{"id":29,"date":"2024-08-28T18:29:08","date_gmt":"2024-08-28T16:29:08","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/luavy\/?p=29"},"modified":"2024-08-28T18:29:08","modified_gmt":"2024-08-28T16:29:08","slug":"reflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/luavy\/2024\/08\/28\/reflexion\/","title":{"rendered":"Reflexion"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400\">1)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">In der Vorlesung \u201eUmgang mit Heterogenit\u00e4t\u201c wurden viele wichtige theoretische Erkenntnisse vorgestellt. Besonders im Kopf geblieben dabei ist mir die Vorlesung um das Thema der Dimensionen sozialkultureller Heterogenit\u00e4t. Dabei spielt die Theorie von Bourdieu eine wichtige Rolle. In seiner Theorie von 1983 unterscheidet Bourdieu innerhalb von drei verschiedenen Kapitalen; Soziales, kulturelles und \u00f6konomisches Kapital (vgl. Bourdieu 1983: 183). Soziales Kapital sind die sozialen Beziehungen sie ein Individuum hat. \u00d6konomisches Kapital sind materielle Ressourcen, die man besitzt und kulturelles Kapital ist Bildung und Wissen (vgl. ebd.). Letzteres wird nochmal in drei verschiedenen Kategorien unterteilt; institutionalisiert, objektiviert und inkorporiert (vgl. Bourdieu 1983: 185). Institutionalisiert sind beispielsweise Bildungsabschl\u00fcsse. Objektiviert w\u00e4ren B\u00fccher und inkorporiert sind F\u00e4higkeiten und Bildung generell (vgl. ebd.). Dabei betont Bourdieu, dass die verschiedene Kapitale untereinander konvertierbar sind (vgl. Bourdieu 1983: 190). Beispielsweise kann durch bestimmte Strategien und Bedingungen \u00f6konomisches Kapital in kulturelles Kapital umgewandelt werden, da durch Geld sich Bildung finanziert werden kann (vgl. ebd.). Diese verschiedenen Kapitale sind jedoch in unserer Gesellschaft ungleich verteilt (vgl. Bourdieu 1983: 192). Dazukommt, dass kulturelles Kapital weitervererbbar ist (vgl. Bourdieu 1983: 191). Eltern mit hohem kulturellem Kapital k\u00f6nnen ihr Wissen und ihre Kompetenzen an ihre Kinder weitergeben, wodurch diese dann eine h\u00f6here Bildungschance erlangen (vgl. ebd.). Trotz dieser bekannten Chancenungleichheit argumentiert Bourdieu, dass das Schulsystem die Illusion aufrecht bewahrt, dass jeder die gleichen Chancen h\u00e4tte (vgl. Bourdieu 1983: 1983).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Auch Langfeldt betont in seiner Theorie die Art und Weisen, wie Vorerfahrungen die Lernleistungen beeinflussen (vgl. Langfeldt 2014: 40). Sch\u00fcler*innen die dabei gezielte Unterst\u00fctzung erhalten k\u00f6nnen, um ihr Vorwissen zu nutzen, k\u00f6nnen ihre Leitungen einfacher verbessern (vgl. ebd.). Deshalb empfiehlt Langfeld, dass Lehrkr\u00e4fte die unterschiedlichen Vorerfahrungen ihrer Sch\u00fcler*innen ber\u00fccksichtigen sollen und auf Basis dessen differenzierte Lernangebote zusammenstellen sollen, um so bessere Unterst\u00fctzung leisten zu k\u00f6nnen (vgl. ebd.).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">2)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Im R\u00fcckblick auf meine eigene Schulzeit haben mich paar Aspekte der Heterogenit\u00e4t gepr\u00e4gt. