{"id":50,"date":"2020-08-26T19:46:10","date_gmt":"2020-08-26T17:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariasblog\/?p=50"},"modified":"2020-08-26T19:46:10","modified_gmt":"2020-08-26T17:46:10","slug":"abschlussreflexion-rv14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariasblog\/2020\/08\/26\/abschlussreflexion-rv14\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion (RV14)"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li><strong> Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten (mindestens zwei verschiedene ) theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung f\u00fcr sich als besonders pr\u00e4gnant mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei konkret sowohl Bezug auf:<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>a.) die unterschiedlichen, fachdidaktischen Aspekte und \u00fcbertragen Sie diese in der Ringvorlesung gewonnenen Erkenntnisse auf die Didaktiken der von Ihnen studierten F\u00e4cher. Beziehen Sie sich hierbei auch auf didaktische Erkenntnisse mindestens eines Fachs, das Sie nicht selbst studieren.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die zentralste aller Erkenntnisse, die ich durch diese Veranstaltung erzielt habe ist, dass gerade die Gleichbehandlung von SuS als homogene Masse die Unterschiede untereinander vergr\u00f6\u00dfert, denn verschiedene individuelle Bed\u00fcrfnisse erfordern einen unterschiedlichen Umgang mit denselben. SuS mit bestimmten Lernschw\u00e4chen brauchen selbstverst\u00e4ndlich mehr Unterst\u00fctzung und Aufmerksamkeit beim L\u00f6sen von Aufgaben, die ihre F\u00f6rderschwerpunkte bilden. SuS dagegen, die komplexe Zusammenh\u00e4nge mit gr\u00f6\u00dferer Leichtigkeit verstehen k\u00f6nnen, suchen Herausforderungen, die man als Lehrkraft passend gestalten sollte. Die Schwierigkeit der Heterogenit\u00e4t besteht daher nicht in einer Gleichbehandlung, sondern in einer angepassten bed\u00fcrfnisorientierten Individualbehandlung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">F\u00fcr mein erstes Studienfach Mathe z.B. bedeutet dies, dass innerhalb des Unterrichts Aufgaben auf verschiedenen konzeptuellen Ebenen angeboten werden sollte. Man k\u00f6nnte die SuS sich untereinander ihre Aufgaben vorstellen lassen, damit die jeweils andere Gruppe auch einen Lernerfolg durch L\u00f6sungsideen ihrer Mitsch\u00fcler*innen gewinnen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Auch in Spanisch, sowie jede andere Sprache sind Aufgaben auf verschiedenen Niveaus gut denkbar. Fragen zu Lese- oder H\u00f6rverstehen lassen sich sehr gut so gestalten, dass jeder sich aufgehoben f\u00fchlt und Antworten werden automatisch und auf vollkommen nat\u00fcrliche Art von den SuS auf der eigenen Lern- und Wissensstufe bearbeitet. Gerade in Sprachen ist der klasseninterne Austausch sehr wertvoll und wichtig und kann prima dazu genutzt werden, m\u00f6glichst alle ins Boot der kulturellen Bereicherung zu holen.<\/span><\/p>\n<p><strong>b.) generelle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Schule und Unterricht. Bitte benennen Sie f\u00fcr diesen Aufgabenteil dabei konkret mindestens zwei relevante Literaturquellen\u00a0 (Autor*innen, Jahr, Titel).<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Wertvolle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse habe ich auch gerade f\u00fcr meine Studienf\u00e4cher Mathe und Spanisch mitnehmen k\u00f6nnen: In Mathe gibt es, wie von Timo Leuders in \u201cIntelligent \u00fcben und Mathematik erleben\u201d (2009) vorgeschlagen, einen sch\u00f6nen spielerischen Ansatz, der auch weniger mathebegeisterte SuS dazu animiert, sich mit logischen und strategischen Disziplinen au\u00dfeinanderzusetzen, w\u00e4hrend das Lernen ihnen durch das Spielen Spa\u00df bereitet. Das fand ich einen supersch\u00f6nen Ansatz, der sich prima dazu eignet, sinnstiftend und vorurteilsbereinigend einen neuen Zugang zur Welt und Breite der Mathematik zu erlangen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">F\u00fcr Fremdsprachen im Allgemeinen postuliert Michael Byram in seinem Buch \u201cTeaching and Assessing Intercultural Communicative Competence\u201d (1997) ein Modell \u00fcber die interkulturelle kommunikative Kompetenz, die gl\u00fccklicherweise nicht nur im Klassenraum entsteht, sondern durch eigene au\u00dferschulische Erfahrungen mit der Kultur \u2013 etwa im Sch\u00fcleraustausch oder im Urlaub \u2013 erg\u00e4nzt wird und mit Stereotypen bricht. Das ist wichtig, denn der Unterricht soll eben nicht nur die Sprache, sondern die damit verbundene kulturelle Vielfalt, aber auch Gemeinsamkeit verschiedener L\u00e4nder zusammenf\u00fchren und einen einigenden Charakter haben, der Stereotypen bereinigt und Offenheit sowie Neugierde f\u00fcr Neues f\u00f6rdern soll.