{"id":46,"date":"2023-01-21T19:59:30","date_gmt":"2023-01-21T18:59:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/?p=46"},"modified":"2023-01-24T13:22:37","modified_gmt":"2023-01-24T12:22:37","slug":"zehn-merkmale-guten-unterrichts-hilbert-meyer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/2023\/01\/21\/zehn-merkmale-guten-unterrichts-hilbert-meyer\/","title":{"rendered":"Zehn Merkmale guten Unterrichts -Hilbert Meyer"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201cWas ist guter Unterricht?\u201c &#8211; Zehn Merkmale guten Unterrichts <\/strong><\/p>\n<p><strong>Hilbert Meyer<\/strong><\/p>\n<p>Hilbert L\u00fchr Meyer war Schulp\u00e4dagoge von 1975 bis 2009 in Oldenburg. Meyer wurde bekannt durch Studienb\u00fccher zur Didaktik und Schulp\u00e4dagogik. 2004 ver\u00f6ffentlichte Hilbert Meyer \u201cWas ist guter Unterricht?\u201c worin dieser unter anderem Zehn Merkmale guten Unterrichtes vorstellt und n\u00e4her erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>Die Frage was guten Unterricht eigentlich ausmacht l\u00e4sst sich nicht so einfach in einem Satz beantworten jedoch gibt es Richtlinien und Merkmale an, die sich orientiert werden, kann.\u00a0Im Folgenden habe ich die die 10 Merkmale, was diese beinhalten sowie Ratschl\u00e4ge f\u00fcr die Umsetzung aus Hilbert Meyers \u201cWas ist guter Unterricht?\u201c aufgelistet und zum Schluss in Bezug auf inklusiven Unterricht zusammengefasst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Klare Strukturierung des Unterrichtes<\/strong>\n<ol>\n<li>Methodischer Grundrythmus<\/li>\n<li>Aufgabenklarheit<\/li>\n<li>Regelklarheit<\/li>\n<li>Rollenklarheit<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Umsetzung: <\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Transparent mit der Unterrichtsplanung umgehen<\/li>\n<li>Unterrichtsrituale verwenden<\/li>\n<li>Mischung aus leichten und Schweren Fragen<\/li>\n<li>Nach einer Frage Zeit zum Nachdenken geben<\/li>\n<li>Sch\u00fcler*innen Freir\u00e4ume geben<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Hoher Anteil echter Lernzeit<\/strong>\n<ol>\n<li>Die Mehrzal der Sch\u00fcler*innen ist aktiv bei den Aufgaben<\/li>\n<li>Keine Ablenkungen oder Langeweile<\/li>\n<li>Entstehung Inhaltlicher Arbeitsergebnisse<\/li>\n<li>Aktive Lernphasen in Abwechslung von erholsamen Pausen<\/li>\n<li>Wenig Disziplinst\u00f6rungen weder von der Lehrkraft noch von Mitsch\u00fcler*innen<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Umsetzung: <\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Gute Vorbereitung der Lehrer*innen und Sch\u00fcler*innen<\/li>\n<li>K\u00fcnktlichkeit aller beteiligten<\/li>\n<li>Klare Strukturierung<\/li>\n<li>Angemessene Aufgabenformulierung<\/li>\n<li>Konzentrations\u00fcbungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Lernf\u00f6rderliches Klima<\/strong>\n<ol>\n<li>Gegenseitiger Respekt<\/li>\n<li>Verl\u00e4sslich eingehaltene Regeln<\/li>\n<li>Gemeinsam geteilte Verantwortung<\/li>\n<li>Gerechtigkeit (unter alles Beteiligten)<\/li>\n<li>F\u00fcrsorge<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Umsetzung: <\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Ausbau der Mitbestimmung<\/li>\n<li>Ma\u00dfnahmen zur Gewaltpr\u00e4vention<\/li>\n<li>\u00dcbernahme von Klassen\u00e4mtern<\/li>\n<li>Konfliktmoderation<\/li>\n<li>Regelm\u00e4\u00dfiges Sch\u00fclerfeedback<\/li>\n<li>Zielvereinbarungen mit der Klasse oder einzelnen Sch\u00fclern<\/li>\n<li>Kl\u00e4rung von Missverst\u00e4ndnissen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Inhaltliche Klarheit<\/strong>\n<ol>\n<li>Aufgabenstellung verst\u00e4ndlich<\/li>\n<li>Thematischer Gang nachvollziehbar<\/li>\n<li>Ergebnissicherung klar und verbindlich gestaltet<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Umsetzung: <\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Genaue Bestimmung des Anspruch Niveaus der Aufgabenstellung<\/li>\n<li>Ernstnehmen von Sch\u00fclervorstellungen\/Alltagserfahrungen<\/li>\n<li>Nutzung von Teilen der von Sch\u00fcler gemachten Fehlern, um den Lehr-Lernprozess voranzubringen<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong>Sinnstiftendes kommunizieren<\/strong>\n<ol>\n<li>Das Lernen soll einen Sinn f\u00fcr die Sch\u00fcler*innen geben (\u201eWozu lerne ich das eigentlich?