{"id":34,"date":"2020-05-23T08:38:53","date_gmt":"2020-05-23T06:38:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariasblog\/?p=34"},"modified":"2020-05-23T09:58:14","modified_gmt":"2020-05-23T07:58:14","slug":"mathematische-leistungsunterschiede-rv05","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/mariasblog\/2020\/05\/23\/mathematische-leistungsunterschiede-rv05\/","title":{"rendered":"Mathematische Leistungsunterschiede (RV05)"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li><strong>Sind Unterschiede in den mathematischen Leistungen von Schu\u0308lerinnen und Schu\u0308lern ein Grund zur Sorge? Welche Bedeutung kommt dem zweigliedrigen Schulsystem (Oberschule \/ Gymnasien) in Bremen diesbezu\u0308glich zu?<br \/>\n<\/strong>Unterschiede in den mathematischen Leistungen von Sch\u00fcler*innen sind prinzipiell vollkommen normal.\u00a0 Jede Unterrichtsklasse wird eine heterogene Vielfalt an Lernst\u00e4nden, Leistungsniveaus, Arbeitshaltungen, Sprachkompetenz, Selbstkonzepten, sozialen Hintergr\u00fcnden u.v.m. aufweisen. Diese Heterogenit\u00e4t ist sicherlich sowohl eine Herausforderung, wie in der ersten Ringvorlesung besprochen, als auch eine wertvolle Bereicherung, die man in den Unterricht einbinden kann.\u00a0 Dieser Aspekt ist allerdings erst mal kein Grund zur Sorge, er muss allerdings durch zieldifferentiertes Lernen anvisiert und gerecht behandelt werden.<br \/>\nIm Allgemeinen ist die gro\u00dfe Streuung der mathematischen Leistungen der Sch\u00fcler*innen, die sich in den PISA-Test widerspiegeln jedoch sehr wohl Grund zur Sorge und zwar aus folgendem Grund: Heutzutage sind schulische Leistungen von Sch\u00fcler*innen mit deutscher Familiensprache und Eltern mit akademischen Abschluss signifikant h\u00f6her als die sogenannter Kinder &#8222;mit Migrationshintergrund&#8220; oder schw\u00e4cherer sozialer Herkunft. Diese Art der Leistungsunterschiede hat nichts mit kognitiver oder volationaler F\u00e4higkeit zu tun, sondern begr\u00fcndet sich auf rein sozialen Verschiedenheiten. Diese Art von Leistungsunterschieden sollte uns sehr wohl Sorge bereiten.<br \/>\nAuf das zweigliedrige Schulsystem in Bremen bezogen ist es also einerseits gut, das passende Schulmodell f\u00fcr verschiedene Lerntypen zu finden. Man muss aber aufpassen, keine lokale Bildungselite zu bilden und z.B. auch Gymnasien in Stadtteile mit gr\u00f6\u00dferer sozialer Heterogenit\u00e4t zu bauen, sowie auch auf eine gerechte Verteilung sozialer Herk\u00fcnfte auf beide Schultypen zu achten.<\/p>\n<p>.<\/li>\n<li><strong>Spielen im Mathematikunterricht, kann das angesichts von Leistungsunterschieden ein Ansatz sein?\u00a0<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>Spielen ist super und hat zahlreiche Vorteile: Es aktiviert eine kognitive Leistung auf positive und angenehme Art und Weise. Die Denkanstrengung wird hier gern und teilweise unbewusst beim Sch\u00fcler in Kauf genommen. Pl\u00f6tzlich wird Lernen mit Spa\u00df asoziiert. Zudem passt sich eine spielerische Herangehensweise an neue Problemfelder automatisch an die individuelle Leistungskapazit\u00e4t der Sch\u00fcler*innen an. Solche mit mehr Schwierigkeiten, neue Zusammenh\u00e4nge zu verstehen, werden das Spiel als reines Spiel betrachten und dieses gerne spielen. Leistungsst\u00e4rkere Sch\u00fcler*innen werden die Herausforderung darin sehen, den Trick am Spiel zu erkennen, um erfolgreicher zu sein. Aus Sicht der Lehrenden ist weiterhin interessant, Denkans\u00e4tze, Zugangsweisen bzw. individuelle Sichtweisen der Lernenden zu beobachten.<br \/>\nAus Sicht eines Lernenden ist dieser vielseitige Zugang zu neuen Lerninhalten sicherlich bereichernd. Durch Zugang auf mehreren Ebenen (z.B. taktil-kin\u00e4sthetisch, visuell, akustisch&#8230;) und durch gemeinsames entdeckerisches Lernen werden neue Inhalte eher im Arbeits- und Langzeitged\u00e4chtnis abgespeichert. Ich als Lernender werde mich nicht nur besser an die Ergebnisse zur\u00fcckerinnern, sondern sicherlich mit mehr Neugierde und positiver Erwartung in meinen n\u00e4chsten Mathematikunterricht starten.<\/p>\n<p>.<\/li>\n<li><strong>\u00a0Spielen kann im Handeln \u201estecken bleiben\u201c, das Denken kommt zu kurz. Formulieren Sie zwei Fragen, welche Ihnen helfen k\u00f6nnen, m\u00f6gliche Denkhandlungen von Lernenden zu beobachten.<\/strong><br \/>\n&#8211; Kann der\/die Lernende erkl\u00e4ren, warum die Spielstrategie bei ihm\/ihr so ausf\u00e4llt?<br \/>\n&#8211;\u00a0 Hat Spielt der-\/diejenige am Anfang auf die gleiche Art, wie am Ende nach einer gemeinsamen Reflexion?<\/p>\n<p>.<\/li>\n<li><strong>Benennen Sie zwei unterschiedliche M\u00f6glichkeiten, wie Sie als Lehrkraft ausgehend vom Spielen eine weitere kognitive Aktivierung von Lernenden anregen k\u00f6nnen.<\/strong><br \/>\n&#8211; Die Sch\u00fcler*innen sollen sich zu einem bestimmten Thema selbst ein Spiel \u00fcberlegen. Die Eigeninitiative wird sie auf eine ganz andere Art und Weise reizen als ein von uns entwickeltes Spiel.<br \/>\n&#8211; Im Spiel werden R\u00fccksicht und Gemeinschaftssinn aktiviert, auf das jegliches gesellschaftliches Zusammenleben basiert.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sind Unterschiede in den mathematischen Leistungen von Schu\u0308lerinnen und Schu\u0308lern ein Grund zur Sorge? Welche Bedeutung kommt dem zweigliedrigen Schulsystem (Oberschule \/ Gymnasien) in Bremen diesbezu\u0308glich zu? Unterschiede in den mathematischen Leistungen von Sch\u00fcler*innen sind prinzipiell vollkommen normal.\u00a0 Jede Unterrichtsklasse wird eine heterogene Vielfalt an Lernst\u00e4nden, Leistungsniveaus, Arbeitshaltungen, Sprachkompetenz, Selbstkonzepten, sozialen Hintergr\u00fcnden u.v.m. aufweisen. 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