„Praxissemester“ – Wie, wo, was?

Meine Erwartungen und Ziele für 4 Monate Praktikum in einer Grundschule

Wenn ich an dieses Praktikum denke, tut sich in meinen Gedanken ein Abgrund auf. Auf der einen Seite scheint die Sonne und alles ist heiter und auf der anderen Seite brodelt heiße, zähflüssige Lava. Dieser Vergleich zeigt, dass meine Erwartungen zwiegespalten sind. Im Fokus ist für mich momentan die augenscheinlich so stressige Zeit. Ich habe einfach so viel zu tun: 4 Tage die Woche in der Schule, Seminare, Unterrichtsgestaltungen, 5 (!) Berichte, arbeiten und und und … Die Zeit kommt mir vor wie ein „Mini-Referandariat“, auf das ich doch noch gar nicht vorbereitet bin. Ich erwarte viel Überforderung und Anstrengung, ohne welche ich aber weder meine Kompetenzen reflektieren oder gar weiterentwickeln kann. Also gucken wir mal auf die sonnige Seite meiner Erwartungen und Ziele: Ich bin mir sicher, dass mich dieses Praktikum in meiner Berufswahl bestärken wird. Ich denke auch, dass ich meine Kompetenzen, die ich durch meine Arbeit in einer Grundschule erworben habe, einsetzen und verbessern kann. Ich kann für das tatsächliche Referendariat das Planen und Reflektieren von Unterrichtseinheiten üben und so mehr Sicherheit erlangen. Also kann ich mein eigenes Können anwenden und weiter ausbauen. Ich hoffe zudem, dass ich situativ handeln darf und nicht nach einem strikten Plan handeln muss. Stattdessen möchte ich viele neue Erfahrungen in Umgang mit Stresssituationen, aber auch Methoden und Techniken kennenlernen. Und ich möchte mir von meiner Mentorin Umgangsweisen und Herangehensweisen abgucken, da ich denke, dass eine gute Lehrerkraft verschiedene Strategien im Petto haben sollte.

Aber jetzt gibt es auch noch Standards für die Lehrerbildung, die 2004 von der Kultusministerkonferenz (KMK 2004) aufgesetzt wurden. Und in diesen sind Erwartungen in Form von Kompetenzen aufgelistet, die meinen eigenen Erwartungen teilweise ähneln. Es gibt vier Kompetenzbereiche, mit jeweils einzelnen Unterkompetenzen. Die erste ist das „Unterrichten“ und dieses habe ich auch aufgegriffen. Die KMK 2004 hat beschlossen, dass LehrerInnen den Unterricht fach- und sachgerecht gestalten sollen. Damit ist auch gemeint, dass verschiedene Methoden und Medien genutzt werden und diese vorab kritisch reflektiert werden müssen (vgl. KMK 2004, S.7). Ich erwarte ebenfalls, dass ich mich umfangreich mit den Stundenplanungen, d.h. auch mit den Methoden und Medien, auseinandersetzen und diese didaktisch begründen muss. Hinzu kommt, dass die gestalteten Lernsituationen für alle SchülerInnen motivierend und anregend sein müssen und das selbstbestimmte Lernen fördern sollen (vgl. KMK 2004, S.8). Genau diese Pflicht bzw. Aufgabe sorgt dafür, dass ich mich wahrscheinlich überfordert fühlen werde. Ich bin das erste Mal für so viele Unterrichtsstunden verantwortlich. Vor der Planung müssen die Lernvoraussetzungen der SchülerInnen herausgearbeitet und berücksichtigt werden, um jedem Kind gerecht zu werden (vgl. KMK 2004, S.11). Auch diese Aufgabe wird mich vor eine große Herausforderung stellen und ich werde meine Kompetenzen, so mein Ziel, erweitern.

Wie bereits beschrieben, möchte ich Methoden im Umgang mit Stresssituationen oder Störungen kennenlernen. Auch die KMK 2004 sieht mit dem Kompetenzbereich „Erziehen“ vor, dass Lehrkräfte Lösungsansätze kennen und einsetzen. Dabei müssen die unterschiedlichen Gründe selbstverständlich beachtet werden (vgl. KMK 2004, S.9).

Der letzte Kompetenzbereich aus der KMK 2004 ist „Innovieren“, dieser beschreibt, dass LehrerInnen sich stets weiterentwickeln können und müssen (vgl. KMK 2004, S.12). Mir ist dies bewusst, aus diesem Grund setze ich mir das Ziel möglichst viele Eindrücke und Methoden in mein Repertoire aufzunehmen.

