{"id":31,"date":"2021-06-03T19:45:47","date_gmt":"2021-06-03T17:45:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/maksimenko\/?p=31"},"modified":"2021-06-03T19:45:47","modified_gmt":"2021-06-03T17:45:47","slug":"heterogenitaet-und-inklusion-im-deutschunterricht-der-sekundarstufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/maksimenko\/2021\/06\/03\/heterogenitaet-und-inklusion-im-deutschunterricht-der-sekundarstufe\/","title":{"rendered":"Heterogenit\u00e4t und Inklusion im Deutschunterricht der Sekundarstufe"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen,<\/p>\n<p>dieser Beitrag bezieht sich auf den Vortrag von Prof. Dr. Matthis Kepser.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>1.\u00a0\u00a0\u00a0 Greiner (2019) formuliert verschiedene Dilemmata, die mit der Forderung nach Inklusion an den Schulen verbunden sind. Nehmen Sie zu dreien Ihrer Wahl Stellung.<\/p>\n<p>Differenzst\u00e4rkungslemma:<\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Das Differenzst\u00e4rkungsdilemma bedeutet, dass die Heterogenit\u00e4tswahrnehmung wegen gro\u00dfen Differenzen in der Leistung und im Verhalten noch mehr versch\u00e4rft werden, nach Greiner (2019) (vgl. Folie 8).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Hier vertritt Greiner die Meinung, dass die Heterogenit\u00e4tswahrnehmung gr\u00f6\u00dfer wird. Grund daf\u00fcr ist, dass Sch\u00fcler*innen unterschiedliche Kenntnisst\u00e4nde besitzen. Diese haben sie vielleicht au\u00dferhalb der Schulbildung erworben. Die Heterogenit\u00e4t wird durch die Kommunikation deutlich und hierbei kann es zu Problemen kommen. Sch\u00fcler*innen sehen weitere Sch\u00fcler*innen diesbez\u00fcglich anders, wenn die Sch\u00fcler*innen vielleicht mehr Sprachen beherrschen und Deutsch nicht zu deren Erstsprache geh\u00f6rt. Durch die Kenntnisse mehrerer Sprachen bilden sich Akzente. Zudem hat jede Sprache ihre eigene Grammatik und beim sprechen kann diese dann auch vermischt werden, sodass die Aussprache und die Grammatik nicht richtig ist.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Sch\u00fcler*innen kann es durch solche Kommunikationsprobleme schwerer fallen den Unterricht zu verstehen und zu folgen. Das kann dazu f\u00fchren, dass diese Sch\u00fcler*innen im Vergleich zu Sch\u00fcler*innen mit guten Sprachkenntnissen schlechter abschneiden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Deutlich wird demnach, wie Greiner beschreibt, dass die Heterogenit\u00e4tswahrnehmung gr\u00f6\u00dfer wird.<\/p>\n<p>Kategorisierungslemma:<\/p>\n<p>In dem Kategorisierungslemma wird das Dilemma zwischen der inklusiven Bildung und der Idividualf\u00f6rderung und -forderung nach Greiner (2019) (vgl. Folie 8) beschrieben. Dies kann als problematisch gesehen werden. Die Sch\u00fcler*innen werden nicht im Einzelnen betrachtet und somit auch nicht individuell gef\u00f6rdert oder gefordert. Im oben genannten Differenzst\u00e4rkungslemma wird gezeigt, was die Heterogenit\u00e4t in Klassenr\u00e4umen bedeutet. F\u00fcr Sch\u00fcler*innen bedeutet es, dass sie die gleichen M\u00f6glichkeiten zur Bildung bekommen sollten.<\/p>\n<p>Es muss gesagt sein, dass gleiche Bildung nicht bedeutet, dass Sch\u00fcler*innen in gleicher Art Bildung erf\u00e4hrt. In Klassenr\u00e4umen muss durch Kategorisierung den schw\u00e4cheren Sch\u00fcler*innen eine individuelle F\u00f6rderung erm\u00f6glicht werden. Durch die Kategorisierung der schw\u00e4cheren Sch\u00fcler*innen k\u00f6nnen sich die st\u00e4rkeren Sch\u00fcler*innen unterfordert f\u00fchlen und br\u00e4uchten demnach eine individuelle Forderung. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die individuellen F\u00f6rderungen und Forderungen sind nur dann m\u00f6glich, wenn die Lehrkraft die Sch\u00fcler*innen kategorisiert bzw. eine Individualdiagnostik (vgl. Folie 8) durchf\u00fchrt. So soll allen Sch\u00fcler*innen eine gleiche Chance auf Bildung gegeben werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Autonomiedilemma:<\/p>\n<p>Das Autonomiedilemma wird mit dem Matth\u00e4us- Effekt von Greiner (2019) (vgl. Folie 9) beschrieben: \u201eWer hat, dem wird gegeben\u201c. Sch\u00fcler*innen k\u00f6nnen nicht gesteigert autonomisch lernen und arbeiten, wenn es beispielsweise an Kommunikationsproblemen in der Sprache scheitert. Diese Sch\u00fcler*innen k\u00f6nnen dann zu den leistungsschw\u00e4cheren Sch\u00fcler*innen werden, da sie mehr Hilfe und individuelle F\u00f6rderung ben\u00f6tigen. Leistungsst\u00e4rkere Sch\u00fcler*innen haben demnach im Vergleich einen Vorteil auf gute Noten, da sie sich somit besser beweisen k\u00f6nnen. Die Situation kann den Sch\u00fcler*innen ein gesteigertes autonomisches Lernen erm\u00f6glichen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>2.\u00a0\u00a0\u00a0 Vermittlung und Reflexion der deutschen Sprache ist nicht nur Aufgabe des Deutschunterrichts, sondern f\u00e4cher\u00fcbergreifendes Unterrichtsprinzip. Wo sehen Sie in Ihrem (ggf. zweiten) Fach M\u00f6glichkeiten, um<\/p>\n<p>1)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vielsprachigkeit als Ressource zu nutzen,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielsprachigkeit kann nicht nur im Deutschunterricht als Ressource genutzt werden, dies habe ich in meiner eigenen Schullaufbahn erfahren. Wir haben im Spanischunterricht Vokabeln auf den Kern analysiert und geschaut mit welchen bekannten und \u00e4hnlichen W\u00f6rtern man diese dann beschreiben kann. Jedes Wort hat irgendwo seinen Ursprung und wird auch in anderen Sprachen genutzt. Wir konnten anhand von Sch\u00fcler*innen die eine Zweitsprache haben mehrere Vokabeln auf ihren Kern untersuchen. So wurden zum Beispiel ein spanisches Wort mit der selben Bedeutung in drei weiteren Sprachen gefunden, wodurch die Sch\u00fcler*innen sich dann einen Zusammenhang erschlie\u00dfen konnten und andere Sch\u00fcler*innen W\u00e4rter in neuen Sprachen lernten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ich studiere Mathe und Physik auf Lehramt und kann mir nicht genau vorstellen wie ich die Vielsprachigkeit als Ressource nutzen k\u00f6nnte. Ich hoffe dennoch, dass es einen Weg geben wird um dies dann zu nutzen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 gendersensibel Unterrichtsgegenst\u00e4nde auszuw\u00e4hlen und Aufgaben zu konstruieren.<\/p>\n<p>Es gibt immer die M\u00f6glichkeit gendersensible Unterrichtsgegenst\u00e4nde zu verwenden. Im Deutschunterricht k\u00f6nnen die Auswahlm\u00f6glichkeiten der Lekt\u00fcren im Vordergrund stehen, dennoch sollte vielleicht eine Lekt\u00fcre gew\u00e4hlt werden, die als gendersensibel eingestuft ist. Das bedeutet auch, dass die Lekt\u00fcre nicht die Sexualit\u00e4t, das eigene Geschlecht und die eigene Wahrnehmung des eigenen K\u00f6rpers und Geschlechts in Frage stellt.<\/p>\n<p>In allen F\u00e4chern kann ein gendersensibler Unterrichtsgegenstand die Aufgabenformulierung sein. Beispielsweise k\u00f6nnen in den Matheb\u00fcchern Familien nicht nur aus Frau &#8230; und Herr &#8230; bestehen, sondern auch anderweitig.<\/p>\n<p>Danke f\u00fcr Eure Aufmerksamkeit!<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen, dieser Beitrag bezieht sich auf den Vortrag von Prof. Dr. Matthis Kepser.\u00a0 1.\u00a0\u00a0\u00a0 Greiner (2019) formuliert verschiedene Dilemmata, die mit der Forderung nach Inklusion an den Schulen verbunden sind. Nehmen Sie zu dreien Ihrer Wahl Stellung. 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