{"id":30,"date":"2024-07-05T18:18:11","date_gmt":"2024-07-05T16:18:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/nabil\/?p=30"},"modified":"2024-07-05T18:21:21","modified_gmt":"2024-07-05T16:21:21","slug":"strukturelle-und-individuelle-formen-der-ausgrenzung-und-abwertung-klassismus-und-mobbing-in-der-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/nabil\/2024\/07\/05\/strukturelle-und-individuelle-formen-der-ausgrenzung-und-abwertung-klassismus-und-mobbing-in-der-schule\/","title":{"rendered":"Strukturelle und individuelle Formen der Ausgrenzung und Abwertung &#8211; Klassismus und Mobbing in der Schule"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Erkl\u00e4ren Sie: Was meint der Begriff Doing Class bzw. Doing Underclass?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Begriff Doing Class\/ Doing Underclass teilt die Gesellschaft in Arbeitslose und arbeitenden Menschen. Nach dieser Aufteilung der Gesellschaft haben Arbeitslose selbst Schuld an ihre Arbeitslosigkeit. Ihnen wird vorgeworfen, dass es ihnen an Bem\u00fchung fehlt. Dies liegt an der Wirklichkeitsinterpretation &#8222;Wer sich bem\u00fcht und sich selbstverantwortlich um seine Marktf\u00e4higkeit k\u00fcmmert, hat auch Erfolg&#8220; (Chass\u00e9 2016, S. 35). Das f\u00fchrt dazu, dass die systematischen Probleme innerhalb der Gesellschaft ignoriert bzw. vernachl\u00e4ssigt werden und auf das Individuum zugeschrieben werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Das meritokratische Versprechen der Schule besagt, dass alle Sch\u00fcler* innern bei gleicher Leistung den gleichen Bildungserfolg haben. Diskutieren Sie dieses Versprechen kritisch anhand der Vorlesungsinhalte.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das meritokratische Prinzip l\u00e4sst sich in vier Bereiche einordnen Objektivit\u00e4t, Aufstiegsmobilit\u00e4t, Individualit\u00e4t und gleiche Ausgangsbedingungen f\u00fcr alle SuS unterteilen (Fereidooni et al. 2016). Allerdings besteht das Problem, dass eine echte Objektivit\u00e4t in der Gesellschaft nicht erreichbar ist. Die Problematik der Objektivit\u00e4t wird unter anderem von H\u00f6ttecke (2015) definierten \u201eStolpersteine der Leistungsbewertung\u201c verdeutlicht. Zudem wird die Problematik auch bei der Kapitaltheorie von Bourdieu (1992) angesprochen. Es wird klar, dass es keine Chancengleichheit geben kann, wenn alle Kinder gleichbehandelt werden, denn die Gleichbehandlung funktioniert nur, wenn alle SuS die gleichen Ausgangsbedingungen besitzen. \u00c4hnliche Probleme zeigen sich auch bei der Aufstiegsmobilit\u00e4t und der Individualit\u00e4t. Eine vollst\u00e4ndige Umsetzung des meritokratischen Versprechens ist somit in der Praxis nicht realisierbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Inwiefern hat Ihnen die Vorlesungssitzung neue Erkenntnisse bez\u00fcglich selbst in der Schule beobachteter oder erlebter Situationen vermittelt? Bitte nehmen Sie dabei auf theoretische Inhalte der Vorlesung Bezug und verwenden Sie \u2013 wenn m\u00f6glich \u2013 ein konkretes Beispiel.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat diese Vorlesung keine gro\u00dfen neuen Erkenntnisse in mir hervorgerufen. Dies liegt daran, dass ich Bourdieu in meinem P\u00e4dagogik Lk im Abitur behandelt habe. Somit ist auch das Prinzip der Meritokratie etwas, was mir nicht komplett unbekannt ist. Allerdings hat die Vorlesung mich dazu gebracht, mehr dar\u00fcber nachzudenken, was f\u00fcr eine Art von Lehrer ich sp\u00e4ter sein will. Insbesondere ist der Aspekt der Gleichbehandlung eine Sache, auf die ich zuk\u00fcnftig achten will. Denn diese Vorlesung hat mich nochmal daran erinnert bzw. ermahnt, dass Gleichbehandlung nicht Gerechtigkeit bedeutet. Ganz im Gegenteil, viel eher bedeutet es Ungerechtigkeit. Vor allem wenn man eine Klasse hat, welche heterogen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Literatur<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Bourdieu, Pierre (1992): Sozialer Raum und symbolische Macht. In: Pierre Bourdieu (Hg.): Rede und Antwort. Frankfurt am Main: Suhrkamp (Edition Suhrkamp, 1547 = N.F., 547), S. 135\u2013154.<\/p>\n<p>Chass\u00e9, K. A. (2016): Doing Class. Wie werden Menschen zum \u201ePrekariat\u201c gemacht? In: Karim Fereidooni und Antonietta P. Zeoli (Hgg.): Managing Diversity. Die diversit\u00e4tsbewusste Ausrichtung des Bildungs- und Kulturwesens, der Wirtschaft und Verwaltung. Wiesbaden: Springer VS, S. 35-51.<\/p>\n<p>Fereidooni, Karim; Zeoli, Antonietta P. (2016): Eine Analyse der Gestaltungsprinzipien des deutschen Schulwesens. Gelten Objektivit\u00e4t, Aufstiegsmobilit\u00e4t und Individualit\u00e4t f\u00fcr Kinder mit und ohne \u201eMigrationshintergrund\u201c in gleichem Ma\u00dfe? In: Karim Fereidooni und Antonietta P. Zeoli (Hg.): Managing Diversity. Die diversit\u00e4tsbewusste Ausrichtung des Bildungs- und Kulturwesens, der Wirtschaft und Verwaltung. Wiesbaden: Springer VS, S. 137-154.<\/p>\n<p>H\u00f6ttecke, Dietmar (2015): Stolpersteine der Diagnostik. \u2026 und wie man sie umgehen kann. In: Unterricht Physik 147\/148 (26), S.11-13.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkl\u00e4ren Sie: Was meint der Begriff Doing Class bzw. Doing Underclass? Der Begriff Doing Class\/ Doing Underclass teilt die Gesellschaft in Arbeitslose und arbeitenden Menschen. Nach dieser Aufteilung der Gesellschaft haben Arbeitslose selbst Schuld an ihre Arbeitslosigkeit. Ihnen wird vorgeworfen, dass es ihnen an Bem\u00fchung fehlt. 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