Grundschule

Wählen Sie ein Angebot zur Politischen Bildung aus und beschreiben Sie kurz die inhaltliche Ausrichtung und das Ziel des Angebots.

Ich habe mir „Hanisauland – Politik für Dich“ ausgesucht, dies ist eine Internetseite die sich mir der politischen Bildung für Kinder beschäftigt. Der Herausgeber ist die Bundeszentrale für politische Bildung. Adressaten dieser Internetseite sind 3. und 4. Grundschulklassen und die Sekundarstufe I von weiterführenden Schulen. Auf der Homepage findet man unterschiedliche Kategorien wie zum Beispiel: Spiele, Bücher, Filme, Links oder Lexikon.

Diese Seite hat zudem eine Kategorie, welche für LehrerInnen ist. Dieser Link verweist auf eine Internetseite für LehrerInnen, auf der viele Inhalts- und Methodenvorschläge für den politischen Unterricht vorgestellt werden.

Diese Seite ist kindgerecht, da sie sich zum einen direkt an Kinder richtet und die Themen „einfach“ behandelt werden. Zudem ist die Seite sehr bunt und spricht Kinder direkt an. Auf dieser Seite können sich die Kinder mit der Nutzung von Internetmedien vertraut machen, dies führt zu einer geschützten und kontrollierbaren Medienerziehung. Zudem wird die Selbstkompetenz der Kinder gefördert, da die Kinder sich die Themen eigenständig erarbeiten können. Durch diese Seite erhalten Kinder einen umfangreichen Einblick in die Themenbereiche der Politik und lernen verschiedene Methoden kennen um die Themen zu behandeln.

 

Konflikt

1. Was sind Konflikte, Krisen und Kriege auf internationaler Ebene? Wie werden sie definiert und abgegrenzt? Sind diese Definitionen schlüssig?

Auf internationaler Ebene ist ein Krieg ein Konflikt zwischen Staaten, der mit Waffen und Gewalt ausgetragen wird. Internationale Kriege können sich regional abspielen oder zu einem Weltkrieg werden.

Die Sichtweise auf einen Krieg hat sich verändert: Früher war es ein Mittel der Politik, wohingegen Kriege heutzutage vermieden werden. Daher gibt es z.B. die Friedenskonferenzen oder die NATO.

Für mich persönlich gehören diese Begriffe zusammen. Konflikte und Krisen führen zu Kriegen und aus Kriegen können wiederrum neue Konflikte und Krisen entstehen.

 2. Kurz typische Kriegsursachen benennen.

Es gibt viele Ursachen für Kriege, gemeinsam haben diese, dass Menschen mit den Gegebenheiten unzufrieden sind und etwas gewaltsam ändern wollen. Gründe können daher sein:

–          Wirtschaft

–          Ressourcen

–          Ethnische Konflikte

–          Nationalismus

–          Machtstreben

–          Religion

–          Unabhängigkeitswünsche

–          etc.

 

Meistens spielen mehrere Gegebenheiten zusammen und bilden so die Ursache für einen Krieg. Ein Beispiel ist der Irakkrieg. Als Kriegserklärung wurden die angeblichen Massenvernichtungswaffen genannt, welche als Gefährdung der Sicherheit gesehen wurden. Kritiker sprechen jedoch auch von einem ökonomischen Nutzen in Form von Erdöl. Innerhalb der Bevölkerung kam außerdem zu religiösen Konflikten. An diesem Beispiel kann man gut erkennen, dass es Kriegsursachen gibt, die sich gegenseitig beeinflussen können. Außerdem können sie als Vorwand genutzt werden, um eigene Interessen zu verfolgen.

 

 

Beziehungen

1. Recherchieren Sie: was versteht man unter internationalen Beziehungen? Ausgangspunkte hierfür sind Lexika zur Politikwissenschaft, die Wikipedia (eher komplex und lang) oder die Bundeszentrale für Politische Bildung.
Anschließend beobachten Sie die Berichterstattung einer überregionalen Tageszeitung Ihrer Wahl über einige Tage (online geht das auch rückwirkend).