\u201c)<\/li>\n<li>Nicht immer von Anfang an einleuchtend f\u00fcr Sch\u00fcler*innen<\/li>\n<li>Kommunikation zwischen Lehrkraft und Sch\u00fcler*in \u00fcber Inhalte des Unterrichtes<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Umsetzung: <\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Interessen der Sch\u00fcler ber\u00fccksichtigen<\/li>\n<li>Auf Erlebnisse und Erfahrungen der Sch\u00fcler*innen zur\u00fcckgreifen<\/li>\n<li>Bezug zu Anwendungen im Alltag\/ der Erfahrungswelt der Sch\u00fcler herstellen<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong>Methodenvielfalt<\/strong>\n<ol>\n<li>Reichtum der verf\u00fcgbaren Methoden werden genutzt<\/li>\n<li>Verlaufsform des Unterrichtes wird variable gestaltet<\/li>\n<li>Grundform des Unterrichtes wird ausbalanciert<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Umsetzung: <\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Abwechslung von Methoden im Unterricht<\/li>\n<li>Nicht zu viele Methoden in einer Stunde<\/li>\n<li>Methoden w\u00e4hlen, die f\u00fcr die Lehrkraft am besten funktioniert, variiert von Klasse zu Klasse<\/li>\n<li>Gew\u00e4hlte Methode sollte den Lernprozess der Sch\u00fcler*innen unterst\u00fctzen<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li><strong>Individuelles F\u00f6rdern<\/strong>\n<ol>\n<li>Jeder Sch\u00fclerin und Jedem Sch\u00fcler die Chance geben, ihr bzw. sein motorisches, intellektuelles, emotionales und soziales Potential umfassend zu entwickeln<\/li>\n<li>Durch geeignete Ma\u00dfnahmen unterst\u00fctzen<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Umsetzung:<\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Bei der Planung von Unterricht und Entwicklung von F\u00f6rderinstrumenten insbesondere die Lernvoraussetzungen der Sch\u00fcler*innen beachten<\/li>\n<li>Flexible Lernziele formulieren<\/li>\n<li>Fehler zulassen und gemeinsam mit den Sch\u00fclern analysieren<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li><strong>Intelligentes \u00dcben<\/strong>\n<ol>\n<li>Es wird ausreichend und im richtigen Rhythmus ge\u00fcbt<\/li>\n<li>\u00dcbungsaufgaben werden passend zum Lernstand formuliert<\/li>\n<li>Die richtigen Lernstrategien werden von dem Sch\u00fcler*innen genutzt<\/li>\n<li>Lehrkr\u00e4fte geben gezielte Hilfestellung beim \u00dcben<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Umsetzung:<\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Bei Auswahl und Erstellung von geeignetem \u00dcbungsmaterial den (individuellen) Lernstand der Sch\u00fcler*in ber\u00fccksichtigen<\/li>\n<li>Gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr die \u00dcbungsphasen einplanen und zur Verf\u00fcgung stellen (ggf. Stoffmengen reduzieren)<\/li>\n<li>Unterschiedliche Methoden nutzen<\/li>\n<li>Allen Sch\u00fcler*innen unabh\u00e4ngig vom Leistungstand Erfolgserlebnisse erm\u00f6glichen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li><strong>Transparente Leistungserwartungen<\/strong>\n<ol>\n<li>Passendes Lernangebot (angepasst an Lehrpl\u00e4ne und das Leistungsverm\u00f6gen)<\/li>\n<li>Dieses Angebot st\u00e4ndig verst\u00e4ndlich kommunizieren<\/li>\n<li>Nach Tests und Arbeiten z\u00fcgig R\u00fcckmeldungen geben<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Umsetzung: <\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Klare Abgrenzung der reinen Lern- und Arbeitsphasen