{"id":10,"date":"2015-04-30T11:05:27","date_gmt":"2015-04-30T09:05:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/luiskaplan\/?p=10"},"modified":"2015-04-30T11:05:27","modified_gmt":"2015-04-30T09:05:27","slug":"othering","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/luiskaplan\/2015\/04\/30\/othering\/","title":{"rendered":"&#8222;Othering&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>1.) Ein zentrales Problem der Begegnungsp\u00e4dagogik, durch das sich &#8222;Othering&#8220; regelrecht definiert , ist, dass bei interkulturellen Begegnungen die jeweiligen Parteien mit all ihren zum Teil recht individuellen Eigenschaften als Stellvertreter ihrer Kultur fungieren. So k\u00f6nnen bei den Sch\u00fclern auf diesen Eigenschaften basierende kulturelle Vorurteile entstehen und einer gro\u00dfen Gruppe von Menschen mit hoher Diversit\u00e4t sehr spezifische Eigenschaften zugeschrieben werden. Wirklich umgehbar ist dieses Problem des &#8222;Othering&#8220;, der Eigenschaftenzuschreibung von Gruppen bei der Begenungsp\u00e4dagogik, bei der einzelne Menschen ganze Kulturen oder Religionen repr\u00e4sentieren, nicht, denn bei der allgemein herrschenden kulturellen Heterogenit\u00e4t kann ein Mensch sich nur selbst (kuturell\/religi\u00f6s) repr\u00e4sentieren; Er entspricht meist nicht dem Durchschnitt der jeweiligen Gruppe, und selbst wenn wird man so den Randbereichen der Diversit\u00e4t innerhalb dieser Gruppe nicht gerecht. Der Sch\u00fcler bekommt ein viel zu klares Bild von einem sehr unscharf definierten Kulturkreis, z.B. der islamischen Kultur, die, wie ich im Seminar gesehen habe, noch wesentlich vielseitiger ist als man allgemein annimmt. \u00a0\u00c4hnliches l\u00e4sst sich wohl von allen Kulturen\/Religionen behaupten. Au\u00dferdem f\u00f6rdert diese Herangehensweise an das Thema interkulturelle Bildung das sog. Schubladendenken, was wiederum zu Segregation im Klassenzimmer f\u00fchren kann. \u00a0Um diese Trennung aufzuheben hilft, gegen eine Identifizierung der Kinder mit ihrer Kultur anzugehen, sie nurmehr als interessantes Attribut und nicht mehr als identit\u00e4tstiftendes Merkmal anzusehen. Dieser Prozess erfordert auch eine gro\u00dfe Anstrengung der Selbstreflektion der Sch\u00fcler.<\/p>\n<p>Es mangelt mir an (Schul-)Erfahrung mit begegnungsp\u00e4dagogischen Konzepten, die Bildung von Vorurteilen war bei mir nicht institutionalisiert. Relevantes Wissen \u00fcber Kulturen und Religionen wurde Lehrb\u00fcchern entnommen, die teilweise einen \u00e4hnlich polarisierenden, jedoch weniger menschlichen Einblick vermittelten.<\/p>\n<p>Beispiel: Ein Lehrer versucht, um in das Thema Islam eizuf\u00fchren, den Sch\u00fclern durch den Besuch eines Imams ein authentischen Einblick in die Kultur zu geben. Dieser Mann hat zuf\u00e4llig einen Langen, dunklen Bart, l\u00e4chelt freundlich und ist kompetent und weltoffen genug mit der Kultur der Sch\u00fcler tolerant und unwertend umzugehen. Dadurch erweckt er einen positiven Eindruck und nimmt ein St\u00fcck weit die Angst vor Kontakt mit fremden Kulturen generell. Aber er erweckt auch den Anschein, alle m\u00e4nnlichen Muslime m\u00fcssten Barttr\u00e4ger sein, was definitiv falsch ist. Auch kann der positive Gesamteindruck zu Verwirrung f\u00fchren wenn (Achtung Extrembeispiel!) ein Kind nicht mit einem anderen Kind muslimischen Hintergrundes spielen darf, da dessen Eltern im den n\u00e4heren Umgang mit &#8222;Ungl\u00e4ubigen&#8220; verbieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.) 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