Mit internationalen Beziehungen ist das Erforschen der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und militärischen Zusammenarbeit zwischen Staaten gemeint. Diese ist eine Teildisziplin der Politikwissenschaft. Betrachtet werden hierbei staatliche und nicht staatliche Akteure. Bereiche der internationalen Beziehungen sind die Außenpolitik, die internationalen Systeme und die internationalen Organisationen. Im Fokus steht vor allem die Beschäftigung mit Konflikten. Zwischen dem ersten Weltkrieg und dem Beginn des 21. Jahrhunderts fand eine sozialwissenschaftliche Erforschung dieses Bereichs statt.

 2. Benennen und erläutern Sie in ihrem Blogbeitrag ganz knapp zwei aktuelle Themen der internationalen Beziehungen. Bitte begründen Sie in Ihrem Blogeintrag die Auswahl Ihrer Tageszeitung und die Auswahl der Themen knapp aber aussagekräftig.
Welchen Stellenwert haben internationale Beziehungen in der Berichterstattung der Tageszeitung?

Ich habe mich in meinen Beobachtungen auf die Zeitung „Die Zeit“ bezogen, da die Themen sehr sachlich behandelt werden und sie auf mich seriös wirken. Andere Zeitungen wie zum Beispiel die „BILD“ zeigen zu starke Meinungsbilder auf.

Ich habe die Proteste in der Ukraine verfolgt, dort ist mir ein wichtiger Punkt zur internationalen Beziehung aufgefallen. Die Politik in der Ukraine ist zwiegespalten. Die Regierung ist eher Russland gerichtet, wohingegen die Opposition Europa gewandt arbeitet. Die Opposition protestiert täglich wobei es immer wieder zu starken Auseinandersetzungen mit der Polizei kommt. Es ist hier zu sehen, dass es auch innerhalb eines Landes durch internationales Beziehungen zu Konflikten kommen kann. Anhand der deutschen Berichtserstattung ist zu sehen, dass die internationale Beziehung eine große Bedeutung hat, da nur die ukrainische Regierung kritisiert wird.

Zudem habe ich die Ereignisse in Nordkorea verfolgt. Diese Woche war die große Thematik die Hinrichtung des Onkels vom Staatschef Kim Jong Un, welche als Machtkampf interpretiert wird. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass es auch negative internationale Beziehungen gibt, denn Nordkorea hat, wie kaum ein anderes Land, ein sehr angespanntes Verhältnis zu anderen Staaten. Täglich verschärft der kommunistische Staat seine Drohungen gegen Südkorea und die USA. Zudem steht Nordkorea aufgrund des Kernwaffenprogramms und der Verletzung von Menschenrechten unter internationaler Kritik. Das kommunistisch geprägte Land hält die wichtigen Informationen unter Verschluss und so ist es eine sehr einseitige Berichterstattung.

Wichtig zu beachten ist, dass nahezu alle politische Ereignisse der Welt Folge internationaler Beziehungen sind.

 

 

 

Wahlen

Wie beurteilen Sie auf Grundlage des von Ihnen gewählten Textes die Rolle von Parteien (und Verbänden) im Staat? Was können Parteien leisten und wo sind die Grenzen?

Parteien und Verbände vertreten andere Bereiche. Beide vertreten Ziele und sind auf Einzelinteressen ausgerichtet. Die Parteien sind, im Gegensatz zu den Verbänden, in der Position Macht auszuüben und so eine Regierungsverantwortung zu übernehmen. Verbände bilden sich aus Menschen, die die gleichen Interessen vertreten und zusammen für diese eintreten. Die Parteien haben in der Vergangenheit einen großen Wandel durchlebt und die Aufgaben sind stetig gewachsen.

Laut Max Weber sind Parteien Organisationen, die zwischen Staat und Gesellschaft stehen.  Er bezieht sich dabei darauf, dass eine Partei die Ziele einzelner vertreten kann, sie hat allerdings auch die Möglichkeit die Ziele gegen den Willen anderer mit einem gewissen Zwang durchzusetzen.

Sigmund Neumann stellte Kriterien auf, um Parteien zu beschreiben. Nach ihm muss eine Partei eine Organisation, ein Programm und ein Kampfcharakter haben. In unserer heutigen Zeit, treffen diese Kriterien allerdings auch auf große Verbände zu, wie z.B. der Deutsche Gewerkschaftsbund. Der einzige, durch das Gesetz vorgegebene, Unterschied ist, dass eine Partei alle sechs Jahre an eine Bundes- oder Landtagswahl teilnehmen muss.

