{"id":2071,"date":"2022-05-06T11:09:52","date_gmt":"2022-05-06T09:09:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/?p=2071"},"modified":"2022-07-04T09:46:14","modified_gmt":"2022-07-04T07:46:14","slug":"die-lehrkraft-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/2022\/05\/06\/die-lehrkraft-der-zukunft\/","title":{"rendered":"Die Lehrkraft der Zukunft"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@askkell?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Andy Kelly<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/s\/photos\/robot?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Tr\u00e4umen Androiden von guten Sch\u00fclern oder bleibt die Lehrkraft menschlich?<\/p>\n<p>Szenario I: Es ist ungef\u00e4hr das Jahr 2223 der Kelvin Zeitlinie des Star Trek Universums. Ort des Geschehens ist das Learning-Center auf Vulcan, in dem sich Spock befindet. Spock ist zu dieser Zeit ca. 8 \u2013 10 Jahre alt und befindet sich alleine in einem sogenannten Learning-Pod oder Skill-Dome, von denen sich mindestens 30 in diesem Learning-Center befinden, und jeder ist mit nur einem Sch\u00fcler*in besetzt. Die Sch\u00fcler*innen betreten ihre individuelle Kapsel \u00fcber eine Reihe von Stufen, und um sie herum werden Reihen von Bildern, mathematische Formeln, philosophische Texte, etc. projiziert. Hierbei handelt es sich um eine Standardform der Ausbildung auf Vulcan, die holografische Bilder und Kl\u00e4nge erzeugt und dazu Fragen stellt. Programmiert wurden diese von vulcanischen Lehrer*innen und eine selbst\u00e4ndige Weiterentwicklung der Programme ist nicht erw\u00fcnscht oder erstrebenswert. \u00c4nderungen werden, falls n\u00f6tig, durch die Lehrkr\u00e4fte vorgenommen. Im Film \u201eStar Trek\u201c von 2009 ist in dieser Szene nicht ganz nachzuvollziehen, ob es sich hierbei um eine Testsituation f\u00fcr die Sch\u00fcler*innen oder ob es sich um die allt\u00e4gliche Form des Schulunterrichts handelt.<br \/>Szenario II: Eine Schulklasse mit 30 Sch\u00fcler*innen und eine Lehrperson, die alle geforderten F\u00e4cher unterrichten kann. Ein Android oder Gynoid, im Folgenden zur Vereinfachung das m\u00e4nnliche Android (\u201edem Manne \u00e4hnlich\u201c), steht vor der Klasse \u2013 rein optisch somit nicht von einem \u201arichtigen\u2018 Menschen zu vergleichen. Dieses Mal handelt es sich um eine richtige KI \u2013 eine \u201ak\u00fcnstliche Intelligenz\u2018 \u2013 die in der Lage dazu ist, zun\u00e4chst durch Mimikry, danach durch Imitation und abschlie\u00dfend durch Mimesis menschliches Verhalten nachzuahmen. Donald beschreibt jedoch die \u201amimetische Kultur\u2018 als entscheidende Phase und somit Bestandteil der Entwicklung von Bewusstsein und Kultur und differenziert konsequent diese Begrifflichkeiten. Mimikry kommt bei vielen Tieren vor, Imitation bei Affen und Menschenaffen und Mimesis ausschlie\u00dflich bei Menschen.<br \/>Mimikry ist der Versuch, ein so genaues Duplikat wie m\u00f6glich zu erschaffen. Wenn der Gesichtsausdruck eines Menschen von einem anderen exakt reproduziert oder der Gesang eines Vogels von einem Papagei exakt nachgebildet wird, handelt es sich folglich um eine Form der Mimikry\u2026Imitation ist nicht so exakt wie Mimikry; das Kind, dass das Verhalten eines Elternteils kopiert, imitiert, aber liefert keine exakte Reproduktion des elterlichen Verhaltens\u2026Mimesis f\u00fcgt der Imitation eine darstellerische Komponente hinzu. Dabei werden sowohl Mimikry als auch Imitation f\u00fcr ein h\u00f6heres Ziel eingesetzt: und zwar der nachtr\u00e4glichen Darbietung oder Wiedergabe eines Ereignisses oder einer Beziehung. (Donald, 1993:168-169)<\/p>\n<p>Die Frage, die sich hierbei unweigerlich stellt, ist, ob der Androide die Mimesis tats\u00e4chlich gemeistert hat oder ob es ausschlie\u00dflich bei der Anwendung von Mimikry oder eventuell noch Imitation bleibt? F\u00fchlt diese