{"id":30,"date":"2025-08-31T22:54:55","date_gmt":"2025-08-31T20:54:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/merilianayohana\/?p=30"},"modified":"2025-08-31T22:54:55","modified_gmt":"2025-08-31T20:54:55","slug":"abschlussreflexion-meriliana-yohana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/merilianayohana\/2025\/08\/31\/abschlussreflexion-meriliana-yohana\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion Meriliana Yohana"},"content":{"rendered":"<p>Abschlussreflexion<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>1. Aus der Ringvorlesung \u201eBAUMHET\u201c habe ich zwei zentrale Grunds\u00e4tze mitnehmen k\u00f6nnen. Ein Aspekt ist die \u201eBildung in der Migrationsgesellschaft\u201c, also das Thema von Klassismus aus der Kapitaltheorie von Pierre Bourdieus und das zweite die \u201eElternkooperation\u201c, beide Themen sind f\u00fcr mich ausschlaggebende Punkte, mit denen ich mich als Lehrkraft besch\u00e4ftigen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Bourdieus Kapitaltheorie befasst sich mit der Einteilung in verschiedenste Kapitale wie soziales, kulturelles und symbolisches. Er verdeutlicht, dass die Chance auf Bildung von Kindern und Jugendlichen nicht nur auf schulische Leistungen bezogen ist, sondern stark vom famili\u00e4ren Hintergrund abh\u00e4ngt. Dies zeigt, dass die Chancengleichheit nicht wirklich existent ist, sondern eher eine Illusion. Zum Beispiel zeigt die Studie von Kracke et al. (2018), dass Kinder von Akademikerfamilien eher studieren gehen, als sogenannte \u201eArbeiterkinder\u201c. Auch aus eigener Erfahrung musste ich Klassismus erleben. Als Sch\u00fclerin besuchte ich damals ein Gymnasium und war ein Kind ohne akademischen Hintergrund, an dieser Schule war das Thema Kapital ein zentraler Punkt f\u00fcr Anerkennung. Da ich aufgrund meiner sozialen Lage keine \u201eteuren\u201c oder in den Augen der Kinder \u201erichtige\u201c Klamotten leisten konnte und nicht an Klassenfahrten teilnahm, machten diese sich lustig \u00fcber mich und kommentierten mein Aussehen sehr abwertend. Diese Situation zeigt mir heute, dass es stark vom symbolischen Kapital abh\u00e4ngig war. Aus der Sicht einer Lehrerin nehme ich mit, dass Gleichbehandlung nicht direkt gerechten Unterricht wiederspiegelt. In meinen F\u00e4chern Politik und Englisch ist es daher von gro\u00dfer Bedeutung, differenziertes Material zu erstellen, welches den Kindern nicht das Gef\u00fchl gibt, dass nur intelligente Kinder mithalten k\u00f6nnen. Auch ein Kind, dessen Eltern kein Abitur oder Bachelor Abschluss hat, sollte die M\u00f6glichkeit erhalten, gerechte Bildung zu bekommen um Klassismus entgegen zu wirken. Mit angepassten Schulmaterialien kann ich als Lehrerin die individuelle Voraussetzung der Sch\u00fcler*Innen ber\u00fccksichtigen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der zweite mir wichtige Punkt ist die Elternkooperation, denn wie Karakasoglu und Vogel (2025) bereits betonen, richtige Bildungsarbeit funktioniert nur, wenn Eltern und Schule miteinander kooperieren. Da Eltern das Recht besitzen, Informationen zu erhalten (\u00a7 61 BremSchulG) und eine Einsicht auf schulische Angelegenheiten ihrer Kinder haben (\u00a7&amp; BremSchulG), sind wir als Lehrkr\u00e4fte verpflichtet diese bereitzustellen. Es ist wichtig, den Eltern die M\u00f6glichkeit zu geben, die Unterlagen zu verstehen. Beispielsweise stehen Familien mit einem Migrationshintergrund h\u00e4ufig vor einer Herausforderung aufgrund sprachlicher Barrieren. Wenn die Eltern keine M\u00f6glichkeit von \u00dcbersetzungen haben und somit die Situation in Missverst\u00e4ndnissen endet, werden diese oft als \u201edesinteressierte\u201c Eltern wahrgenommen. F\u00fcr mich hei\u00dft dies somit, ich habe keine zus\u00e4tzliche Aufgabe, sondern arbeite auf einer pers\u00f6nlichen Ebene mit den Eltern und helfe ihnen mit mehrsprachigen Elternbriefen oder Dolmetschern. Somit werden nicht nur Eltern miteinbezogen, sondern auch die Kinder, da diese sich \u201egesehen\u201c f\u00fchlen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Beide Aspekte zeigen mir, dass Unterricht zwischen Beziehungsarbeit und sozialer Ungleichheit steht und wir als Lehrkr\u00e4fte eine sehr gro\u00dfe Rolle dabei spielen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>2.