Der Parteibegriff greift allerdings immer noch viel zu kurz, da ein Parteimitglied gleichzeitig noch in anderen Bereiche tätig sein kann und es mit zu einer Verbindung zwischen Gesellschaft und staatlichen Organisationen kommen kann. Aus diesem Grund müssten die Kriterien weiter gefasst werden, damit auch die Institutionen um die Parteien herum mit in den Blick genommen werden.

Eine Grenze der Parteien ist laut der Theorie der repräsentativen Demokratie, dass sie sich nicht in erster Linie um das Wohl der Bürger bemühen. Dies geschieht oft erst, wenn zwei Parteien konkurrieren. So sollen mehr Wähler von der Partei überzeugt werden.

 Wie sehen Sie das Verhältnis der Parteien zu Verbänden?

Parteien haben eine wichtige Stellung in der Politik, wohingegen Verbände eher nur einen kleinen Umfang einnehmen. Dies sieht man daran, dass Parteien an den Wahlen teilnehmen können und Verbände nicht. Zudem arbeiten diese beiden Gruppen nicht direkt zusammen. Verbände bilden sich meist, wenn es keine Partei gibt, die genau das Interesse der Menschen aus einem Verband vertritt.

Text: Informationen zur politischen Bildung

 

Vergleich

Welches sind die wesentlichen Merkmale autokratischer Systeme? Was versteht man unter dem “drei Säulen Modell” und was soll es erklären?

Autokratie bezeichnet jedes System, indem keine Demokratie stattfindet. Hans Kelsen definiert sie wie folgt:  Während bei Demokratien Normadressaten und Normautoren zusammenfallen, sind in autokratischen Systemen Gesetzgeber und Gesetzadressaten getrennt.

Es gibt zwei unterschiedliche Modelle der Autokratie (totalitär und autoritär), welche sich in drei Merkmalen unterscheiden:

1. Die Freiheit wird in autoritären Systemen eingeschränkt, da ein politischer Pluralismus herrscht. In totalitären Systemen gibt es den Monismus und so gibt es keinerlei Freiheit.

2. Autoritäre Systeme stützen sich auf Mentalitäten, wohingegen totalitäre Systeme eine Weltanschauung nutzen, welche alle Lebensbereiche reguliert.

3. Autoritäre Systeme demobilisieren ihre Bevölkerung, totalitäre Systeme nutzen eine gesteuerte Mobilisierung um ihre Untergebenen zu kontrollieren.

Unter den drei Säulen versteht man „Legitimation, Repression und Kooptation“. Die Autokratie basiert vor allem auf der Repression, trotzdem sind die anderen Säulen auch vorhanden.

Diese Theorie ist einen Versuch Stabilitäts- und Instabilitätsursachen zu vergleichen, zu verbinden und auf mehreren Ebenen zu erklären. Die Ursachen sollen in den Säulen lokalisiert werden, da eine Balance zwischen den Säulen herrschen muss, damit es zu keiner Krise kommt. So kann, wenn eine Säule zu brechen droht eine andere dies ausgleichen. Allerdings können tiefe Risse in einer Säule andere überlasten und somit trotz des „Ausgleichs“ zusammenbrechen.

 

 

Vortrag von Herrn Prof. Dr. Hedtke

Welche Anregungen und Fragen für den Sachunterricht nehmen Sie aus dem Vortrag mit?

Prof. Dr. Reinhold Hedtke referierte am 19.11.2913 auf Einladung der deutschen Vereinigung für politische Bildung Bremen in der Sparkasse. Er stellte eine pragmatische Skizze der politisch-ökonomischen Bildung vor und erläuterte, dass der Politikunterricht umstrukturiert wurde.

Zuerst stellte Hedtke vor, dass der ökonomische Teil der Politik immer wichtiger wird und das es unterschiedliche Begriffserläuterungen gibt. Laut ihm ist der phänomenische Begriff der geeignetste, da die Grenzen zwischen den Bereichen unscharf sind und so auch das historische und kulturelle einfließen kann.

Anschließend hat er einige Basisposition aufgestellt. Diese besagen, dass es immer mehrere Sichten auf die Politik geben sollte und bei Politik und Ökonomie würde dies gut gelingen, daher müsse dieser Bereich nicht weiter ausgebaut werden.