KI? \u2013Kann sie das? Wird sie es jemals k\u00f6nnen? Geht man davon aus, dass die F\u00e4higkeit, Emotionen zu haben, niemals f\u00fcr k\u00fcnstliches Leben erreichbar sein wird \u2013 w\u00e4re es nicht ein viel objektiverer Unterricht, den dieser Androide erteilen w\u00fcrde? Grunds\u00e4tzlich ist es ja nicht negativ zu bewerten, wenn die Lehrperson objektiv ihre Sch\u00fcler*innen beurteilt. Andererseits ist ein gewisses Ma\u00df an Empathie und Abw\u00e4gen der Situation und die dementsprechende Interaktion ausschlaggebend f\u00fcr eine gute Lehrer-Sch\u00fcler-Beziehung. Aufgrund der Tatsache, dass Menschen dazu neigen, bei der Verwendung der Worte k\u00fcnstliche Intelligenz Schreckensvisionen \u00e0 la \u201aMatrix\u2018 oder \u201aBlade Runner\u2018 heraufzubeschw\u00f6ren und dadurch zum einen das gro\u00dfe Potential dieser Technologie \u2013 auch f\u00fcr das Bildungssystem - nicht begreifen wollen oder k\u00f6nnen und zum anderen dadurch ausbremsen und der einfachen Tatsache, dass die Forschung zwar weit, jedoch noch nicht SO weit ist, soll an dieser Stelle ein Zitat von Fabian Zehner die Verbindung und den \u00dcbergang zwischen KI, Digitalisierung und Medien im Bildungsbereich herstellen.<br \/>Daher pl\u00e4diere ich an dieser Stelle daf\u00fcr, den wenig hilfreichen Begriff der k\u00fcnstlichen Intelligenz f\u00fcr den Bildungsbereich zumindest mal f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Jahrzehnte w\u00e4hrend des aktuell vorherrschenden Paradigmas noch hintanzustellen, wenn es darum geht, welche modernen Technologien den innovationsbed\u00fcrftigen Sektor voranbringen k\u00f6nnten. Selbst wenn die Technologien Maschinenlernen oder nat\u00fcrliche Sprachverarbeitung beinhalten, und daher mit der Forschung zu k\u00fcnstlicher Intelligenz assoziiert sind, stellen sie lediglich Methoden dar, deren Einsatz in Bildungsforschung und ihrer Praxis rational und nicht emotional auf ihre Sinnhaftigkeit gepr\u00fcft werden sollten. (Zehner, 2019: 2)<\/p>\n<p>Obwohl die zu Beginn geschilderten Szenarien in den Bereich der Science-Fiction geh\u00f6ren, ist jedoch das erste Szenario gar nicht so unwahrscheinlich und undenkbar, wie es zun\u00e4chst den Anschein hat. Man muss von den futuristischen learning\u2013pods einige Schritte zur\u00fcck in unsere Gegenwart gehen und sich die rasante Entwicklung des digitalen Unterrichts w\u00e4hrend der Corona Pandemie vor Augen f\u00fchren. Pl\u00f6tzlich sind M\u00f6glichkeiten geschaffen worden, Sch\u00fcler*innen digital, zu Hause, zu unterrichten, \u2013 fast wie in einem learning\u2013pod. Dieses Essay hat, trotz der Einleitung, keine futuristischen Unterrichtsmodelle zum Thema, sondern soll sich mit Medienkompetenzen von Sch\u00fcler*innen und Lehrkr\u00e4ften sowie dem Erlangen dieser besch\u00e4ftigen, um jetzt und in Zukunft, mit den neuesten digitalen und technologischen Entwicklungen, standhalten zu k\u00f6nnen. Zun\u00e4chst soll an dieser Stelle der Begriff Medienkompetenz erl\u00e4utert werden: Durch Medienkompetenz werden Sch\u00fcler*innen in die Lage versetzt, Medien verantwortungsvoll zu nutzen, diese aber auch kritisch zu hinterfragen, Gefahren zu erkennen (z.B. Social Media) und erfolgreich an der Gesellschaft teil zu haben. Durch die F\u00e4higkeit, digitale Medien kompetent zu nutzen, aber auch zu hinterfragen, werden sie bef\u00e4higt, diese zu bewerten und ihre Funktionsweisen zu verstehen. Zus\u00e4tzlich bietet Medienkompetenz die F\u00e4higkeit der Informationsbeschaffung sowie Wissen dar\u00fcber, von welchen Internetseiten man seri\u00f6se Informationen bekommt und woran diese zu erkennen sind. Zus\u00e4tzlich wei\u00df man, dass man zur Recherche die Informationen immer aus mehrere Quellen bezieht. Medienkompetenz beinhaltet aber auch ein Minimum an rudiment\u00e4ren Wissen bez\u00fcglich der technischen Komponenten und deren