von den Phasen der Leistungskontrolle<\/li>\n<li>Nach Leistungskontrolle z\u00fcgig und m\u00f6glichst individuell R\u00fcckmeldung geben<\/li>\n<li>Den Sch\u00fcler*innen die Gelegenheit geben der Lehrkraft ihre pers\u00f6nliche Leistungserwartung mitzuteilen<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li><strong>Vorbereitete Lernumgebung<\/strong>\n<ol>\n<li>Ordnung<\/li>\n<li>Funktionale Einrichtung<\/li>\n<li>Bereithaltung von brauchbaren Lernwerkzeugen<\/li>\n<li>Sodass Lehrkr\u00e4fte und Sch\u00fcler*innen sich mit dem Raum identifizieren k\u00f6nnen und dort arbeiten k\u00f6nnen<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Umsetzung: <\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Bei den Naturwissenschaften: Fachr\u00e4ume zum Experimentieren<\/li>\n<li>\u00dcbersichtlich, ordentlich, schnell erreichbar<\/li>\n<li>Regeln f\u00fcr den Aufenthalt in bestimmten R\u00e4umen muss eingehalten werden<\/li>\n<li>Das Aufr\u00e4umen muss ge\u00fcbt und nach festen Regeln ablaufen<\/li>\n<li>Tafel und Whiteboard f\u00fcr jeden Sichtbar<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>In Bezug auf Inklusiven Unterricht: <\/strong><\/p>\n<p>Bei Inklusivem Unterricht ist eines der wichtigsten Merkmale um den Sch\u00fcler*innen gerecht zu werden die individualisierte F\u00f6rderung. Auch hier bei den 10 Merkmalen guten Unterrichts nach Hilbert Meyer wird immer wieder auf die Individualisierung hingewiesen. Sowohl bei der Planung von Unterricht als auch bei der Durchf\u00fchrung sowie bei der R\u00fcckmeldung l\u00e4uft es immer wieder darauf hinaus, dass unterschiedliche Lernst\u00e4nde, Bed\u00fcrfnisse und F\u00e4higkeiten ber\u00fccksichtigt werden sollten, um einen guten Unterricht durchzuf\u00fchren. Verschiedene Methoden anzuwenden ist eine vieler Strategien dies Umzusetzen. Eine gute Kommunikation und Transparenz der Lernziele sind ebenso bedeutsam wie die echte Lernzeit. Von Bedeutung sind die oben genannten Punkte f\u00fcr jede Art von Unterricht und in Hinblick auf eine heterogene Lerngruppe umso wichtiger. Die 10 Merkmale von Meyer dienen somit als Orientierungshilfe f\u00fcr einen guten Unterricht. Das selbstst\u00e4ndige und entdeckende Lernen h\u00e4tte Meyer in seinen Merkmalen jedoch noch erg\u00e4nzen k\u00f6nnen sodass auch diese Auflistung an Prinzipien noch nicht alle Merkmale guten Unterrichtes auflistet. Es w\u00e4re also durchaus Sinnvoll sich mit weiteren Quellen zu befassen um eine gro\u00dfe Bandbreite an Methoden, Ratschl\u00e4gen und Ma\u00dfnahmen zu verinnerlichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>aus: P\u00e4dagogik 10\/03, S. 36 &#8211; 43<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Hilbert Meyer, Zehn Merkmale guten Unterrichts, Empirische Befunde und didaktische Ratschl\u00e4ge,<\/p>\n<p>aus: P\u00e4dagogik 10\/03, S. 36-43<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cWas ist guter Unterricht?\u201c &#8211; Zehn Merkmale guten Unterrichts Hilbert Meyer Hilbert L\u00fchr Meyer war Schulp\u00e4dagoge von 1975 bis 2009 in Oldenburg. Meyer wurde bekannt durch Studienb\u00fccher zur Didaktik und Schulp\u00e4dagogik. 2004 ver\u00f6ffentlichte Hilbert Meyer \u201cWas ist guter Unterricht?\u201c worin dieser unter anderem Zehn Merkmale guten Unterrichtes vorstellt und n\u00e4her erl\u00e4utert. Die Frage was guten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14460,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[5],"class_list":["post-46","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-theorieb"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14460"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":62,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46\/revisions\/62"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariefriedrichs\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}