Archiv des Monats: November 2013

Vergleich

Welches sind die wesentlichen Merkmale autokratischer Systeme? Was versteht man unter dem “drei Säulen Modell” und was soll es erklären?

Autokratie bezeichnet jedes System, indem keine Demokratie stattfindet. Hans Kelsen definiert sie wie folgt:  Während bei Demokratien Normadressaten und Normautoren zusammenfallen, sind in autokratischen Systemen Gesetzgeber und Gesetzadressaten getrennt.

Es gibt zwei unterschiedliche Modelle der Autokratie (totalitär und autoritär), welche sich in drei Merkmalen unterscheiden:

1. Die Freiheit wird in autoritären Systemen eingeschränkt, da ein politischer Pluralismus herrscht. In totalitären Systemen gibt es den Monismus und so gibt es keinerlei Freiheit.

2. Autoritäre Systeme stützen sich auf Mentalitäten, wohingegen totalitäre Systeme eine Weltanschauung nutzen, welche alle Lebensbereiche reguliert.

3. Autoritäre Systeme demobilisieren ihre Bevölkerung, totalitäre Systeme nutzen eine gesteuerte Mobilisierung um ihre Untergebenen zu kontrollieren.

Unter den drei Säulen versteht man „Legitimation, Repression und Kooptation“. Die Autokratie basiert vor allem auf der Repression, trotzdem sind die anderen Säulen auch vorhanden.

Diese Theorie ist einen Versuch Stabilitäts- und Instabilitätsursachen zu vergleichen, zu verbinden und auf mehreren Ebenen zu erklären. Die Ursachen sollen in den Säulen lokalisiert werden, da eine Balance zwischen den Säulen herrschen muss, damit es zu keiner Krise kommt. So kann, wenn eine Säule zu brechen droht eine andere dies ausgleichen. Allerdings können tiefe Risse in einer Säule andere überlasten und somit trotz des „Ausgleichs“ zusammenbrechen.

 

 

Vortrag von Herrn Prof. Dr. Hedtke

Welche Anregungen und Fragen für den Sachunterricht nehmen Sie aus dem Vortrag mit?

Prof. Dr. Reinhold Hedtke referierte am 19.11.2913 auf Einladung der deutschen Vereinigung für politische Bildung Bremen in der Sparkasse. Er stellte eine pragmatische Skizze der politisch-ökonomischen Bildung vor und erläuterte, dass der Politikunterricht umstrukturiert wurde.

Zuerst stellte Hedtke vor, dass der ökonomische Teil der Politik immer wichtiger wird und das es unterschiedliche Begriffserläuterungen gibt. Laut ihm ist der phänomenische Begriff der geeignetste, da die Grenzen zwischen den Bereichen unscharf sind und so auch das historische und kulturelle einfließen kann.

Anschließend hat er einige Basisposition aufgestellt. Diese besagen, dass es immer mehrere Sichten auf die Politik geben sollte und bei Politik und Ökonomie würde dies gut gelingen, daher müsse dieser Bereich nicht weiter ausgebaut werden.

Ein wichtiger Punkt seines Vortrages war der Pluralismus der politisch-ökonomischen Bildung. Laut ihm sollten schulspezifisches Domänenwissen mit anderen Fächern kombiniert werden und die Inhalte sollte eine Interpendenz aufweisen. Diese Dinge werden von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gelöst.

Hedtke sieht die politisch-ökonomische Bildung als Bereich der gesellschaftlichen bzw. sozialwissenschaftlichen Bildung.  Daher sollte den Kindern gezeigt werden, warum dieses Fach so wichtig ist.

Zum Schluss hat er vergleicht er die Bildungspläne von Niedersachsen und Bremen. Hier kritisiert er die seit langem etablierte Vorstellung von Unterrichtsinhalten eines Faches.

