krosse.fm Radiomomente

Der KROSSE.FM – Blog

Mein Radiomoment: Kein Radiomoment

19. Dezember 2020

Mein Radiomoment zeichnet sich dadurch aus, dass er kein Radiomoment war.

Im Sommer letzten Jahres, vor den Sorgen und Einschränkungen der Corona-Pandemie, habe ich ein Praktikum in der Musikredaktion von Bremen Vier absolviert. Nach ein paar Tagen zusehen und Fragen stellen, durfte ich dann auch selbst einige Musiktitel für die Morgensendung des nächsten Tages aussuchen. Nebst Songs von Wincent Weiss, Meghan Trainor und Kygo wählte ich prompt auch einen meiner persönlichen Favoriten: “Undisclosed Desires“ von Muse. Nicht nur meiner rosaroten Brille, sondern auch dem strengen Blick des Musikredakteurs hielt die Titelauswahl stand und wurde ins Sendeprogramm übernommen. Am Ende des Arbeitstages ließ ich alle meine Freunde wissen, dass morgen früh dank mir ein musikalisches Highlight laufen würde und meine Freunde ließen mich wissen, dass sie gar kein Radio hören.

Schon als “Undisclosed Desires“ vor über einem Jahrzehnt erschien, war ich von den Bässen, die ich für die fast vier Minuten immer verbotenerweise voll aufdrehte, und den begleitenden Streichern fasziniert. Da es Spotify noch nicht gab und mein Taschengeld nicht für den iTunes-Store reichte, war es immer ein absolutes Highlight, wenn dieser Song im Radio zu hören war. Nun würde er nicht nur im Radio laufen, sondern auch von mir dort platziert worden sein!

Als ich in meiner sommerlichen Übermotivation morgens aufstand, um vor der Arbeit noch eine Runde joggen zu gehen, machte ich also statt der Sportplaylist die Radio-App an. Nachdem Lady Gaga und Bradley Cooper zur Genüge verliebt in mein Ohr gesäuselt hatten, waren jedoch erst einmal die Nachrichten dran und ich schaltete kurz zurück auf Spotify. Als ich mich daran erinnerte, wieder das Radio einzuschalten, war das Unsägliche geschehen: Ich hatte den Song verpasst.
Stattdessen besang nun Michael Schulte mit “You Let Me Walk Alone“ meinen Gemütszustand äußerst zutreffend. Trotzig hörte ich den gewünschten Song auf Spotify und musste feststellen, dass es einfach nicht dasselbe war. Die Magie des linearen Radios und der Nervenkitzel, ob ein Song ohne Staunachrichten und unangenehm frühe Abmoderation gehört werden kann, sind bei den meisten Streaming-Diensten einfach nicht vergleichbar.

In den folgenden Wochen des Praktikums durfte ich noch häufiger Musiktitel auswählen und habe die meisten davon auch mitbekommen. Besonders oft lief während der sechs Wochen jedoch ein bestimmter Song von Muse.

Autorin: Yaël Delkurt

Mein Radiomoment: Das Rechnen mit den Chartplatzierungen

2. Juli 2019

Mein Radiomoment ist eine Erinnerung, die mir durch das Seminar „Krosse.FM“ wieder in den Kopf kam.

Vor mittlerweile so vielen Jahren, dass es mehr als die Hälfte meines Lebens her ist, war ich mit meiner Familie und den Hunden im örtlichen Wald spazieren. Auf der Autofahrt dorthin wurde natürlich das Radio eingeschaltet. Derzeit lief sonntagnachmittags immer der „Chartcountdown“.

Aussteigen – Hunde anleinen – Spazierengehen.

Einige Zeit später dann, zurückgekehrt zum Wagen, machte mein Papa das Radio wieder an, während wir anderen am geöffneten Kofferraum standen, um etwas zu trinken und zu essen. Anstatt auf die Uhr zu schauen oder nach der Zeit zu fragen, rätselte ich für mich allein, wie lange wir wohl spazieren gewesen sein mussten. Meine Taktik: der Musik lauschen. Denn es müssen circa 12 Chartplätze vergangen sein, da ich die Chartplatzierungen stets akribisch mitverfolge – und die Radiosendung nun fast bei Platz Eins angekommen war. Ich rechnete mit meinen Grundschulkenntnissen, wie viele Werbeblöcke es zusätzlich zu den dreieinhalbminütigen Songs wohl in der Zeit gegeben haben musste und kam zu dem Entschluss, dass wir etwas über eine Stunde spazieren waren. Und ich lag richtig damit!

Stolz erzählte ich von meinem Rechenkunstwerk und wir alle merkten in diesem Moment, wie aufmerksam dem Radio doch zugehört wird, obwohl es vermeintlich „nur“ nebenbei lief.

-Annika

Mein Radiomoment: Ein Star zum Anfassen

19. Dezember 2018

Die Frage, wie manche Stars im echten Leben drauf sind, haben sich wohl einige Leute bereits gestellt. Während meines 3-monatigen Praktikums bei einem Radiosender in Berlin durfte ich zu meinem Glück einige bekanntere und unbekanntere Stars kennenlernen und habe dabei so meine positiven und negativen Erfahrungen machen dürfen.

In diesem Beitrag möchte ich euch von meiner Erfahrung mit einem der großen Weltstars erzählen. Und zwar mit – Trommelwirbel – Ed Sheeran! Der britische Singer-Songwriter gehört wohl mit zu den beliebtesten Künstlern momentan und mit geschätzten 184,6 Millionen verkauften Tonträgern auch zu den erfolgreichsten. Mein Praktikum habe ich von Januar bis März 2017 absolviert und bin somit glücklicherweise genau in den Veröffentlichungszeitraum seines aktuellen Albums „Divide“ geraten. Nachdem seine ersten beiden Singles “Shape Of You“ und “Castle On The Hill“ veröffentlicht wurden, machten bereits erste Gerüchte die Runde, er könnte dem Sender aus Promozwecken einen Besuch abstatten. Als ich das erste Mal davon Wind bekam, war ich zunächst nicht überzeugt. Ich wusste zwar, dass der Sender in der Vergangenheit bereits von anderen Megastars wie z.B. Justin Bieber besucht wurde, aber Ed Sheeran? Und dann auch noch während ich dort arbeiten darf? Das müsste wirklich ein sehr glücklicher Zufall sein.

Aber wie es das Schicksal wollte, Ende Februar war es soweit. Schon die Tage vorher konnte man die Aufregung der anderen Mitarbeiter und die angespannte Stimmung deutlich spüren. Von vorn herein war klar, dass Ed Sheeran nur eine halbe Stunde Zeit haben würde, weshalb jeder Handgriff sitzen musste – zweite Chancen gab es in dem Fall nicht. Da ich in der Social Media Abteilung arbeitete, war klar, dass ich ganz nah mit ihm zusammenarbeiten würde. Bei Interviews oder Acoustic Sessions war ich meistens für den Ton zuständig und meine Kollegin für die Videoaufnahmen. Von daher lastete auch ein enormer Druck auf mir, denn was kann beim Radio wichtiger sein als der Ton? Wenn ich etwas vergesse oder falsch einstelle, ist der ganze Besuch umsonst und das Interview unbrauchbar. Ihr könnt euch also vorstellen, wie nervös ich war, als der große Tag vor der Tür stand.

Alles wurde vorher streng geheim behandelt. Man wollte um jeden Preis vermeiden, dass Fans von seinem Besuch in der Hauptstadt Wind bekommen und einen Massenauflauf vor dem Sender veranstalten. Ed Sheeran kam also, wie sollte es anders sein, durch die Kellergarage. Vor seiner Ankunft wurden klare Regeln aufgestellt: Keine gemeinsamen Selfies und keine Autogramme (was weniger an Ed Sheeran und seinem Team lag als an dem sehr eng getakteten Zeitplan).

Und dann war es endlich soweit: Ed Sheeran, ganz real in Fleisch und Blut, direkt vor mir. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Obwohl ich nie ein Problem mit der englischen Sprache hatte, bin ich vorher bestimmt tausend mal durchgegangen, wie ich ihn begrüßen würde – wenn er mich denn überhaupt persönlich begrüßen oder ansprechen würde (wir hatten durchaus vorher auch Stars zu Besuch, die sich dafür wohl zu fein waren). Aber der Typ, der da vor mir stand, wirkte überhaupt nicht wie ein großer Weltstar. Er stand total entspannt mit seinen typischen zerstrubbelten roten Haaren vor mir, hielt mir die Hand hin und sagte ganz selbstverständlich: “Hi, I’m Ed.“

Mein erster Gedanke? Mein Gott, ist der klein! Dazu sei vielleicht erwähnt, dass ich mit 1,81m ziemlich groß bin und die meisten Stars mir im echten Leben wohl ziemlich klein vorkommen würden. Mein zweiter Gedanke? Oh mein Gott, du hast gerade Ed Sheeran die Hand geschüttelt und er kennt ab jetzt deinen Namen (auch wenn er ihn wahrscheinlich nach einer Minute bereits wieder vergessen hat). Der erste Punkt auf der Agenda war das Interview mit einem der Moderatoren. Ich durfte dabei den Ton des Interviewers aufnehmen. Meine Hände zitterten erheblich und mein Herz schlug immer noch, als würde es mir direkt aus der Brust springen wollen. Und dann ging es einfach los.