Funktionsweisen innerhalb eines Computers, Tablets, Smartphones etc., dem Wissen \u00fcber den stetigen Wandel bzw. Verbesserungen, Erneuerungen und die Aufrechterhaltung eigener Aufgeschlossenheit den Medien gegen\u00fcber. Zusammengefasst: F\u00e4higkeit, in die Welt aktiv aneignender Weise auch alle Arten von Medien f\u00fcr das Kommunikations- und Handlungsrepertoire von Menschen einzusetzen (Baacke 1996b:8). Dar\u00fcber hinaus ist die Medienbildung von entscheidender Bedeutung und kann als Erweiterung der Medienkompetenz angesehen werden oder anders ausgedr\u00fcckt: Medienbildung setzt zwar Medienkompetenz voraus, ber\u00fccksichtigt aber dar\u00fcber hinaus die F\u00e4higkeit, die Bedeutung der Medien f\u00fcr die eigene Person zu reflektieren und sich auf unbekannte medienbezogene Situationen einstellen zu k\u00f6nnen (vgl. Moser 2006: 287). Man kann demnach erst aus der Perspektive der Medienbildung ableiten, welche Kompetenzen erweitert und\/oder verbessert werden m\u00fcssen. Medienbildung beginnt demzufolge dort, wo die Vermittlung von Informationen aus subjektunabh\u00e4ngigen Datennetzen und Informationssystemen aufh\u00f6rt, und wo es um deren Verarbeitung und Integration in den eigenen Lebens- und Erfahrungskontext geht. Somit wird hier auch jene Betrachtungsweise aufgehoben, die aus konstruktivistischer Sicht dadurch markiert ist, dass die Menschen ihr Ich und die Welt, in der sie sich bewegen, letztlich selbst erzeugen. Somit werden sie in die Lage versetzt, sich dar\u00fcber reflektierend zu verst\u00e4ndigen (vgl. ebd.: 287). Medienkompetenz sowie Medienbildung sind f\u00e4cher\u00fcbergreifende Kompetenzen, die \u00fcber verschiedene Unterrichtseinheiten aufgebaut werden und sich nicht ausschlie\u00dflich auf, beispielsweise, den Deutschunterricht beschr\u00e4nken. Referate und Pr\u00e4sentationen bieten sich daf\u00fcr in allen Unterrichtsf\u00e4chern an, da das Erlernen der richtigen Recherche und somit dem Erlernen, welche Quellen als vertrauensw\u00fcrdig gelten und welche nicht, als Grundlage dient.<br \/>Der Akzent verschiebt sich von der Frage, ob Schule sich dem Thema Digitalisierung stellen soll und digitale Medien f\u00fcr sich nutzen m\u00f6chte, hin zu der Frage, wie Schule die Anforderungen einer Gesellschaft im digitalen Wandel aufgreift und gestaltet. W\u00e4hrend der Fokus der Diskussion bislang um \u201eMedienkompetenz\u201c kreiste, geht es nun um die Implikationen der Digitalisierung f\u00fcr alle F\u00e4cher, f\u00fcr alle Schulformen und -stufen, f\u00fcr den Unterricht, die Schule und das Bildungswesen im Ganzen. (vgl. Heinen &amp; Kerres, 2017: 129)<\/p>\n<p>Damit Sch\u00fcler*innen Medienkompetenzen und Medienbildung entwickeln und weiterentwickeln k\u00f6nnen, ist es jedoch unerl\u00e4sslich, dass auch die Lehrkr\u00e4fte immer up to date und, bez\u00fcglich der Anwendungsm\u00f6glichkeiten digitaler Medien f\u00fcr den Unterricht, kompetent und professionell sind. Um dieses Ziel zu erreichen, m\u00fcssten die Weiterbildungsangebote bez\u00fcglich digitaler Medien und deren Anwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Lehrende verpflichtend sein. Aus der Studie \u201eQuelle Internet\u201c? der \u201eStiftung Neue Verantwortung\u201c, von M\u00e4rz 2021, geht deutlich hervor, dass die meisten Befragten in fast allen Kompetenz-Bereichen schlecht abschneiden und es ihnen oft an Kenntnissen und F\u00e4higkeiten mangelt. In dieser Studie ging es darum zu eruieren, inwieweit B\u00fcrger*innen in der Lage sind, den derzeitigen Wandel unseres Mediensystems zu bew\u00e4ltigen, und wo Menschen unterschiedlicher Altersgruppen St\u00e4rken oder Schw\u00e4chen haben. Wie gut gelingt es der Bev\u00f6lkerung, abseits der traditionellen Zeitung im Netz die Zuverl\u00e4ssigkeit von Quellen zu beurteilen oder Informationen \u00fcberhaupt zu erkennen, einzuordnen und zu verifizieren? Wie gut k\u00f6nnen PR-Inhalte, Desinformationen oder Meinungsbeitr\u00e4ge erkannt und unterschieden werden? Und wie kompetent sind Menschen darin, unvollst\u00e4ndige Nachrichten oder Interessenskonflikte bei Quellen und Autor*innen als solche zu identifizieren (vgl. Me\u00dfmer&amp;S\u00e4ngerlaub&amp;Schulz,2021: 3)? Auch hier wurde abschlie\u00dfend formuliert, dass es in Deutschland eine bessere digitale Schul- und Erwachsenenbildung geben muss, da sich besonders dort die Vernachl\u00e4ssigung digitaler F\u00e4higkeiten zeigt.