Archiv des Monats: Oktober 2013

Theorie1

Wie wandelt sich das Verständnis von Staat/Gesellschaft in den im Text behandelten Epochen?

Das Verständnis verändert sich von Epoche zu Epoche und ist zwischenzeitig sogar wieder „rückschrittlich“. In den griechischen Stadtstaaten war eine Bürgerbeteiligung besonders wichtig, d.h.  dass es Volksversammlung etc. gegeben hat und die Bürger entscheiden konnten. Dieses Privileg galt allerdings nicht der ganzen Bevölkerung, sondern nur einem kleinen Teil. Zudem war damals das private und das öffentliche Leben eng miteinanderverbunden, daraus resultierte das Privileg entschieden zu dürfen.

Platon beschrieb den Staat als großen Organismus, der aus einer gebildeten Gesellschaft wuchs. Aristoteles hingegen lenkte den Blick eher auf den sozialen Bereich, d.h. dass alle Menschen zusammen entscheiden sollten.

Zur Zeit den Hellenismus war nicht mehr die Beteiligung an der Politik wichtig, sondern dass sich jeder Mensch ein eigenes Bild über die Umstände etc. verschaffen sollte. Stoa sprach in diesem Sinne von dem „Kosmopolis“, d.h. dass alle Menschen politischen Gesetzen folgen können und müssen. Politik wird in diesem Zusammenhang als Naturrecht betrachtet.

In der römischen Republik wurde ein erster Wählerblock von einem damaligen Anwalt aufgebaut. Die Wahlen konnten allerdings nicht durchgesetzt werden.

Das Christentum sicherte  im christlichen Mittelalter die Machtverhältnisse. Die Staatsreligion wurde zur Legitimation für den Platz auf dem Thron und für z.B. Kriege. Die Verhältnisse wurden zu dieser Zeit nicht hinterfragt, da die Menschen als Ketzer bezichtigt worden wären.

Im 11. Jahrhundert erlangte die Städte im römischen Reich ihre Unabhängigkeit, die Gesetze wurde fortan durch die Gesamtheit der Bürger beschlossen.

In der französischen Religion schrieb Kant, dass der Rechtsstaat eine vernunftgemäße Ordnung des Politischen sei, bei dem jeder Mensch als Staatsbürger an der Gesetzgebung teilnimmt und zugleich den Gesetzen gegenüber Untertan ist.

 

Welche Ideen sind Ihnen im Text begegnet, die Ihnen heute beim Verstehen politischer Zusammenhänge helfen können? Welche Ideen sind Ihnen völlig fremd?

Ich fand die Ideen von Platon und Aristoteles sehr wichtig. Platon sagt, dass es einen politischen Organismus aus gebildeten Menschen gibt und Aristoteles richtet den Blick nur auf das Soziale. Meiner Meinung nach müssten beide Ansichten verknüpft werden. Es sollten alle Menschen mitbestimmen dürfen, aber es darf nicht willkürlich bestimmt werden, daher ist eine gewisse Bildung sehr wichtig. Dieses Prinzip verfolgen wir in der heutigen Zeit auch, da erst ab einem bestimmten Alter, in dem auch ein bestimmter Bildungsgrad erreicht ist, gewählt werden darf.

Die Theorie von Hobbes hingegen ist mir völlig fremd. Sie besagt, dass die Menschen ihr Recht auf Selbstbehauptung  an einen souveränen Entscheidungsträger (Monarch, Parlament) abgeben sollen. Zuerst ist mir nicht klar, wie ein Parlament und ein Monarch auf den gleichen Rang gelangen. Zum anderen finde ich, dass jeder Mensch selbst mitentscheiden muss, was mit seinem Leben und mit der Gesellschaft in der er lebt geschieht.

Begriffe

1) Was, vermuten Sie, unterscheidet Politikwissenschaft von einem Alltagsverständnis von Politik?

Jeder von uns hat eine eigene Vorstellung von Politik und diese ist meistens wertend, da wir die Geschehnisse ohne bestimmte Verfahrensweise bewerten. Zudem betrachten die meisten Menschen nie die ganzen Faktoren einer politischen Lage.  In der Politikwissenschaft hingegen wird durch Aufsplittung in Teil- bzw. Subsysteme oder in verschiedene Dimensionen (Polity, Politics und Policy) eine Beziehung zwischen Teilen  der Politik hergestellt. So wird nicht nur der Bereich der eigenen Vorstellung betrachtet, sondern es wird auch über die anderen Teile reflektiert. Man kann also sagen, dass das Alltagsverständnis von Politik ein Teilaspekt der Politikwissenschaft ist. Diese betrachtet die Politik als viel komplexeres Gefüge, als das alltägliche Verständnis.

2) Welche Relevanz hat Politikwissenschaft für Ihr Studienfach? (Warum sollten angehende Grundschullehrpersonen sich mit Politikwissenschaft herumschlagen?)

Eine Lehrer oder eine Lehrerin sollte sich über die Komplexität dieses Bereichs bewusst sein. Der Grund dafür ist, dass von den Vorstellungen der Kinder, also den Alltagsvorstellungen, ausgegangen werden sollte und von diesem Punkt an weiter gearbeitet werden muss. So kann man den SchülerInnen einen Blick auf die unterschiedlichen Teil- bzw. Subsysteme oder die unterschiedlichen Dimensionen ermöglichen.  So lernen sie ebenfalls ihren Blick auf kausale Zusammenhänge zu richten und reflektiert ein Urteil über bestimmte Situation zu fällen.

Daher ist eine grundlegende Beschäftigung einer Lehramsstudentin oder eines Lehramtsstudenten mit der Politikwissenschaft unabdingbar.