Und was soll ich sagen? Ed Sheeran war genauso entspannt und lustig drauf wie in anderen Interviews, die ich mir bereits zur Vorbereitung online angesehen hatte. Er plauderte über sein neues Album und erzählte ganz selbstverständlich eine Story, in der er Justin Bieber auf dem Golfplatz aus Versehen mit einem Golfschläger ins Gesicht geschlagen hatte. Ganz so, als wäre er einfach nur ein Kumpel mit dem man ein paar Geschichten austauscht.

Mittlerweile hatte sich in der Tür und im Raum eine kleine Menge von Menschen angesammelt. Einige hatten ihr Handy draußen und filmten alles vom Rand aus mit. Muss schon ein komisches Gefühl sein, wenn so viele Kameras auf einen gerichtet sind. Nach dem Interview ging es dann in eine andere Etage des Senders, um die Acoustic Session eines Songs aufzunehmen. Dabei war ich dann nicht mehr für den Ton zuständig, sondern für die zweite Kamera. Diese Art von Videos werden immer in einem kleinen Raum aufgenommen, in dem meistens auch nicht so viel Platz ist. Von daher waren wir dann plötzlich nur noch zu dritt auf recht kleinem Raum. Meine Kollegin, Ed Sheeran und ich.

Die Acoustic Session verging wie im Flug. Ich stand nur etwa 1 – 2 Meter von ihm entfernt, während er uns – zumindest gefühlt – ein kleines Privatkonzert spielte. Meine Hand zitterte während der Aufnahmen immer noch merklich und auch mein Puls hatte sich kein kleines bisschen beruhigt. Aber auch hier merkte man wieder ganz deutlich: Ed Sheeran ist einfach super entspannt. Vor der Session und zwischen den Takes plauderte er immer wieder ganz locker mit uns, machte Witze oder fragte uns etwas. Ganz normal also.

Und dann war er auch wieder weg. Die halbe Stunde fühlte sich an wie fünf Minuten und noch Tage später sprachen wir darüber. Im Sender schickten wir uns gegenseitig alle Videos und Fotos, die entstanden waren. Und so hatte auch ich genug Material, um ein bisschen vor meinen Freunden anzugeben 😉

Mein Radiomoment: Ein Begleiter in allen Lebenslagen

9. Januar 2018

Mein Radiomoment besteht nicht nur aus einem, sondern aus vielen Augenblicken, in denen ich das Radiohören immer wieder für mich entdeckt habe. Zum Beispiel in meiner Kindheit, als ich – inspiriert vom Rolf-Zuckowski-Song „Du da im Radio“ – darüber nachgedacht habe, wie die Sprecher eigentlich in unser Küchenradio passen. Und wie das dann bloß bei einem Autoradio funktioniert.

Ein anderer Moment war, als ich vor meiner mündlichen Abiturprüfung das Radio eingeschaltet hatte, um mich von meiner Nervosität abzulenken. Im Badezimmer spielte „The Show Must Go On“ von Queen und ich muss zugeben, dass es mich ganz klischeehaft anspornte. Daher danke ich der Person, die mir durch das Spielen dieses Songs 4 Minuten und 31 Sekunden lang neuen Mut schenkte.

Einer meiner Lieblings-Radiomomente ist jedoch das alljährliche Hören der Ostersendung eines bekannten niedersächsischen Radiosenders im Auto, eingequetscht zwischen meinen Geschwistern auf der Rückbank und mit dem honigkuchenpferdigsten Grinsen im Gesicht.

-Paula Schmieding

Mein Radiomoment: Radio hören an der Vltava

12. Dezember 2017

Meine erste Reise nach Tschechien war dem spontanen Entschluss gefolgt, weniger zwei Ideen als Träumereien umzusetzen. Ich wollte schon immer mal ins historische Äeský Krumlov, eine Freundin am sonnigen Ufer der Vtlava im Gras sitzen und Radio hören.

Unsere Vorhaben ergänzten sich gut, also hatten wir einen Plan. Im Internet fand ich ein tschechisches Busunternehmen, das regelmäßig Fahrten über die Grenze nach Äeský Krumlov anbot. Die Freundin besaß ein altes Transistorradio, wir hatten also alles, was wir brauchten. Ein paar Tage später trafen wir uns am Bahnhof, denn irgendwo hier sollte der Bus halten. Die Frau an der Auskunft wusste das nicht, der Name des Unternehmens war ihr auch fremd. Gefunden haben wir den Bus am Ende doch, nur die Batterien fürs Radio, die nicht, denn die hatten wir wohl irgendwie vergessen.

-Raphaela Obermaier

Mein Radiomoment: Morgens ist die Welt noch in Ordnung

22. November 2016

Es ist morgens 06:15 Uhr –  alles ist noch dicht in Nebel verhüllt. Der erste Sonnenstrahl fällt fahl auf den Morgentau und: Ruhe, absolute Ruhe. Allein der Lerche Morgensang ist zu vernehmen.

Doch mit dieser verträumten Stimmung ist schnell Schluss. Der Wecker klingelt. Ich gehe ins Bad. Verschlafen sucht meine Hand den Schalter meines Radios und da dröhnt es mir entgegen:
„Eure Morningshow mit eurem M-M-M-Morgenheini vom Dienst! Was sind wir nicht putzfidel! Hahaha! Und hier die Verkehrsmeldungen.“
Diese übertriebene Fröhlichkeit, welche die Moderatoren ausstrahlen, sodass manch Geigerzähler Burnout bekommt. Gepaart mit diesen ekligen Muntermachersongs wie: Walking on Sunshine oder Pharrell Williams‘ Happy, die man mit Pech noch stundenlang im Ohr mit sich herumschleppt.
Der frühe Vogel da im Radio, der kann mich mal!

Versteht mich nicht falsch! Ich hör sehr gerne Radio am Morgen. Es ist sehr schön, mit ein wenig Musik wach zu werden, vielleicht sogar unter der Dusche dann schon mitzusingen. Es ist grandios, auf dem Klo schon einmal mitzubekommen, was so in der Welt abgeht. Und es ist toll, beim Zähneputzen  mit Hilfe des ein oder anderen Spruchs oder einer Info über die Trauer des soeben geraubten Schlafes hinweg zukommen.  Aber hey! Ich trauere noch! Einem, der trauert, haut man doch nicht im Sekundentakt schlechte Witze an den Hals!?
Und eines soll gesagt sein: Der deutsche Radiohumor ist manchmal echt zum Kotzen! Stefan Raab würde sich im Grabe umdrehen. Und so früh am Morgen kommen die schlechten Gags nicht gerade besser an, wenn man sich zu der Zeit mit der Tristesse des morgendlichen Daseins beschäftigen muss.

Wieso gibt es nicht mal eine Morningshow, die einen dort abholt, wo man sich gerade mental befindet? Eine Show, in der der Moderator nicht schon eine halbe Kanne Kaffee hinter sich hat und hibbelig ins Mikro krakeelt, sondern mit ruhiger gelassener Stimme zu mir spricht: “Guten Morgen, ich weiß, es ist zu früh, aber irgendwie stehen wir das hier schon durch! Und hier das Wetter.“

– Wilke Könken

Mein Radiomoment – Radio in Reih und Glied

17. Mai 2016

Ich bin eigentlich kein großer Radiohörer mehr. Klar, damals, noch vor Zeiten von Spotify, Deezer und co. und noch bevor ich das nötige Taschengeld hatte um mir selber CDs zu kaufen war Radio voll mein Ding, aber halt auch nur, weil ich sonst kaum Zugang zu Musik hatte. Bis heute hat sich das Ganze aber doch drastisch geändert, eben durch Streaming-Dienste und eine langsam aber sicher wachsende Musiksammlung. Schon lange steht gar kein Radio als solches mehr in meiner Wohnung und wirklich vermisst habe ich das Ding bis Dato nicht.

Neulich erst habe ich aber meinen Führerschein gemacht und habe mich bei meinen ersten Spritztouren in Ermangelung eines AUX- oder USB-Anschlusses in der Familiengurke meiner Eltern auf den ollen Kurzwellenempfänger verlassen müssen. Sechs Sender waren eingespeichert, überwiegend die größten und prominentesten in unserer Region, drei Mal habe ich alle durchgeschalten und auf allen liefen gefühlt dieselben drei Songs. Selbst Radio21, was sich vor Jahren noch als reiner Classic-Rock-Sender von der Menge zumindest etwas abhob, ist inzwischen der Pop-Rock-Gentrifizierung der Radiolandschaft zum Opfer gefallen. Anderswo gibt es mit Sicherheit noch Sender, die sich gegen diesen Trend auflehnen, etwas Mut zur „Hässlichkeit“ zeigen und sich auf bestimmte Genres einschießen und das ist gut so. Aber in meiner Heimatregion befürchte ich mehr und mehr, dass Musikvielfalt im Radio über das Stadium des Todesröchelns hinaus ist und endgültig versagt.

