{"id":11,"date":"2025-05-03T00:06:05","date_gmt":"2025-05-02T22:06:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/?p=11"},"modified":"2025-06-20T08:46:11","modified_gmt":"2025-06-20T06:46:11","slug":"11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/melzey\/2025\/05\/03\/11\/","title":{"rendered":"rv03"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zuschreibung in der Schule<\/p>\n<p>In der Schule entstehen Geschlechterrollen st\u00e4ndig neu durch ein Wechselspiel von Inszenierung und Zuschreibung. Kinder inszenieren ihr Geschlecht aktiv \u2013 zum Beispiel durch Kleidung, Verhalten oder Sprache \u2013 was West und Zimmerman (1987) als Doing Gender bezeichnen. Gleichzeitig erleben sie Zuschreibungen von au\u00dfen, wenn Lehrkr\u00e4fte oder Mitsch\u00fcler:innen bestimmte Eigenschaften wie \u201ebrav\u201c oder \u201ewild\u201c mit ihrem Geschlecht verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Die Vorlesungsfolien (26\u201330) zeigen deutlich, dass M\u00e4dchen oft f\u00fcr ihre Disziplin gelobt werden, w\u00e4hrend Jungen mit Aktivit\u00e4t oder Coolness auffallen. Fantini (2020) beschreibt, dass Jungen ihre Identit\u00e4t h\u00e4ufig durch Abgrenzung von \u201eWeiblichem\u201c formen, was besonders dann sichtbar wird, wenn m\u00e4nnliche Bezugspersonen fehlen. Dieses Spannungsfeld sorgt daf\u00fcr, dass sich Geschlechterrollen immer wieder verfestigen, auch wenn die Schule eigentlich als neutraler Ort gelten soll.<\/p>\n<p>\u2e3b<\/p>\n<p>2. Reflexion eigener Erfahrungen<\/p>\n<p>In meinem Orientierungspraktikum sowie auf meiner Arbeit habe ich \u00e4hnliche Muster erlebt: Jungs sind oft laut, M\u00e4dchen flei\u00dfig. Im Praktikum zeigte sich vor allem in Klassen mit DaZ-Sch\u00fcler:innen, dass M\u00e4dchen mit Migrationshintergrund sprachlich stark auftraten, w\u00e4hrend Jungen eher durch Zur\u00fcckhaltung oder betonte L\u00e4ssigkeit auffielen. Fantini und Sudy weisen darauf hin, dass diese Jungen oft traditionelle M\u00e4nnlichkeitsbilder \u00fcbernehmen und schulische Leistung abwerten.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig war auch, dass Lehrkr\u00e4fte Lob unterschiedlich verteilten: M\u00e4dchen wurden f\u00fcr sprachliche Pr\u00e4zision gelobt, Jungs eher f\u00fcr Sportlichkeit oder Durchsetzungsverm\u00f6gen. Das verdeutlicht, wie eng Sprache und Gender zusammenspielen und wie stark Zuschreibungen den schulischen Alltag pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>\u2e3b<\/p>\n<p>3. Beobachtungsaufgabe f\u00fcrs Praktikum<\/p>\n<p>In einer beobachteten Unterrichtsstunde soll darauf geachtet werden, wie Lehrkr\u00e4fte mit M\u00e4dchen und Jungen umgehen: Wer wird wie oft gelobt, wer wird wie eingebunden? Besonders spannend ist der Blick auf Kinder mit nicht-deutscher Erstsprache: Gibt es hier Unterschiede im Umgang mit M\u00e4dchen und Jungen? Auch die K\u00f6rpersprache der Sch\u00fcler:innen sollte beobachtet werden, um zu sehen, wie sie ihr Geschlecht inszenieren und ob diese Muster von der Lehrkraft unterst\u00fctzt oder hinterfragt werden. Ziel ist es, zu erkennen, wie Gender und andere Heterogenit\u00e4tsmerkmale \u2013 vor allem Sprache \u2013 zusammenspielen.<\/p>\n<p>\u2e3b<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Fantini, C. (2020): M\u00e4nnlichkeitsentw\u00fcrfe in widerspr\u00fcchlichen Verh\u00e4ltnissen.<br \/>\nRingvorlesung: Gendersensible P\u00e4dagogik 2025 (Folien 26\u201330).<br \/>\nWest, C. &amp; Zimmerman, D. H. (1987): Doing Gender.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Zuschreibung in der Schule In der Schule entstehen Geschlechterrollen st\u00e4ndig neu durch ein Wechselspiel von Inszenierung und Zuschreibung. Kinder inszenieren ihr Geschlecht aktiv \u2013 zum Beispiel durch Kleidung, Verhalten oder Sprache \u2013 was West und Zimmerman (1987) als Doing Gender bezeichnen. 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