{"id":41,"date":"2025-06-28T23:41:53","date_gmt":"2025-06-28T21:41:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/?p=41"},"modified":"2025-06-28T23:41:53","modified_gmt":"2025-06-28T21:41:53","slug":"rv10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/2025\/06\/28\/rv10\/","title":{"rendered":"RV10"},"content":{"rendered":"<p>Kinder bringen bereits vor dem Schuleintritt unterschiedliche Zug\u00e4nge zur Schrift mit. Ein Beispiel daf\u00fcr ist Saschas \u201eSonne\u201c-Puzzle (Weinhold 2025, Folie 3). Die Kinder erkennen Buchstaben wie \u201eO\u201c, \u201eN\u201c oder \u201eS\u201c und ordnen sie schlie\u00dflich zum Wort \u201eSonne\u201c. Schrift wird hier als Spiel und Bedeutungstr\u00e4ger erlebt. W\u00e4hrend Sandra das Wortbild erkennt und die Buchstaben in die richtige Reihenfolge bringt, erwartet Anwar ein Bild und versteht zun\u00e4chst nicht, dass Buchstaben ein Wort meinen k\u00f6nnen. Auch Jan-Carlos zeigt einen pers\u00f6nlichen Zugang zur Schrift: Er liest Teile seiner diktierten Geschichte \u00fcber seinen Hund Pascal selbst (\u201eWo ist Pascal\u201c) und erlebt Schrift als M\u00f6glichkeit, Pers\u00f6nliches festzuhalten (Weinhold 2025, Folie 4).<\/p>\n<p>Der Begriff der elementaren Schriftkultur beschreibt die ersten Begegnungen von Kindern mit Schrift, bei denen Schrift subjektiv bedeutsam, funktional und in soziale Kontexte eingebettet ist (Weinhold 2025, Folie 12). Kinder erfahren Schrift zum Beispiel durch das Erkennen von Stra\u00dfenschildern oder das Beobachten von Einkaufszetteln im Alltag. Die elementare Schriftkultur unterscheidet sich von der Kulturtechnik, die auf den Erwerb von Fertigkeiten, Regeln und das systematische Durchschauen des Schriftsystems abzielt (Weinhold 2025, Folien 14\u201315). Zug\u00e4nge zur elementaren Schriftkultur k\u00f6nnen durch diktierendes Schreiben (Kinder erz\u00e4hlen, Erwachsene schreiben auf), durch regelm\u00e4\u00dfiges Vorlesen und Erz\u00e4hlen oder durch das Verfassen eigener Texte zu Bilderbuch- oder Medienfiguren geschaffen werden (Weinhold 2025, Folien 19\u201320).<\/p>\n<p>Die IGLU-Studie 2022 zeigt eine zunehmende Leistungsheterogenit\u00e4t im Lesen. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass viele Kinder keinen pers\u00f6nlich bedeutsamen Zugang zur Schrift finden, weil ihnen dieser Zugang im Elternhaus oder sozialen Umfeld fehlt (Sch\u00fcler 2021: 16; Weinhold 2025, Folie 18). Der schulische Unterricht schafft es bislang nicht ausreichend, diese L\u00fccke zu schlie\u00dfen. Der Leseunterricht m\u00fcsste daher st\u00e4rker die Bedeutung und den Sinn von Schrift in den Mittelpunkt stellen, etwa durch mehr Vorlesen, eigene Geschichten der Kinder oder alltagsnahe, differenzierte Angebote, die an die Lebenswelt der Kinder ankn\u00fcpfen (Weinhold 2025, Folie 27).<\/p>\n<p>\u2e3b<\/p>\n<p>Quellen:<br \/>\nWeinhold, S. (2025): Ringvorlesung Umgang mit Heterogenit\u00e4t in der Schule. Elementare Schriftkultur.<br \/>\nSch\u00fcler, L. (2021): Elementare Schriftkultur in heterogenen Lernkontexten. Zug\u00e4nge zu Schrift und Schriftlichkeit. Seelze: Klett\/Kallmeyer.<br \/>\nDehn, M. \/ H\u00fcttis-Graff, P. (2000): Zeit f\u00fcr die Schrift II. Beobachtung und Diagnose. Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kinder bringen bereits vor dem Schuleintritt unterschiedliche Zug\u00e4nge zur Schrift mit. Ein Beispiel daf\u00fcr ist Saschas \u201eSonne\u201c-Puzzle (Weinhold 2025, Folie 3). Die Kinder erkennen Buchstaben wie \u201eO\u201c, \u201eN\u201c oder \u201eS\u201c und ordnen sie schlie\u00dflich zum Wort \u201eSonne\u201c. Schrift wird hier als Spiel und Bedeutungstr\u00e4ger erlebt. W\u00e4hrend Sandra das Wortbild erkennt und die Buchstaben in die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":16371,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[6],"class_list":["post-41","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-rv10"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16371"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41\/revisions\/43"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}