Dabei kann es auch ganz anders gehen, das zeigt sich schon beispielsweise bei England. Allein in den gefühlten 20 BBC-Sendern gibt es schon mehr Vielfalt als in der gesamten deutschen Radiolandschaft. Na gut, BBC ist auch das eine große Medienimperium, das bei den britischen Insulanern nahezu alles im Griff hat, aber das ist gerade gar nicht der Punkt. Wenn man bei Wikipedia die Liste der Deutschen Radiosender durchgeht (Ja, die gibt es wirklich) trifft man am häufigsten auf die Sparten „Pop/Rockwelle“, „Jugendprogramm“ und „Schlager/Oldiewelle“. Und Jugendprogramm und Popwelle lassen sich schon fast synonym verwenden, wir sprechen also von etwa 3,5 verschiedenen vorherrschenden Programmsparten. Wo sind die Indie- oder die Metal-Sender? Was ist mit Techno/EDM? Verdammt, ich hör nicht einmal viel Hip-Hop, aber wo sind die Hip-Hop-Sender? Hat man solche Angst, eine einzelne Zielgruppe vernünftig zu bedienen, dass man stattdessen einfach…. gar keine bedient? Man müsste ja nicht einmal auf Nachrichten oder Morningshows und dergleichen verzichten, Hauptsache ist doch, dass einmal musikalische Lücken gefüllt werden. Vor allem bietet sich doch damit eine Plattform, vorher von einem Genre unbefleckten Hörern die Möglichkeit zu geben, Musik abseits des alltäglichen Easy-Listening-Klumpatsch á la „DAS BESTE AUS 80ERN, 90ERN UND VON HEUTE“ kennen zu lernen. Vielleicht entdeckt man ja sogar ein neues Genre für sich.

Weißt du Radio, ich bin ja nicht einmal sauer auf dich. Ich bin einfach enttäuscht. Und ich weiß, ich bin nur ein dummer, kleiner Student, der noch keine Ahnung von der großen Rundfunk-Maschinerie hat. Und mit Sicherheit gibt es so einige Faktoren, die das Entstehen einer größeren Senderlandschaft verhindern. Aber ich möchte dich ja wohl gerne anhören, liebes Radio, zumindest solange ich keine andere Möglichkeit des Musikkonsums verfügbar habe. So langweilig und einheitlich wie du allerdings momentan bist, bin ich es müßig, ständig durch meine sechs Sender zu schalten.

-Joost

Mein Radiomoment – Was eine Reise nach Barcelona mit meiner Liebe zum Radio zu tun hat

19. Januar 2016

Gerne Radio gehört habe ich schon immer und überall. In der Küche, im Auto, beim Putzen und beim Essen. Es ist eben das Begleitmedium schlechthin. Ich wurde mit dem immer gleichen Sender sozialisiert, kannte schon früh alle verschiedenen Sendungen, die Moderatoren und konnte bei allen Liedern mitsingen, die über den Tag gespielt wurden. Bis heute.

So kommt es dann, dass man sich vor das Radio setzt und aufmerksam zuhört, an Veranstaltungen teilnimmt und bei Gewinnspielen mitmacht. Wie das eine Mal, als es eine Reise nach Barcelona zu gewinnen gab. Und ja, ich war Glückspilz genug diese zu gewinnen.

Daraufhin wurde ich zum Gewinn der Reise interviewt. Die Reporterin wollte mich eigentlich nur eine Viertelstunde zu dem Gewinn und zu meiner Person befragen. Daraus wurde dann eine Stunde – weil sie so viel Spaß daran hatte, mich zu interviewen und ich daran, in das Mikro zu quatschen. Und weil ich so viel zu erzählen hatte, wurde ich in einen Radio-Stammtisch eingeladen, um eine Stunde mit einer Moderatorin über verschiedenste Themen zu quatschen. Live on air.

Seitdem jagt mich das Mikro. Sei es auf der Barcelonareise, auf der ein Reporter der ständige Begleiter der Reisegruppe war, nach Basketballspielen, in der Bremer City oder auf dem Hurricane Festival. Ständig hält mir jemand ein Aufnahmegerät (oder auch mal eine Kamera) vor die Nase. Und ich habe immer etwas zu erzählen.

Mein Radiomoment – Samstagnachmittag. Bundesligazeit. Radiokonferenzzeit.

8. Juli 2015

Ein Samstagnachmittag irgendwo in Deutschland. Bundesligazeit. Radiokonferenzzeit.

Während tausende andere Menschen in den Stadien der Republik in den Fankurven stehen, sitze ich zu Hause vor dem Radio. Wie viele Stunden habe ich schon den Stimmen von „Manni“ Breuckmann, Günther Koch und Sabine Töpperwien gelauscht? Vor allem als es noch keine Smartphones gab (beziehungsweise ich noch keines hatte), war der Samstagnachmittag fest für’s Radio reserviert.

Zusammen mit Freunden habe ich viele Stunden nur vor einem Radio verbracht, die Zwischenergebnisse und die Livetabelle notiert und gehofft, dass der eigene Verein gewinnt. Obwohl man nicht im Stadion ist oder das Spiel im Fernsehen verfolgt, schaffen es die Reporter und Reporterinnen einem den Eindruck zu vermitteln, live dabei zu sein. Tore, Elfmeter, Platzverweise und Fouls – irgendwie sind wir dabei – nur durch die Stimmen der Reporterinnen und Reporter. Vor dem eigenen Auge malt man sich die Szenen aus und ist bei der abendlichen Sportschau dann manchmal doch überrascht, wie nahe die eigenen Vorstellungen an den Originalszenen sind.

Zum Radiohören gehört also auch Kreativität und Vorstellungskraft: Wie ist die Ecke in den Strafraum gesegelt? Wie wurde der Stürmer vom Verteidiger gefoult? Wie hat dieser reagiert als der anstürmende Schiedsrichter ihm die rote Karte zeigte? Wie hat der Stürmer sich den Ball zum Elfmeter hingelegt? Wie hat er nach seinem Tor gejubelt? Das alles können uns die Reporterinnen und Reporter erzählen, aber bildlich vorstellen muss ich es sich am Ende jeder selber.

Bei Krosse.FM sitze ich jetzt auf der anderen Seite: Zwar senden wir nicht aus dem Weserstadion oder vom Millerntor, aber auch wir müssen dafür sorgen, dass wir unseren Zuhörerinnen und Zuhörern die nötigen Infos liefern, sodass ihre Kreativität und Vorstellungskraft angeregt wird. Trotzdem muss genug Raum bleiben, dass jede und jeder unterschiedliche, eigene Ideen entwickeln kann.

Die Stunden, die ich samstags vor dem Radio verbringe, sind weniger geworden. Das Smartphone mit diversen Tickerapps ist daran bestimmt nicht unschuldig. Wehmütig denke ich manchmal daran zurück und freue mich dann doch immer wieder, wenn ich es mal wieder schaffe, um 15:30 Uhr den Stimmen aus sechs verschiedenen Stadien der Fußballrepublik zu lauschen und ich meiner Kreativität und Vorstellungskraft freien Lauf lassen kann…

Lukas

Mein Radiomoment – eine Hassliebe zum Radio

28. April 2015

Der Wecker klingelt, ich stehe auf und mache das Radio an. Als ich die aufgedrehten Moderatorenstimmen höre, frage ich mich wie so oft, warum ich mir das antue. Ich ärgere mich darüber, dass die Wetterfee – ein Ausdruck, der mich ebenfalls zur Weißglut treibt- mir erzählt, dass sie heute einen Pferdeschwanz trägt. Diese Information habe ich nun wirklich nicht gebraucht!

Während ich beim Frühstück sitze, rege ich mich darüber auf, dass wie immer dieselbe Musik gespielt wird. Bei einigen Radiosendern kann ich drei Lieder vorhersagen, von denen eines mit großer Wahrscheinlichkeit in der nächsten Viertelstunde gespielt wird.

Nun ertönt das Intro der täglichen Radio-Comedy und ich hechte zum Ausschalter oder wechsele den Sender. Nichts hasse ich mehr als Radio-Comedy. Meistens kann ich ihr morgens noch entfliehen, doch leider wird sie wie auch die ewig gleiche Musik nachmittags oft wiederholt.

Doch warum höre ich trotzdem noch Radio, wenn ich mich schon über eine Morning Show so sehr aufrege?

Ich höre Radio, weil ich durch das häufige Ausprobieren neuer Sender, insbesondere über Internetstreams, immer wieder Sendungen entdecke, die ich gerne höre. Wer ein wenig stöbert, findet Sendungen, in denen bestimmte Musikgenres gespielt werden oder Bands das Studio übernehmen. Wenn ich Sendungen wie „Wolf Alice in Session“ auf BBC Radio1 oder „King Kong Kicks“ auf Delta Radio höre, dann vergesse ich all meinen Ärger über das Radio.

Nachrichten, Musik und gute Moderationen, mehr brauche ich für den vollen Radiogenuss nicht.

Vanessa

Mein Radiomoment – Warum ich (eigentlich) kein Radio höre

12. Juni 2014

Radio: Diese unliebsame Begleiterscheinung, wenn man beim Autofahren seine CD-Tasche vergessen hat. Oder die Speicherkarte nicht lesbar ist. Oder sich die Multimediaeinheit aus unerfindlichen Gründen mal nicht mit dem Bluetooth-Modul des Smartphones koppeln lässt.

Was bedeutet denn Radio anno 2014? Wir genießen die Freiheit, unser musikalisches Programm so individuell wie nur denkbar zu gestalten – Mittel und Wege gibt es ja viele. Via Spotify können wir auf unsere Musik inzwischen auch von unterwegs aus zugreifen, iTunes Match ermöglicht uns, die eigene Library in der Hosentasche herumzutragen und abzurufen. Wir erstellen uns Playlisten, favorisieren Youtubevideos und liken Clips bei Facebook – ganz nach dem eigenen Geschmack! Was also kann uns das Radio bieten?

