{"id":41,"date":"2024-08-31T18:02:22","date_gmt":"2024-08-31T16:02:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/nabil\/?p=41"},"modified":"2024-08-31T18:02:22","modified_gmt":"2024-08-31T16:02:22","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/nabil\/2024\/08\/31\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>1) <\/strong><\/em><em>Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei Bezug auf:<\/em><\/p>\n<p><em>a.) unterschiedliche fachdidaktische Aspekte. \u00dcbertragen Sie, wenn m\u00f6glich, die in der Ringvorlesung gewonnenen Erkenntnisse auf die Didaktiken der von Ihnen studierten F\u00e4cher.<\/em><\/p>\n<p><em>b.) generelle Erkenntnisse zur Beziehungsarbeit in Schule und Unterricht.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Der Beutelsbacher Konsens stellt f\u00fcr mich eine zentrale Erkenntnis in diesem Modul dar. Denn die Frage, ob und wie ich meine Meinung als Lehrkraft kundgeben darf, stelle ich mir schon seit Beginn meines Studiums. Ich gehe davon aus, dass ich als zuk\u00fcnftiger Politiklehrer wom\u00f6glich sehr oft in Situationen kommen werde, in denen die SuS nach meiner spezifischen Meinung fragen werden. Der Beutelsbacher Konsens besagt, dass die pers\u00f6nliche Meinungsbildung der SuS nicht durch eine \u00dcberw\u00e4ltigung durch eine bestimmte Meinung beeintr\u00e4chtigt werden darf (Wehling 1977, 179). Zudem fordert der Beutelsbacher Konsens, dass Lehrkr\u00e4fte wissenschaftlich kontroverse Themen als solche pr\u00e4sentieren und dabei besonders die verschiedenen Standpunkte herausarbeiten (Wehling 1977, 179). Schlie\u00dflich ist es auch wichtig, die SuS dazu zu bef\u00e4higen, politische Situationen zu analysieren und ihre eigenen Interessen in diesen Kontexten zu erkennen (Wehling 1977, 180). Diese theoretischen Erkenntnisse haben mir verdeutlicht, dass Neutralit\u00e4t bei der Meinungs\u00e4u\u00dferung nicht mit Meinungslosigkeit gleichzusetzen ist. Vielmehr geht es darum, die eigene Meinung nicht als die einzig \u201ewahre\u201c darzustellen und die individuelle Meinungsbildung der SuS zu f\u00f6rdern und keinesfalls selbst zu beeinflussen. Mit anderen Worten sollte die Differenzierung zwischen \u201epolitischer Bildung und Indoktrination\u201c (Wehling 1977, 179) bei jeder Lehrkraft pr\u00e4sent sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Eine weitere von vielen Erkenntnissen in dieser Ringvorlesung war der Umgang mit der Mehrsprachigkeit in der Schule. Mehrsprachigkeit wird von Grosjean als die F\u00e4higkeit definiert, sich in zwei oder mehr Sprachen auszudr\u00fccken und dabei mindestens eine Teilkompetenz wie Lesen, Schreiben, Sprechen oder H\u00f6ren zu beherrschen und im Alltag zu nutzen (2020, 14). In der Vorlesung habe ich unter anderem gelernt, dass Mehrsprachigkeit vielmehr als Chance gesehen werden sollte als als Problem. Indem verschiedene Sprachen im Unterricht aufgegriffen werden und Aufgaben von der Lehrkraft bei Unverst\u00e4ndnis in einer anderen Sprache als Deutsch erkl\u00e4rt werden, kann sichergestellt werden, dass alle SuS auf ihrem individuellen Niveau lernen k\u00f6nnen und nicht aufgrund ihrer Sprachkenntnisse ausgeschlossen werden (Meyer &amp; Prediger, 2011). Diese Einbeziehung verschiedener Sprachen f\u00f6rdert somit eine positive und effektivere Lernumgebung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>2) <\/strong><em>Welche Faktoren zum schulischen Umgang mit Heterogenit\u00e4t, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, pr\u00e4gen im R\u00fcckblick auf ihre eigenen Praxiserfahrungen den Schulalltag besonders stark \u2013 und warum? Inwiefern helfen Ihnen die Inhalte der Vorlesung, eine solche Einsch\u00e4tzung vorzunehmen?