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Welche Faktoren zum schulischen Umgang mit Heterogenit\u00e4t (z.B. Unterrichtsformen, Schulformen, schulstrukturelle Fragen, schulkulturelle Aspekte, Lehrer*innenhandeln)), die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, pr\u00e4gen im R\u00fcckblick auf ihre eigenen Praxiserfahrungen (eigene Schulzeit, Berichte aus der Praxis, ggf. auch schon eigene Praxiserfahrungen) den Schulalltag besonders stark \u2013 und warum? Hier k\u00f6nnen Sie aus Ihrer Sicht besonders gelungene oder auch weniger gelungene Beispiele geben. Inwiefern helfen Ihnen die Inhalte der Vorlesung, eine solche Einsch\u00e4tzung vorzunehmen? Nehmen Sie konkret Bezug auf entsprechende Begriffe, Theorien, Konzepte, die Sie jetzt kennengelernt haben.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Besonders wichtig f\u00fcr einen gelungenen Umgang mit der Heterogenit\u00e4t im Schulalltag ist meine Meinung tats\u00e4chlich schon die Schulstruktur und Unterrichtsform. In keiner meiner bisher besuchten Schulen gab es Sozialp\u00e4dagog*innen, die f\u00fcr individuelle Bed\u00fcrfnisse einzelner SuS unterrichtsbegleitend dabei gewesen w\u00e4ren. Dabei ist eine solche therapeutische Unterst\u00fctzung eine super sch\u00f6ne M\u00f6glichkeit der Inklusion und des nat\u00fcrlichen Umgangs mit wirklich verschiedenen Menschen, die heute schon seit der Schulzeit an an den Rand der Gesellschaft gedr\u00e4ngt werden. Sicherlich hat Inklusion auch Grenzen, aber allein die Tatsache, dass die Sch\u00fcler*innenlandschaft meiner gesamten Schulkarriere definitiv nicht die Vielf\u00e4ltigkeit der gesellschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Breite widerspiegelt ist ein guter Indikator daf\u00fcr, dass es noch einiges zu ver\u00e4ndern gibt. Und dann haben wir in Deutschland nat\u00fcrlich auch noch ein recht diskriminierendes System der exkludierenden, nach Leistung segregierenden weiterf\u00fchrenden Schule, die bereits im jungen Kindheitsalter nach schulischen Leistungen klassifiziert. Dieses System sollte wirklich \u00fcberdacht werden und es gibt bereits L\u00f6sungsans\u00e4tze und Schulformen, die sich dieser entgegen setzen, wie z.B. das Bremer System der Oberschulen, die eine Gesamtschule darstellt, die alle SuS beheimatet und trotzdem individuellen Leistungsanspr\u00fcchen gerecht werden will. Woran es hier fehlt, ist an humanen Ressourcen an Sozialp\u00e4dagog*innen, Therapeuten und gut ausgebildeten Lehrkr\u00e4ften.<\/span><\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> \u00a0 Zu welchen zwei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, w\u00fcrden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium im Bezug auf das Modulthema UMHET? Welche haben Sie vermisst? Bitte begr\u00fcnden Sie Ihre Wahl.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Ich h\u00e4tte gerne noch etwas zum Umgang und Aufkl\u00e4rung, sowie Integration von LGTBQ-Sch\u00fcler*innen gelernt. Gerade in diesem entscheidenden Lebensabschnitt in und um die Pubert\u00e4t formen sich oder stellen sich sexuelle Vorlieben und Interessen aus, sodass ich als Lehrkraft gerne mehr dar\u00fcber erfahren h\u00e4tte, wie ich orientierend und unterst\u00fctzend, aber auch sozial ausgleichend damit umgehen kann. Einerseits individuell f\u00fcr Betroffene, andererseits auch in der Klassengemeinschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Au\u00dferdem h\u00e4tte ich interessant gefunden, wie man im Umgang mit den Eltern der SuS mit Heterogenit\u00e4t umgehen k\u00f6nnte: darf ich Tipps, Kritik und Vorschl\u00e4ge geben, um Differenzen der Sch\u00fclerschaft vorbeugend entgegen zu treten? Oder liegt das in der erzieherischen Freiheit und alleinigen Verantwortung der Eltern? Wie weit darf ich gehen, wenn der F\u00f6rderbedarf des Kindes meiner Meinung nach auch in der Macht der Eltern liegt und ich das gerne mitteilen w\u00fcrde, ohne dar\u00fcber zu urteilen?<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten (mindestens zwei verschiedene ) theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung f\u00fcr sich als besonders pr\u00e4gnant mitgenommen haben. 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