{"id":2039,"date":"2022-03-29T17:21:07","date_gmt":"2022-03-29T15:21:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/?p=2039"},"modified":"2022-07-04T09:46:14","modified_gmt":"2022-07-04T07:46:14","slug":"summatives-vs-formatives-assessment-im-digitalen-raum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/2022\/03\/29\/summatives-vs-formatives-assessment-im-digitalen-raum\/","title":{"rendered":"Summatives vs. formatives Assessment im digitalen Raum"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\">Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@nguyendhn?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Nguyen Dang Hoang Nhu<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>In meinem Reflexionsessay f\u00fcr das Seminar \u201eMediendidaktik &amp; Medienbildung. Digitale Elemente in der Lehre und in der Gesellschaft\u201c m\u00f6chte ich mich auf das Thema \u201edigitale Pr\u00fcfungen\u201c beziehen und er\u00f6rtern, ob ich digitale Pr\u00fcfungen auch im Bereich der Sekundarbildung, also an den Oberschulen und Gymnasien f\u00fcr sinnvoll halte und was f\u00fcr mich eine gute Onlinepr\u00fcfung ausmacht. Grundlage hierf\u00fcr sind meine eigenen Erfahrungen und Vorwissen, sowie der Inhalt der dazugeh\u00f6rigen Einheit im Seminar. Zur Klassifizierung der Pr\u00fcfungsarten verwende ich die Klassifizierungen von Schmees, Kr\u00fcger und Schaper (Schmees 2013, 21).<\/p>\n<p>Besonders in den zwei vergangenen \u201ePandemiejahren\u201c haben digitale Pr\u00fcfungen, zumindest im Hochschulbereich, offenkundig stark an Bedeutung gewonnen. Ich selbst habe nat\u00fcrlich auch Erfahrungen mit digitalen Pr\u00fcfungsleistungen gemacht. Bei diesen Pr\u00fcfungen handelte es sich immer um summative Assessments, also Pr\u00fcfungen, auf die eine Bewertung folgt. Hier habe ich in der Qualit\u00e4t der Pr\u00fcfungen deutliche Unterschiede feststellen k\u00f6nnen. Eigentlich scheint es selbstverst\u00e4ndlich, dass reine Wissensabfragen in Form von Single- oder Multiple Choice Frageb\u00f6gen nicht tauglich sind, um summative Onlinepr\u00fcfungen durchzuf\u00fchren. Bei solchen Onlinepr\u00fcfungen kann offenkundig sehr einfach betrogen werden, da die Antworten auf die Fragen einfach im Internet oder in einem Buch nebenbei recherchiert werden k\u00f6nnen. Dennoch f\u00fchren einige Universit\u00e4ten in Deutschland genau solche Onlinepr\u00fcfungen durch. Um die Student:innen zu kontrollieren und T\u00e4uschungsversuche zu unterbinden, werden diese dazu verpflichtet, ihre Webcams einzuschalten und sich bei der Durchf\u00fchrung der Klausur \u00fcberwachen zu lassen. Hier ist die Rechtslage fragw\u00fcrdig (FAZ 2021). Au\u00dferdem zeigen Dozent:innen, die auf diese Art und Weise Onlinepr\u00fcfungen durchf\u00fchren, meiner Meinung nach nur, dass sie nicht motiviert sind sinnvolle online Assessments durchzuf\u00fchren, oder nicht die Kompetenzen besitzen, gute Onlinepr\u00fcfungen zu erstellen. Solche Pr\u00fcfungen, die nur die Reproduktion von Wissen fordern, sind meiner Meinung nach in keiner Weise als Onlinepr\u00fcfungen tauglich. Ob diese Art von Pr\u00fcfung als summative Assessments \u00fcberhaupt sinnvoll sind ist ebenfalls diskutabel. Dieses offensichtliche Problem der Kontrollierbarkeit gilt nat\u00fcrlich auch bei Pr\u00fcfungen in der Schule. Ich sehe ausschlie\u00dflich Nachteile summative single-choice oder multiple-choice Pr\u00fcfungen online durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Ich finde, dass summative Onlinepr\u00fcfungen \u00fcber den Bereich der Reproduktion hinausgehen