{"id":971,"date":"2020-07-17T09:36:37","date_gmt":"2020-07-17T07:36:37","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/?p=971"},"modified":"2022-07-04T09:47:09","modified_gmt":"2022-07-04T07:47:09","slug":"reflexionsbericht-das-inverted-classroom-model-und-gamification","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/2020\/07\/17\/reflexionsbericht-das-inverted-classroom-model-und-gamification\/","title":{"rendered":"Reflexionsbericht: Das Inverted Classroom Model und Gamification"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@churrbroskii?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Liam Shaw<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/flip?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Im Rahmen des Seminars habe ich mich vertiefend mit dem Inverted Classroom Model<\/p>\n<p>(ICM) auseinandergesetzt, sowie mit Gamification in diesem Zusammenhang. Im Fol-<\/p>\n<p>genden Bericht werde ich die Ergebnisse meiner Recherche reflektieren und auf die mei-<\/p>\n<p>ner Meinung nach gr\u00f6\u00dften Chancen sowie die Risiken eines gamifizierten ICMs einge-<\/p>\n<p>hen.<\/p>\n<p>Durch das ICM soll die Zeit im Klassenraum, die zuvor f\u00fcr die Vermittlung von Inhalten<\/p>\n<p>ben\u00f6tigt wurde, f\u00fcr Vertiefungs- und \u00dcbungsphasen genutzt werden. Dies setzt voraus,<\/p>\n<p>dass die Sch\u00fcler_innen (SuS) sich zuvor mit den Inhalten auseinandergesetzt haben, was<\/p>\n<p>bereits der erste kritische Punkt in diesem Modell ist. Zun\u00e4chst muss n\u00e4mlich sicherge-<\/p>\n<p>stellt sein, dass alle SuS nach Unterrichtsende Zugang zu den Materialien haben und die<\/p>\n<p>n\u00f6tige Technik bedienen k\u00f6nnen, um die Inhalte abzurufen. Dies stelle ich mir unter Um-<\/p>\n<p>st\u00e4nden und je nach dem sozio\u00f6konomischen Umfeld der SuS schwierig vor und kann zu<\/p>\n<p>Mehraufwand f\u00fcr die Lehrkraft f\u00fchren. Nur weil der Zugang sichergestellt ist, bedeutet<\/p>\n<p>dies aber nicht automatisch, dass die SuS sich auch mit den Inhalten befassen und sie<\/p>\n<p>verstehen, wenn dies nicht unter der Aufsicht der Lehrkraft geschieht. Dieser Punkt gilt<\/p>\n<p>zwar auch f\u00fcr traditionelle Hausaufgaben, aber dabei werden Inhalte vertieft, ge\u00fcbt und<\/p>\n<p>diskutiert und nicht wie beim ICM von den SuS in Eigenregie erschlossen. Es erscheint<\/p>\n<p>mir daher riskanter, den SuS derart viel Verantwortung f\u00fcr ihr Lernen zu \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Wenn die SuS die Inhalte n\u00e4mlich nicht verstehen oder sich nicht mit ihnen auseinander-<\/p>\n<p>gesetzt haben, kann die Vertiefungsphase im Unterricht nicht zielf\u00fchrend oder nur einge-<\/p>\n<p>schr\u00e4nkt stattfinden. Daher gilt es meiner Meinung nach besonders bei der Einf\u00fchrung<\/p>\n<p>des ICM, dass die Lehrkraft zun\u00e4chst eine Sicherung des Wissensstandes der SuS macht,<\/p>\n<p>bevor mit der \u00dcbung und Vertiefung der Inhalte fortgefahren wird.