Wieviel Fachsprache ist zu verkraften?

Diskutieren Sie, wieso die Berücksichtigung der sprachlichen Heterogenität
der Klassen in NW-Unterricht wichtig ist. Berücksichtigt dabei die
Unterschiede zwischen der deutschen Sprache und der Fachsprache. Ist Fachsprache gleich Sprache?

Ich denke, dass es tatsächlich eine sehr breite sprachliche Heterogenität in deutschen Klassenzimmer gibt. Gerade im Naturwissenschaftsunterricht kann dies zu Problemen führen. Meiner Meinung nach, muss man ein gewisses Sprachniveau der „Amtssprache“ haben, um auch alle Erläuterungen der Fachtermini zu verstehen und auch damit arbeiten zu können. Häufig ist hierbei der Fehler, dass LehrerInnen den Fokus zu sehr auf die richtige Fachsprache legen und dabei vergessen, dass es vielen SchülerInnen schwerfällt, diese zu lernen. Dabei sollte es doch am Wichtigsten sein, dass die SchülerInnen die inhaltliche Seite verstanden haben.

Dabei ist Fachsprache nicht gleich Sprache. Die Sprache ist für den alltäglichen Gebrauch und zur Kommunikation. Es ist gleichzeitig etwas Kollektives und etwas Individuelles. Fachsprache dagegen ist festgelegt, jeder versteht sofort, was ein bestimmtes Fachwort beschreiben soll. Es ist keine individuelle Verwendung möglich.

So empfinde ich es am wichtigsten, bis zu einer gewissen Klassenstufe, die richtige Mischung aus Fachwörtern und „Alltagssprache“ zu finden. Gerade wenn man das Gymnasium besucht und auch das Abitur machen möchte, muss man sich der Fachsprache stellen und diese dann auch bewältigen können.

2 Gedanken zu „Wieviel Fachsprache ist zu verkraften?

  1. Ich teile deine Meinung in den wesentlichen Punkten. Wie du schon geschrieben hast, man muss darauf achten, dass man Fachwörter auch richtig benutzt bzw. zu wissen was es wirklich bedeutet, als mit Fachwörtern um sich zu schmeißen. Achtet eine Lehrkraft nicht darauf, dass alle Schüler diese Fachwörter kennen, so kann es sein, dass es Verständigungsprobleme gibt und die Schüler können dem Unterricht nicht folgen.
    Dass Fachsprache nicht gleich Sprache ist, gebe ich dir Recht. Wobei ich finde, dass man oft beim Erklären von komplexen Sachinhalte die Fachwörter vermeiden sollte. Mir ist aufgefallen, dass so was nur Verwirrung verursacht bei Schülern. Beispielsweise ist es so, dass meine Mathe-Nachhilfe-Schülerin ein Thema viel besser versteht, wenn ich Alltagssprache beim Erklären benutze, als gleich mit Fachwörtern anzufangen.
    Ich finde, dass man Fachwörter erst dann benutzen kann, wenn man alles versteht, denn dann fällt es auch nicht schwer sich diese Fachwörter zu merken.
    Selbstverständlich sollte man so einiges an Fachtermini in gewissen Fächern beherrschen, wenn man vorhat das Abitur zu machen.

  2. Sprache stellt für sich ein Konstrukt dar, welches wir benötigen um unsere Vorstellung von der Wirklichkeit auszudrücken und miteinander zu teilen, so dass wir als soziale Wesen in der Lage sind zu interagieren.
    Wie in beiden Beiträgen schon erwähnt, unterscheidet sich Fachsprache von der generellen Alltagssprache, die wir benötigen um uns in der Umwelt und miteinander zurecht zu finden, denn die Wissenschaften bedienen sich eines Vokabulars, welches möglichst exakt bestimmte Phänomene beschreiben soll und damit eine Kommunikation wissenschaftlicher Thematiken vereinfachen soll. Einfacher wird es hier allerdings nur für die Experten, denen eine genaue Übertragung der oft kompliziert klingenden und schwer merkbaren Wörter gelingt und die sich untereinander deshalb in fachsprachlichen Termini gut verständigen können.
    Für denjenigen allerdings, der dieses Vokabular nicht beherrscht, mündet eine Erklärung von Sachverhalten in Fachsprache oft in Verwirrung, selbst aus dem Kontext lassen sich die Fremdwörter meist nicht erschließen. Wenn man jetzt dazu noch einen Migrationshintergrund besitzt und deshalb nicht diesselbe sprachliche Flexibilität wie ein Muttersprachler aufbringen kann, so wird das Verständnis in naturwissenschaftlichen Fächern noch mehr erschwert.
    Viele Personen der Wissenschaftswelt scheinen zu vergessen, dass die meisten Menschen ihrer Fachsprache nicht folgen können und bedienen sich bei der Erläuterung von Phänomenen derselben Sprache wie im Gespräch untereinander, was zu Unverständnis führt.
    Als Lehrer sollte man sich bewusst sein, dass nur Wörter verstanden werden können, die vorher erklärt wurden, d. h. es können keine fachsprachlichen Vokabeln vorausgesetzt werden. Dies kann sonst vor allem in Klassenarbeiten und Aufgabenstellungen zu Problemen führen. Es ist wichtig neue Fachwörter bewusst einzuführen und zu erläutern und Rücksicht auf SuS mit Migrationshintergrund zu nehmen. Nur wenn alle SuS wissen wovon ich als Lehrkraft rede, kann ich auch sinnvollen Unterricht führen. Ohne Fachsprache kommt man in der Wissenschaft natürlich nicht aus, also müssen die nötigen Vokabeln gezielt erklärt werden, um der gesamten Klasse eine Kommunikation und ein Verständnis in wissenschaftlichen Bereichen zu ermöglichen.

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