m\u00fcssen. Das geht einher mit alternativen Pr\u00fcfungsformen, die nicht nur aus reinen Wissensabfragen bestehen, sondern Transferwissen und probleml\u00f6sendes Denken fordern. Hier m\u00f6chte ich ein positives Beispiel aus meinem Geographiestudium nennen. Im Seminar zur Einf\u00fchrung in die Pal\u00e4oklimatologie musste die Klausur am Semesterende pandemiebedingt online stattfinden. Hier hat der Dozent eine Onlineklausur entworfen, in der alle Inhalte (Folien etc.) des Seminars als Hilfsmittel genutzt werden durften. Da es aber in der Klausur so gut wie keine reine Reproduktionsaufgabe gab, waren diese nur n\u00fctzlich als Nachschlagewerke f\u00fcr einzelne Daten wie zum Beispiel Beginn und Ende einer bestimmten Eiszeit. Diese h\u00e4tte man in einer konventionellen Reproduktionsklausur auswendig lernen m\u00fcssen und danach sowieso wieder nach kurzer Zeit vergessen. In der Onlinepr\u00fcfung jedoch, musste dieses Faktenwissen angewandt werden. Dies bedurfte ein Verst\u00e4ndnis der in der Pal\u00e4oklimatologie wichtigen Prozesse. Bestehen konnte die Klausur also nur jemand, der diese Prozesse verstanden hat und diese Wissen in der Klausur anwenden kann und die in der Klausur dargestellten Probleme mithilfe dieses Verst\u00e4ndnisses l\u00f6sen kann. Meiner Meinung nach bieten solche Pr\u00fcfungen, online wie offline, viel mehr Vorteile als die bereits genannten Reproduktionspr\u00fcfungen. Zum einen m\u00fcssen die gepr\u00fcften nicht Unmengen an Daten und Fakten auswendig lernen. Zum anderen zeigen sie, dass sie die Kompetenz besitzen diese Daten und Fakten selbst nachzuschlagen und, noch wichtiger, diese dann im richtigen Kontext anzuwenden. Hier hat die Pandemie und der damit verbundene Zwang zu Onlinepr\u00fcfungen ein Umdenken bei der Pr\u00fcfungserstellung bewirkt, an welchem hoffentlich festgehalten wird.<\/p>\n<p>Doch sind solche Onlinepr\u00fcfungen auch f\u00fcr den Einsatz in Oberschulen und Gymnasien geeignet? Meiner Meinung nach bedarf es bei solchen Onlinepr\u00fcfungen, bei denen der Wissenstransfer und die Probleml\u00f6sung im Vordergrund stehen, ein Thema, welches komplex genug ist, dass selbst wenn die Pr\u00fcflinge auf das Internet zur\u00fcckgreifen, um die Fragen in der Pr\u00fcfung zu beantworten, sie diese nur l\u00f6sen k\u00f6nnen, wenn sie die zugrundeliegenden Prozesse verstehen und die Recherche im Internet zu viel Zeit in Anspruch nehmen w\u00fcrde, um die Fragen\u00a0 vor der Abgabezeit zu beantworten. Diese Voraussetzung sehe ich in der Schule in den meisten F\u00e4llen nicht gegeben. Hier sind die Themen meist nicht komplex oder speziell genug, um eine Internetrecherche zu zeitaufwendig zu machen. Bestimmt gibt es hier auch Ausnahmen. Gerade in Leistungskursen der Q2 k\u00f6nnten solche Onlinepr\u00fcfungen eventuell durchgef\u00fchrt werden. Wenn dies m\u00f6glich ist, denke ich, dass diese Pr\u00fcfungen einen gro\u00dfen Mehrwert besitzen. Zum einen wird die Transferkompetenz der Sch\u00fcler:innen gef\u00f6rdert, zum anderen erh\u00e4lt die Lehrkraft ein eindeutiges Feedback dar\u00fcber, ob die Sch\u00fcler:innen die wichtigen Prozesse kennen und nicht, ob diese Fakten und Daten gut auswendig lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei allen \u00dcberlegungen \u00fcber Onlinepr\u00fcfungen in den Schulen muss selbstverst\u00e4ndlich immer die Frage nach deren Mehrwert gestellt werden. Denn selbst in den Pandemiejahren fanden die Pr\u00fcfungen an den Schulen so gut wie immer in Pr\u00e4senz statt. Haben Onlinepr\u00fcfungen \u00fcberhaupt einen Platz