die gesellschaftliche Organisation und Verteilung von Wohlstand und Arbeit und eine Vertiefung der Behandlung von institutionellem Rassismus.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Literatur<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\">Arndt, Susan (2016), Rassismus. Eine viel zu lange Geschichte, in: Fereidooni, Karim\/El, Meral (Hg.), Rassismuskritik und Widerstandsformen. Springer VS, Wiesbaden, S. 29-45.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\">Bernstein, Julia\/Diddens, Florian (2020), Umgang mit Antisemitismus in der Schule, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 26-27\/2020, S. 42-47.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\">Chass\u00e9, Karl August (2016), Doing Class. Wie werden Menschen zum \u201ePrekariat\u201c gemacht?, in: Fereidooni, Karim\/Zeoli, Antonietta (Hg.), Managing Diversity. Die diversit\u00e4tsbewusste Ausrichtung des Bildungs- und Kulturwesens, der Wirtschaft und Verwaltung. Springer VS, Wiesbaden, S. 35-53.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\">Daase, Andrea (2023), Migrationsbezogene Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache in der Schule, in: : Georgi, Viola B.\/Karaka\u015fo\u011flu, Yasemin (Hg.): Allgemeinbildende Schulen in der Migrationsgesellschaft. Diversit\u00e4tssensible Ans\u00e4tze und Perspektiven.,Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, S. 70-85.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\">Fereidooni, Karim\/Massumi, Mona (2015), Rassismuskritik in der Lehrerausbildung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 40\/2015, S. 38-43.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\">Ho\u00dffeld, Uwe (2023), Biologieunterricht und die Neuedition von \u201cMein Kampf\u201d, in: Porges, Karl (Hg.), Den Begriff \u201eRasse\u201c \u00fcberwinden Die \u201eJenaer Erkl\u00e4rung\u201c in der (Hoch-)Schulbildung, Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn, S. 365-384.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\">Mendel, Meron (2020), Herausforderungen antisemitismuskritischer Bildungsarbeit, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 26-27\/2020, S. 36-41.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\">Stratilaki-Klein, Sofia (2016), Migration, Identit\u00e4t und Rekonstruktionen: vom monolingualen Habitus zur Mehrsprachigkeit., in: Wegner, Anke\/Dirim, \u0130nci (Hg.), Mehrsprachigkeit und Bildungsgerechtigkeit. Erkundungen einer didaktischen Perspektive., Verlag Barbara Budrich, Opladen (u.a.), S. 162-184.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-family: 'times new roman', times, serif\">Vogel, Cathrin (2023), (Sozialer) Ungleichheit im Kontext von Migration und Mehrsprachigkeit durch professionelles Gespr\u00e4chshandeln begegnen, in: Haider, Michael; B\u00f6hme, Richard; Gebauer, Susanne; G\u00f6\u00dfinger, Christian; Munser-Kiefer, Meike; Rank, Astrid (Hg.): Nachhaltige Bildung in der Grundschule (Jahrbuch Grundschulforschung; 27), Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn, S.446-451.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten (mindestens zwei verschiedene, gerne auch mehr) theoretischen Erkenntnisse (auf allgemeine Konzepte oder empirische Studien aufbauend), die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung mitgenommen haben. 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