<br \/>Nach wie vor sind digitale Nachrichten- und Informationskompetenzen nicht systematischer Bestandteil der Lehrpl\u00e4ne. Gerade in den Haupt- und Mittelschulen wurden Dimensionen von Medienkompetenz, die mit politischer Bildung und Vertrauensbildung in journalistisches Arbeiten zusammenh\u00e4ngen, in den vergangenen Jahrzehnten offenbar weitgehend vernachl\u00e4ssigt. Dies ist besonders gef\u00e4hrlich, da junge Menschen mit niedriger Schulbildung nach den vorliegenden Daten die soziodemografische Gruppe bilden, die die niedrigsten Kompetenzwerte aufweist und zugleich auch ein besonders geringes Vertrauen in Politik und Medien zeigt. Hier k\u00f6nnen wir noch gar nicht absehen, welche weiteren gesellschaftlichen Konfliktlagen diese Polarisierung nach sich ziehen kann. (vgl. ebd. 2021: 7)<\/p>\n<p>Mittlerweile werden zwar im LIS-Bremen viele Weiterbildungsseminare f\u00fcr digitale Medien angeboten, aber ohne die Corona Pandemie, die daraufhin folgenden Schulschlie\u00dfungen und den Unterricht via Zoom, w\u00e4re es vermutlich nicht dazu gekommen. Befunde der dritten Lehrer*innenphase zeigen, dass im Jahr 2016 gerade mal zwei F\u00fcnftel (41.9%) der befragten Lehrkr\u00e4fte angaben, eine Fortbildung zur fachspezifischen Unterrichtsentwicklung mit digitalen Medien oder zur aktiven Medienarbeit mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern (41.1%) besucht zu haben (Eickelmann&amp;Drossel,2018: 339-341). Seit 2019 eine gibt es KMK-Standards f\u00fcr Lehrer*innenbildung, um die komplexe Lehrer*innenbildung an die digitalen Entwicklungen anzupassen. Als zentraler Ansatz ist die modellhafte Abbildung digital gest\u00fctzter Lehr-Lernszenarien in allen Phasen der Lehrer*innenbildung (KMK, 2016) zu nennen.<br \/>Mit diesen ergibt sich der Vorteil, dass durch die konkreten modellhaften Erfahrungen der Mehrwert digital gest\u00fctzter Lehr-Lernsettings mit den sich ergebenden spezifischen Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr Lehrpersonen deutlich gemacht werden kann. Besonderes Potenzial kann den von den verschiedenen Landesinstituten mittlerweile auch in l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Kooperationen angebotenen Webinaren zu zentralen Themen (z.B. https:\/\/fortbildung-online.lernnetz.de\/) oder Media Laps zugesprochen werden. (Grafe &amp; Bucher, 2018)<br \/>Der Fokus soll hierbei nicht auf ein \u201aErsetzen\u2018 des normalen Unterrichts in der Schule durch eine Lehrkraft gelegt werde. W\u00fcrde ein solcher Fokus bestehen, w\u00e4re man recht nahe an Szenario I, welches - in Anbetracht der zuvor formulierten M\u00e4ngel der Lehrkr\u00e4fte im Umgang mit den derzeit g\u00e4ngigen digitalen Medien \u2013 undurchf\u00fchrbar w\u00e4re. In der heutigen Zeit geht es um eine sinnvolle Erg\u00e4nzung und Erweiterung des normalen Schulunterrichts durch digitale Medien, welche somit in einem Verbund mit herk\u00f6mmlichen Medien zu sehen sind (vgl. Florio-Hansen, 2020:109). Beispielsweise durch den Inverted Classroom - dabei werden die Grundlagen (Theorien und Einf\u00fchrung von Ph\u00e4nomenen) in Form von Erkl\u00e4rvideos zu Hause erarbeitet, im Unterricht erfolgen dann \u00dcbungen und abschlie\u00dfend die Vertiefung. Um das o.g. zu pr\u00e4zisieren: man verlagert das Erkl\u00e4ren, welches normalerweise zu Beginn einer (neuen) Unterrichtseinheit