{"id":23,"date":"2021-05-13T16:26:07","date_gmt":"2021-05-13T14:26:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/maksimenko\/?p=23"},"modified":"2021-05-13T16:26:07","modified_gmt":"2021-05-13T14:26:07","slug":"mehrsprachigkeit-als-ausgangspunkt-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-gymnasialen-oberstufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/maksimenko\/2021\/05\/13\/mehrsprachigkeit-als-ausgangspunkt-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-gymnasialen-oberstufe\/","title":{"rendered":"Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der Gymnasialen Oberstufe"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen,<\/p>\n<p>dieser Beitrag bezieht sich auf den Vortrag von Prof. Dr. Andrea Daase.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif\">\u00a01. An Ihrem Gymnasium gibt es eine \u2013 wie \u00fcblich sehr heterogen besetzte \u2013 Vorklasse, in welcher sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. F\u00fcr einige wird nun der endg\u00fcltige \u00dcbergang diskutiert. Ein Gro\u00dfteil der Lehrkr\u00e4fte pl\u00e4diert \u2013 mit Verweis auf die noch nicht vollst\u00e4ndig ausreichenden (bildungssprachlichen) Deutschkenntnisse \u2013 sie an eine Oberschule zu \u00fcberweisen, obwohl die Sch\u00fcler*innen hinsichtlich ihrer Lernf\u00e4higkeit und ihrer Vorbildung eigentlich die Voraussetzungen f\u00fcr das Gymnasium mitbringen und gerne an der Schule bleiben w\u00fcrden. Nehmen Sie auf Basis der Vorlesung Stellung dazu.<\/span><\/p>\n<p>Die Aufgabe der Lehrer ist es unter anderem die bildungssprachliche Deutschkenntnisse zu lehren. Sei die Lernf\u00e4higkeit und die Vorbildung der Sch\u00fcler*innen gut, sollten die Sch\u00fcler*innen die M\u00f6glichkeit bekommen auf ein Gymnasium versetzt zu werden. Hierbei sind die Sprachkenntnisse nicht mit den Kompetenzen der Lernf\u00e4higkeit vergleichbar. Die Struktur der Schulen bieten nur wenige M\u00f6glichkeiten die Mehrsprachigkeit aufzugreifen. Nach Frau Prof. Dr. Daase, sollte die Mehrsprachigkeit als M\u00f6glichkeit gesehen werde, verschiedene sprachliche Repertoires zu sch\u00f6pfen, und nicht als Defizit (vgl. Folie 13).<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif\">\u00a02. Welche Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit \u2013 in der hier verstandenen breiten Sicht \u2013 in Schule und Unterricht (selbst als Sch\u00fcler*in und\/oder Praxiserfahrungen) haben Sie bislang gemacht? Diskutieren Sie die Erfahrungen vor dem Hintergrund dieser Vorlesung.<\/span><\/p>\n<p>Wenn man nach der Definition von Apeltauer (2001, Folie 3) entscheidet, habe ich mich in meiner Schulzeit t\u00e4glich mit Mehrsprachigkeit auseinandergesetzt. Ich war auf einem Bilingualen Gymnasium und hatte t\u00e4glich verschiedene F\u00e4cher auf Englisch, dazu geh\u00f6rten Geschichte, Geographie und Sport. Dadurch wurden meine sprachlichen Kenntnisse in Englisch in die jeweiligen Fachrichtungen erweitert. Die Auffassung der Funktionalen Mehrsprachigkeit nach Oksaar (1980, Folie 4) beschreibt dabei zutreffend, dass das Umschalten von einer zur anderen Sprache dabei m\u00f6glich ist. Es war nicht erlaubt w\u00e4hrend des Unterrichts auf deutsch zu reden, um unsere Sprachkenntnisse zu erweitern und zu f\u00f6rdern. Hatte man mal ein Problem bei der Wortfindung, hatte man keine Scheu, da alle ab und an mal dieses Problem in der Klasse hatten. Da es sich um den Unterricht handelte, mussten sich alle auf der gew\u00fcnschten Sprache verst\u00e4ndigen. Die Sch\u00fcler*innen mit weiteren Sprachkenntnissen konnten und durften sich dann nur in der Pausen untereinander, in ihren bevorzugten Sprachen verst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p>Wird \u201eIntimit\u00e4t und Formalit\u00e4t\u201c (vgl. Folie 11) in den Begriff der Mehrsprachigkeit mit einbezogen, so f\u00e4llt es besonders in und au\u00dferhalb der Schule auf, dass sich\u00a0<span>bei der Kommunikation in der Klasse und au\u00dferhalb<\/span><span><span><span>\u00a0der zu verwendende Sprachschatz unterscheidet. Bei einem\u00a0<\/span><\/span>Gespr\u00e4ch<span><span>\u00a0im Unterricht mit den Lehrer*innen und der Sch\u00fcler*innen achtet man mehr auf die\u00a0<\/span><\/span><\/span>Formalit\u00e4ten und die Wortwahl.