Ein wichtiger Punkt seines Vortrages war der Pluralismus der politisch-ökonomischen Bildung. Laut ihm sollten schulspezifisches Domänenwissen mit anderen Fächern kombiniert werden und die Inhalte sollte eine Interpendenz aufweisen. Diese Dinge werden von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gelöst.

Hedtke sieht die politisch-ökonomische Bildung als Bereich der gesellschaftlichen bzw. sozialwissenschaftlichen Bildung.  Daher sollte den Kindern gezeigt werden, warum dieses Fach so wichtig ist.

Zum Schluss hat er vergleicht er die Bildungspläne von Niedersachsen und Bremen. Hier kritisiert er die seit langem etablierte Vorstellung von Unterrichtsinhalten eines Faches.

Hedtke hat in seinem Vortrag viele Dinge angeregt von denen ich nur einen Ausschnitt beschrieben habe.  Mir kam vieles bereits bekannt vor  z.B. dass die Grenzen zwischen den Bergiffen oder Themengebieten fließend sein sollten oder dass  fächerübergreifend gearbeitet werden sollte. Auch sein Anliegen, dass die Politik zur gesellschaftlichen bzw. sozialwissenschaftlichen Bildung gehört und dadurch einen hohen Stellenwert haben sollte, ist mir nicht neu. Alles in allem hat mir sein Vortrag einige Dinge verdeutlicht, aber wirklich neue Anregungen oder Fragestellungen haben sich für mich nicht ergeben. EIn sehr wichtiger Punkt war für mich ziemlich zum Schluss, dass er kritisiert hat, dass der Bildungsrahmen schärfer definiert werden muss.

 

Demokratie

Welche Funktionen erfüllt ein politisches System nach David Easton?

Easton stellt die Gesamtheit eines politischen Systems zur Schau. Es müssen laut ihm viele Faktoren erfüllt sein, damit so ein System funktionieren kann.

Die Grundfunktionen sind die Alloktion und die Akzeptanz. Unter Alloktion versteht man, dass das politische System Werte und Normen für eine Gesellschaft schafft und diese müssen von der Gesellschaft aufgenommen und so akzeptiert werden. Dies bedeutet, dass die Aufgabe dieses Systems darin besteht den gesellschaftlichen Input in Entscheidungen umzusetzen. Dafür muss das System effizient arbeiten und einen Nutzen für die Gesellschaft sichtbar machen. Dieser Nutzen führt wiederrum zu der nötigen Akzeptanz der BürgerInnen. Diese beiden Variablen sind nötig, damit der politische Prozess in seiner Gesamtheit funktioniert. Zudem ist es notwendig, dass sich die BürgerInnen politisch engagieren.

Theorie2

1)Die Theorieansätze bieten unterschiedliche Beiträge zu den Themen “demokratische Teilhabe” und “Gleichheit”. Bitte überlegen Sie, welche Anforderungen an Staat und Bürger mit diesen Sichtweisen einhergehen.

Nach der französischen Revolution ergaben sich drei Theorieansätze der politischen Moderne: der moderne Konservatismus, der Liberalismus und der Kommunismus. Diese drei  Ansätze sind sehr verschieden und von anderen Einflüssen geprägt.

Eine Reaktion auf die massiven Umbrüche war der moderne Konservatismus, dieser sieht den politischen Wandel sehr kritisch und will die alte Ordnung beibehalten. Das Revolutionsbewusstsein wird weitgehend abgelehnt und die religiöse Begründung soll beibehalten werden. So ist weder die demokratische Teilhabe, noch eine Gleichheit der Bürger möglich. Der Staat soll nach Werten und Normen und der Religion funktionieren.

Als Gegenteil des Konservatismus kann der Liberalismus gesehen werden. Er strebt Freiheit, Autonomie und einen Rechtsstaat an. Die Rechte der Bürger sollen in den Vordergrund stehen und so soll die Unterdrückung und die gewalttätige Herrschaft einzelner abgeschafft werden. Die Gleichheit ist ein sehr wichtiger Faktor, da die Ständegesellschaft abgeschafft werden soll.

Der dritte Ansatz ist der Kommunismus, er fordert eine klassenlose Gesellschaft d.h. die Gleichheit Aller steht im Vordergrund. Die Gemeinschaft ist wichtig und daher soll z.B. das Privateigentum aufgehoben werden und alle Menschen sollen das „Gleiche“ besitzen.