erfolgt, auf zu Hause. Hierf\u00fcr bieten sich verschiedene Medienformen an, zum Beispiel Lehrvideos in denen Screencasts mit Audiokommentaren kombiniert werden, Podcasts, Animationen, Simulationen, Texte, Audiobeitr\u00e4ge sowie ihre Kombination, welche unterschiedliche Lerntypen ansprechen und somit f\u00f6rdern. Dadurch bietet sich f\u00fcr Sch\u00fcler*innen die M\u00f6glichkeit, sich das (neue) Thema so oft wie n\u00f6tig erkl\u00e4ren zu lassen. F\u00fcr die Inhalte dieser Selbstlernphase ist jede Lehrperson selbstverantwortlich. Um den Sch\u00fcler*innen die M\u00f6glichkeit zu geben, den eigenen Wissensstand zu \u00fcberpr\u00fcfen und eventuelle Wissensl\u00fccken zu schlie\u00dfen, werden Selbstlerntests und \u00dcbungen eingebunden. Diese Art des Unterrichts soll die Motivation der Sch\u00fcler*innen steigern eigenverantwortlich zu lernen und sich zeit- und ortsungebunden auf die kommende Pr\u00e4senzphase vorzubereiten. Das Flipped Classroom Modell eignet sich auch sehr gut f\u00fcr fremdsprachige Sch\u00fcler*innen, da diese somit die M\u00f6glichkeit haben, Sprachbarrieren durch wiederholtes Ansehen des Erkl\u00e4rvideos abzubauen.<\/p>\n<p>Die KMK ver\u00f6ffentlichte 2016 ein Papier mit dem Titel Strategie der Kultusministerkonferenz \u2013 Bildung in der digitalen Welt, welches die Grundlagen f\u00fcr die Ausbildung von Medienkompetenz und Medienbildung beim Lehren und Lernen in Schulen, in der beruflichen Bildung sowie in Hochschulen bildet und das die Bedeutung der digitalen Medien, im schulischen Kontext, hervorhebt.<br \/>In der Pr\u00e4ambel stellen die KMK-Expertinnen und -Experten klar, dass digitale Medien nicht l\u00e4nger als Anh\u00e4ngsel p\u00e4dagogischer Praktiken betrachtet werden d\u00fcrfen. Die Digitalisierung hat derart rasche Ver\u00e4nderungen in jedem Lebensbereich bewirkt und treibt sie weiter voran, dass es unverantwortlich w\u00e4re, Lehren und Lernen in Schulen und Universit\u00e4ten von einer ad\u00e4quaten Integration digitaler Medien auszuschlie\u00dfen. Mit anderen Worten: Fertigkeiten, F\u00e4higkeiten und Haltungen, die alle Formen der Digitalisierung betreffen, sind f\u00fcr effektives Lehren und erfolgreiches Lernen unerl\u00e4sslich. (vgl. KMK, 2016: 9)<\/p>\n<p>Als \u00fcbergeordnete Ziele werden folgende Punkte formuliert:<br \/>1. Die L\u00e4nder beziehen in ihren Lehr- und Bildungspl\u00e4nen sowie Rahmenpl\u00e4nen beginnend mit der Primarschule, die Kompetenzen ein, die f\u00fcr eine aktive, selbstbestimmte Teilhabe in einer digitalen Welt erforderlich sind. Dies wird nicht \u00fcber ein eigenes Curriculum f\u00fcr ein eigenes Fach umgesetzt, sondern wird integrativer Teil der Fachcurricula aller F\u00e4cher. [\u2026] und 2. Bei der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen werden digitale Lernumgebungen entsprechend curricularer Vorgaben dem Primat des P\u00e4dagogischen folgend systematisch eingesetzt. Durch eine an die neu zur Verf\u00fcgung stehenden M\u00f6glichkeiten angepasste Unterrichtsgestaltung werden die Individualisierungsm\u00f6glichkeit und die \u00dcbernahme von Eigenverantwortung bei den Lernprozessen gest\u00e4rkt. (KMK 2016, 11f.)<\/p>\n<p>Hiermit wird deutlich die Wichtigkeit der kritisch-konstruktiven Haltung betont (vgl. de Florio-Hansen, 2020: S.96). Demzufolge hat die KMK schon fr\u00fch die Bedeutung von Medienkompetenz und Medienbildung erkannt und auf das Erreichen und Erweitern dieser F\u00e4hig- und Fertigkeiten fokussiert und auf umfassende Weiterbildungsma\u00dfnahmen der Lehrkr\u00e4fte hingewiesen.