{"id":18,"date":"2025-06-11T00:47:48","date_gmt":"2025-06-10T22:47:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/merilianayohana\/?p=18"},"modified":"2025-06-11T00:47:48","modified_gmt":"2025-06-10T22:47:48","slug":"rv10-geschlechtliche-und-sexuelle-vielfalt-in-der-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/merilianayohana\/2025\/06\/11\/rv10-geschlechtliche-und-sexuelle-vielfalt-in-der-schule\/","title":{"rendered":"RV10 &#8211; Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in der Schule"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li>Was haben die beiden Filme \u201eIn a Heartbeat\u201c und \u201eThe Light\u201c in Bezug auf Schule gemeinsam?<\/li>\n<\/ol>\n<p>In beiden Filmen werden die Unsicherheiten und \u00c4ngste dargestellt welche mit dem Ausleben oder entdecken von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt einhergehen. Der Film &#8222;In a Heartbeat&#8220; veranschaulicht wie es aussehen kann wenn man im jungen Alter das erste mal seine sexuelle Orientierung hinterfragt. Im Film wird verdeutlicht wie schwierig das sein kann anders als &#8222;die Norm&#8220; zu sein und dass es ein Kampf von Herz gegen Verstand sein kann wenn man mit aller Kraft dagegen ank\u00e4mpfen m\u00f6chte. Im Film &#8222;The Light&#8220; wurde der Konflikt einer Familie gezeigt, welcher damit zu k\u00e4mpfen hat, dass der Sohn geschlechteruntypische Kleidung tr\u00e4gt und sich nicht &#8222;genderentsprechend&#8220; Verh\u00e4lt. In der Schule wird er gemobbt und die Beziehung zwischen seinen Eltern scheint daran kaputt zu gehen. Beide Filme verdeutlichen, dass queere Sch\u00fcler:innen oftmals Diskriminierung, Isolation und auch Mobbing f\u00fcrchten m\u00fcssen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung und Identit\u00e4t offen bekunden, sofern es nicht &#8222;der Norm&#8220; entspricht, ich setze absichtlich das Wort &#8222;Norm&#8220; in Anf\u00fchrungszeichen, weil ich der Meinung bin, dass Gender und Sexualit\u00e4t menschlich kreierte Konstrukte sind, es gibt daher meiner Meinung nichts was &#8222;normal&#8220; oder &#8222;nicht-normal&#8220; ist. Leider besteht trotzdem die Heteronormativit\u00e4t und damit verbundenen Erwartungshaltungen und Meinung in der Gesellschaft und in der Schule an. \u00a0Daher verdeutlichen diese beiden Filme wie wichtig ein sicherer sozialer Raum in der Schule ist, in dem Sch\u00fcler:innen ihre Geschlechtlichkeit und Sexualit\u00e4t entwickeln d\u00fcrfen , ohne Angst vor negativen Reaktionen haben zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>2. Welchen Rahmen k\u00f6nnen Lehrkr\u00e4fte erm\u00f6glichen, um Sch\u00fcler*innen einen sicheren Ort zum Lernen und f\u00fcr \u00a0 \u00a0 die Entwicklung ihrer je eigenen Geschlechtlichkeit und Sexualit\u00e4t zu bieten?<\/p>\n<p>Lehrer:innen haben die Aufgabe eine diskriminierungsfreie Lernumgebung f\u00fcr die Sch\u00fcler:innen zu erschaffen, in welche die Vielfalt von Geschlechtern und Sexualit\u00e4ten als Norm empfunden wird und in der Sch\u00fcler:innen sich sicher und geh\u00f6rt f\u00fchlen. Daf\u00fcr ist es wichtig, dass Lehrkr\u00e4fte es sich zur Aufgabe machen diese beiden Themen in ihren Unterricht aktiv einzubinden und f\u00fcr Aufkl\u00e4rung zu sorgen anstatt daraus ein Tabu-Thema zu machen, Lehrkr\u00e4fte m\u00fcssen also: &#8222;&#8230;alle Lebensweisen als gleichberechtigt nebeneinander vermitteln&#8220; (Hartmann, S. 174). Dabei darf man nicht vergessen, dass es trotzdem zu verschiedenen Meinungen und Aussagen von Seiten der Sch\u00fcler:innen kommen kann, die gegen\u00fcber queeren Sch\u00fcler:innen verletzend sein k\u00f6nnen, dies liegt oft auch daran, dass Sch\u00fcler:innen in ihrem Zuhause, oft durch kulturell gepr\u00e4gten \u00dcberzeugungen mitgegeben bekommen, dass es nur eine richtige Lebensweise gibt und alle andern nicht normal w\u00e4ren. In solchen F\u00e4llen ben\u00f6tigt die Lehrkraft die Sozialkompetenz, welche nach Busche et al. Kommunikation-, Konflikt-, und Kooperationsf\u00e4higkeit ist, um Konflikte zwischen Sch\u00fcler:innen aus