{"id":27,"date":"2023-08-14T12:22:07","date_gmt":"2023-08-14T10:22:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mehrane\/?p=27"},"modified":"2023-08-14T12:22:07","modified_gmt":"2023-08-14T10:22:07","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mehrane\/2023\/08\/14\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\">Liebe Leser*innen<\/p>\n<p class=\"p1\">1. Der folgende Blogbeitrag widmet sich der Baumhet-Ringvorlesung &#8222;Umgang mit Heterogenit\u00e4t&#8220; und fungiert als Abschlussreflexion. Hierbei wird ein Bezug zu den zw\u00f6lf Sitzungen hergestellt, in denen ein facettenreicher Einblick in die wechselnden Vortr\u00e4ge der Dozierenden gew\u00e4hrleistet wurde. Im Anschluss sollen nun bedeutende Ereignisse und die daraus gewonnenen Erkenntnisse veranschaulicht werden sowie in Bezug zu den studierten F\u00e4chern gesetzt werden.<\/p>\n<p class=\"p1\">Besonders in Erinnerung blieb mir die Sitzung &#8222;Inklusive Bildungspraxis in S\u00fcdtirol\/Italien: Gestaltungsm\u00f6glichkeiten innerhalb inklusiver Strukturen&#8220;. Inklusive Bildung ist heutzutage allgegenw\u00e4rtig und spielt eine zentrale Rolle in der Bildungsdiskussion. Die Bedeutung von inklusiven Bildungssystemen wurde in den letzten Jahren zunehmend erkannt und betont. Diese Entwicklung resultiert aus einer wachsenden Bewusstseinserweiterung f\u00fcr inklusive Bildungssysteme und spielt f\u00fcr angehende Lehrerinnen, wie wir, eine entscheidende Rolle. Bildungssysteme wurden oft nach starren und ausschlie\u00dflichen Kriterien gestaltet, weshalb das Lernen f\u00fcr bestimmte Gruppen erschwert wurde. Doch die Anerkennung der Rechte aller Menschen im Hinblick auf Bildung und die Forderung nach einer inklusiven Bildung haben zur Ver\u00e4nderung in der Bildungspolitik und -praxis gef\u00fchrt (vgl. Powell\/Pfahl 2008, S. 2 f). Besonders erkenntnisreich erscheint vor allem die Tatsache, dass eine wesentliche \u00dcberleitung zur inklusiven Bildung die steigende Akzeptanz und Sensibilisierung f\u00fcr Individualit\u00e4t und Vielfalt der Lernenden voraussetzt. Bildungseinrichtungen streben vermehrt danach, die Bed\u00fcrfnisse jedes Einzelnen zu verstehen und entsprechende Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um ein inklusives Lernumfeld zu schaffen. Bez\u00fcge lassen sich hierbei zu meinem studierten Fach &#8222;Interdisziplin\u00e4re Sachbildung&#8220; herstellen. Im Seminar &#8222;Sachunterricht in heterogenen Lerngruppen&#8220; lernten wir, dass es unterschiedliche Bereiche, Faktoren\/Dimensionen, Hintergr\u00fcnde, Entstehungsvermutungen und Auspr\u00e4gungen von Heterogenit\u00e4t gibt. Lehrpersonen k\u00f6nnen am besten damit umgehen, wenn sie diese anerkennen und den Umgang mit Heterogenit\u00e4t als grunds\u00e4tzliches Leitmotiv in Bildungssituationen einstufen. Zudem sollte ein Heterogenit\u00e4tsbewusstsein entwickelt werden, welches den Blick sch\u00e4rft und die Handlungsf\u00e4higkeit unterst\u00fctzt. In der Grundschule w\u00e4hrend meiner Arbeitszeit merke ich, dass die Vielfalt im Klassenzimmer immer weiter zunimmt und Sch\u00fcler*innen unterschiedliche Lernbed\u00fcrfnisse und -geschwindigkeiten aufzeigen. Aus diesem Grund muss man jederzeit in der Lage sein, auf diese individuellen Bed\u00fcrfnisse einzugehen