 

2) Welcher theoretische Ansatz erscheint Ihnen spontan plausibel und gewinnt Ihre Zustimmung? Warum?

Mich spricht am meisten der Liberalismus an, da es im Gegensatz zu den anderen Theorien kein Extrem ist.  Es steht weder ein einzelner Mensch, noch alle als „eins“ im Vordergrund. Trotzdem ist diese Theorie dafür, dass alle Menschen an der Politik teilnehmen können und ein gewisser Grad an „Gleichheit“ zwischen den Menschen herrscht. Für mich gehört zur Politik, dass Menschen ihre Meinung äußern dürfen und diese kritisch reflektiert und mit in die Entscheidungen eingebunden wird.

 

Theorie1

Wie wandelt sich das Verständnis von Staat/Gesellschaft in den im Text behandelten Epochen?

Das Verständnis verändert sich von Epoche zu Epoche und ist zwischenzeitig sogar wieder „rückschrittlich“. In den griechischen Stadtstaaten war eine Bürgerbeteiligung besonders wichtig, d.h.  dass es Volksversammlung etc. gegeben hat und die Bürger entscheiden konnten. Dieses Privileg galt allerdings nicht der ganzen Bevölkerung, sondern nur einem kleinen Teil. Zudem war damals das private und das öffentliche Leben eng miteinanderverbunden, daraus resultierte das Privileg entschieden zu dürfen.

Platon beschrieb den Staat als großen Organismus, der aus einer gebildeten Gesellschaft wuchs. Aristoteles hingegen lenkte den Blick eher auf den sozialen Bereich, d.h. dass alle Menschen zusammen entscheiden sollten.

Zur Zeit den Hellenismus war nicht mehr die Beteiligung an der Politik wichtig, sondern dass sich jeder Mensch ein eigenes Bild über die Umstände etc. verschaffen sollte. Stoa sprach in diesem Sinne von dem „Kosmopolis“, d.h. dass alle Menschen politischen Gesetzen folgen können und müssen. Politik wird in diesem Zusammenhang als Naturrecht betrachtet.

In der römischen Republik wurde ein erster Wählerblock von einem damaligen Anwalt aufgebaut. Die Wahlen konnten allerdings nicht durchgesetzt werden.

Das Christentum sicherte  im christlichen Mittelalter die Machtverhältnisse. Die Staatsreligion wurde zur Legitimation für den Platz auf dem Thron und für z.B. Kriege. Die Verhältnisse wurden zu dieser Zeit nicht hinterfragt, da die Menschen als Ketzer bezichtigt worden wären.

Im 11. Jahrhundert erlangte die Städte im römischen Reich ihre Unabhängigkeit, die Gesetze wurde fortan durch die Gesamtheit der Bürger beschlossen.

In der französischen Religion schrieb Kant, dass der Rechtsstaat eine vernunftgemäße Ordnung des Politischen sei, bei dem jeder Mensch als Staatsbürger an der Gesetzgebung teilnimmt und zugleich den Gesetzen gegenüber Untertan ist.

 

Welche Ideen sind Ihnen im Text begegnet, die Ihnen heute beim Verstehen politischer Zusammenhänge helfen können? Welche Ideen sind Ihnen völlig fremd?

Ich fand die Ideen von Platon und Aristoteles sehr wichtig. Platon sagt, dass es einen politischen Organismus aus gebildeten Menschen gibt und Aristoteles richtet den Blick nur auf das Soziale. Meiner Meinung nach müssten beide Ansichten verknüpft werden. Es sollten alle Menschen mitbestimmen dürfen, aber es darf nicht willkürlich bestimmt werden, daher ist eine gewisse Bildung sehr wichtig. Dieses Prinzip verfolgen wir in der heutigen Zeit auch, da erst ab einem bestimmten Alter, in dem auch ein bestimmter Bildungsgrad erreicht ist, gewählt werden darf.

Die Theorie von Hobbes hingegen ist mir völlig fremd. Sie besagt, dass die Menschen ihr Recht auf Selbstbehauptung  an einen souveränen Entscheidungsträger (Monarch, Parlament) abgeben sollen. Zuerst ist mir nicht klar, wie ein Parlament und ein Monarch auf den gleichen Rang gelangen. Zum anderen finde ich, dass jeder Mensch selbst mitentscheiden muss, was mit seinem Leben und mit der Gesellschaft in der er lebt geschieht.