Auf den gängigen Frequenzen bekommen wir den gefühlt immer gleichen Retortenkitsch der aktuellen Saison präsentiert, dazu das „Beste“, sprich Totgenudeltste der 80er und 90er. Risiko? Fehlanzeige! Spannung: gleich Null. Ganz ehrlich, wenn ich mal gezwungen bin, über längere Zeit Bremen 4, NRJ und Konsorten zu hören, werde ich über kurz oder lang aggressiv. Für wen wird denn dieses Programm zusammengestellt? Wer ist diese graue Masse, die sich daran erfreut, den aktuellen Sommerhit 3x am Tag, 30x die Woche vorgesetzt zu bekommen? Selbst, wenn man einen Song ursprünglich mal mochte, so verliert er an Bedeutung, wenn man ihn in solch übertrieben stetiger Frequenz zu hören kriegt, dass man ihn nach dem 4. Mal auswendig mitsingen, und nach dem 40. Mal dazu im Takt reihern kann!

Aber Radio könnte auch anders! Es besitzt das Potenzial, seine Hörerschaft zu überraschen, in den alltäglichsten Situationen zu begleiten und mit einem Programm zu versorgen, das emotional begeistert, belebt oder berührt. Wenn wir dem Radio Einlass in unsere Wohnzimmer oder Autocockpits gewähren; wenn wir ihm erlauben, bei uns zu sein, wenn wir uns auf längere Fahrten begeben, im Büro schwitzen oder zuhause Lust auf laute Musik haben, dann sollte sich Radio erkenntlich zeigen und das nicht, indem es uns mit abgekochter Fertigsuppe abfüllt, sondern uns mit feinster Gourmetkost verwöhnt. Eine Melange aus Bekanntem und Beliebtem, nicht bloß kommerziell Erfolgreichem und mehrfach Durchgekautem.

Wenn der Sender Augen und Ohren offen gehalten hat, um seinen Hörern Neues und Spannendes aus der globalen Musikszene aufzutischen; wenn dabei ein toller Mix aus Neuem und Großartigem entsteht und er uns vielleicht sogar mit dem nächsten großen Lieblingslied beschenkt; wenn das Radio uns nicht bloß als Konsumenten versteht, sondern als intelligenten Hörer wertzuschätzen weiss, dann werden wir diese Wertschätzung erwidern, dann werden wir ihm seinen Mut danken und dranbleiben! Und dann kann Radio wieder Spaß machen, auch im Jahr 2014!

Marian Rossol

Mein Radiomoment – Genau hinhören

22. April 2014

Eigentlich läuft das Radio bei mir rund um die Uhr. Ich schalte es beim Aufstehen ein und erst vorm Schlafengehen wieder aus. Es läuft und läuft und läuft, doch eigentlich habe ich nie wirklich zugehört. Ich war vermutlich der Radiohörer, den sich jeder Radiomacher wünscht. Arglos, unbedarft, leichtgläubig. Der ultimative Quotenbringer.

Doch irgendwann habe ich meine Hände von den Ohren genommen und tatsächlich gehört, was mich da tagtäglich beschallte. Nervige Beiträge, die vor geschwollenem „Humor“ nahezu platzten, Moderatoren, die laufend meinen mir erzählen zu müssen was meinen Tag lebenswert macht und mich zu einem angesagten Teil der Stadt. Zwischendurch noch ein bisschen immer gleiche Werbung und das Wetter vor dem Fenster. Ach ja, und natürlich sollte ich auch unbedingt sofort anrufen, um Tickets für das ultimative Event am Wochenende zu gewinnen, bei dem man einfach dabei sein muss.
Sie schaffen es sogar, dass ich anfange von meinem Lieblingslied genervt zu sein. 150 Songs, die in einer Endlosschleife laufen. Tagein, tagaus. Nur unterbrochen von der gebetsmühlenartig wiederholten Kennung des Senders, der einzige Hinweis darauf, dass ich nicht einen der anderen super jungen Sender höre.

Höhepunkte? Überraschungen? Abwechslung? Fehlanzeige. Das Radio plätschert vor sich hin, darf nicht auffallen oder gar irritieren. Was Neues zu bringen ist ein Risiko und das wird nicht gerne eingegangen. Schade. Denn unbekannte und neue Lieder und Trends können sie für die iPod-Generation interessant machen. Wer sollte das Radio anschalten, um die immer gleichen 150 Songs zu hören, wenn er doch Tausende selbst jederzeit zur Verfügung hat?

Ich bin noch immer Radiohörer und werde es wohl auch bleiben. Nicht wegen den Liedern oder Beiträgen. Es ist vielmehr ein Lebensgefühl … aber den Sender habe ich gewechselt.

Lisa

Mein Radiomoment – Paranoia auf der Landstraße

11. März 2014

Irgendwo auf der A 30 zwischen Osnabrück und Rheine: Die Scheibenwischer quietschen und hinterlassen Schlieren auf der Windschutzscheibe, auf der Gegenfahrbahn rast ein Auto vorbei – das Xenonlicht blendet. Danach herrscht wieder Dunkelheit, verdrängt lediglich von dem schwachen Scheinwerferkegeln meines Golf III und der Displaybeleuchtung des Autoradios. Es läuft NDR 2 mit irgendeinem Lied aus den aktuellen Single-Charts. Ein Unheil verkündendes Knarzen aus dem einzigen funktionierenden Lautsprecher durchbricht die Ruhe im Auto – kein Empfang mehr. Inzwischen habe ich Niedersachsen verlassen und befinde mich in NRW, 1Live sollte also funktionieren. Schnell die richtige Frequenz gesucht, dann setzt ich meine Fahrt ungestört fort.

Die Monotone Männerstimme aus dem Radio verkündet: „Original Tondokument zum Zwischenfall AY11 3609 Codewort Fensterblau, es handelt sich um die Aufnahmen der in Sperrzone 1 gefundenen Aufzeichnungsgeräte. Sichergestellt wurden zwei durch das Großfeuer stark beschädigte Digitalkameras, von deren Aufzeichnungen lediglich Fragmente auswertbar waren.“ Die ersten Fragmente offenbaren harmloses: Ella steht mir ihren Eltern auf Kriegsfuß, ihr „Vater ist eh auf Geschäftsreise“ und ihre Mutter „trifft ihren neuen Lover“. Am Wochenende will die 16 Jahre alte Schülerin mit ihren Freunden Spider, Hendrik und Tamara auf ein Goth-Konzert nach Leipzig fahren. Da bietet sich der Oldtimer von Ellas Vater geradezu an. Ohne Wissen der Eltern borgen sich die Jugendlichen den Oldtimer und fahren ohne Navigationsgerät und nur mit einer Karte ausgestattet los. Ein wütender Anruf von Ellas Vater durchkreuzt ihre Pläne, er will dass sie umkehren, ansonsten verständige er die Polizei. Daraufhin weichen die Jugendlichen auf Landstraßen aus, um Polizeikontrollen zu umgehen – und verfahren sich. An einem Gasthof halten sie an und fragen nach dem Weg, ein paar angetrunkene Männer wollen Ella und Tamara an die Wäsche. Die Situation eskaliert, einer der Männer zieht Spider eins mit einem Baseballschläger über, Hendrik sticht auf den Schläger ein, dann flüchten die vier mit dem Oldtimer in die Dunkelheit. Die Männer verfolgen sie in Pickups. Auf ihrer Flucht kommen die Jugendlichen in einen verlassenen Ort, plötzlich springt ein Affe auf die Oldtimermotorhaube, er trägt ein lila T-Shirt….

Ich fahre von der Autobahn ab, Bäume säumen die Landstraße vor mir, nirgendwo sind andere Autos zu sehen, die Dunkelheit verschluckt den Golf III. Der Motor läuft unruhig und ich hoffe, dass er auf den letzten Metern nicht schlapp macht – wer weiß, was sich Nachts im Wald herumtreibt? Das Hörspiel hat Besitz von mir ergriffen. Ich schiebe Paranoia und hoffe so schnell wie möglich zu Hause anzukommen.