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie traditionelle Geschlechterrollen unterschwellig auf verschiedenen Weisen immer noch eine Rolle gespielt haben. Sobald \u201eschwere\u201c Sachen getragen werden mussten, wurden immer nur Jungs ausgew\u00e4hlt, da es f\u00fcr die M\u00e4dchen \u201ezu schwer\u201c sei. Zudem habe ich meine ganze Schulzeit \u00fcber, geh\u00f6rt, dass M\u00e4dchen prinzipiell eine sch\u00f6nere Schrift h\u00e4tten als Jungs und \u201ebraver\u201c w\u00e4ren. Ich habe auch in den letzten Jahren vermehrt von m\u00e4nnlichen Freuden geh\u00f6rt, dass sie davon \u00fcberzeugt sind, dass manche Lehrkr\u00e4fte prinzipiell M\u00e4dchen besser benotet h\u00e4tten als Jungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Dies ist mir so im Kopf geblieben, da ich der Meinung bin, dass wir Weg von den typischen Geschlechterrollen wegkommen m\u00fcssen und nicht aufgrund von Geschlecht f\u00fcr bestimmte Sachen prinzipiell ausselektieren k\u00f6nnen. Ein M\u00e4dchen kann auch genug Kraft haben, um etwas zu heben, genauso wie ein Junge eine sch\u00f6ne Schrift haben kann. Diese sollten die Chance haben dieses auch zeigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ein positives Beispiel f\u00fcr den Umgang f\u00fcr Heterogenit\u00e4t sind Wochenpl\u00e4ne und Stationsarbeiten. Eine damalige Lehrkraft hat fast ausschlie\u00dflich mit diesen Methoden gearbeitet. Durch die Wochenpl\u00e4ne konnte jeder selbst entscheiden, wann er was macht. Viele konnten dadurch eine gewisse Selbst\u00e4ndigkeit erlangen. Bei diesen Wochenpl\u00e4nen gab es auch verschiedene Sternchenaufgaben, wodurch jeder f\u00fcr sich selbst entscheiden konnte, in welchem Schwierigkeitsgrad er die Themen bearbeiten m\u00f6chte. Auch bei den Stationsarbeiten konnte man selbst entscheiden, wann man was bearbeitet und in welchem Schwierigkeitsgrad dies passiert. Ich bin von Stationsarbeiten \u00fcberzeugt, da durch die verschiedenen Schwierigkeiten die Sch\u00fcler*innen selbst entscheiden k\u00f6nnen. Wenn jemand unsicher ist, kann er sich zuerst die leichten Aufgaben nehmen und sich dann immer weiter steigern, ohne sich zu \u00fcberfordern. Die Sch\u00fcler*innen die sich jedoch fordern m\u00f6chten k\u00f6nnen dies auch tun, indem sie direkt die schwierigeren Aufgaben bearbeiten. Sch\u00fcler*innen k\u00f6nnen schnell durch Unter- oder \u00dcberforderung demotiviert werden, was dadurch pr\u00e4ventiert werden kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">3) Durch Bourdieus Theorie stellt sich mir die Frage, welche Methoden Lehrkr\u00e4fte nutzen k\u00f6nnen, um den Einfluss der verschiedenen Kapitale individuell zu ber\u00fccksichtigen und auf Basis dessen die Chancenungleichheit minimieren k\u00f6nnen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Zudem stellt sich mir die Frage, welche Auswirkungen traditionelle Geschlechterrollen in der Schule auf die Leistung und Verhalten der Sch\u00fcler*innen haben?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Literaturverzeichnis:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Bourdieu, P. (1983): \u00d6konomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, in Kreckel, R. (Hrsg.)\u00a0<strong>Soziale Ungleichheiten<\/strong><strong>. <\/strong>G\u00f6ttingen, Deutschland: Otto Schartz &amp; Co., pp. 183-198.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Gomolla, Mechtild (2023): Direkte und Indirekte, institutionelle und strukturelle Diskriminierung. Wiesbaden, Deutschland. Springer VS, Wiesbaden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1) In der Vorlesung \u201eUmgang mit Heterogenit\u00e4t\u201c wurden viele wichtige theoretische Erkenntnisse vorgestellt. Besonders im Kopf geblieben dabei ist mir die Vorlesung um das Thema der Dimensionen sozialkultureller Heterogenit\u00e4t. Dabei spielt die Theorie von Bourdieu eine wichtige Rolle. 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