{"id":14,"date":"2012-04-27T05:44:42","date_gmt":"2012-04-27T05:44:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mirkovondervogelweide\/?p=14"},"modified":"2012-04-27T05:45:26","modified_gmt":"2012-04-27T05:45:26","slug":"frage-zur-sitzung-am-24-4-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mirkovondervogelweide\/2012\/04\/27\/frage-zur-sitzung-am-24-4-2012\/","title":{"rendered":"Frage zur Sitzung am 24.4.2012 rv02"},"content":{"rendered":"<p>Wer kennt das nicht?<\/p>\n<p>Du bist T\u00fcrke? Dann musst du doch D\u00f6ner m\u00f6gen, eine Zwangsehe eingehen und nat\u00fcrlich die Kurden hassen! Bist du Italiener? Ja dann musst du Spaghetti m\u00f6gen, mit 40 noch bei den Eltern wohnen und schleppst eine Frau nach der anderen ab.\u00a0 Bist du Muslim? Na dann bist du Antisemit, schl\u00e4gst deine Frau und baust im Keller heimlich eine Bombe.<\/p>\n<p>Die Folie 24, in der letzten Vorlesung, ist genau so ein Vorurteil. Eine Sch\u00fclerin mit Migrationshintergrund, wird aufgrund ihrer Herkunft in Schubladen gesteckt. Die P\u00e4dagogin hat im Aufsatz, ihrer Sch\u00fclerin, eine typisch t\u00fcrkische Meinung erwartet, doch was die Sch\u00fclerin geschrieben hat, wich enorm davon ab. Die Sch\u00fclerin f\u00fchlt sich nicht t\u00fcrkisch, noch f\u00fchlt sie sich als Deutsche, sie f\u00fchlt sich einfach als europ\u00e4erin, also als ein Teil unserer Gesellschaft.<\/p>\n<p>Der Mensch als solcher l\u00e4sst sich oftmals durch seine Erfahrungen, sei es medial oder aus dem Alltag, von Erfahrungen leiten. Wir &#8220; saugen&#8220; unbewusst Informationen, \u00fcber Nationalit\u00e4ten und ihre Eigenarten auf und lassen\u00a0 dadurch unsere subjektive Meinung davon beeinflussen. So auch die Lehrerin! Anstatt ihre Sch\u00fclerin als solche zu sehen, wird ihre p\u00e4dagogisch objektive Sichtweise durch den Migrationshintergrund ihrer Unterrichtenden determiniert. Nicht nur die Lehrerin wird durch Vorurteile und Erfahrungen beeinflusst, nein wir alle! Die P\u00e4dagogin kann als Querschnitt unserer Gesellschaft gesehen werden. Menschen mit Migrationshintergrund haben genauso wie &#8222;Volksdeutsche&#8220; , &#8222;Hartzis&#8220; und Rentner Vorurteile. Irgendwie hat jeder Vorurteile gegen mindestens ein gesellschaftliches Milleu. Wie einfach wir es uns doch machen!<\/p>\n<p>Ich kenne weder das Klassengef\u00fcge innerhalb dieser Klassengemeinschaft, noch die anderen Variablen, welche die Unterrichtende zu so einer Aussage veranlasst haben. Vielleicht kennt die P\u00e4dagogin die Sch\u00fclerin ja auch schon seit mehreren Jahren und wei\u00df daher, dass es in der Familie ganz anders zu geht, als in der Klassenarbeit zu lesen ist. Deswegen bin ich vorsichtig mit Beschuldigungen und Vorw\u00fcrfen, welche die Lehrerin bekommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Seien wir aber doch ehrlich! Wer von uns hat keine Vorteile gegen &#8222;Hartzis&#8220;, &#8222;Islamisten&#8220; und &#8222;Wasserstoffblonden&#8220;? Wir sind Menschen und machen uns das Leben immer einfach. Der einfachste Weg ist der Unser. Es ist soviel einfacher, auch f\u00fcr uns zuk\u00fcnftige Lehrer, mit einem &#8222;Schubladendenken&#8220; durchs Leben zu gehen. Es sch\u00fctzt uns davor, \u00fcber unsere eigene Denkweise\/ Lebensphilosophie, nachzudenken. Sich selber kritisch zu sehen ist eine F\u00e4higkeit, die nur sehr wenige, auch wir Lehrer, beherrschen. Das einzige was wir tun k\u00f6nnen, ist mit unserem Gegen\u00fcber zu sprechen und ihn, auch wenn es schwer f\u00e4llt, als Menschen zu sehen.<\/p>\n<p>Nur durch viele Gespr\u00e4che mit den einzelnen Individuen einer Klasse, schulische wie pers\u00f6nliche Sachen, kann der Lehrer sich wirklich ein Bild machen, wen er da wirklich vor sich hat. Ein Bild, dass nicht durch Ethnie, Herrkunft und Sexualit\u00e4t gepr\u00e4gt ist. Vorurteile wird es immer geben, doch wir k\u00f6nnen wir diese durch Gespr\u00e4che minimieren. So kann erreicht werden, dass die &#8222;D\u00f6nerfresser&#8220;, &#8222;Itaker&#8220;, &#8222;Autodiebe&#8220; und &#8222;Bananenpfl\u00fccker&#8220; nicht nur bei einem Fussballturnier, als gleichberechtigtes Mitglied ohne Vorurteile gesehen wird, sondern auch dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p>Deutschland ist von M\u00fcnchen bis Kiel &#8222;multikulturell&#8220; und wir\u00a0 k\u00f6nnen dadurch voneinander profitieren, wenn wir\u00a0 miteinander kommunizieren und einander verstehe, auch im Unterricht. Wir brauchen keine Thilo Sarrazins oder\u00a0 &#8222;SS Schergen&#8220; a la Grass , also keine Spalter, sondern Menschen die aufeinander zugehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer kennt das nicht? Du bist T\u00fcrke? Dann musst du doch D\u00f6ner m\u00f6gen, eine Zwangsehe eingehen und nat\u00fcrlich die Kurden hassen! Bist du Italiener? 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