{"id":21,"date":"2020-08-19T13:09:08","date_gmt":"2020-08-19T11:09:08","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/liridonasblog\/?p=21"},"modified":"2020-08-19T13:09:08","modified_gmt":"2020-08-19T11:09:08","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/liridonasblog\/2020\/08\/19\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">In den Schulen herrscht ein gro\u00dfes Spannungsfeld zwischen Heterogenisierung und Homogenisierung. Man versucht die anspruchsvolle Vielfalt an den Schulen zu ordnen und Gemeinsamkeiten zu finden (\u201eKomplexit\u00e4tsreduktion\u201c), aber trotzdem die Heterogenit\u00e4t beizubehalten. Der erste wichtige Punkt der Heterogenit\u00e4tskategorie ist die Genderspezifit\u00e4t, die in jeder Fachwissenschaft zum Vorschein tritt. Bereits im deutschen Literaturunterricht werden die Geschlechter \u201eerlesen\u201c. Viele literarische Werke weisen Weiblichkeits- und M\u00e4nnlichkeitsinszenierung auf: das Setting (offener oder geschlechter\u00fcbergreifender Raum?) die Tr\u00e4ger (Figuren) und ihre Aktionen, spezielle Zeichen (z.B. rosa=M\u00e4dchen, blau=Junge), der Diskurs (Gender innerhalb der Geschichte) und die Rhetorik (auf welche Art und Weise wird \u00fcber Gender gesprochen?). Au\u00dferdem gibt es 5 verschiedene Dimensionen der Literaturrezeption, die sehr prototypisch gedacht sind: die <strong>Lesefreude<\/strong> und &#8211;<strong>neigung<\/strong>, die <strong>Lesequalit\u00e4t<\/strong> und &#8211;<strong>frequenz<\/strong>, die <strong>Leseweisen<\/strong> und <strong>Lekt\u00fcremodalit\u00e4ten<\/strong>, <strong>Lesestoffe<\/strong> und &#8211;<strong>pr\u00e4ferenzen<\/strong>, <strong>Lesekompetenz<\/strong> sind bei dem weiblichen Geschlecht h\u00f6her bzw. besser, als bei dem m\u00e4nnlichen Geschlecht (vgl. Philipp 2011 a). Durch den Literaturunterricht sollen diese Ansichten erweitert werden, indem fiktionale Texte behandelt werden, die unterschiedliche Weltmodell zeigen. Au\u00dferdem ist die Beschaffenheit literarischer Texte wichtig, da die Verstehensprozesse der Identit\u00e4tsfindung damit gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. Durch den Literaturunterricht kann der symbolische Vorrat an Genderentw\u00fcrfen erweitert werden. Es ist also wichtig, sowohl die expliziten, als auch die impliziten Genderkonstruktionen reflektiert zu hinterfragen, um Klischees zu durchbrechen und vorzubeugen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Auch im Sachunterricht stellt die Genderspezifit\u00e4t eine Herausforderung dar. Die Aufgaben des Sachunterrichts k\u00f6nnen das Interesse, Selbstkonzept und die Kompetenzen der Kinder beeinflussen. Das Interesse geht immer mit dem Aufbau einer inneren Bindung an den entsprechenden Wissens- und T\u00e4tigkeitsgebiet einher. Hierbei ist es durchaus m\u00f6glich, dass nicht nur die Jungen sich f\u00fcr Technik interessieren (prototypische Denkweise). Deshalb m\u00fcssen diese Aufgaben so aufgebaut sein, dass M\u00e4dchen auch \u201etypische Jungsaufgaben\u201c (z.B. auf B\u00e4ume klettern) durchf\u00fchren k\u00f6nnen, und andersherum genauso (vgl. Maltzahn 2014, S.12).