Soziokulturelle Heterogenität

In der Pädagogik gibt es verschiedene Modelle, welche sich mit der soziokulturellen Heterogenität auseinandersetzen. Diese Modelle initiieren verschiedene Maßnahmen, Projekte und Initiativen im schulischen Umfeld um soziokulturelle Heterogenität anzuerkennen.

Sie bestehen aus den Konzepten der Ausländerpädagogik, der Interkulturelle Pädagogik, der Antirassistische Pädagogik und dem Konzept der Diversity Education.
Alle haben sie unterschiedliche Adressaten und wollen unterschiedliche Ziele erreichen.

Die Ausländerpädagogik richtet sich an ausländische Schülerinnen und Schüler und verfolgt das Ziel einer homogenen Gesellschaft, durch die Behebung eines Defizits (meist die Sprache).

Die Interkulturelle Pädagogik richtet sich an alle Lehrenden und Lernenden und strebt die Anerkennung von Heterogenität jedes einzelnen an, was zu einer heterogenen Gesellschaft führt.

Den Abbau von Diskriminierungen, durch antirassistische Projekte und Konfliktpädagogik, strebt das Konzept der Antirassistischen Pädagogik an, mit dem Ziel einer gerechten Gesellschaft. Das Konzept richtet sich an die Schule, das Schulsystem und die Gesellschaft als Adressaten.

Das Konzept der Diversity Education ist an die Modelle der Interkulturellen Pädagogik und der Antirassistischen Pädagogik angelehnt und um weitere Heterogenitätsdimensionen, wie beispielsweise Gender, Beeinträchtigungen und die soziale Lage, erweitert.

In meinem Bundesfreiwilligendienst in einer Grundschule habe ich auch solche Konzepte kennen lernen dürfen.

Es wurden beispielsweise nicht nur die christlichen Feiertage in der Schule anerkannt und gefeiert, sondern auch die muslimischen Feiertage waren ein Thema. Das Zuckerfest wurde in vielen Klassen mit allen Schülern gefeiert und so kamen die Kinder und die Lehrenden in einen interkulturelle Dialog und konnten auch andere Kulturen und ihre Bräuche kennen lernen.

Dies würde ich der interkulturellen Pädagogik zuordnen. Es wird offen thematisiert, welche Feiertage es noch in anderen Kulturen gibt und dies nicht nur mündlich, sondern die Kinder durften es auch ein Stück weit selbst erleben.

Außerdem habe ich viel in einer Inklusionsklasse gearbeitet. Dort war ein Kind mit verminderten Hörvermögen. Außerdem auch zusätzlich noch drei Kinder, welche aus einem schweren und sozial schwachen Umfeld stammen, eins davon hatte bereits eine Schulbegleitung.

Für das Kind mit verminderten Hörvermögen wurde der Raum extra umgestaltet mit Teppichboden und besonderen Wänden, damit es ihm leichter fällt hören zu können. Außerdem hatte die Lehrkraft ein kleines Mikrofon zum anstecken, welches mit dem Hörgerät des Kindes verbunden werden konnte.

Dies waren aber auch schon die einzigen Besonderheiten. Ansonsten wurden die Kinder ganz normal behandelt und in den Schulalltag integriert, wie jedes andere Kind. Die anderen Kinder der Klasse waren sich ihrer Heterogenität bewusst, aber haben immer aufeinander Rücksicht genommen und als Klassengemeinschaft sehr homogen miteinander funktioniert.

Ich konnte beobachten, das die Kinder zwar immer noch normale Kinder waren, aber im Vergleich zu anderen Klassen sind sie mir als wesentlich rücksichtsvoller im Umgang miteinander aufgefallen. Das „Anderssein“ wurde als etwas normales angesehen und hat die Kinder auch aufmerksamer gemacht, wie man miteinander umgehen sollte, damit sich jeder gut fühlt.

In dieser Klasse wurde also viel mit dem Konzept der Diversity Education gearbeitet.

Dies hat mich sehr beeindruckt, wie positiv sich das Verhalten dabei auf die ganze Klassengemeinschaft ausgewirkt hat und es wäre spannend in einem nächsten Praktika zu beobachten, ob dies auch in anderen Inklusionsklassen der Fall ist.

Ich habe noch nicht viele weiter Vergleichsmöglichkeiten, aber mir hat der Umgang miteinander in dieser Klasse sehr zugesagt. Ich denke es ist sehr gut, sich schon im frühen Alter mit dem „Anderssein“ anderer Menschen auseinander zu setzen und zu lernen, wie man damit umgeht, ohne diese Menschen als „Außenseiter“ zu betrachten, sondern sie zu integrieren.

Aus diesem Grund denke ich, dass Inklusionsklassen eine große Bereicherung sein können, für beide Seiten, und deshalb wesentlich häufiger an Schulen vertreten sein sollten.

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