der Welt zu schaffen und Sensibilit\u00e4t rund um diese Themen zu schaffen. (vgl. Busche et al., 2018, S. 180-192) Auch k\u00f6nnen Lehrer:inne in ihr Unterrichtsmaterial gendersensible Sprache und vielf\u00e4ltige Repr\u00e4sentation einbinden. (Ein Beispiel w\u00e4re hier: Im Unterricht wird ein Bild von einer gl\u00fccklichen Familie gezeigt, welches beschrieben werden soll. Zu sehen sind zwei V\u00e4ter und zwei Kinder) Ein weiterer Punkt ist die korrekte Nutzung von Pronomen und das richtige Gendern sowie das Aufbrechen von heteronomativen Denkmustern. (vgl. Folie 5) Ein letzter Punkt den ich hierzu noch erg\u00e4nzen m\u00f6chte ist, dass Lehrkr\u00e4fte private Gespr\u00e4chsstunden anbieten k\u00f6nnen, in denen sich sich mit Sch\u00fcler:innen zusammensetzen, ihnen dadurch ein offenes Ohr f\u00fcr ihre Sorgen bieten, m\u00f6gliche L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zusammen finden k\u00f6nnen und den Sch\u00fcler:innen einen Raum f\u00fcr Selbstreflexion schaffen.<\/p>\n<p>3. Welchen Rahmen k\u00f6nnen cis-\/endogeschlechtliche und heterosexuell lebende Lehrkr\u00e4fte ihren queer lebenden Kolleg*innen bieten, um auch f\u00fcr diese einen sicheren Arbeitsort zu schaffen?<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte sollte der sozial Raum Schule ein sicherer Ort sein in dem sie sich ihrer eigenen Identit\u00e4t treu bleiben ohne die Angst vor Diskriminierungen seitens Kolleg:innen. Auch im sp\u00e4teren Alter kann man seine sexuelle Orientierung oder sein Geschlecht hinterfragen, daher ist es zwischen Lehrkr\u00e4ften als aller erstes wichtig, sich klar gegen Diskrimierungen oder heteronormative Strukturen im Kollegium zu positionieren. Cis- und heterosexuelle Kolleg:innen m\u00fcssen daher aktiv dran teilnehmen solche Strukturen nicht zu reproduzieren und sich vor allem offen f\u00fcr die Kritik an solchen Strukturen zu zeigen (vgl. Hark, 2009, S. 318). Dazu darf man aber nicht vergessen, dass keine Lehrkraft den Kolleg:innen Rechenschaft oder eine Erkl\u00e4rung \u00fcber die Sexualit\u00e4t oder der Identit\u00e4t schuldet, die Lehrkr\u00e4fte sollten dies daher nicht hinterfragen sondern sich stets solidarisch zeigen, mit dem Bewusstsein daf\u00fcr, dass dieses Thema f\u00fcr viele ein sensibles, verletzendes Thema sein kann (vgl. Thuswald 2021, S. 15). F\u00fcr noch mehr Bewusstsein rund um die Themen, nicht nur unter Lehrkr\u00e4ften sondern auch f\u00fcr den Unterricht, k\u00f6nnen Lehrkr\u00e4fte Fortbildungen besuchen, die sich vor allem auf die Themen Sexualit\u00e4t und Gender in der Schule spezialisieren.<\/p>\n<p>Literatur<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 33\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Busche, M., Hartmann, J., Nettke, T. &amp; Streib-Brzic\u030c, U. (Hrsg.). (2019). Pa\u0308dagogik. Heteronormativita\u0308tskritische Jugendbildung: Reflexionen am Beispiel eines museumspa\u0308dagogischen Modellprojekts. Transcript. https:\/\/doi.org\/10.14361\/9783839442418<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 33\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Debus, K., Laumann, V. &amp; Klemm, S. (Hrsg.). (2018). Pa\u0308dagogik geschlechtlicher, amouro\u0308ser und sexueller Vielfalt: Zwischen Sensibilisierung und Empowerment (1.Auflage). Dissens.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 33\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Thuswald, M. (2021). Sexuelle Bildung ermo\u0308glichen: Sprachlosigkeit, Lust, Verletzbarkeit und Emanzipation als Herausforderungen pa\u0308dagogischer Professionalisierung. Pa\u0308dagogik. Transcript. http:\/\/www.transcript-verlag.de\/978-3- 8376-5977-1<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was haben die beiden Filme \u201eIn a Heartbeat\u201c und \u201eThe Light\u201c in Bezug auf Schule gemeinsam? In beiden Filmen werden die Unsicherheiten und \u00c4ngste dargestellt welche mit dem Ausleben oder entdecken von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt einhergehen. 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