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif\">\u00a03. Was m\u00f6chten Sie nach dem Besuch dieser Vorlesung bei Ihrer zuk\u00fcnftige Unterrichtsgestaltung beachten? Welches Wissen und welche F\u00e4higkeiten fehlen Ihnen daf\u00fcr noch?<\/span><\/p>\n<p>Sch\u00fcler*innen sollten ihre Mehrsprachigkeit mehr nutzen. Als Lehrkraft habe ich eine Verantwortung den Sch\u00fcler*innen die bildungssprachlichen Kompetenzen n\u00e4her zu bringen und die Schule soll den Sch\u00fcler*innen beim lernen helfen. Dazu geh\u00f6rt auch alle Sprachen zu f\u00f6rdern und nicht diese zu verbieten. Aus pers\u00f6nlichen Erfahrungen kann ich sagen, dass es teilweise leichter ist manche Gedanken in der Mutter- oder Erstsprache wiederzugeben\/ zu formulieren. Dabei kann die Lehrkraft die Sch\u00fcler*innen darin unterst\u00fctzen, die Gedanken dann in dir deutsche Bildungssprache zu \u00fcbersetzten. Um diese M\u00f6glichkeiten zu verwirklichen, ist es wichtig, f\u00fcr alle gesprochenen Sprachen der Klasse offen gegen\u00fcber zu stehen. Man hilft nicht nur den Sch\u00fcler*innen, sondern erm\u00f6glicht sich selbst auch noch sein Vokabular in weitere Sprachen zu erweitern und sich neue W\u00f6rter anzueignen. Die F\u00e4higkeit offen den Sch\u00fcler*innen gegen\u00fcber zu stehen und auch flexibel mit der Sprache umzugehen, kann dabei sehr hilfreich sein.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif\">\u00a04. Wie muss Schule unserer mehrsprachigen Gesellschaft gestaltet sein? Welche Rahmenbedingungen m\u00fcssen gegeben sein, damit Sie die Mehrsprachigkeit ihrer Sch\u00fcler*innen einbeziehen und einen registersensiblen Fachunterricht gestalten k\u00f6nnen?<\/span><\/p>\n<p>Es muss auf das gesamte sprachliche Repertoire geschaut werden und die Mehrsprachigkeit soll nicht als Defizit gesehen werde. Es ist auch wichtig, dass die Sprachf\u00e4higkeit nicht mit der Intelligenz, der Kompetenz und den F\u00e4higkeiten gleichzusetzen ist (vgl. Folie 13). \u00a0Diesbez\u00fcglich sollte die Sprache nicht unbedingt vom Erwerb der bildungssprachlichen Kompetenzen getrennt werden. Darin sollte die Schule die Sch\u00fcler*innen unterst\u00fctzen. Bei Projekten k\u00f6nnen sprachlich gemischte Gruppen fachlich mehr beitragen, da jeder etwas aus der eigenen Sprache hinzuf\u00fcgen kann und der Eigenwert jeder Sprache kann anerkannt werden (vgl. Folie 23).\u00a0<span>Hinzu kommt, dass aller Sch\u00fcler*innen gleich behandelt werden, denn sonst besteht die Gefahr auf eine Stigmatisierung (vgl. Folie 15). Macht man den Sch\u00fcler*innen bewusst, dass es auch Ihre Kompetenzen f\u00f6rdert, kann die Mehrsprachigkeit an Schulen wachsen.<\/span><\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend sollte noch gesagt sein, dass die Schulen die Vorbereitung der Lehrkr\u00e4fte daraufhin unterst\u00fctzen kann. Durch eine &#8222;Grundausbildung in Sprachf\u00f6rderung&#8220; (SVB: online) und auch die p\u00e4dagogische Ausbildung sollte interkulturell erfolgen (vgl. Folie 23).<\/p>\n<p>Danke f\u00fcr Eure Aufmerksamkeit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen, dieser Beitrag bezieht sich auf den Vortrag von Prof. Dr. Andrea Daase. \u00a01. An Ihrem Gymnasium gibt es eine \u2013 wie \u00fcblich sehr heterogen besetzte \u2013 Vorklasse, in welcher sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. F\u00fcr einige wird nun der endg\u00fcltige \u00dcbergang diskutiert. 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