{"id":5,"date":"2022-05-06T17:08:26","date_gmt":"2022-05-06T15:08:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mostafa\/?p=5"},"modified":"2022-05-27T14:13:26","modified_gmt":"2022-05-27T12:13:26","slug":"ringvorlesung-3-intelligenz-vs-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mostafa\/2022\/05\/06\/ringvorlesung-3-intelligenz-vs-wissen\/","title":{"rendered":"Ringvorlesung 3: Intelligenz vs. Wissen"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li>Erl\u00e4utern Sie den Einfluss von Intelligenz und Vorwissen auf den Lernerfolg. In welchem Verh\u00e4ltnis stehen diese beiden Heterogenita\u0308tsdimensionen? Was muss man tun, um ihren jeweiligen Einfluss empirisch zu untersuchen? Und was bedeuten die Befunde f\u00fcr Schule und Unterricht?<\/li>\n<\/ol>\n<p>F\u00fcr den Lernerfolg von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler (SuS) ist eine Kombination von Intelligenz sowie Vorwissen essentiell. Beide Faktoren stehen in Relation zueinander und k\u00f6nnen nicht einzeln stattfinden, da beide Komponenten eine einflussreiche Wirkung auf die jeweilige Opposition aus\u00fcben. Allerdings l\u00e4sst sich feststellen, das Vorwissen eine gr\u00f6\u00dfere Auswirkung auf den Lernerfolg abzielen kann als die Intelligenz. Nach Gruber und Stamouli (2009) ist Lernen als ein Prozess zu verstehen, bei der man auf zuvor Erlerntes zur\u00fcckgreift, um neue Hindernisse zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Im schulischen Alltag sollte der Fokus auf die Individualit\u00e4t innerhalb der Klassen gelegt werden, um eine homogene Unterrichtplanung zu vermeiden. Die Individualit\u00e4t bezieht sich hierbei auf den Grad an Vorwissen, der durch gegebene Faktoren wie Lernbereitschaft, Stadtteil, zuvor besuchte Schulen (usw.) stark voneinander variieren kann. Es ist daher sinnvoll, das bereits Erlernte zu ermitteln und bei der zuk\u00fcnftigen Lehrplanung zu beachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Einige Befunde der heutigen Sitzung waren fu\u0308r Sie mo\u0308glicherweise u\u0308berraschend. Oder Sie sehen einige der Forschungsergebnisse kritisch in Bezug auf Schule und Unterricht. Welche (Forschungs-) Fragen ergeben sich daraus (z.B. fu\u0308r Ihr na\u0308chstes Praktikum)? Und wie ko\u0308nnen Sie diese Fragen beantworten?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Da ich schon bisher die Gelegenheit hatte, ein Praktikum an einer Schule zu absolvieren, sehe ich das Kernproblem bei der Lernbereitschaft des einzelnen Sch\u00fclers. Es kann durchaus vorkommen, dass eine abweisende Haltung gegen\u00fcber gewissen Themenbereichen des Unterrichts entstehen.<\/p>\n<p>Eine Lehrkraft kann den Unterricht (durch verschiedene Elemente wie Gruppenarbeiten, Visualisierungen usw.) umfangreich gestalten und dem Motivationsschwund vorbeugen. Jedoch liegt die Verantwortung letztendlich beim Sch\u00fcler, sich mit den Inhalten des Unterrichts zu befassen \/ \u00fcberw\u00e4ltigen und Freude am Lernen zu entwickeln. Die Frage, die sich daraus resultiert, ist, inwiefern eine Lehrperson auf das Verhaltensmuster des Einzelnen (durch bspw. pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che mit dem Kind und Eltern, \u00c4nderungen des Unterrichtsstoffes) einwirken kann, ohne die anderen SuS zu benachteiligen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Am Ende des Vortrags wurden zwei verschiedene Adaptionsmodelle (Weinert, 1997; Leutner, 1992) dargestellt. Finden Sie zu jeder der in den Modellen genannten Reaktionsm\u00f6glichkeiten bzw. Adaptionsformen Praxisbeispiele.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"width: 61.8209%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 49.5146%;text-align: center\" width=\"302\">Reaktionsformen nach Weinert (1997)<\/td>\n<td style=\"width: 49.3528%;text-align: center\" width=\"302\">\n<p style=\"text-align: center\">Zweck vs. Umsetzung (Leutner 1992)<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 49.5146%;text-align: center\" width=\"302\">Passiv: Klassenarbeit. Schwache Leistung des Einzelnen (Bsp. Note 5+ von Marie) wird ignoriert und der Fokus auf die Durchschnittsnote von 2,4 der gesamten Klasse gerichtet und bei der zuk\u00fcnftigen Planung ber\u00fccksichtigt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Substitutiv: Aufteilung der Gruppen nach Lernstarken bzw. Lernschw\u00e4cheren SuS<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Aktiv: Bestimmung der Aufgabenwahl liegt bei der Sch\u00fclerschaft. Marie entscheidet selbst, welchen Schwierigkeitsgrad sie sich zutraut.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Proaktiv: Bestimmung des Schwierigkeitsgrades durch die Lehrkraft. Herr Mustermann (Lehrkraft) bestimmt, welchen Schwierigkeitsgrad Marie annimmt.<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 49.3528%;text-align: center\" width=\"302\">Lernziel: Homogenes Wissen der Klassengemeinschaft nach Bearbeitung eines Unterrichtsstoffes<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lernmethode: Gruppenarbeit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lernzeit: Bei Bedarf, Hilfestellung durch die Lehrkraft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p>Gruber, H., &amp; Stamouli, E. (2009). Intelligenz und Vorwissen. In E. Wild &amp; J.M\u00f6ller (Hrsg.), P\u00e4dagogische Psychologie (S.35-36) Heidelberg: Springer.<br \/>\nSchmidt-Borcherding, Florian: Umgang mit Heterogenit\u00e4t in der Schule.Die kognitiven Dimensionen von Lernerfolg: Intelligenz vs. Vorwissen, Vorlesung Sommersemester 2022.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erl\u00e4utern Sie den Einfluss von Intelligenz und Vorwissen auf den Lernerfolg. In welchem Verh\u00e4ltnis stehen diese beiden Heterogenita\u0308tsdimensionen? Was muss man tun, um ihren jeweiligen Einfluss empirisch zu untersuchen? Und was bedeuten die Befunde f\u00fcr Schule und Unterricht? F\u00fcr den Lernerfolg von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler (SuS) ist eine Kombination von Intelligenz sowie Vorwissen essentiell. 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