Hedtke hat in seinem Vortrag viele Dinge angeregt von denen ich nur einen Ausschnitt beschrieben habe.  Mir kam vieles bereits bekannt vor  z.B. dass die Grenzen zwischen den Bergiffen oder Themengebieten fließend sein sollten oder dass  fächerübergreifend gearbeitet werden sollte. Auch sein Anliegen, dass die Politik zur gesellschaftlichen bzw. sozialwissenschaftlichen Bildung gehört und dadurch einen hohen Stellenwert haben sollte, ist mir nicht neu. Alles in allem hat mir sein Vortrag einige Dinge verdeutlicht, aber wirklich neue Anregungen oder Fragestellungen haben sich für mich nicht ergeben. EIn sehr wichtiger Punkt war für mich ziemlich zum Schluss, dass er kritisiert hat, dass der Bildungsrahmen schärfer definiert werden muss.

 

Demokratie

Welche Funktionen erfüllt ein politisches System nach David Easton?

Easton stellt die Gesamtheit eines politischen Systems zur Schau. Es müssen laut ihm viele Faktoren erfüllt sein, damit so ein System funktionieren kann.

Die Grundfunktionen sind die Alloktion und die Akzeptanz. Unter Alloktion versteht man, dass das politische System Werte und Normen für eine Gesellschaft schafft und diese müssen von der Gesellschaft aufgenommen und so akzeptiert werden. Dies bedeutet, dass die Aufgabe dieses Systems darin besteht den gesellschaftlichen Input in Entscheidungen umzusetzen. Dafür muss das System effizient arbeiten und einen Nutzen für die Gesellschaft sichtbar machen. Dieser Nutzen führt wiederrum zu der nötigen Akzeptanz der BürgerInnen. Diese beiden Variablen sind nötig, damit der politische Prozess in seiner Gesamtheit funktioniert. Zudem ist es notwendig, dass sich die BürgerInnen politisch engagieren.

Theorie2

1)Die Theorieansätze bieten unterschiedliche Beiträge zu den Themen “demokratische Teilhabe” und “Gleichheit”. Bitte überlegen Sie, welche Anforderungen an Staat und Bürger mit diesen Sichtweisen einhergehen.

Nach der französischen Revolution ergaben sich drei Theorieansätze der politischen Moderne: der moderne Konservatismus, der Liberalismus und der Kommunismus. Diese drei  Ansätze sind sehr verschieden und von anderen Einflüssen geprägt.

Eine Reaktion auf die massiven Umbrüche war der moderne Konservatismus, dieser sieht den politischen Wandel sehr kritisch und will die alte Ordnung beibehalten. Das Revolutionsbewusstsein wird weitgehend abgelehnt und die religiöse Begründung soll beibehalten werden. So ist weder die demokratische Teilhabe, noch eine Gleichheit der Bürger möglich. Der Staat soll nach Werten und Normen und der Religion funktionieren.

Als Gegenteil des Konservatismus kann der Liberalismus gesehen werden. Er strebt Freiheit, Autonomie und einen Rechtsstaat an. Die Rechte der Bürger sollen in den Vordergrund stehen und so soll die Unterdrückung und die gewalttätige Herrschaft einzelner abgeschafft werden. Die Gleichheit ist ein sehr wichtiger Faktor, da die Ständegesellschaft abgeschafft werden soll.

Der dritte Ansatz ist der Kommunismus, er fordert eine klassenlose Gesellschaft d.h. die Gleichheit Aller steht im Vordergrund. Die Gemeinschaft ist wichtig und daher soll z.B. das Privateigentum aufgehoben werden und alle Menschen sollen das „Gleiche“ besitzen.

 

2) Welcher theoretische Ansatz erscheint Ihnen spontan plausibel und gewinnt Ihre Zustimmung? Warum?

Mich spricht am meisten der Liberalismus an, da es im Gegensatz zu den anderen Theorien kein Extrem ist.  Es steht weder ein einzelner Mensch, noch alle als „eins“ im Vordergrund. Trotzdem ist diese Theorie dafür, dass alle Menschen an der Politik teilnehmen können und ein gewisser Grad an „Gleichheit“ zwischen den Menschen herrscht. Für mich gehört zur Politik, dass Menschen ihre Meinung äußern dürfen und diese kritisch reflektiert und mit in die Entscheidungen eingebunden wird.