{"id":17,"date":"2019-06-08T12:26:51","date_gmt":"2019-06-08T10:26:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/marinabruns\/?p=17"},"modified":"2019-06-08T12:26:51","modified_gmt":"2019-06-08T10:26:51","slug":"ueber-juedisches-leben-reden-tabuthema-oder-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/marinabruns\/2019\/06\/08\/ueber-juedisches-leben-reden-tabuthema-oder-nicht\/","title":{"rendered":"\u00dcber j\u00fcdisches Leben reden &#8211; Tabuthema, oder nicht?"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: large\">Option 2<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">1. In dem von mir gew\u00e4hlten Textauszug, der 2. Option, wird anhand von zwei verschiedenen Sichtweisen ein Blick auf den Beruf der Rabbinerin geworfen. Die erw\u00e4hnte Rabbinerin Meeshh Hammer-Kossoy spricht sehr positiv von ihren Berufszielen und Erlebnissen. F\u00fcr Sie ist es eine gro\u00dfe Ehre, Zeremonien durchzuf\u00fchren und Mitgliedern ihrer Gemeinde durch Gespr\u00e4chen zu helfen. Sie schafft es, drei Kinder zu haben und Vollzeit zu arbeiten. Sie st\u00fctzt aber auch die Meinung, dass das Vereinen von Job und Familie Herausforderungen mit sich tr\u00e4gt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Gegen\u00fcber ihrer Meinung, steht die Ansicht einer Frau, dessen Ehemann Rabbiner ist. Sie selbst hat keine Kritik an berufst\u00e4tigen Frauen auszusetzen, ist jedoch der Meinung, dass die Frau diejenige ist, die Familie in einer Art zusammen h\u00e4lt, wie kein anderer es k\u00f6nnte. Eine Frau sollte somit versuchen, genug f\u00fcr die Familie da zu sein. Sie selbst arbeitet von Zuhause aus und ist quasi immer f\u00fcr ihren Mann und die Kinder da.<\/p>\n<p align=\"justify\">Grunds\u00e4tzlich ist es den Frauen erlaubt, den Beruf des Rabbiners zu erlernen und auszuf\u00fchren, w\u00e4hrend dem orthodoxe Judentum dieser Gedanken gem\u00e4\u00df ihrer Tradition und ihrem Glauben, schwer f\u00e4llt. Sara Hurvitz brach in gewisser Weise die Regelungen des orthodoxen Judentums, indem Sie 2009 zur erste orthodoxe Rabbinerin wurde. Orthodox j\u00fcdische Frauen k\u00f6nnen heutzutage mit einem Talmudstudium beginnen.<\/p>\n<p align=\"justify\">2. Die verschiedenen Str\u00f6mungen im Judentum haben jeweils andere Meinungen zur Position und Rolle der Frau in der Gemeinde. Somit strukturiert die interne Diversit\u00e4t im Judentum ihre ,,sozialen Gruppen\u2018\u2018und differenziert sich von anderen. Die Antwort darauf, ob Frauen in das Amt einer Rabbinerin treten d\u00fcrfen bzw. ein Talmudstudium anstreben d\u00fcrfen, wurde erstmals im orthodoxen Judentum verneint. W\u00e4hrend in den anderen j\u00fcdischen Str\u00f6mungen diese Frage schneller mit einem ,,Ja\u2018\u2018 beantwortet wurde, verwehrte das orthodoxe Judentum bis vor einiger Zeit ihren weiblichen Mitgliedern diesen Beruf.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Tradition, Geschichte und Verschriftlichungen, haben einen gro\u00dfen Einfluss auf heutige Glaubensinhalte und Auslebung des Glaubens. Jedoch gibt es immer wieder Abwandlungen und \u00c4nderungen &#8211; Religionen sind also durch historische Prozesse beeinflusst.<\/p>\n<p align=\"justify\">3. Ich selbst bin von eine Religion \u00fcberzeugt, stehe anderen Religionen aber offen und neutral gegen\u00fcber. Mir selbst war nicht bewusst, dass nun quasi jede j\u00fcdische Frau das Recht auf ein Talmudstudium hat und darauf, Rabbinerin zu werden. Bewusst ist mir jedoch, dass dies durchaus problematisch sein kann, da meiner Meinung nach in der Bibel und auch im Tanach, begr\u00fcndet M\u00e4nner und nicht Frauen in bestimmte \u00c4mter der Gemeinden und Kirche eingesetzt werden.<\/p>\n<p align=\"justify\">4. Ich gehe davon aus, dass die Pr\u00e4vention eine Pflichtveranstaltung im Rahmen des Unterrichts ist. Mit dem Sch\u00fclers, der sich weigert zur Antisemitismuspr\u00e4vention der Rabbinerin zu erscheinen, w\u00fcrde ich vorab das Gespr\u00e4ch suchen, um in Erfahrung zu bringen, was seine (pers\u00f6nlichen) Beweggr\u00fcnde f\u00fcr diese Entscheidung sind und warum er Frauen denn in diesem Beruf als ungeeignet findet. Grunds\u00e4tzlich finde ich n\u00e4mlich, dass wir in einer Zeit angekommen sind, indem Frauen gleiche berufliche Rechte wie M\u00e4nner haben sollte. Prim\u00e4r w\u00fcrde mich interessieren, ob mir der Sch\u00fcler zustimmt, oder ob er daran glaubt, dass Frauen eine untergeordnete Rolle im Beruf spielen sollten. Wenn der Sch\u00fcler nicht bereit ist, der Pr\u00e4vention beizuwohnen, da er generell der \u00dcberzeugung ist, Frauen haben in ,,h\u00f6heren Positionen\u2018\u2018 nichts zu suchen, denke ich, dass es in meinen Aufgabenbereich f\u00e4llt, diesen Sch\u00fcler in gewisser Weise ,,aufzukl\u00e4ren\u2018\u2018.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wenn ich jedoch w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs Anzeichen davon erkenne, dass seine religi\u00f6se \u00dcberzeugung ihn daran hindert anwesend in dieser Pr\u00e4vention zu sein, w\u00fcrde ich dies respektieren und ihn dar\u00fcber aufkl\u00e4ren, dass es lediglich eine informierende und sachliche Veranstaltung ist, die im Rahmen des Schulunterrichts Pflicht ist und nicht dazu da ist, Sch\u00fclerInnen von irgendetwas religi\u00f6s zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Option 2 1. In dem von mir gew\u00e4hlten Textauszug, der 2. Option, wird anhand von zwei verschiedenen Sichtweisen ein Blick auf den Beruf der Rabbinerin geworfen. Die erw\u00e4hnte Rabbinerin Meeshh Hammer-Kossoy spricht sehr positiv von ihren Berufszielen und Erlebnissen. 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