Bist du angehender Kriminalautor, oder möchtest du deine Kurzgeschichte aus dem letzten Literaturseminar einem breiten Publikum präsentieren? Melde dich doch einfach bei uns und vielleicht läuft dein Stück schon im nächsten Semester auf krosse.fm als Hörspiel. Wenn dich die Geschichte um Ella und ihre Freunde in Spannung versetzt hat, dann kannst du sie hier nachhören: http://www.einslive.de/sendungen/plan_b/krimi/2013/02/130221_vor_sonnenaufgang.jsp

Simon Sax

Mein Radiomoment – Immer wieder dasselbe

15. Februar 2014

Es ist wirklich unglaublich. Unabhängig zu welcher Zeit ich das Radio einschalte, immer ertönt das selbe verdammte Lied. Tag für Tag, wieder und wieder. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dass Lied nicht noch beim Namen zu nennen, doch wie sonst soll ich die in mir aufgestauten Aggressionen endlich mal abbauen können? Es handelt sich um den mittlerweile todgehörten Titel Let Her Go von dem Erfolgssänger, so wird er angepriesen, Passenger. Dieses Lied läuft ungelogen jeden Tag, wohlgemerkt seit mehreren Monaten, mindestens zweimal auf dem von mir seit Jahren favorisierten Radiosender. Egal zu welcher Uhrzeit ich das Radio einschalte, entweder läuft das obengenannte Lied genau zu diesem Zeitpunkt oder kommt innerhalb der nächsten 5 – 10 Minuten. Als wäre dies nicht schon provozierend genug ertönt davor noch der allbekannte Jingle „Alle aktuellen Hits – das Beste von heute“. Bei aller Liebe des durchschnittlichen Hörfunkkonsumenten: Ein Lied, was mehrmals pro Tag und vor allem über den Zeitraum von mehreren Monaten immer wieder gespielt wird, kann einfach nicht mehr aktuell sein. Auch über den Fakt, dass nur das Beste von heute gespielt wird, lässt sich auf jeden Fall streiten. Natürlich könnte ich einfach den Radiosender wechseln, denn der Fehler im System könnte ja auch am Endnutzer liegen. Offengestanden liegt der Fehler wirklich bei mir, denn das Radiogerät lässt sich auf Anno 1990 schätzen. Möchte man den Sender wechseln, so gleicht das einem chirurgischen Eingriff. Mit äußerster Präzision versuchte ich schon oft den kleinen Regler im Frequenzbereich zu verschieben, doch zu oft wurde ich vom monotonen surren enttäuscht.

Kein Einzelfall

Ohnehin erschlägt mich das Gefühl, dass viele Radiosender gerne die selbe Schiene fahren. So wird meistens ein bunter Mix aus aktuellen Hits und dem Besten aus den vergangenen Jahrzehnten angepriesen, die Realität sieht allerdings etwas anders aus. Die aktuellen Hits beschränken sich meistens auf die Top 15 der aktuellen Singlecharts, der Rest ähnelt einem DJ-Set von einer Ü40 80er & 90er Party im regionalen Tanzlokal. Die einzig wirkliche Abwechslung bietet das ständig wechselnde Wetter und die verschiedenen Standorte der Blitzer auf den Straßen. Vielleicht ist es langsam mal an der Zeit, das Radio wieder ein wenig attraktiver zu machen – zumindest was die Musikauswahl angeht.

Jean-Luc

Mein Radiomoment: Konzert im Autokino

30. Juni 2020

Beim Stichwort Radio denke ich zuerst an Autofahrten mit meinen Eltern zurück. Egal, ob auf der Fahrt zum Schwimmtraining, beim Einkaufen oder auf dem Weg in den Urlaub: Bei uns im Auto lief das Radio.

Bis heute gibt es viele Songs, welche ich mit genau solchen Fahrten assoziiere, ebenso wie die Fußballkonferenzen, welche ich als Kind geliebt habe. Außerhalb des Autos hat das Radio aber nie eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Dank Spotify und Co und der Möglichkeit, fast immer und überall darauf zugreifen zu können, hat sich das Radio beinahe gänzlich aus meinem Alltag verabschiedet. Bis ich vor einigen Wochen ein Autokino-Konzert besucht habe. Im Rahmen der Kontaktbegrenzungen haben einige Künstler aus der Not eine Tugend gemacht und sind auf den Zug, oder besser gesagt, auf den Korso, der wiedererstarkten Autokinos aufgesprungen. So auch der schwer in eine Schublade zu steckende Alligatoah, der sich selbst als „Schauspielrapper“ bezeichnet.

So saß ich also mit meiner Freundin auf einem asphaltierten Gelände am Rande von Hannover im Auto und suchte das erste Mal seit Ewigkeiten nach einer Radiofrequenz. Denn, um dafür zu sorgen, dass jeder Besucher trotz geschlossener Fenster einen guten Sound hat, und um die Anwohner nicht zu stören (obwohl ein bisschen Musik wohl erträglicher gewesen wäre als die mehr oder weniger im Takt betätigten Hupen), wurde der Konzertton via Radio übertragen. Und so kam es, dass ich zum ersten Mal seit mehreren Jahren im Auto saß und dem Radio lauschte.

Um kurz vor 8 erscheint auf den großen Leinwänden, welche sich links und rechts der Bühne befinden, der Hinweis, das Autoradio auf die Frequenz 93,5 zu stellen. Es folgen ein paar allgemeine Hinweise zum Verlauf des Konzertabends. Das Auto darf nur allein und mit Maske verlassen werden, die Fenster müssen zu 80 Prozent geschlossen bleiben, die Besucher sollen aufs Hupen verzichten. Letztere Regel wird bereits beim Auftritt des Voracts Dazzle in hohem Bogen über Bord geworfen. Die Fahrerinnen und Fahrer hauen auf ihr Lenkrad, was das Zeug hält, während Dazzle mit seinen Songs für Stimmung sorgt und das Publikum immer wieder zum rhythmischen Hupen animiert. Nach knapp 30 Minuten ist die Zeit für den Voract rum und gerade einmal eine Viertelstunde später fährt Alligatoah vor. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Im senfgelben Oldtimer (passend zum eigenen Outfit) wird der selbsternannte Märchenerzähler durch die Reihen der Konzertbesucher bis vor die Bühne kutschiert. Nach dem ersten Song, der alleine auf der Gitarre vorgetragen wird, betritt die vierköpfige Band – ebenfalls in senfgelb – die Bühne und legt los.

Was nun folgt, ist wie jede Alligatoah-Show laut, unterhaltsam, lustig und auch immer ein bisschen skurril. Der Sänger und seine Mitmusiker manövrieren gekonnt durch alte und neue Songs. Alligatoah selbst sucht immer wieder die Interaktion mit dem Publikum. Mal singt er eine Melodie vor, welche nachgehupt werden soll, applaudiert wird ebenfalls mit hupen oder blinken. Irgendwann ruft er „Und jetzt die Scheibenwischer!“ und überall auf dem Gelände beginnt es zu quietschen. Nach über 2 Stunden, einem langen Zugabenblock, viel Gehupe und Geblinke und einem gemeinsamen Song mit Vorkünstler Dazzle ist das Konzert schließlich vorbei. Als wir beim Verlassen des Platzes mehrere ADAC-Wagen sehen, sind wir sehr froh, dass unsere Autobatterie die letzten Stunden ohne Probleme überstanden hat. Das Fazit: Selten haben wir ein Konzert mit so gutem Sound und einer so entspannten Toilettensituation erlebt. Als einmaliges Erlebnis allemal den Besuch wert. Trotzdem freuen wir uns schon jetzt drauf, wenn man wieder „echte“ Konzerte besuchen darf. Auf jeden Fall war dieses Konzert ein ganz besonderer „Radiomoment“ für mich.

Mein Radiomoment: Radio hautnah erleben

18. Juni 2019

„I’m walking on sunshiiiiine wooow, I’m walking on sunshiiinee woooow, and don’t it feel good! Hey, alright now!“ – Singen meine beste Freundin und ich lauthals mit dem Radio um die Wette, während wir voller Freude das erste Mal alleine mit dem Auto Richtung Badesee fahren, frische 18 natürlich.

Radio ist für mich, die Musik laut aufzudrehen und bei typischen Songs den Alltag für 3 Minuten zu vergessen.

Nicht zu vernachlässigen ist aber auch dieser eine Song. Der Song, den du in den nächsten 4 Wochen rauf und runter spielen wirst, bis du ihn nicht mehr hören kannst. Genau diesen Song hörst du im Radio das allererste Mal und befiehlst deinem Beifahrer panisch, einen Shazam davon zu machen.

Aber Radio hat mich nicht nur in freudigen Momenten begleitet.

Wenn ich mich morgens zur Schule hochgequält habe und runter zum Frühstücken in die Küche geschlurft bin, haben einige hochmotivierte Menschen durch diesen kleinen Apparat versucht, mich wach zu halten und mir eine positive Stimmung mit in den Tag zu geben. Das habe ich schon immer bewundert.

In der 10. Klasse war es dann so weit: Das Schulpraktikum stand an und ich wollte wissen, wer hinter diesen motivierten Stimmen steckt, die einen am Morgen begrüßen und durch den Tag leiten.

Ich weiß noch, wie perplex ich war, als ich sah, in was für einem unspektakulären Raum das ganze stattfand. Das sollte alles sein?

Aber Nein! Was alles dahinter steckte, von der ersten Idee bis zur Ausstrahlung im Radio, wurde mir in den folgenden zwei Wochen dann klar.

Und genau dies darf ich hier bei KROSSE.FM noch mal am eigenen Leibe erfahren.

Radio ist unglaublich vielfältig und immer für eine Überraschung zu haben!

Ich hoffe, ich werde in Zukunft noch öfter mit dem Radio in Berührung kommen und bin gespannt, was es noch für mich bereit hält.

– Laura K.

Mein Radiomoment: Unser Besuch bei Bremen NEXT

5. Juni 2018

Mein Radiomoment war wortwörtlich ein kleiner Radiomoment!

Wir waren als KROSSE.fm-Reporter bei Bremen NEXT zu Gast und durften ein paar Fragen
stellen und ein wenig hinter die Kulissen blicken.