zu k\u00f6nnen und eine differenzierte Unterrichtsgestaltung zu erm\u00f6glichen, damit alle bestm\u00f6glich gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p class=\"p1\">Ebenso in Erinnerung blieb mir die Sitzung &#8222;Heterogenit\u00e4t als Begriff, Merkmal von Gesellschaft und Herausforderung f\u00fcr die Schule&#8220;. In dieser Sitzung besch\u00e4ftigten wir uns mit den Spannungsfeldern von Heterogenit\u00e4t und Homogenit\u00e4t. Besonders ausschlaggebend war hier der Begriff Stereotype, welcher als &#8222;Rettungsanker&#8220; f\u00fcr Ordnungsbed\u00fcrfnisse und Basis f\u00fcr Diskriminierung und Vorurteile verstanden werden konnte. Heterogenit\u00e4t wird als ein Produkt von Ungleichheit verstanden, welches in der Schule hereingetragen wird, dort stabilisiert und fortlaufend produziert wird (vgl. Karst\/Bonefeld 2020, S. 282 f.). Stereotype verst\u00e4rken Vorurteile und Diskriminierung. Sch\u00fcler*innen, die diesen ausgesetzt sind, tendieren eher dazu, benachteiligt zu werden (Vgl. Ebd.). Erkenntnisreich in der Vorlesung erscheint vor allem die Tatsache, ein ausgewogenes Verst\u00e4ndnis von Heterogenit\u00e4t und Homogenit\u00e4t zu entwickeln, um eine inklusive Bildung zu erm\u00f6glichen. Stereotype sind tief verankert, deshalb ist es fast undenkbar, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Stereotype vollst\u00e4ndig wegzudenken sind. Viel wichtiger ist es zu \u00fcberdenken, gerade als angehende Lehrkraft, inwiefern mit Stereotypen umgegangen werden kann. Hier kann eine Verbindung zu meinem studierten Fach &#8222;ISSU&#8220; hergestellt werden. In einigen Seminaren lehrten uns Dozenten, welche Strategien am effektivsten sind, um diese gr\u00f6\u00dftenteils zu vermeiden. Dazu geh\u00f6rt unter anderem, ein Bewusstsein zu schaffen. Hierbei soll man eigene Vorurteile reflektieren sowie die Klasse f\u00fcr Stereotype und ihre Auswirkungen sensibilisieren. Im Ged\u00e4chtnis bleibt mir auch, kritisches Denken zu f\u00f6rdern und Kinder zu ermutigen, einzelne Stereotype zu hinterfragen. So kann man als Lehrkraft aktiv gegen Stereotype vorgehen, auch wenn diese nicht komplett wegzudenken sind.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">2. <\/span>Viele Aspekte der Vorlesung waren pr\u00e4gend f\u00fcr meine Praxiserfahrung. Da ich zweimal w\u00f6chentlich in der Grundschule arbeite, konnte ich zu den eingef\u00fchrten Inhalten in der Vorlesung direkte Bez\u00fcge herstellen. Besonders pr\u00e4gend im Hinblick auf die Praxis zeigt sich die Sitzung &#8222;Heterogenit\u00e4t im Schriftspracherwerb&#8220;. Ich konnte gut beobachten, dass Sch\u00fclerinnen meiner ersten Klasse in Bezug auf ihre Lese- und Schreibf\u00e4higkeiten sehr unterschiedlich sein k\u00f6nnen. Einige Kinder zeigen bereits vor der Einschulung Lese- und Schreibf\u00e4higkeiten, w\u00e4hrend andere noch keine Erfahrungen mit Buchstaben und W\u00f6rtern haben. Der Schriftspracherwerb h\u00e4ngt von verschiedenen f\u00f6rdernden und weniger f\u00f6rderlichen Bedingungen ab, die ein komplexes Gef\u00fcge bilden (vgl. Roos\/Sch\u00f6ller 2009, S. 18 f.). Diese Heterogenit\u00e4t sollte den Lehrerinnen bewusst sein.