{"id":26,"date":"2021-05-27T13:43:47","date_gmt":"2021-05-27T11:43:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/maksimenko\/?p=26"},"modified":"2021-05-27T13:43:47","modified_gmt":"2021-05-27T11:43:47","slug":"laesst-sich-heterogenitaet-im-klassenzimmer-beobachten-und-was-sieht-man-wenn-man-so-guckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/maksimenko\/2021\/05\/27\/laesst-sich-heterogenitaet-im-klassenzimmer-beobachten-und-was-sieht-man-wenn-man-so-guckt\/","title":{"rendered":"L\u00e4sst sich Heterogenit\u00e4t im Klassenzimmer beobachten und was sieht man, wenn man so guckt?"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen,<\/p>\n<p>dieser Beitrag bezieht sich auf den Vortrag von Frau Prof. Dr. Nadine Rose.<\/p>\n<p>1. Welche theoretischen Schwierigkeiten ergeben sich bei dem Versuch, \u201eDifferenz\u201c oder \u201eHeterogenit\u00e4t\u201c im Schulkontext identifizieren und beobachten zu wollen? Und was hat dies mit \u201eDifferenz\u201c oder \u201eHeterogenit\u00e4t\u201c als Gegenstand selbst zu tun?<\/p>\n<p>Schulklassen ohne Heterogenit\u00e4t und Differenz sind nicht mehr vorzufinden. Die Differenz ist ein gesellschaftliches und soziales Konstrukt. Bei der Differenz handelt es sich von einer gewissen Codierung.\u00a0Diese ist f\u00fcr die Bewertung der Differenz(en) bedeutungsvoll. Spricht man in der Schule von Heterogenit\u00e4t und Differenz, so bezieht sich das Konstrukt auf die Hierarchisierung und auf eine bin\u00e4re Denkweise.\u00a0Beim Versuch Sch\u00fcler*innen in zwei gegens\u00e4tzliche Gruppen zu teilen st\u00f6\u00dft man deshalb auf Schwierigkeiten, welche an der Diversit\u00e4t, \u201eBandbreite\u201c und nicht-Binarit\u00e4t, der Sch\u00fcler scheitern\u00a0<span>(Lutz; Leiprecht 2006: 225)<\/span><span><span><span>. Auf\u00a0<\/span><\/span>Grund<span><span>\u00a0dessen w\u00e4re es hilfreich von\u00a0<\/span><\/span>&#8222;Differenzierung&#8220; an Schulen und &#8222;Heterogenisierung&#8220; zu sprechen. Dies umfasst der Entwicklung, die zur Differenz f\u00fchrt.\u00a0Hinzu\u00a0kommt, \u00a0dass Bezug auf Differenz die Subjektivit\u00e4t oder auch Subjektivierung relevant ist. <\/span><span>Die Wahrnehmung von Differenzen ist ein pers\u00f6nliches Empfinden. Differenzieren wird von Kluge 1999<\/span><span>: 180, Hervorh. i. O. mit\u00a0<\/span><span><span><span>\u201eUnterschied [\u2026]. Entlehnt aus l. differentia, einem Abstraktum zu l. differresich unterscheiden; auseinandertragen\u201c definiert. Differenzierung wird erst nach einer Beobachtung geschaffen. Somit\u00a0<\/span><\/span>Erfolg<span><span>\u00a0es als subjektiv und variiert daher auch in der St\u00e4rke der Wahrnehmung. Eine<\/span><\/span><span><span>\u00a0Schwierigkeit ist auch die eigene Schlussfolgerung durch objektive Beurteilung zu ersetzten. \u00a0\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>2. Welche Differenz-Kategorien legen Sie vermutlich \u2013 eher unbewusst \u2013 im Blick auf Ihre zuk\u00fcnftigen Sch\u00fcler*innen an und welche erweisen sich \u2013 nach Ihrem bisherigen Kenntnisstand \u2013 warum als eher problematisch als andere?<\/p>\n<p>Es gibt eine Differenzierung in vielerlei Hinsicht und in der Leistung Vor- und Nachteile. Die Differenzierung kann bei der individuellen F\u00f6rderung von Sch\u00fcler*innen positiv sein.\u00a0Durch individuelle F\u00f6rderungen k\u00f6nnen Sch\u00fcler*innen sich als leistungsschw\u00e4cher als andere Sch\u00fcler*innen sehen und dies kann als negative Auswirkung auf das Verhalten haben. Es kann auch dazu kommen, dass Sch\u00fcler*innen f\u00fcr die gleiche Leistung verschieden wahrgenommen werden und dann auch unterschiedlich bewertet werden. Darauf sollte geachtet werden, dass aktiv gegen solche Differenzierungen mit negativen Auswirkungen vorgegangen wird.<\/p>\n<p>Differenz-Kategorien, sollten durchaus objektiv begr\u00fcndbar und greifbarer sein. Hierbei sei die Differenz-Kategorien, welche m\u00f6glicherweise auf Stereotypen und Vorurteilen basieren, problematisch. \u00a0Die Differenzierung in vielerlei Hinsicht wie Aussehen, Migrationshintergrund, Sprache, Alter, soziale Herkunft oder das Geschlecht der Sch\u00fcler*innen sollten bei der Differenzierung, wie bereits gesagt, kein bedeutungsvolles Kriterium sein.<\/p>\n<p>3. W\u00fcrde(n) sich die Interpretation(en) der im Vortrag zugrunde gelegten Szene der \u201eGruppenarbeit in Klasse P\u201c aus Ihrer Sicht ver\u00e4ndern (und wenn ja, wie), wenn Sie sie explizit unter der Aufmerksamkeitsrichtung der Bedeutung von \u201eMigrationshintergrund\u201c oder \u201eGender\u201c in Unterricht zu lesen versuchten?<\/p>\n<p>In der Gruppenarbeit der Klasse P f\u00e4llt auf, dass zwei Sch\u00fclerinnen, Mia und Alina, im Gegensatz zu ihren m\u00e4nnlichen Mitsch\u00fclern und Gruppenmitgliedern Leon und Hatif, die Kontrolle \u00fcber die Gruppenarbeit \u00fcbernehmen. Die Sch\u00fclerinnen setzten sich hierarchisch \u00fcber die Sch\u00fcler und dominieren die Aufgabenverteilung. Beim Ber\u00fccksichtigen von Gender und Migrationshintergr\u00fcnden, kann dieses Szene ausgewertet werden. \u00a0Die Annahme, dass M\u00e4dchen flei\u00dfiger sind als Jungs, ist im Schulalltag allgegenw\u00e4rtig. Mit dem Aspekt des Migrationshintergrundes wird auf den Sch\u00fcler Hatif angedeutet, da er einen \u201eseltenen\u201c Namen hat. Man erh\u00e4lt keine weiteren Informationen zu seinem Migrationshintergrund oder \u00e4hnlichem. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen die anderen drei Sch\u00fcler*innen genauso wie Hatif einen Migrationshintergrund haben, aber dar\u00fcber erh\u00e4lt man keine Informationen.<\/p>\n<p>Danke f\u00fcr Eure Aufmerksamkeit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen, dieser Beitrag bezieht sich auf den Vortrag von Frau Prof. Dr. Nadine Rose. 1. Welche theoretischen Schwierigkeiten ergeben sich bei dem Versuch, \u201eDifferenz\u201c oder \u201eHeterogenit\u00e4t\u201c im Schulkontext identifizieren und beobachten zu wollen? Und was hat dies mit \u201eDifferenz\u201c oder \u201eHeterogenit\u00e4t\u201c als Gegenstand selbst zu tun? 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