Meine Erwartungen und Ziele für 4 Monate Praktikum in einer Grundschule
Wenn ich an dieses Praktikum denke, tut sich in meinen Gedanken ein Abgrund auf. Auf der einen Seite scheint die Sonne und alles ist heiter und auf der anderen Seite brodelt heiße, zähflüssige Lava. Dieser Vergleich zeigt, dass meine Erwartungen zwiegespalten sind. Im Fokus ist für mich momentan die augenscheinlich so stressige Zeit. Ich habe einfach so viel zu tun: 4 Tage die Woche in der Schule, Seminare, Unterrichtsgestaltungen, 5 (!) Berichte, arbeiten und und und … Die Zeit kommt mir vor wie ein „Mini-Referandariat“, auf das ich doch noch gar nicht vorbereitet bin. Ich erwarte viel Überforderung und Anstrengung, ohne welche ich aber weder meine Kompetenzen reflektieren oder gar weiterentwickeln kann. Also gucken wir mal auf die sonnige Seite meiner Erwartungen und Ziele: Ich bin mir sicher, dass mich dieses Praktikum in meiner Berufswahl bestärken wird. Ich denke auch, dass ich meine Kompetenzen, die ich durch meine Arbeit in einer Grundschule erworben habe, einsetzen und verbessern kann. Ich kann für das tatsächliche Referendariat das Planen und Reflektieren von Unterrichtseinheiten üben und so mehr Sicherheit erlangen. Also kann ich mein eigenes Können anwenden und weiter ausbauen. Ich hoffe zudem, dass ich situativ handeln darf und nicht nach einem strikten Plan handeln muss. Stattdessen möchte ich viele neue Erfahrungen in Umgang mit Stresssituationen, aber auch Methoden und Techniken kennenlernen. Und ich möchte mir von meiner Mentorin Umgangsweisen und Herangehensweisen abgucken, da ich denke, dass eine gute Lehrerkraft verschiedene Strategien im Petto haben sollte.
Aber jetzt gibt es auch noch Standards für die Lehrerbildung, die 2004 von der Kultusministerkonferenz (KMK 2004) aufgesetzt wurden. Und in diesen sind Erwartungen in Form von Kompetenzen aufgelistet, die meinen eigenen Erwartungen teilweise ähneln. Es gibt vier Kompetenzbereiche, mit jeweils einzelnen Unterkompetenzen. Die erste ist das „Unterrichten“ und dieses habe ich auch aufgegriffen. Die KMK 2004 hat beschlossen, dass LehrerInnen den Unterricht fach- und sachgerecht gestalten sollen. Damit ist auch gemeint, dass verschiedene Methoden und Medien genutzt werden und diese vorab kritisch reflektiert werden müssen (vgl. KMK 2004, S.7). Ich erwarte ebenfalls, dass ich mich umfangreich mit den Stundenplanungen, d.h. auch mit den Methoden und Medien, auseinandersetzen und diese didaktisch begründen muss. Hinzu kommt, dass die gestalteten Lernsituationen für alle SchülerInnen motivierend und anregend sein müssen und das selbstbestimmte Lernen fördern sollen (vgl. KMK 2004, S.8). Genau diese Pflicht bzw. Aufgabe sorgt dafür, dass ich mich wahrscheinlich überfordert fühlen werde. Ich bin das erste Mal für so viele Unterrichtsstunden verantwortlich. Vor der Planung müssen die Lernvoraussetzungen der SchülerInnen herausgearbeitet und berücksichtigt werden, um jedem Kind gerecht zu werden (vgl. KMK 2004, S.11). Auch diese Aufgabe wird mich vor eine große Herausforderung stellen und ich werde meine Kompetenzen, so mein Ziel, erweitern.
Wie bereits beschrieben, möchte ich Methoden im Umgang mit Stresssituationen oder Störungen kennenlernen. Auch die KMK 2004 sieht mit dem Kompetenzbereich „Erziehen“ vor, dass Lehrkräfte Lösungsansätze kennen und einsetzen. Dabei müssen die unterschiedlichen Gründe selbstverständlich beachtet werden (vgl. KMK 2004, S.9).
Der letzte Kompetenzbereich aus der KMK 2004 ist „Innovieren“, dieser beschreibt, dass LehrerInnen sich stets weiterentwickeln können und müssen (vgl. KMK 2004, S.12). Mir ist dies bewusst, aus diesem Grund setze ich mir das Ziel möglichst viele Eindrücke und Methoden in mein Repertoire aufzunehmen.