<br \/>Obwohl bereits seit 2005\/2006 Medienbildung Bestandteil des Lehramtstudiums ist, hat eine grundlegende Ver\u00e4nderung bzw. hat eine st\u00e4rkere Einbindung digitaler Medien im Unterricht, erst durch die Corona Pandemie stattgefunden (vgl. Uni-Kiel, 2022). Digitale Koordinatorinnen und Koordinatoren werden seit ca. 2 Jahren eingesetzt, um die Lehrkr\u00e4fte an allen Schulen bei der Implementierung weiterf\u00fchrender Aktivit\u00e4ten im Bereich der neuen elektronischen Technologien (vgl.de Florio-Hansen, 2020: S.96) zu unterst\u00fctzen. In einigen Bundesl\u00e4ndern werden bereits KI und Robotik f\u00fcr den Unterricht erprobt und stellenweise aktiv verwendet.<br \/>Das Projekt Coding Detectives, das in Kooperation mit dem Frauenhofer-Institut f\u00fcr Intelligente Analyse und Informationssysteme IAIS sowie der Calliope gGmbH durchgef\u00fchrt wird, erm\u00f6glicht es den Kindern und Jugendlichen, ein tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Zusammenh\u00e4nge in der digitalen Welt zu entwickeln. (vgl. Ministerium f\u00fcr Bildung, 2018)<\/p>\n<p>An dieser Stelle soll kurz erneut \u00fcber den Nutzen von KIs eingegangen werden, da sich die Anwendung im Unterricht \u2013 \u00fcber den Informatikunterricht hinaus \u2013 bereits im (fortgeschrittenen) Entstehungsprozess befindet. Als fundamentaler Bestandteil der Thematisierung des Komplexes K\u00fcnstliche Intelligenz im Unterricht, bedarf es in fr\u00fchen Stationen einer Bildungslaufbahn bereits einer spielerischen Ann\u00e4herung an das algorithmische Denken (Landtag Rheinland-Pfalz, 2019). Daraus l\u00e4sst sich folgern, dass eine fr\u00fche Besch\u00e4ftigung mit Algorithmen dazu f\u00fchrt, logisch zu denken, Kausalketten aufzubauen und schlie\u00dflich in die Lage versetzt zu werden, durch pr\u00e4zise formulierte Anweisungen, digitale Anwendungen in Form selbst entwickelter Programme zu entwickeln und zu testen (vgl. ebd. 2019) . Daraus l\u00e4sst sich folgern, dass KIs keine \u201aMonster aus der Zukunft sind, die die Menschheit unterjochen wollen\u2018, sondern es sich hier um eine verantwortungsvolle Wissenschaft handelt, die auch im Bildungssystem eine bedeutende Rolle spielt und noch eine Gr\u00f6\u00dfere spielen wird.<br \/>Es ist anzunehmen, dass alle Sch\u00fcler*innen in der heutigen Zeit als digital-natives zu bezeichnen sind und sich ihnen daher der generelle Zugang zu digitalen Medien als ein nat\u00fcrlicher \u2013 quasi intuitiv erlernter \u2013 Vorgang zu verstehen ist. Auf der anderen Seite des intuitiven Zugangs befinden sich, meistens, \u00e4ltere Lehrkr\u00e4fte oder \u2013 in selten F\u00e4llen \u2013 die Technikverweigerer. Letztere wollen schlichtweg nichts mit den neuen digitalen Medien \u201azu tun\u2018 haben und f\u00fcr die \u00e4ltere Generation \u2013 so scheint es \u2013 handelt es sich um ein digitales Faberg\u00e9-Ei . Dabei sind die Weiterbildungsma\u00dfnahmen, die beispielsweise das LIS-Bremen anbietet, zahlreich und vielf\u00e4ltig und k\u00f6nnten dabei hilfreich sein, die Hemmungen, bez\u00fcglich der Einbindung digitaler Medien in den Unterricht, schrittweise abzubauen. Eine verpflichtende Teilnahme wurde auch bereits erw\u00e4hnt, sollte jedoch in seiner Ausf\u00fchrung verfeinert und den jeweiligen Schulen angepasst werden. Im besten Falle finden diese in der Schule selbst statt, da sie dort am effektivsten und bezogen auf den Aktionsrahmen gestaltet werden (Zylka, 2018: 14).<br \/>Bei dem Einsatz technischer Ger\u00e4te im schulischen Alltag bedarf es umfassender technischer wie auch p\u00e4dagogisch-didaktischer Beratungen [\u2026] Vernachl\u00e4ssigen Sie eine dieser beiden Beratungsebenen, wird die Integration eher schleppend verlaufen\u201c (ebd., 14). Schlie\u00dflich geht es darum, die Nutzung der technischen Ausstattung angemessen zu reflektieren. Wichtig ist es, eine offene Lernatmosph\u00e4re f\u00fcr die Lehrerinnen und Lehrer zu schaffen, bei der Fehler nicht nur akzeptiert, sondern als Ausgangspunkt f\u00fcr die gemeinsame Weiterentwicklung genutzt werden (ebd., 15).