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">F\u00fcr mich war es von zentraler Bedeutung zu verstehen, dass Lehrkr\u00e4fte <strong>immer <\/strong>vor einer heterogenen Gruppe von SuS stehen. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es einige Klassen, die nicht so vielf\u00e4ltig sind wie andere, aber eine Erkenntnis, die mir mein laufendes Orientierungspraktikum gegeben hat, ist, dass, egal wie homogen eine Klasse wirkt, die SuS immer Unterschiede aufweisen. Diese Heterogenit\u00e4t zeigt sich in vielen Dimensionen, wie etwa kultureller Herkunft, sozialem Hintergrund, Lerntempo und pers\u00f6nlichen Erfahrungen. Diese Erkenntnis ist nicht das Ergebnis eines einzigen Konzepts, sondern eine \u00fcbergreifende Einsicht aus der gesamten Ringvorlesung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">R\u00fcckblickend auf meine eigene Schulzeit habe ich oft beobachtet, dass einige Lehrkr\u00e4fte nicht wahrnahmen, dass sie es mit SuS zu tun hatten, die alle eine eigene Geschichte, eigene Herausforderungen und unterschiedliche Perspektiven auf das Leben mitbrachten. Dieser Mangel an Bewusstsein f\u00fchrte oft dazu, dass keine wirkliche Beziehungsarbeit geleistet wurde, was sich bei einigen Parallelklassen von mir sehr negativ auf das Klassenklima auswirkte. Ich als Sch\u00fcler hatte h\u00e4ufig das Gef\u00fchl, dass die Lehrkr\u00e4fte mich nicht wirklich als individuelle Pers\u00f6nlichkeit sahen, sondern eher als einen einfachen Sch\u00fcler, dem sie stumpf Wissen vermitteln mussten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Im Gegensatz dazu gab es auch einige wenige Lehrkr\u00e4fte, die sich sehr bewusst auf die Unterschiedlichkeit der Sch\u00fclerschaft einstellten und sich aktiv bem\u00fchten, eine pers\u00f6nliche Beziehung zu jedem Einzelnen aufzubauen. Diese Lehrkr\u00e4fte waren in der Lage, \u201eechten\u201c Kontakt zu uns herzustellen, was zu einem h\u00f6heren Ma\u00df an gegenseitigem Respekt f\u00fchrte. Dadurch \u00e4nderte sich auch das Verhalten der Klasse. Selbst in meiner damals als etwas \u201eschwierig\u201c geltenden Klasse gab es Lehrkr\u00e4fte, bei denen wir uns deutlich wohler f\u00fchlten und entsprechend respektvoll und kooperativ verhielten. Diese positiven Erfahrungen zeigen, wie wichtig es ist, dass Lehrkr\u00e4fte die Vielfalt innerhalb der Klasse erkennen und gezielt Beziehungsarbeit leisten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">In meinem Orientierungspraktikum habe ich erkannt, wie wichtig die Beziehungsarbeit zu der Sch\u00fclerschaft ist. Mein Mentor legt gro\u00dfen Wert darauf, mit seiner Klasse eine gute Beziehung zu f\u00fchren. Er ist in ihren Augen nicht nur die Person, die vorne unterrichtet und nach 90 Minuten wieder weggeht. Vielmehr ist er eine Person, auf die sich die SuS verlassen k\u00f6nnen und die sie bei Problemen fragen k\u00f6nnen. Daraus resultiert, dass die Atmosph\u00e4re, die in der Klasse herrscht, sehr angenehm ist. Dies beg\u00fcnstigt in meinen Augen das Lernen der gesamten Sch\u00fclerschaft der Klasse.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ein weiterer Aspekt, den ich beobachten konnte, ist der Umgang mit politischer Heterogenit\u00e4t. Mir ist aufgefallen, dass in gewissen sechsten Klassen demokratische Grundprinzipien wie zum Beispiel die Akzeptanz von anderen Meinungen vorhanden sind. Auf Nachfrage bei der jeweiligen Lehrkraft, bei der ich hospitieren durfte, ob sie den Beutelsbacher Konsens kennt, wurde dies bejaht. Mir wurde gesagt, dass Sie sich schon zu Beginn der f\u00fcnften Klasse die M\u00fche gemacht hat, dieses Prinzip anzuwenden, insbesondere in den sogenannten Klassenstunden. Dies