<\/p>\n<p>Um die SuS dazu zu motivieren, sich mit den Inhalten zu befassen und Verantwortung<\/p>\n<p>f\u00fcr ihr eigenes Lernen zu \u00fcbernehmen, kann Gamification eingesetzt werden. Das bedeu-<\/p>\n<p>tet, dass spieltypische Elemente in das ICM eingebaut werden, ohne dass daraus ein Lern-<\/p>\n<p>spiel wird. Hierbei wird in strukturelle und inhaltliche Gamification unterschieden. Struk-<\/p>\n<p>turell hei\u00dft, dass das System gamifiziert wird, also auf der Plattform, wo die Lerninhalte<\/p>\n<p>bereitgestellt werden, Abzeichen erteilt werden, wenn die SuS alle Inhalte einer Lernein-<\/p>\n<p>heit abgeschlossen haben oder dass ein Skillbaum ihnen den Lernweg aufzeigt, den sie<\/p>\n<p>durch das Bearbeiten der Inhalte einschlagen. Solche Elemente k\u00f6nnen meiner Meinung<\/p>\n<p>nach zu einer besseren \u00dcbersicht f\u00fcr die SuS dienen und manche SuS anspornen, besser<\/p>\n<p>als ihre Klassenkamerad_innen sein zu wollen. Andererseits kann gerade letzteres im<\/p>\n<p>Umkehrschluss auch dazu f\u00fchren, dass SuS den Anschluss verlieren beziehungsweise re-<\/p>\n<p>gelrecht demotiviert werden, wenn sie als letzter das Lernziel erreichen und das im<\/p>\n<p>schlimmsten Fall auch noch von allen SuS eingesehen werden kann. Es muss also sicher-<\/p>\n<p>gestellt sein, dass die Ver\u00f6ffentlichung von Ergebnissen nur unter Einverst\u00e4ndnis der SuS<\/p>\n<p>erfolgt und sie auf einen sensiblen Umgang miteinander geschult werden. Dies gilt aber<\/p>\n<p>ebenso f\u00fcr den traditionellen Unterricht.<\/p>\n<p>Um wirkliches Interesse an dem Material, das es zu bearbeiten gilt, hervorzurufen, ist<\/p>\n<p>inhaltliche Gamification besser geeignet als strukturelle, denn hierbei werden die Inhalte<\/p>\n<p>selbst gamifiziert. Das kann in Form einer Geschichte, in die der Lernstoff eingebettet<\/p>\n<p>wird, geschehen oder dadurch, dass die SuS aus unterschiedlichen Medien wie Text, Au-<\/p>\n<p>dio oder Video ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen. Hierdurch kann die im ICM gew\u00fcnschte Verantwor-<\/p>\n<p>tungs\u00fcbernahme der SuS f\u00fcr ihr eigenes Lernen meiner Meinung nach gef\u00f6rdert werden,<\/p>\n<p>aber es bedarf auch zus\u00e4tzlicher Arbeit und Kompetenzen der Lehrkraft, um die Lernin-<\/p>\n<p>halte inhaltlich zu gamifizieren. Ich m\u00f6chte abschlie\u00dfend auf das Thema der Medienkom-<\/p>\n<p>petenz und Materialbeschaffung eingehen, da es meiner Meinung nach das gr\u00f6\u00dfte<\/p>\n<p>Problem bez\u00fcglich eines gamifizierten ICMs darstellt.<\/p>\n<p>Inhaltsvermittlung findet im traditionellen Unterricht in Form von Lehrervortr\u00e4gen oder<\/p>\n<p>durch Medien wie Texte, Videos oder Audiodateien statt. Im ICM sollen vor allem circa<\/p>\n<p>zehnmin\u00fctige Videos genutzt werden, was dazu f\u00fchren kann, dass der Umgang mit ande-<\/p>\n<p>ren Medienarten nicht ausreichend gelehrt wird und bestimmte Kompetenzen, wie das<\/p>\n<p>Leseverstehen, nicht im selben Ma\u00dfe gef\u00f6rdert werden wie es in der traditionellen Unter-<\/p>\n<p>richtsgestaltung der Fall ist, sofern die Lehrkraft unterschiedliche Medien verwendet. Da-<\/p>\n<p>her sollten im ICM meiner Meinung nach entweder auch andere Medienarten eingesetzt<\/p>\n<p>werden und die Videos immer um Untertitel erg\u00e4nzt werden. Diese Forderung verst\u00e4rkt<\/p>\n<p>allerdings den Kritikpunkt der Materialbeschaffung und den Aufwand f\u00fcr die Erstellung<\/p>\n<p>geeigneter Materialen. Mit steigender Klassenstufe erh\u00f6ht sich die Komplexit\u00e4t der In-<\/p>\n<p>halte und es wird zunehmend aufw\u00e4ndiger, die Inhalte so zu \u00fcberarbeiten, dass sie in<\/p>\n<p>Form von zehnmin\u00fctigen Videos dargestellt werden k\u00f6nnen, die dann im besten Fall auch<\/p>\n<p>noch f\u00fcr den