<\/p>\n<p>Im Gro\u00dfen und Ganzen kulminieren somit der Erwerb von Medienkompetenz sowie der der Medienbildung (besonders im Hinblick auf die Lehrkr\u00e4fte) in der Bereitschaft, sich diesen \u2013 mehr oder weniger - neuen, jedoch definitiv erg\u00e4nzenden M\u00f6glichkeiten, nicht zu verweigern, sondern jede M\u00f6glichkeit der Fort- und Weiterbildung zu nutzen. Um jedoch \u00c4ngste wie beispielsweise: \u201aman k\u00f6nne etwas kaputt machen\u2018 oder \u201aman k\u00f6nne sich vor der Klasse blamieren\u2018, etc. abzubauen, ist es essentiell, gerade diese Lehrkr\u00e4fte, mit viel Geduld und Verst\u00e4ndnis, zu unterst\u00fctzen und niedrigschwellige Zug\u00e4nge zu schaffen. Digitale Medien und KIs sind, von Menschen programmierte Programme, die Aufgaben \u00fcbernehmen (k\u00f6nnen), die dem Menschen das Leben erleichtern und verbessern und den Schulunterricht in zukunftsorientierte Richtung lenken sollen. Medienkompetenz und Medienbildung m\u00fcssen von allen Beteiligten erlangt werden. M\u00f6glich wird dies aber durch individuelles Lernen und motivierende Lernsituationen, die eine Lehrkraft mit Hilfe digitaler Medien gestalten kann.<\/p>\n<p>Schule soll zur Entwicklung m\u00fcndiger und sozial verantwortlicher Pers\u00f6nlichkeiten beitragen und gesellschaftlich w\u00fcnschenswerte Wertorientierungen und Verhaltensbereitschaften vermitteln, was gemeinhin als \u201eErziehungsauftrag\u201d der Schule verstanden wird. (Fend 2006)<\/p>\n<p>Der Schule f\u00e4llt somit die Aufgabe zu, die kulturelle und soziale Identit\u00e4t, welche mit kultureller und politischer Teilnahme verkn\u00fcpft ist, auszubilden. In der Schule haben die Sch\u00fcler*innen die M\u00f6glichkeit, sich innerhalb Gleichaltriger zu bewegen, ihre Rolle zu finden und sich generell in ein bestehendes System einzuf\u00fcgen. Die peer-group hat vielf\u00e4ltige Funktionen und ist f\u00fcr die soziale Entwicklung des Individuums von entscheidender Bedeutung, da hier die M\u00f6glichkeit besteht, sich mit anderen zu vergleichen, Zugeh\u00f6rigkeit zu erleben, Freundschaften einzugehen, gemeinsam zu arbeiten und zu spielen, Auseinandersetzungen zu bestehen usw. (vgl. Petillon 1991; Jerusalem &amp;Klein-He\u00dfling 2002). Zusammenfassend betrachtet ist die \u201aechte\u2018 Lehrkraft nicht zu ersetzen, aber zu erg\u00e4nzen. Neben der unbestreitbaren Tatsache, dass hier gro\u00dfe Potenziale f\u00fcr den Bildungsbereich auszusch\u00f6pfen sind, bleibt zu guter Letzt noch festzuhalten, dass die Auseinandersetzung mit k\u00fcnstlicher Intelligenz im Schulunterricht alleine deshalb wichtig ist, um unsere Gesellschaft m\u00fcndig f\u00fcr den Umgang mit k\u00fcnstlicher Intelligenz zu machen (Zehner, 2019 :27). Die diffizilen Gedanken, Gef\u00fchle und Handlungsweisen des Menschen sind nicht einfach durch die Entwicklung eines Algorithmus\u2018 in eine KI umzuwandeln. Emotionalit\u00e4t, Menschlichkeit sowie Professionalit\u00e4t und Kompetenz sind wichtige Bestandteile von Schule und Unterricht. Sozialisation erlernt man bzw. findet statt und ist ein, in Phasen eingeteilter, lebenslanger Prozess und von zentraler Bedeutung. Der Sozialisationsprozess dauert so lange an, wie neue Motive und Verhaltenserwartungen erlernt werden m\u00fcssen (vgl. Rolff, 1997). Die sinnvolle und motivierende Verbindung digitaler Medien mit dem Unterricht ist der entscheidende Punkt, an dem sich Analoges und Digitales zusammenf\u00fcgen k\u00f6nnen bzw. ineinandergreifen. Ein wichtiger Punkt ist zus\u00e4tzlich, die Sch\u00fcler*innen mit der Art und Weise des \u201awissenschaftlichen Arbeitens\u2018 vertraut zu machen, was in vielen Schulen kaum bis v\u00f6llig unbeachtet bleibt. Quellenrecherche, das Verfassen wissenschaftlicher Texte, etc. werden nicht unterrichtet und sobald aus dem Sch\u00fcler oder aus der Sch\u00fclerin ein Studierender oder eine Studierende wird, zeigt sich exakt an dieser Stelle, dass die Schulen mehr Wert auf diese Fertigkeiten h\u00e4tte legen sollen. Um zuk\u00fcnftig erfolgreich an der