{"id":493,"date":"2020-01-10T17:34:47","date_gmt":"2020-01-10T16:34:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/?p=493"},"modified":"2022-07-04T09:48:21","modified_gmt":"2022-07-04T07:48:21","slug":"reflexionsbericht-videoeinsatz-im-unterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/2020\/01\/10\/reflexionsbericht-videoeinsatz-im-unterricht\/","title":{"rendered":"Videoeinsatz im Unterricht"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@thomascpark?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Thomas Park<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/video-school?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\">Audiovisuelle Medien bzw. Videos sind ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Bildungssystems. Beispielsweise werden zahlreiche Videos von Universit\u00e4ten durch sogenannte \u201eMassively OpenOnline Courses (MOOCs)\u201c (Merkt\/Schwan 2016, 1) angeboten. Neben akademischen Einrichtungen produzieren kommerzielle Anbieter den gr\u00f6\u00dften Beitrag an MOOCs im Internet (vgl. Merkt\/Schwan 2016, 1). Der Einsatz von Videos in der Schule beginnt aber schon sehr fr\u00fch: schon in der Grundschule werden Videos eingesetzt, um Fremdsprachen wie Englisch zu vermitteln, was auch im weiteren Verlauf des schulischen Werdegangs bis zum Abitur zunehmend zu beobachten ist.<br \/>\nIm folgenden wird der Einsatz von Videos im Unterricht reflektiert, speziell auch der Einsatz im Fremdsprachenunterricht. Zun\u00e4chst werden einige Studien bez\u00fcglich der Effektivit\u00e4t von Videos im Unterricht dargestellt. Hiernach folgt meine eigene Perspektive auf die Studien und inwiefern dies Sch\u00fcler\/innen betrifft bzw. welche Effekte es auf sie haben kann. Des Weiteren reflektiere ich auch meinen eigenen Videoeinsatz in der Retrospektive als Praktikantin im Religionsunterricht. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\">Eine Studie von H\u00f6ffler und Leutner zum Vergleich von bildhaften statischen und dynamischen Repr\u00e4sentationen in Bezug auf den Wissenserwerb, zeigt auf, dass dynamische Repr\u00e4sentationen im Vergleich einen deutlich st\u00e4rkeren Lerneffekt zeigen, wenn es um \u201eprozedural-motorische Inhalte\u201c (Merkt\/Schwan 2016, 1) geht. Bei deklarativem Wissen und Probleml\u00f6sefertigkeiten gibt es einen leicht positiveren Effekt, der zu beobachten ist (vgl. Merkt\/Schwan 2016, 1). Demnach k\u00f6nnen dynamische Videos im Vergleich zu Bildern effektiver eingesetzt werden (vgl. Merkt\/Schwan 2016, 1). Videos werden aber laut Salomon zun\u00e4chst als einsichtigeres Medium angesehen im Vergleich zu Texten, wodurch aber die Greifbarkeit des Inhalts \u00fcbersch\u00e4tzt wird (vgl. Salomon 1984 zit. n. Merkt\/Schwan 2016, 2). Dies f\u00fchrt schlie\u00dflich dazu, dass bei Videos eine weniger tiefes Verst\u00e4ndnis entwickelt wird als bei Texten (vgl. Salomon 1984 zit. n. Merkt\/Schwan 2016, 2). H\u00f6ffler und Leutner f\u00fchren dabei weitere Studien an, die den Einsatz von Videos legitimieren. Beispielsweise f\u00fchre das Kontrollieren der Darbietungsgeschwindigkeit oder auch durch die Darstellung der Videoinhalte (durch ein Art Inhaltsverzeichnis) zu einem besseren Verst\u00e4ndnis (vgl. Merkt et al. 2014, zit. n. Merkt\/Schwan 2016, 6).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\">Aus den Forschungen wird deutlich, dass Videos ordentlich aufbereitet werden m\u00fcssen. Sie k\u00f6nnen und sollen nicht im Unterricht f\u00fcr sich alleine stehen. F\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ist der Einsatz von Videos laut der Studie effektiver, wenn sie das Video selbst kontrollieren k\u00f6nnen. Demnach ist es auch geeignet Videos zuhause vorab schauen zu lassen, damit jede\/r Sch\u00fcler\/in sich mit der eigenen individuellen Geschwindigkeit mit dem Video besch\u00e4ftigen kann. Demnach w\u00fcrde diese Studie etwa auch teilweise das Modell des \u201einverted classroom\u201c unterst\u00fctzen, wenn Sch\u00fcler\/innen sich Lernvideos zuhause anschauen und dadurch Wissen erwerben k\u00f6nnen, womit im Unterricht dann gearbeitet wird.