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Wenn ich an meine Schulzeit zur\u00fcck denke, f\u00e4llt mir auf, dass der Umgang mit Neutralit\u00e4t und politischer Positionierung auf wiederspr\u00fcchliche Weise den Schualltag gepr\u00e4gt hat. Aus der Vorlesung von Barasi (2025) lernen wir, dass der Beutelsbacher Konsens (Wehling 1977) den Lehrkr\u00e4ften als Orientierung dienen sollte. Das Kontroversit\u00e4tsgebot zeigt, dass Fragen aus der Politik und Gesellschaft genau so behandelt werden muss, wie die Wissenschaft es tut. Als Politiklehrerin, muss ich daf\u00fcr sorgen, dass ich mit meiner Meinung nicht \u00fcberw\u00e4ltige, sondern daf\u00fcr sorge, dass die Sch\u00fcler*Innen ein eigenes Urteil bilden k\u00f6nnen. Aber zu meiner Schulzeit, waren die Lehrer eher \u201eneutral\u201c und dies sorgte f\u00fcr eine politische Lethargie (Gessner et al. 2016). Aber gleichzeitig gab es auch \u201eextreme\u201c Lehrkr\u00e4fte, die deren Meinung durchzusetzen versuchten. Daher ist es Hilfreich, den Unterschied zwischen Mitteilen und Vermitteln (Giesinger 2021) zu kennen. Im Kontext Heterogenit\u00e4t, zeigte sich w\u00e4hrend der Corona-Pandemie, wie unterschiedlich Lehrkr\u00e4fte mit dem Thema umgingen und f\u00fcr meine Praxis nehme ich daher mit, dass der Umgang mit Fake News und Verschw\u00f6rungstheorien durch Medien und Argumentationskompetent gef\u00f6rdert werden kann.<\/p>\n<p>3.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Die Vorlesungen haben das Thema Heterogenit\u00e4t und seine Herausforderungen seht gut verdeutlicht. Die Frage der Individualisierung im Fremdsprachenunterricht aus der Vorlesung von Fischer und Giesler sowie das Thema der politischen Meinung von Lehrkr\u00e4ften aus der Vorlesung von Barasi interessieren mich sehr. Beispielsweise hat die Vorlesung zum Thema Fremdsprachenunterricht gezeigt, dass die Individualisierung sich positiv auf die Sch\u00fcler*Innen auswirkt, aber trotzdem zur Vereinzelung f\u00fchren kann. Da stellt sich mir die Frage, wie Inklusion p\u00e4dagogisch und didaktisch umgesetzt werden kann, ohne auszuschlie\u00dfen. Die zweite Frage, inwiefern die Lehrkr\u00e4fte ihre Meinung \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen und im Bezug auf den Beutelsbacher Konses zeigt mir, dass ich trotzdem die Herausforderung habe, wie ich die Sch\u00fcler*Innen dazu bringe, kritisch zu denken ohne dabei in Indoktrination zu enden.<\/p>\n<p>Ich h\u00e4tte mir das Thema Umgang mit Sozialen Medien und Digitalen Medien n\u00e4her gew\u00fcnscht zu behandeln, da diese das politische Meinungsbildung und den Spracherwerb beeinflussen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Quellen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>1) Barasi (2025): Darf ich als Lehrkraft meine Meinung sagen?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>2) Bourdieu, Pierre (1983): \u00d6konomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Kreckel, R. (Hg.): <i>Soziale Ungleichheiten.<\/i> G\u00f6ttingen: Schwartz<\/p>\n<p>3) Gessner, Rebekka; Hoffmann, Kora; Lotz, Mathias; Wohning, Alexander (2016): Brauchen wir den Beutelsbacher Konsens? In: Widmaier\/Zorn (Hg.): <i>Brauchen wir den Beutelsbacher Konsens?<\/i> Frankfurt a.M.: bpb.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>4) Giesinger, Johannes (2021): Vermitteln und Mitteilen. In: Drerup et al. (Hg.): <i>D\u00fcrfen Lehrer ihre Meinung sagen?<\/i> Stuttgart: Kohlhammer.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>5) Kracke, Nancy; Middendorff, Elke; Buck, Daniel (2018): <i>Beteiligung an Hochschulbildung. Chancen(un)gleichheit in Deutschland.<\/i> DZHW-Brief, 3\/2018. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>6) Karaka\u015fo\u011flu, Yasemin; Vogel, Dita (2025): <i>Migration bewegt Schule. Transnationalit\u00e4t als Impuls f\u00fcr Schulentwicklung und Lehrkr\u00e4ftebildung.<\/i> Stuttgart: Kohlhammer.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>7) Weinert, F. E. (1997): Notwendige Methodenvielfalt. In: <i>Friedrich-Jahresheft,<\/i> 50\u201352.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abschlussreflexion\u00a0 1. Aus der Ringvorlesung \u201eBAUMHET\u201c habe ich zwei zentrale Grunds\u00e4tze mitnehmen k\u00f6nnen. Ein Aspekt ist die \u201eBildung in der Migrationsgesellschaft\u201c, also das Thema von Klassismus aus der Kapitaltheorie von Pierre Bourdieus und das zweite die \u201eElternkooperation\u201c, beide Themen sind f\u00fcr mich ausschlaggebende Punkte, mit denen ich mich als Lehrkraft besch\u00e4ftigen m\u00f6chte. 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