Ich war schon immer ein Radiokind und sah das Radio schon früh als einen treuen
Begleiter im Alltag an. Egal, ob unter der Dusche, beim Putzen oder Auto fahren – bei mir
ist das Radio immer an und je nachdem, welcher Song gespielt wird, wird das Radio auch
mal bis an den Anschlag aufgedreht! Wirklich fasziniert hat mich aber vor allem die Arbeit
der Moderatoren.

Daher war ich auch ziemlich gespannt auf das Gespräch mit den Mitarbeitern des Bremer
Radiosenders Bremen NEXT und vor allem auf die Antworten und Informationen, die wir
bei diesem Besuch bekommen würden. An dieser Stelle will ich natürlich noch nicht zu
viel verraten, aber ich kann sagen, dass es sich mehr als gelohnt hat, mal hinter die
Kulissen sehen zu dürfen und Fragen zu stellen!

Bremen NEXT und vor allem das Team dahinter ist großartig! – Von Anfang an war die
Stimmung zwar konzentriert, aber auch super entspannt und locker. Uns wurde viel über
die Arbeit im Radio erzählt, wie sich so ein Programm aufbaut, was einen guten
Moderator ausmacht und wie man den Weg ins Radio eigentlich finden kann.
An diesen Besuch werde ich wohl noch lange denken und vielleicht wird mein nächster
Radiomoment ein echter Radiomoment 😉 !

make the radio great again,

-Tjada

Mein Radiomoment: Mit dem Radio in die Zukunft?

12. Dezember 2017

Ein bisschen verstaubt, unter einem alten Sofakissen kommt das alte Radio zum Vorschein. Ausgestattet sogar noch mit einem Kassettenfach. Tatsächlich funktioniert es auch noch einwandfrei und erfüllt den Raum mit Retrosound, der perfekt zu den „besten Songs aus den 80ern, 90ern und von heute” passt. Wobei das „von heute” ja meistens nur eine euphemistische Bezeichnung für Musik aus den letzten 10-15 Jahren ist. 

In meiner Wohnung gibt es kein richtiges Radio mehr. Schon lange haben Computer, Tablet und Handy diesen Job übernommen. Radio gehört aber irgendwie schon dazu, sei es als Beifahrer im Auto, morgens zum Wachwerden oder wenn es einfach ohne Hintergrundbeschallung zu leise im Haus wäre. Das staubige Empfangsgerät aus dem Keller kommt mir aber nicht wieder in die Wohnung. Denn auch wenn meine Liebe zum Radio groß ist, so ist doch die Liebe zur Vielfalt größer. Ich will mich nicht nur auf die Sender beschränken müssen, die ich über Antenne einstellen kann. Ich will mehr Sender und vor allem die Sender, bei denen mir Musik und Moderatoren wirklich gefallen und denen ich nicht nur zuhören muss, weil es nichts anderes gibt, da die Sender letztlich doch alle gleich sind.

Im Internet hat man mehr Freiheit. Sei es die weniger aufgesetzte Präsentation der ersten BBC-Formate, die Verknüpfung aus Radio, Podcast und Sozialen Medien für die Community oder die bunte Musikmischung afrikanischer Sender, die sich irgendwo zwischen Elektro, Hiphop und den aktuellsten Charts befindet.

Radio muss ja nicht trocken und ernst, aber genauso wenig aufgesetzt und albern sein. Wenn die Inhalte stimmen, unterhalten und frisch sind, dann sind auch die Hörer da. Es braucht natürlich ein bisschen Mut, sich an neue Konzepte und Formate zu trauen; denn irgendwann ist es einfach nicht mehr gut genug, die Musik von vor 5 Jahren als “das Beste von heute” zu bezeichnen.

Während das Kellerradio jetzt, immer noch des letzten Jahrhunderts gedenkend, die millionste Wiederholung der scheinbar einzigen 10 Songs aus den 80ern und 90ern spielt, ziehe ich den Stecker.

Radio aus, Internet und Radio-Podcast an.

-Johanna Kroke

Mein Radiomoment: (K)ein Liebesbrief

13. Juni 2017

Liebes Radio,

ich weiß noch genau, wie wir uns kennengelernt haben, als ich noch ganz klein war und dir morgens das erste Mal zuhörte.
Unsere Beziehung hat sich über die Jahre immer weiter vertieft und du warst immer für mich da.
Morgens hast du mich immer liebevoll geweckt und mir die Motivation für den Tag gegeben.
Im Auto warst du mein stetiger Begleiter, der mir selbst den längsten Stau versüßt hat.
Auch auf der Arbeit konnte ich auf dich zählen, wenn ich langweilige Stunden zu einer kleinen Party machen konnte.
Du hast meinen Alltag immer begleitet, doch seit einigen Monaten hat sich alles verändert.
Mein Gefühl ist nicht mehr das gleiche und ich fühle mich schlecht dabei, dich täglich zu hintergehen. Und doch besuche ich zum Musik hören lieber Streamingseiten und auch Fußball gucke ich jetzt eher im Fernsehen.
Doch nun sitze ich hier und vermisse unsere gemeinsamen Stunden.
Auch wenn ich mich mal über deine selten abwechslungsreiche Musikauswahl und Comedy beschwert habe, so fehlen mir doch auch diese Dinge.
Ich weiß nicht, ob uns eine Paartherapie noch helfen würde, ansonsten hoffe ich, dass wir als Freunde weitermachen können.

Denn ganz ohne dich kann ich dann doch nicht…

In Liebe,
Deine Ina

Mein Radiomoment – Mit dem Radio durch die Jugend

14. Juni 2016

Meine Radio-Geschichte erzählt von verschiedenen Lebensetappen, in denen ich auf ganz unterschiedliche Weise Radio genutzt habe.

Wenn ich an meinen ersten Kontakt mit dem Radio zurückdenke, sehe ich das Kinderzimmer meiner Schwester vor mir. Sie hatte damals einen relativ großen CD-Player mit zwei Boxen, mit dem man CDs, Kassetten und natürlich auch Radio hören konnte. Und da damals der Gebrauch von Kassetten noch Gang und Gäbe war, saß ich häufig auf dem Boden vor dem Gerät, hielt eine unbespielte Kassette in der Hand und wartete sehnsüchtig darauf, dass mein Lieblingslied im Radio gespielt wurde. Sobald DAS Lied kam, musste es schnell gehen: Rein mit der Kassette und auf den Aufnahme-Knopf drücken. Die Kassette war schnell auf beiden Seiten mit Radio-Hits bespielt und meine Schwester und ich lauschten stolz unserer eigenen Musikkreation.

Als Teenie hörte ich natürlich nur den „coolen“ Sender ENERGY, der die aktuellen Charts rauf und runter spielte und den alle meine Freundinnen hörten. Die Musikgenres Pop, Hip-Hop und R’n’B waren damals voll mein Ding, denn dazu konnte man sich am besten Tanzchoreografien überlegen. Oder man sang die Lieder lautstark im Auto mit – die Texte waren nämlich nicht besonders kompliziert.

Als ich dann ein bisschen „älter“ wurde – so zur Abi-Zeit – war für mich das Radio die erste Informationsquelle am Tag. Nach dem Aufstehen, Zähneputzen und Anziehen lief ich runter in die Küche, um zu frühstücken. Das Radio lief dann meist schon, da mein früh aufstehender Vater es vorher eingeschaltet hatte. Die Nachrichten, Interviews oder Reportagen von Deutschlandfunk oder NDR-Kultur waren meine Wachmacher und interessante Begleiter meines Frühstücks.

Irgendwann wurde es dann ernst und ich musste mich für den offiziellen Englisch-Test namens TOEFL vorbereiten, den ich für mein Studium brauchte. Und wie trainiert man – neben Gesprächen mit einem Muttersprachler natürlich – am besten das Hörverständnis einer Fremdsprache? Ich surfte im Internet und fand in der Radio-Mediathek der BBC-Sender viele spannende Podcast-Sendungen, die mir nicht nur beim Englisch-Lernen halfen, sondern auch interessante Inhalte vermittelten.

Und heute? Nun ja, es ist traurig, aber wahr: Mein Radio ist derzeit nicht in Betrieb. In der Küche überlege ich schon seit Monaten ein Brett anzubringen, auf dem das Radio ideal Platz finden würde. Es könnte mich dann beim Kochen musikalisch unterstützen oder für neue Erkenntnisse sorgen.

Vielleicht sollte ich bald mal in den Baumarkt gehen, mir ein Brett kaufen und die Bohrmaschine rausholen. Vielleicht mache ich das bald mal. Vielleicht.

-Marie-Claire

Mein Radiomoment

2. Februar 2016

Natürlich habe ich einen Bezug zum Radio – ich kenne kaum jemanden, der den nicht hat. Und sei es nur das sich ständige Ärgern über die ewig gleiche Chartmusik, deren Niveau in den letzten Jahren immer neue Tiefpunkte zu erreichen scheint.
Aber von einem Moment sprechen, der mich in meiner Beziehung zum Radio geprägt hat oder an den ich mich besonders erinnere, wäre zu viel verlangt. Ich könnte davon erzählen, wie ich mein erstes Praktikum beim Radio gemacht habe, wie ich mehr als nur einmal Konzertkarten im Radio gewonnen habe oder wie das Radio eine Freundschaft retten konnte. Aber all das sind nur Ausschnitte, schöne Erinnerungen, die das, was Radio leisten kann, beschönigen und überschätzen.