<br \/>\nVor allem im Fremdsprachenunterricht sind Videos eine gro\u00dfe Ressource, um die Sprache so authentisch wie m\u00f6glich zu vermitteln. Dabei ist hier erneut folgendes zu beachten: \u201eDas Ansehen des Videomaterials ist nicht das Ziel, das ist das Mittel zum Erlernen der Fremdsprache\u201c (Ospanova 2015, 55).<br \/>\nDes Weiteren ist gem\u00e4\u00df der Studie auch zu beachten, dass nicht jedes Video f\u00fcr jede Art von der zu vermittelnden Kompetenz geeignet ist, demnach ist es wichtig, dass man vorab beurteilt, wozu man das Video zeigt, mit welcher Absicht und evtl. welche Kompetenz oder Lerneffekt erzielt werden soll. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\">Reflektierend ist dies f\u00fcr mich wichtig in Bezug auf meine vergangenes POE im Fach Religion, denn in unserer gemeinsam gestalteten Stunde zum Thema Vorbilder und Idole habe ich zusammen mit meiner Kommilitonin Youtube-Videos zu verschiedenen m\u00f6glichen Idolen herausgesucht, die an die Lebenswelt der Sch\u00fcler\/innen ankn\u00fcpfen k\u00f6nnten. Dabei haben wir allerdings nicht festgelegt, was unsere Intention ist, was Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus dem Video lernen sollten. In der Retrospektive wird mir deutlich, dass wir diese Videos nicht genug in die Unterrichtsstunde kontextualisiert und eingebettet haben. Wir haben den Einsatz des Videos nicht genug hinterfragt. Als wir unsere ersten Unterrichtserfahrungen gemacht haben, dachten wir, dass der Einsatz von Videos bei den Sch\u00fclern\/innen gut ankommt, was sich auch als richtig herausstellte, jedoch haben wir in der Reflexion danach bemerkt, dass es f\u00fcr die Sch\u00fcler\/innen in dem Sinne keinen Mehrwert hatte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\">F\u00fcr mich bedeutet dies, dass ich nicht davon abschrecke Videos im Unterricht zu nutzen, denn sie haben gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr Sch\u00fcler\/innen, aber ich mache mir vorher Gedanken, was genau das Video vermitteln soll. Ein Video braucht Kontextualisierung durch eine einleitende Diskussionen bzw. Aufgaben und auch eine Phase danach, um die Inhalte des Videos zu besprechen bzw. zu bearbeiten. Ein bedachter und vorbereiteter Umgang von Videos ist deshalb wichtig. Videos sind somit ein Hilfsmittel, jedoch nicht etwas, was f\u00fcr sich alleine im Unterricht stehen kann.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\"><u><b>Quellenverzeichnis <\/b><\/u><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\">Merkt, Martin \/ Schwan, Stephan (2016): Lernen mit digitalen Videos. Der Einfluss einfacher interaktiver Kontrollm\u00f6glichkeiten. In: Psychologische Rundschau, Band 67, Heft 4, S. 94-101. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\">Ospanova, G. B., Barmanbekova, G. Z., &amp; Elikbaeva, K. M. (2015): Einsatz des Videos im Unterricht. In: European journal of education and applied psychology, Heft 2, S. 55-58.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\">Vaughan-Rees, Michael (1989): Video and language learning. In: Zielsprache Englisch, Zeitschrift fu\u0308r den Englischunterricht in der Erwachsenenbildung, Heft 1, S. 12.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nc-sa\/4.0\/88x31.png\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dieses Werk ist lizenziert unter einer <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Nicht-kommerziell &#8211; Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz<\/a>.\u00a0<strong>CC-BY-NC-SA:<\/strong><strong> Huma Rehmann<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Photo by Thomas Park on Unsplash Audiovisuelle Medien bzw. Videos sind ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Bildungssystems. 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