inklusiven Unterricht differenzierbar sind. Hier muss es Unterst\u00fctzung f\u00fcr<\/p>\n<p>die Lehrkr\u00e4fte geben in Form von Fortbildungen auf geeignete Software und Datenban-<\/p>\n<p>ken, wo Inhalte geteilt und optimiert werden k\u00f6nnen, sowie in Form von einem Ausbau<\/p>\n<p>an mediendidaktisch ausgebildetem Personal, das die Lehrkr\u00e4fte bei der Auswahl, Opti-<\/p>\n<p>mierung und Erstellung von Inhalten unterst\u00fctzen. Hier sehe ich besonders in Bremen<\/p>\n<p>fortschrittliche Angebote durch die landesweite Lernplattform f\u00fcr Schulen, itslearning.<\/p>\n<p>F\u00fcr sie gibt es beispielsweise eine Kooperation mit der Firma sofatutor, durch die Videos<\/p>\n<p>f\u00fcr unterschiedliche F\u00e4cher und Jahrgangsstufen bereitgestellt werden. Inwiefern diese<\/p>\n<p>Angebote weiter ausgebaut werden und es ausreichend Fortbildungen f\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte<\/p>\n<p>gibt, kann ich allerdings noch nicht beurteilen. Damit werde ich mich im weiteren Verlauf<\/p>\n<p>meines Studiums und meiner Forschung befassen.<\/p>\n<p>Alles in allem kann durch ein gamifiziertes ICM meiner Meinung nach viel gewonnen<\/p>\n<p>werden, besonders da SuS in ihrem Tempo und nach ihren Kompetenzen und Vorlieben<\/p>\n<p>die Lerninhalte bearbeiten und sich aneignen k\u00f6nnen. F\u00fcr die Lehrkraft erscheint es al-<\/p>\n<p>lerdings zun\u00e4chst sehr viel Arbeit zu sein, die Inhalte angemessen zu gestalten und be-<\/p>\n<p>reitzustellen. Hier bedarf es M\u00f6glichkeiten des Austausches und der Kollaboration zwi-<\/p>\n<p>schen mehreren Lehrkr\u00e4ften, denn das vorteilhafte an digitalen Materialien ist ja, dass sie<\/p>\n<p>einfach zu reproduzieren sind, sofern die Technologie kompatibel ist. Sofern diese H\u00fcrde<\/p>\n<p>\u00fcberwunden wird, sehe ich einen gro\u00dfen Vorteil in der Verwendung des ICMs darin, dass<\/p>\n<p>die SuS bei der \u00dcbung und Vertiefung der Lerninhalte von der Lehrkraft und ihren Mit-<\/p>\n<p>sch\u00fcler_innen unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses Werk ist lizenziert unter der <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz<\/a>.\u00a0<strong>CC-BY-NC-SA: Annabell Schamann<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nc-sa\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><\/strong><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":6383,"featured_media":984,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[364625,69746],"tags":[69746],"coauthors":[717803],"class_list":["post-971","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-inverted-classroom","category-reflexionsbericht","tag-reflexionsbericht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/971","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6383"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=971"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/971\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1662,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/971\/revisions\/1662"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/984"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=971"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=971"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=971"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=971"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}