Viel mehr überwiegen Erinnerungen an fast jeden einzelnen Sender, den ich in meinem bisherigen Leben gehört habe, bei dem mir morgens um 7 Uhr Gabi und Frank oder Sabine und Wettermax mit ihrer viel zu offensichtlich gespielten und völlig übertriebenen guten Laune auf den Keks gehen.
Die einzige Lösung für mich: Das Radio bleibt vor 10 Uhr aus oder ich versuche die Sender zu meiden, deren Morningshows oft wie der verzweifelte Versuch wirken, ein junges Publikum zu erreichen – eine echte Herausforderung.

Aber auch, wenn mich vieles am Radio und an einem Großteil der Sendungen stört, ist es dennoch kaum aus meinem Leben wegzudenken. Vieles lässt sich nebenbei erledigen – das können weder Fernsehen, noch Printmedien leisten. Radio kann informativ und unterhaltend sein, man kann Neues entdecken (sofern man den passenden Sender gefunden hat). Und der in den Augen Vieler eher negativ behaftete Begriff des „Begleitmediums“ beschreibt das, was Radio für mich ist, perfekt.

Vielleicht gibt es nicht den einen großen Radiomoment für mich, sondern eher viele kleine Radiomomente. Der Moment, wenn der belanglose Smalltalk endet und interessante Beiträge beginnen. Der Moment, wenn überraschend gute Musik gespielt wird. Wahrscheinlich macht es genau das so besonders für mich. Die kleinen Lichtblicke, die das meist ungeliebte Programm vergessen lassen, weil man die Musik (wieder) entdeckt, nach der man lange gesucht hat.

-Nola

Mein Radiomoment – Radio als mein ständiger Beifahrer

19. Okotber 2015

Mein Radiomoment – Radio als mein ständiger Beifahrer

Radio einschalten, Fenster runter und lauthals mitsingen – das bringt mir gute Stimmung und muss beim Autofahren sein. Zuhause höre ich auch Radio, aber im Auto hat es eine besondere Wirkung auf mich. Das Radio ist mein Beifahrer. Hierbei empfinde ich Leichtigkeit, gute Unterhaltung und fühle mich nicht alleine. Der Moderator erzählt mir, was es Neues in meiner Region gibt, erzählt mir die wichtigsten Neuigkeiten aus der Welt und heitert meine Stimmung mit seiner lockeren Art auf. Schon entsteht das Gefühl unterhalten zu werden. Radio ist aber nicht nur reine Unterhaltung, sondern auch ein wichtiges Instrument im Alltag, um Informationen und Wissenswertes zu verbreiten. Was das Radiohören so besonders für mich macht, ist, dass man eine bunte Mischung an Hits erwarten kann. Ähnlich wie eine prall und bunt gefüllte Tüte voller Bonbons. Eine Überraschung nach der nächsten, worauf man sich freuen kann. Ich liebe die Bandbreite von Musik im Radio – wenn ich durch die Radiosender zappe, weiß ich genau, dass mich nicht nur brandaktuelle Hits, sondern auch Klassiker erwarten, zu denen ich mitgrölen kann. Auch wenn mich die Autofahrer anstarren und für verrückt erklären.
Manchmal gibt es aber auch Tage, an denen ich mich einfach nur beschallen lassen möchte und mir nicht nach Gesang während der Fahrt ist. Wenn ich nicht gut gelaunt bin, mich der eine oder andere Song mit seinem tiefgründigen Text zu sehr berühren könnte, dann höre ich nur halbherzig hin oder schalte das Radio erst gar nicht an.
Spaßiger ist Radiohören allerdings mit meinen Lieblingsmenschen, meinen Freunden: genauso verrückt nach schiefem Gesang und starken Bässen wie ich. Also verwandelt sich die eine oder andere Autofahrt zu einem wahren Partymarathon, ein Hit jagt den nächsten, ein schriller Refrain kommt nach dem anderen. Radio verbindet Menschen und schafft ein starkes Gemeinschaftsgefühl, wenn man es zusammen genießt.

Nilay

Mein Radiomoment – Radio machen ist wie kochen

8. Juli 2015

Viel Arbeit hinter dem iMac um etwas Tolles zu zaubern.

Radio machen ist ein wenig wie kochen. Man braucht gute Zutaten, um etwas Tolles zu zaubern. Ein paar Moderationen, die richtige Musik, die passenden Beiträge und dann alles klein schnippeln, um daraus hinterher ein großes Ganzes entstehen zu lassen. Genau da sind wir gerade bei.

Die Musik ist bereits ausgewählt, die Moderationen geschrieben und die Beiträge erfasst. Jetzt geht es ans Eingemachte: das Schneiden. In den fensterlosen, kleinen, stickigen Schnitträumen des GW2 verbringen wir einige Stunden am Rechner und vergessen dabei die Zeit. Klingt erstmal schrecklich, ist es aber nicht. Es macht Spaß. Ein bisschen Apfel+T, ein bisschen Apfel+J, Backspace und immer wieder die Leertaste um alles abzuspielen. Aber vor allem lachen wir und befassen uns intensiv mit dem Thema Schnitt.

Es ist schon ziemlich cool, wenn man den Interviewpartner, der sich häufig verhaspelt, mittels ein paar Schnitten, zu einem anständigen Satzbau verhelfen kann. Es ist ein bisschen verrückt, die zuvor aufgenommenen Geräusche mit in ein Interview einzubauen. Aber vor allem ist es ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass aus den eigenen Ideen, den vielen Stunden Arbeit und der eigenen Stimme etwas Brauchbares wird, etwas, was sich auch andere Menschen anhören.

Das Team von Krosse.FM sitzt in diesen Tagen für euch in den fensterlosen, kleinen, stickigen Räumen mit rauchenden Köpfen damit es bald wieder heißt: Krosse.FM… läuft! Und das zum zweiten Mal!

Annika

Mein Radiomoment – Mit Tonlagen Bilder malen

15. August 2014

Vielleicht war es nicht unbedingt Radio an sich, was mich in jüngsten Jahren in seinen Bann zog. Eher die auditive Qualität; mit Worten, Klängen und Tonlagen Bilder zu malen, die Zuhörenden eintauchen zu lassen in eine Welt aus Geräuschen.

Auf einem uralten Kassettenrecorder mit Aufnahmetaste begann die Geschichte. Mein Bruder und ich plünderten die Instrumentenkiste, sangen, komponierten, erzählten Geschichten, trommelten mit Hausschuhen auf den Rekorder um den wilden Pferdegalopp nachzuahmen und moderierten unsere Taten. Unser imaginäres Publikum lauschte kreativen Ergüssen. Aus unserem Zimmer sprachen wir zu der ganzen Welt. Später kamen tatsächlich auch Expertenrunden dazu mit zahlreichen Gästen, denen wir alle unsere Stimmen liehen. Kaum ein Thema wurde nicht in unserer Talkshow behandelt. Mit aller Leichtigkeit philosophierten wir als Moderatoren über das Leben.

Es folgte ein Schulpraktikum bei Radioeins. Ein Traum wird wahr? Ich recherchierte für Beiträge, betreute Gäste, stand bei Live-Sendungen mit offenem Mund im Studio und doch immer nur hinter den Kulissen.

Jahre später entdecke ich an der Uni Bremen KROSSE.fm – Campusradio. Ich male mir aus, wie ich eine eigene Sendung habe. Vielleicht immer am Mittwochabend? Von Studierenden für Studierende. Eine Sendung über unentdeckte Plätze Bremens vielleicht? Worte über Lieblingsorte?

Doch ganz so weit ist es noch nicht, Krosse.fm erblickte erst dieses Jahr das Licht der Welt und die Pilotsendung muss von uns erst liebevoll zusammengesetzt werden. Wir können dem ersten Campusradio Bremens ein Gesicht geben, einen Charakter und eine Stimme. So finde ich mich hinter dem Mikrofon wieder, soll mal eine Anmoderation improvisieren. Mir pocht das Herz bis zum Halse, ich lese angespannt eine Zeile vor, Leere im Kopf. Alle kindliche Leichtigkeit verschwunden. Ist Radiomoderation wirklich der Traum? Mein Traum?

Clara

Mein Radiomoment – Gibt es den eigentlich?

15. Juli 2014

Mein Radiomoment. Gibt es den eigentlich? Ich würde fast zu einem „Nein“ tendieren. Leider habe ich noch nie eine Kreuzfahrt im Radio gewonnen, mir wurde auch über’s Radio noch kein Heiratsantrag gemacht oder ähnlich spektakuläre Dinge.

Und dennoch bin ich großer Radio Fan. Das konnte ich erst neulich wieder feststellen, als ich aus meiner alten Wohnung auszog und hier nach Bremen kam. Sage und schreibe 3 (!!!) Radios habe ich ein- und wieder ausgepackt. Und das nicht, weil ich Radios so hübsch finde, sondern weil sie einfach nötig waren. Eins in meinem Zimmer, eins in der Küche, eins im Bad. Deshalb gibt es auch nicht DEN Radiomoment für mich, aber viele kleine Momentchen. Wenn ich unter der Dusche stehe und laut irgendeinen Evergreen mitsinge. Oder ich in der Küche sitze und mich übers Wetter ärgere, während der Moderator genau dasselbe tut. Oder wenn ich in meinem Zimmer vor dem PC hänge und mit der überfälligen Hausarbeit einfach nicht weiter komme, und mit Alanis Morissette lauthals „Ironic“ anstimme.