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Daher sollten differenzierte Unterrichtsmethoden angewandt werden, um den Bed\u00fcrfnissen der Sch\u00fcler*innen gerecht zu werden. Zudem sollte der Schriftspracherwerb als individueller Prozess betrachtet werden, der durch Unterst\u00fctzung und Anleitung begleitet werden kann. Interessant waren ebenso die Vorlesungsaufgaben, die im Anschluss der Folien aufgef\u00fchrt wurden. Begriffe wie &#8222;elementare Schriftstrukturen&#8220; wurden uns vertraut gemacht. Die Vorlesungsaufgaben zeigen, wie wichtig die elementare Schriftkultur bereits in der Kita oder im fr\u00fchen Unterricht ist. Verschiedene Beispiele zeigen praktische Ans\u00e4tze, wie Kinder spielerisch und kreativ an die Schriftsprache herangef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Grundlagen f\u00fcr Bildung und pers\u00f6nliche Entwicklung der Kinder werden somit gelegt. Au\u00dferdem wird deutlich, dass die F\u00f6rderung der elementaren Schriftkultur nicht auf das formale Lernen von Buchstaben und W\u00f6rtern beschr\u00e4nkt sein muss, sondern auch Raum f\u00fcr kreative Ausdrucksformen und Fantasie l\u00e4sst.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">3. Meines Erachtens war die Vorlesung insgesamt umfangreich und bereichernd. Verschiedene Themen und umfassende Informationen wurden behandelt und vermittelt. Die Dozentinnen waren bem\u00fcht, die Inhalte anschaulich und verst\u00e4ndlich zu pr\u00e4sentieren. Zudem konnten wir eine Vielzahl von Ideen und neuen Konzepten kennenlernen, die einerseits bereichernd waren, andererseits aber auch herausfordernd, da inhaltlich viel Neues dazu kam. Mehr erfahren w\u00fcrde ich gerne zu der Fragestellung: &#8222;Welche Heterogenit\u00e4tsdimensionen spielen im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht eine besondere Rolle?&#8220; Hier k\u00f6nnte eventuell weiter ausgebaut werden, welche Lehrmethoden und Materialien sich am besten eignen, um verschiedene Lernstile der Sch\u00fclerinnen anzusprechen und den Lernprozess zu unterst\u00fctzen, oder wie Lehrkr\u00e4fte die unterschiedlichen Vorkenntnisse und Erfahrungen der Sch\u00fclerinnen ber\u00fccksichtigen, um den Einstieg in neue Themen optimal zu gestalten, insbesondere f\u00fcr angehende Lehrerinnen. Interessant erschien mir auch die Sitzung &#8222;Inklusive Bildungspraxis in S\u00fcdtirol\/Italien: Gestaltungsm\u00f6glichkeiten innerhalb inklusiver Strukturen&#8220;. Umfangreiche Details im Hinblick auf Inklusion wurden innerhalb der Sitzung behandelt. Weiter ausbauen k\u00f6nnte man den Aspekt: &#8222;Welche k\u00fcnftigen Entwicklungen und Trends zeichnen sich im Bereich inklusive Bildungspraxis ab?&#8220; Um diesen Aspekt n\u00e4her zu behandeln.<\/p>\n<ul class=\"ul1\">\n<li class=\"li1\">Glock, S., &amp; Kleen, H. (2020):\u00a0Stereotype in der Schule. Wuppertal: Springer VS. S. 282- 289.<\/li>\n<li class=\"li1\">Powell, J.J-W.\/Pfahl. L. (2008): Sonderschule behindert Chancengleichheit. Berlin: WZB<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/li>\n<li class=\"li1\">Roos, J., &amp; Scholer, H. (2009): Entwicklung Des Schriftspracherwerbs in der Grundschule: L\u00e4ngsschnittanalyse zweier Kohorten \u00fcber die Grundschulzeit. Wiesbaden: VS Verlag fur Sozialwissenschaften. S. 18-24.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen 1. 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