Photo by Bill Oxford on Unsplash

Ab dem 1. März 2018 ist das neue Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) in Kraft getreten, welches den rechtssicheren Umgang mit urheberrechtlich geschütztem Material in Bildung und Forschung regelt.  Der § 52a UrhG und andere entfallen zugunsten des neuen § 60 UrhWisssG.

Hier die wichtigsten Regelungen:

  • Der neue § 60a UrhG erlaubt für Lehrzwecke die Nutzung von 15% eines Werkes (auch Schulbücher und Ausschnitte von Filmen). Vollständig genutzt werden dürfen Abbildungen, einzelne Beiträge aus derselben Fachzeitschrift oder wissenschaftlichen Zeitschrift sowie sonstige Werke geringen Umfangs (ca. 25 Textseiten, 6 Notenseiten, 5 Minuten Film/Musik) und vergriffene Werke.
  • Erlaubt ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung, d. h. die Weitergabe von Kopien im Rahmen der Lehre sowohl in analoger als auch digitaler Form, beschränkt auf den Teilnehmerkreis der Lehrveranstaltung.
  • Der Teilnehmerkreis der Lehrveranstaltungen wurde erweitert auf Lehrende und Teilnehmer*innen der jeweiligen Veranstaltung, Lehrende und Prüfer*innen an derselben Bildungseinrichtung sowie Dritte, soweit dies der Präsentation des Unterrichts, von Unterrichts- oder Lernergebnissen an der Bildungseinrichtung dient.

 

Die Änderungen sind zunächst auf 5 Jahre befristet und werden dann evaluiert.

Kaum geändert hat sich das Zitatrecht § 51 UrhG. Dies gestattet, geschützte Werke oder Werkteile in einem eigenen Werk zu verwenden. Zitate sind nur gestattet, wenn ein Zitatzweck vorliegt, der Umfang des Zitats durch den Zweck gerechtfertigt ist, die Quelle angegeben wurde (§ 63 UrhG) und die fremden Werke oder Werkteile nicht verändert wurden (§ 62 UrHG).

Bitte nicht vergessen: Grundsätzlich gilt die Pflicht zur Angabe der Quelle!

Leitfäden

  • Praxis-Leitfaden zu Rechtsfragen bei E-Learning, OER und Open Content (Rechtsanwalt Dr. Till Kreutzer und Tom Hirche. Überarbeitete Fassung: Stand Oktober 2017)
    Diese neue Fassung berücksichtigt bereits die ab 1. März 2018 geltende Rechtslage in Bezug auf die Schranken zu Wissenschaft und Bildung gemäß dem UrhWissG („Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft“).
  • Informationen zu § 60 UrhG – Neue Nutzungserlaubnisse bzgl. urheberrechtlich geschützter Werke für Lehrende & Lernende: Synopse von Rechtsanwältin Dr. Janine Horn (elan.eV) zu den Veränderungen gegenüber dem bisherigen §52a
  • Aufsatz zu Rechtsfragen beim Einsatz von Bildungstechnologien von Dr. Janine Horn (2018)
    In: Niegemann H., Weinberger A. (eds) Lernen mit Bildungstechnologien.
    Springer Reference Psychologie. Springer, Berlin, Heidelberg. )
  • Handreichung des Deutschen Bibliotheksverbandes zu §60a, 60g und 60h UrhG bei Semesterapparaten und Lernplattformen

Online-Portale

 

  • iRightsInfo: Das wichtigste deutschsprachige Informationsportal für Fragen zum Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt Irights.info, darunter Häufige Fragen und Antworten zum Urherrecht für Studierende
  • Entscheidungshilfe Urheberrecht: Die Entscheidungshilfe Urheberrecht für die Universität Bremen wurde im Rahmen von konstruktiv (einem Projekt der Akademie für Weiterbildung) von Prof. Dr. Iris Kirchner-Freis, LL.M.Eur. und Prof. Dr. Andree Kirchner, LL.M. (Stockholm) erstellt.
  • Urheberrecht.de:  Urheberrecht im Internet allgemein und speziell in Wissenschaft, Forschung und Lehre des  Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.
  • Urheberrechtswiki (LLZ, Universität Halle-Wittenberg)

Videos

Zur Werkzeugleiste springen