Klar, auch ich hab einen etwas definierteren Musikgeschmack als die Top 40 und das „beste aus den 80ern, 90ern und von heute“. Aber ab und an finde ich es schön, mich berieseln zu lassen. Keine Playlist zu erstellen, keinen PC hochzufahren. Einfach das Radio anzumachen. Mit einem einzigen Knopfdruck. Ist doch nett, wenn andere sich mal Gedanken machen.

Und statt sich immer nur darüber zu beschweren, dass im Radio oft das gleiche läuft, kann man sich doch auch mal FREUEN, dass dem so ist. Ein Stück weit sind Katy Perry, Sting oder Nena Heimat. Und egal wo ich gerade das Radio aufdrehe, damit bin ich ein Stück weit Zuhause.

Felisa

Unser Radiomoment – Das erste Mal im Studio

3. Juni 2014

Der eine oder andere von uns hat bereits Radio-Erfahrung gesammelt, doch nun besichtigten wir, das Team von KROSSE.fm, zum ersten Mal das Tonstudio und den Schnittraum der Uni Bremen im GW2. Wir hoffen euch am Ende des Semesters unsere erste Radiosendung präsentieren zu können.

Mein Radiomoment – Immer mitten im Leben

24. März 2014

Es ist nicht dieser eine, große Radiomoment – nein, es sind die unzähligen kleinen akustischen Momente, die Radio so einzigartig machen, die direkt in unser emotionales Ich treffen: der persönliche Song, die auf den Punkt gebrachte Moderation, der schöne musikalische Übergang, die treffende Pointe…

Als langjähriger Radiomacher habe ich zahlreiche Momente des kleinen Radio-Glücks erleben können. Wie schön es sich etwa anfühlt, eine Live-Sendung inspiriert on air gebracht zu haben.

Meine emotional sicherlich bewegendsten Radio-Momente können unterschiedlicher nicht sein: der Tag der Geburt meines Sohnes und der Tag von 9/11. Ersterer brachte mit sich, dass ich das bisher einzige Mal zu spät zum Dienst kam, unendlich euphorisiert und dann das freudige Ereignis live während der „Hafenkonzert“-Übertragung verkündend. So haben meine Eltern aus dem Radio erfahren, dass sie Großeltern geworden waren…

Letzterer hat 2 meiner Kollegen und mich emotional total gefordert, da wir das gesamte Musikprogramm der auf den 09.11.2001 folgenden Tage in einer nicht enden wollenden Session musikalisch umgestaltet haben. Seit diesem Tag kann ich beispielsweise Eva Cassidys wunderbare Version von “Over The Rainbow“ nicht mehr unbefangen anhören.

Für mich ist und bleibt Radio unmittelbarer Spiegel des Lebens.

Dr. Christian Höltge, Radiomacher seit 1986

Mein Radiomoment – Keine Angst vor Abschaltimpulsen

25. Februar 2014

Es war Silvester. Am frühen Abend kam ich ins Studio, um für zwei oder drei Stunden bei der ausgelassenen Jahresendsendung unseres Uni-Radios dabei zu sein. Mein Auftrag: Likör mitbringen. Der wäre allerdings kaum noch nötig gewesen, denn schließlich feierte unsere CVD zeitgleich noch ihren Geburtstag, sodass das Sendungs- … nun ja, nennen wir es mal Konzept: „ein bisschen trinken, ein bisschen Musik und ein bisschen Quatschen“ bereits vor der Sendung ausgiebig zelebriert wurde. Dementsprechend hatten alle anderen auch schon gut einen im Tee, als ich im Studio ankam.

Doch damit nicht genug. Zur weiteren Pegelsteigerung war ein Trinkspiel vorbereitet, das wir live und mit eingeschalteten Mikrofonen spielten. Außerdem bekamen alle einen kleinen Zettel, auf dem eine persönliche Aufgabe gestellt wurde, die den anderen jedoch nicht verraten werden durfte. Ich musste eine spontane Erkältung vortäuschen und durch lautstarkes Schniefen und Husten auch alle anderen daran teilhaben lassen. Auch wenn im Studio keiner mehr so richtig zu begreifen schien, weshalb ich meine Atemwege so lauthals benutzte – der Ohrenschmaus aus dem Radio war perfekt.

Im Prinzip war diese Sendung schlicht eine Geburtstagsfeier mit Liveübertragung. Doch von unserem kritischen und experimentellen Standpunkt aus gesehen, war sie ein Bollwerk gegen die Nüchternheit der Programme, gegen trockene Moderationen und gegen die Angst vor Abschaltimpulsen. „Bloß keine Fehler und bloß nichts unangenehmes senden, sonst verlieren wir unsere Hörer!“ – dagegen stellten wir unsere Silvester-Radiogala mit der höchsten, je gemessenen Dichte an Radiopannen als Gegenkonzept. Denn wir haben den Luxus genossen, uns keiner Quote unterwerfen zu müssen oder die Sendung zum Wohlgefallen der breiten Masse glattbügeln zu müssen. Wir haben im Radio das machen können, was Spaß macht – und sei es, einfach mal einen über den Durst zu trinken. Nicht, dass sich so jeder Sendetag gestalten ließe. Aber es darf auch mal dazugehören.

Einen Archivmitschnitt gibt es von dieser Sendung zu meinem Bedauern – aber wohl aus gutem Grund – nicht. Anders verhält es sich da mit anderen angetüdelten Silvester-Sendungen. So birgt das Internet beispielsweise die folgende Perle des sich nur noch mit Mühe artikulierenden Nachrichtensprechers von Radio Fritz, welcher sich bei den ersten Nachrichten des neuen Jahres eine wahre Glanzparade leistete: http://radiopannen.de/index.php?pid=109 Ich würde bezweifeln, dass durch diesen Faux pas auch nur ein Hörer verloren gegangen ist.

Felix

Mein Radiomoment – Public Listening

30. Januar 2014

Die Ausgangslage war klar: Nach einem 1:1 im heimischen Weserstadion brauchten die Grünweißen nun ein gutes Ergebnis beim AC Mailand, um die nächste Runde des UEFA-Pokal zu erreichen. Den ersten Dämpfer mussten ich und tausende anderer Werder Fans aber schon vor dem Spiel hinnehmen. Silvio Berlusconi, damaliger Chef Italiens, des italienischen Fernsehens und dem AC Mailand, hat die Rechte an der TV-Übertragung dermaßen hochgeschraubt, dass das deutsche Fernsehen dankend ablehnte. Was also tun? Die Antwort lag auf der Hand – oder um es plakativ auszudrücken, auf dem Ohr. Radio.

Die Senderfrage war schnell geklärt. Etwas anderes als Bremen 1 läuft ja eh nie, so ersparte ich mir wenigstens die ewige Suche nach einer Frequenz, auf der gerade nicht „I gotta Feeling“ von den „Black Eyes Peas“ (wir schreiben das Jahr 2009) läuft. Zurück zum Wesentlichen. Heiko Neugebauer und Henry Vogt heißen die beiden Sportjournalisten, die für Radio Bremen im Dienst sind und an dem denkwürdigen Abend in Mailand waren, um eine Reportage zu bieten, die sie, genau wie ich, ihren Lebtag nicht mehr vergessen werden.

Das Phänomen Public Listening

Es herrschte absolute Stille in 8 m² Küche meines Kumpels. Die Blicke wanderten von der Kaffeemaschine zur Spüle und weiter bis zu den Krümeln auf dem Fliesenboden. Die Hände klammerten sich um die Flasche Bier, während die Finger das Etikett zerpulten. Das Knie wippte vor Nervosität auf und ab. Dreimal schneller als der Sekundentakt der Uhr über der Tür. Einzig die Ohren konzentrierten sich und hingen förmlich an dem kleinem Radio von Casio, um das wir uns versammelt hatten. Public Listening ist eine komplett andere Erfahrung als das gemeinsame Schauen von Fußballübertragungen. Nicht unbedingt besser oder schlechter. Doch bei Weitem intensiver. Das Geschehen wird haargenau beschrieben. Keine Zeitlupe, keine Wiederholungen. Alles spielt sich zwischen dem gesprochenen Wort und der Fantasie jedes einzelnen ab.

Zur Halbzeit lag Werder schon 2:0 hinten, was gleichzeitig bedeutete das die Werderaner ein 2:2 benötigten um das Achtelfinale zu erreichen. Als Claudio Pizarro den Anschlusstreffer und später den gewinnbringenden Ausgleich erzielt brachen alle Dämme. Nicht nur bei Neugebauer und Vogt sondern auch die Kapazität der besagten Küche wurde durch unseren wilden Jubelsturm arg in Schwierigkeiten versetzt.

Für mich ist, vielleicht erst seitdem, Radio hauptsächlich mit Emotion verbunden. Das Geschehen so zu beschreiben, dass der Hörer gefesselt von den Worten ist und im Grunde alles stehen und liegen lässt nur um dem Beitrag zu lauschen. Das macht für mich die Faszination Radio aus. Das oben geschilderte ist nicht nur mein liebster Radiomoment, sondern gleichzeitig auch einer der schönsten Momente, die ich in meiner langen Karriere als Werder- Ach was… Fußball-Fan hatte.

Maximilian Kamp

Radio für Zukunftsmenschen

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