{"id":13,"date":"2025-05-29T16:19:14","date_gmt":"2025-05-29T14:19:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/?p=13"},"modified":"2025-06-04T14:58:07","modified_gmt":"2025-06-04T12:58:07","slug":"rv07","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/2025\/05\/29\/rv07\/","title":{"rendered":"RV07"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif\">1. Vorwissen ist extrem wichtig f\u00fcrs Lernen \u2013 sogar noch wichtiger als Intelligenz (vgl. Ausubel, 1968, S. 127). Es f\u00e4llt Sch\u00fclerInnen viel leichter, neue Inhalte zu verstehen, wenn sie \u00fcber ein Thema schon etwas wissen. Die Intelligenz hilft zwar beim Denken und Probleml\u00f6sen, aber ohne Vorwissen bringt das oft nicht viel. Die Studie von Schneider, K\u00f6rkel &amp; Weinert (1989, S. 177\u2013178) zeigt: Kinder mit viel Fu\u00dfballwissen verstanden eine Geschichte besser \u2013 unabh\u00e4ngig von der Intelligenz. Zusammen wirken sie sehr gut, aber Vorwissen scheint im schulischen Kontext wichtiger zu sein. Aber auch umgekehrt ist es so: Wissen alleine gen\u00fcgt nicht ohne intelligente Verarbeitung. Interessant fand ich auch, dass schon ein paar Monate mehr Unterricht den IQ steigern kann (vgl. Rost &amp; Wild, 1995, S. 42\u202ff.; Langfeldt, 2006, S. 73). Das zeigt, wie sehr Umwelt, in dem Fall Schule, Intelligenz beeinflusst. Das gibt mir Hoffnung, dass jeder belehrbar ist und \u201erichtig Lernen\u201d nicht angeboren und eine Begabung ist.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: georgia, palatino, serif\">2. In meinem bisherigen Praktikum in einer jahrgangsgemischten Grundschulklasse habe ich vieles beobachten k\u00f6nnen. Besonders bei den Zweitkl\u00e4sslerInnen fiel mir auf, dass ich f\u00e4lschlicherweise annahm, alle k\u00f6nnten schon lesen oder einigerma\u00dfen die Buchstaben kennen. Manche Kinder mit \u00e4lteren Geschwistern konnten tats\u00e4chlich schon fl\u00fc\u00dfig lesen \u2013 das war aber nicht bei allen so. Ein Zweitkl\u00e4ssler konnte zum Beispiel noch nicht alle Buchstaben erkennen. Ich war zun\u00e4chst \u00fcberfordert, wie ich ihn unterst\u00fctzen k\u00f6nnte. Die Lehrerin gab mir dann den Tipp, mit einer Alphabetstabelle zu arbeiten, auf der zu jedem Buchstaben ein Tier oder Objekt abgebildet war. Dazu gab es bestimmte Bewegungen, die die Kinder auswendig gelernt hatten. Der Sch\u00fcler konnte durch die Bewegung den Buchstaben erkennen \u2013 sein motorisches Vorwissen half ihm dabei. Diese Erfahrung hat mir deutlich gezeigt, wie wichtig Vorwissen beim Lernen ist \u2013 und wie man es auch auf unterschiedlichen Wegen aktivieren kann (vgl. Langfeldt, 2006, S. 71).<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: georgia, palatino, serif\">3. Ich finde, dass Vorwissen zu wenig beachtet wird, als Intelligenz. Helmke (2009, S. 236\u202ff.) kritisiert ebenfalls, dass der Unterricht selten an die Voraussetzungen der Sch\u00fclerInnen angepasst wird. Dabei finde ich, dass leistungsschw\u00e4chere Kinder aus dem Blick verloren gehen, wobei diese Kinder auch ihre Intelligenz weiterf\u00fchren k\u00f6nnten, wenn es ihnen beigebracht wird, statt davon auszugehen, dass sie bestimmte Dinge bereits k\u00f6nnen Blick \u201eDas k\u00f6nnen sie bestimmt\u201d oder \u201eDas m\u00fcssen die schon k\u00f6nnen\u201d. F\u00fcr mein n\u00e4chstes Praktikum w\u00fcrde ich die Forschungsfrage \u201eWie erfassen Lehrkr\u00e4fte das Vorwissen \u2013 und wie setzen sie es im Unterricht um?\u201c Ich k\u00f6nnte dazu Gespr\u00e4che mit Lehrkr\u00e4ften f\u00fchren oder beobachten, wie neue Themen eingef\u00fchrt werden. Vielleicht findet man dabei auch gute Beispiele f\u00fcr adaptiven Unterricht, der wirklich alle mitnimmt (vgl. Langfeldt, 2006, S. 73).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literaturverzeichnis:<br \/>\n\u2022 Ausubel, D. P. (1968). Educational psychology: A cognitive view. New York: Holt, Rinehart &amp; Winston.<br \/>\n\u2022 Helmke, A. (2009). Unterrichtsqualit\u00e4t und Lehrerprofessionalit\u00e4t: Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts (3. Aufl.). Seelze: Kallmeyer.<br \/>\n\u2022 Langfeldt, H.-P. (2006). Psychologie f\u00fcr die Schule (Kap. 3: Voraussetzungen schulischen Lernens, S. 69\u201382). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.<br \/>\n\u2022 Rost, D. H., &amp; Wild, K.-P. (1995). Intelligenz und Schulleistung: Ergebnisse aus L\u00e4ngsschnittuntersuchungen. In D. H. Rost (Hrsg.), Entwicklungspsychologie des Schulalters (S. 29\u201347). Weinheim: Beltz.<br \/>\n\u2022 Schneider, W., K\u00f6rkel, J., &amp; Weinert, F. E. (1989). Domain-specific knowledge and memory performance: A comparison of high- and low-aptitude children. Journal of Educational Psychology, 81(3), 306\u2013312.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Vorwissen ist extrem wichtig f\u00fcrs Lernen \u2013 sogar noch wichtiger als Intelligenz (vgl. Ausubel, 1968, S. 127). Es f\u00e4llt Sch\u00fclerInnen viel leichter, neue Inhalte zu verstehen, wenn sie \u00fcber ein Thema schon etwas wissen. Die Intelligenz hilft zwar beim Denken und Probleml\u00f6sen, aber ohne Vorwissen bringt das oft nicht viel. 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