Welches sind die wesentlichen Merkmale autokratischer Systeme? Was versteht man unter dem “drei Säulen Modell” und was soll es erklären?
Autokratie bezeichnet jedes System, indem keine Demokratie stattfindet. Hans Kelsen definiert sie wie folgt: Während bei Demokratien Normadressaten und Normautoren zusammenfallen, sind in autokratischen Systemen Gesetzgeber und Gesetzadressaten getrennt.
Es gibt zwei unterschiedliche Modelle der Autokratie (totalitär und autoritär), welche sich in drei Merkmalen unterscheiden:
1. Die Freiheit wird in autoritären Systemen eingeschränkt, da ein politischer Pluralismus herrscht. In totalitären Systemen gibt es den Monismus und so gibt es keinerlei Freiheit.
2. Autoritäre Systeme stützen sich auf Mentalitäten, wohingegen totalitäre Systeme eine Weltanschauung nutzen, welche alle Lebensbereiche reguliert.
3. Autoritäre Systeme demobilisieren ihre Bevölkerung, totalitäre Systeme nutzen eine gesteuerte Mobilisierung um ihre Untergebenen zu kontrollieren.
Unter den drei Säulen versteht man „Legitimation, Repression und Kooptation“. Die Autokratie basiert vor allem auf der Repression, trotzdem sind die anderen Säulen auch vorhanden.
Diese Theorie ist einen Versuch Stabilitäts- und Instabilitätsursachen zu vergleichen, zu verbinden und auf mehreren Ebenen zu erklären. Die Ursachen sollen in den Säulen lokalisiert werden, da eine Balance zwischen den Säulen herrschen muss, damit es zu keiner Krise kommt. So kann, wenn eine Säule zu brechen droht eine andere dies ausgleichen. Allerdings können tiefe Risse in einer Säule andere überlasten und somit trotz des „Ausgleichs“ zusammenbrechen.