Gesellschaft teilzuhaben und eigenverantwortlich leben zu k\u00f6nnen, ist es f\u00fcr alle Sch\u00fcler*innen notwendig, Medienkompetenz zu erwerben. Durch die F\u00e4higkeit, digitale Medien kompetent zu nutzen, aber auch zu hinterfragen, werden sie in die Lage versetzt, diese zu bewerten und ihre Funktionsweisen zu verstehen. \u201eSchulische Medienbildung umfasst die Aufgaben der Schule, den Bildungs- und Erziehungsauftrag im Rahmen der, mit den M\u00f6glichkeiten der Medien einhergehenden, Kompetenzanforderungen f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in Einklang zu bringen und entsprechend sinnvolle und lernf\u00f6rdernde Szenarien des Medieneinsatztes im Unterricht zu erm\u00f6glichen (vgl. Tulodziecki, et al 2010: 6). Vergleicht man die heutigen digitalen Medien und M\u00f6glichkeiten mit denen in den 1980er Jahren, scheint es \u2013 stellenweise \u2013 nachvollziehbar zu sein, dass gerade die \u00e4lteren Lehrer*innen sich mit den Neuerungen nicht arrangieren k\u00f6nnen und\/oder wollen. Es entwickelt sich alles immer schneller und immer weiter. Seit der Erfindung des mobilephones scheint es so, als ob sich Entwicklungsgeschwindigkeit exponentiell gesteigert habe und dem Menschen dadurch das Gef\u00fchl nicht mehr \u201ahinterher zu kommen\u2018 bliebe. In den 1980er Jahren war die Medienlandschaft noch eine ganz andere und ist mit wenig Worten pr\u00e4zise zu formulieren: wenige Ger\u00e4te, einfache und seltene Anwendung. Ab 1978 gab es zwar bereits VHS Videorekorder in Deutschland, doch lagen die Kosten \u2013 je nach Anbieter - f\u00fcr den Erwerb eines Ger\u00e4tes bei ca. 3200,- DM (Hainke, 2005-2022). Es ist anzunehmen, dass die finanziellen Mittel der einzelnen Bundesl\u00e4nder nicht ausgereicht h\u00e4tten, jede Schule mit Videorekordern auszustatten, und dass der Nutzen f\u00fcr die Schulbildung \u2013 aufgrund mangelnder Filmformate - zun\u00e4chst marginal erschien. Ab Mitte der 1980er Jahre wurden in den meisten Schulen Videorecorder angeschafft. Dieser war immer in einem rollbaren Schrank, inklusive TV-Ger\u00e4t, welcher vor die Klasse gestellt wurde. Die Lehrkraft hatte selten die n\u00f6tigen Kompetenzen, den Videofilm zum \u201alaufen\u2018 zu bringen und wurde schlie\u00dflich von einem Sch\u00fcler oder einer Sch\u00fclerin erl\u00f6st. Es war f\u00fcr die Lehrkraft zus\u00e4tzlich unerl\u00e4sslich, sich rechtzeitig f\u00fcr die Nutzung des \u201aTV-Video-Schranks\u2018 in eine Liste einzutragen, da an einer Schule immer nur wenige zur Verf\u00fcgung standen. Dementsprechend war es f\u00fcr die gesamte Klasse immer ein besonderes Ereignis, wenn der \u201aTV-Wagen\u2018 in die Klasse geschoben wurde und man einen Film sehen durfte. Zun\u00e4chst beschr\u00e4nkten sich die Filme jedoch haupts\u00e4chlich auf \u201aFilme vor den Ferien\u2018 oder Lehrfilme f\u00fcr Biologie, Chemie und Physik. Aufgabe der Sch\u00fcler*innen war es, den Inhalt des Lehrfilms auf bereits Gelerntes anzuwenden oder den Lehrfilm als anschauliche Grundlage f\u00fcr den weiterf\u00fchrenden naturwissenschaftlichen Unterricht zu verwenden. Als Zirkelschluss l\u00e4sst zusammenfassend sagen, dass nicht selten das rollbare Zerstreuungsger\u00e4t nur der Zeittotschlagung und kurzen Pause einer \u00fcberforderten, medieninkompetenten Lehrkraft diente.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>Anon., kein Datum [Online]<br \/>Available at: https:\/\/de.hmong.wiki\/wiki\/Ms._Marvel_(Kamala_Khan)<\/p>\n<p>Baacke, D., 1996. Medienkompetenz als Entwicklungs-Chance. In: Medien + erziehung. s.l.:De Gruyter, pp. 202-203.<\/p>\n<p>de Florio-Hansen, I., 2020. Digitalisierung, k\u00fcnstliche Intelligenz und Robotik. 1. Hrsg. s.l.: Utb GmbH.<\/p>\n<p>Donald, M., 199. Origins of the Modern Mind: Three Stages in the Evolution of Culture and Cognition. 1. Hrsg. 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