ist eine Stunde in der Woche, in der die SuS \u00fcber ihre Anliegen und Probleme reden und diese als ganze Gruppe versuchen l\u00f6sen. Somit habe ich erkannt, dass der Beutelsbacher Konsens nicht nur im Politikunterricht eine wichtige Rolle spielt, sondern generell in jedem Unterricht und bei jeder Aktion, die man mit der Sch\u00fclerschaft unternimmt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>3) <\/strong><em>Zu welchen Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, w\u00fcrden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium in Bezug auf das Modulthema UMHET? Welche haben Sie vermisst?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Obwohl das Thema Mehrsprachigkeit in der Vorlesung thematisiert wurde, w\u00fcrde ich gerne mehr dar\u00fcber lernen, wie man als Lehrkraft Mehrsprachigkeit gezielt als Ressource im Unterricht einsetzt. Die Schwierigkeit, die ich daraus ableite, ist, dass es m\u00f6glicherweise unbewusst zur Stigmatisierung bestimmter SuS kommen k\u00f6nnte. Zudem frage ich mich, welche professionellen \u201eWerkzeuge\u201c es gibt, die das Einbeziehen von Mehrsprachigkeit im Unterricht erm\u00f6glichen bzw. vereinfachen. Diese Fragestellung ist insofern wichtig, da die wachsende sprachliche Vielfalt in den Klassenzimmern eine Chance darstellt, diese Chance jedoch mit einer gro\u00dfen Herausforderung verbunden ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">In meinem weiteren Studium w\u00fcrde ich gerne mehr \u00fcber das Thema \u201eChemie \u2013 (K)ein Fach f\u00fcr alle?\u201c erfahren. Die Vorlesung zu diesem Thema fand ich sehr spannend. Ich m\u00f6chte mehr dar\u00fcber lernen, wie ich es als zuk\u00fcnftiger Biolehrer schaffe, die Sch\u00fclerschaft f\u00fcr den naturwissenschaftlichen Unterricht zu begeistern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ein Thema, das ich gerne in dieser Ringvorlesung behandelt gesehen h\u00e4tte, ist die Elternarbeit. Dies ist insofern wichtig, da die Einbeziehung der Elternschaft ein entscheidender Faktor ist, um eine Schule zu schaffen, die offen f\u00fcr interkulturelle Vielfalt ist (Karaka\u015fo\u011flu et al., 201). Wie ich jedoch mit der Elternschaft umgehen sollte, um diese interkulturelle Vielfalt zu erm\u00f6glichen, ist mir ein R\u00e4tsel. Des Weiteren w\u00fcrde mich das Thema Unterrichtsst\u00f6rungen interessieren. Wie geht man mit diesen am besten um, und was kann man prophylaktisch dagegen tun?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Literatur:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Grosjean, F. (2020): Individuelle Zwei- und Mehrsprachigkeit. In: Gogolin, Ingrid et al. (Hrsg.): Handbuch Mehrsprachigkeit und Bildung. Wiesbaden. Springer VS. S.14<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Karakas\u0327og\u0306lu, Y., Gruhn, A., Wojciechowicz, M. (2011): Interkulturelle Schulentwicklung unter der Lupe. (Inter-)Nationale Impulse und Herausforderungen fu\u0308r Steuerungsstrategien am Beispiel Bremen. Mu\u0308nster: Waxmann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Prediger, S., Meyer, M. (2011): Mathematiklernen unter Bedingungen der Mehrsprachigkeit &#8211; Stand und Perspektiven der Forschung und Entwicklung in Deutschland.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Wehling, H.-G. (1977): Konsens \u00e0 la Beutelsbach? Nachlese zu einem Expertengespr\u00e4ch. In: Schiele, Siegfried und Schneider, Herbert (Hrsg.): Das Konsensproblem in der politischen Bildung. Stuttgart, S. 179-184.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1) Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung mitgenommen haben. 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