in der Schule, oder sind Pr\u00e4senzpr\u00fcfungen immer vorzuziehen? Meiner Meinung nach kann und wird auch in guten Pr\u00e4senzklausuren Transferwissen gefordert und Reproduktionspr\u00fcfungen sind nur in Pr\u00e4senz wirklich sinnvoll. Ich denke, dass das Prinzip Onlinepr\u00fcfungen in den Schulen fernab von summativen, also Pr\u00fcfungen des Lernergebnisses, einen Platz finden k\u00f6nnen. Hier halte ich vor allem formative Portfoliopr\u00fcfungen f\u00fcr sinnvoll. Bei diesen Assessments k\u00f6nnen die Sch\u00fcler:innen Zwischenschritte hin zum Lernziel dokumentieren und ihr eigenes Portfolio letztendlich der Klasse vorstellen. Dies kann nat\u00fcrlich auch wieder eine benotete Pr\u00fcfung sein. Bei der Erstellung eines E-Portfolios kann selbstverst\u00e4ndlich auch auf den Sch\u00fcler:innen wahrscheinlich bekannte Medien zur\u00fcckgegriffen werden. Sie k\u00f6nnen z.B. eine eigene Instagram-Seite managen und moderieren und auf dieser ihre Portfolios verwalten. So k\u00f6nnte ein Realit\u00e4tsbezug zu den Leben der Sch\u00fcler:innen hergestellt werden, der f\u00fcr Motivation sorgen kann.<\/p>\n<p>Die vorangehenden \u00dcberlegungen bringen mich zu dem Schluss, dass summative Onlinepr\u00fcfungen, meiner Meinung nach, keine Zukunft an den Schulen haben werden und weiterhin haupts\u00e4chlich an den Universit\u00e4ten und Hochschulen zum Einsatz kommen werden. Formative Assessmentformen wie z.B. ein E-Portfolio k\u00f6nnen im Unterricht f\u00fcr Abwechslung sorgen und eine Grundlage f\u00fcr summative Leistungsbewertung bilden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>(FAZ 2021) <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/karriere-hochschule\/hoersaal\/duerfen-studenten-bei-online-pruefungen-per-video-ueberwacht-werden-17234467.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/karriere-hochschule\/hoersaal\/duerfen-studenten-bei-online-pruefungen-per-video-ueberwacht-werden-17234467.html<\/a><\/p>\n<p>Schmees, Markus, Marc Kr\u00fcger, and Elisabeth Schaper. <em>E-Assessments an Hochschulen: Ein vielschichtiges Thema<\/em>. 2013.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2005 alignnone size-full\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/files\/cc-by.png\" alt=\"\" width=\"88\" height=\"31\" \/><\/p>\n<p>Dieses Werk ist lizenziert unter einer\u00a0<a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz<\/a>. <strong>CC-BY: Joseph Pape<\/strong><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":8243,"featured_media":2042,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[3845,672799,69746],"tags":[69746],"coauthors":[717840],"class_list":["post-2039","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-assessment","category-online-lehre","category-reflexionsbericht","tag-reflexionsbericht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2039","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8243"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2039"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2039\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2093,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2039\/revisions\/2093"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2042"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2039"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2039"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2039"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/medienbildung\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=2039"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}