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Die Sprache oder die kulturelle Herkunft\/Migrationshintergrund sind sehr heterogen und k\u00f6nnen auch im Mathematikunterricht eine Herausforderung darstellten, weshalb ein sprachensensibler Matheunterricht essentiell ist. Bei Kindern mit Migrationshintergrund ist der Zweitspracherwerb zentral, denn dieser nimmt auf die mathematische Leistung der SuS Einfluss. Auch ein niedriger sozio\u00f6konomischer Status der Eltern hat einen negativen Einfluss auf die Kinder. Dabei besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Qualit\u00e4t famili\u00e4rer Anregungsbedingungen und numerischer F\u00e4higkeiten. Im Matheunterricht muss die p\u00e4dagogische F\u00f6rderung fr\u00fch einsetzten, qualitativ hochwertig und intensiv sein. Der Unterricht muss alter- und entwicklungsangemessen angelegt sein und sich an dem Interesse der Kinder orientieren. Die sprachlichen Anforderungen sollten im Mathematikunterricht niedrigschwellig gehalten werden, um f\u00fcr alle Kinder Erfolgserlebnisse zu erzielen (vgl. B\u00f6mning &amp; Th\u00f6ne, 2017, S. 27 ff.). Die Alltagssprach und die Bildungssprache sind f\u00fcr sprachlich starke Kinder Lernvoraussetzungen und die Fachsprache der Lehrgegenstand. F\u00fcr sprachlich schwache Kinder muss auch die Bildungssprache erlernt werden und gilt nicht als Voraussetzung (vgl. Leuders &amp; Prediger 2016). Das Scaffolding ist ein sehr wichtiger Bestanteil des Mathematikunterrichts, da sich die Kinder mit diesem Angebot an sprachlichen \u201eGer\u00fcsten\u201c orientieren k\u00f6nnen und anschlie\u00dfend sukzessiv wieder abbauen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Der Migrationshintergrund spielt nicht nur im Deutschunterricht eine gro\u00dfe Rolle, sondern in allen Schulf\u00e4chern. Diese H\u00fcrde habe ich aus meiner Praxiserfahrung ebenfalls mitgenommen: Kinder mit Deutsch als Zweitsprache haben mit dem Verst\u00e4ndnis deutlich gr\u00f6\u00dferer Probleme. Deshalb ist es wichtig, den sprachlichen Aufbau der Aufgaben nicht all zu komplex zu gestalten und bei der Erkl\u00e4rung eventuell Material hinzuzuziehen, um den Kindern ein besseres Verst\u00e4ndnis zu erm\u00f6glichen. Da auch ich mit Deutsch als Zweitsprache aufgewachsen bin, f\u00e4llt es mir sehr leicht, mich in die Lage der betroffenen Kinder zu versetzen. In meinem Orientierungspraktikum, welches ich in einer 1. Klasse absolviert habe, konnte ich den Kindern und Familien, und somit auch den Lehrkr\u00e4ften, mit meiner Muttersprache behilflich sein. Denn teilweise war eine Kommunikation untereinander nicht m\u00f6glich, da zu geringe Deutschkenntnisse (sowohl Eltern, als auch Kinder) bestehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Schon die Sitzordnung der SuS wurde nicht nach Geschlechtern eingeteilt, sondern nach Leistung: jedes leistungsschwache Kind hatte neben sich ein leistungsstarkes Kind sitzen, um nach Hilfe Fragen zu k\u00f6nnen. Jedoch ist hier schnell aufgefallen, dass die leistungsschw\u00e4cheren von den leistungsstarken Kindern abschreiben, was zu keinem Lernerfolg f\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Ich w\u00fcrde gerne mehr \u00fcber die Heterogenit\u00e4tsdimension der Inklusion erfahren, da ich w\u00e4hrend der Absolvierung meines freiwilligen sozialen Jahres mit beeintr\u00e4chtigen Kindern gearbeitet habe und ich es f\u00fcr Wichtig erachte, dass auch die \u201enormale\u201c Lehrkr\u00e4fte genug geschult werden, um mit diesen Kindern umzugehen. Im Zusammenhang dazu f\u00e4nde ich es gut, wenn wir etwas \u00fcber die Entwicklungsverz\u00f6gerungen der Kinder lernen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Deutsch als Zweitsprache und der damit verbundene Migrationshintergrund sind auch eine sehr wichtige Heterogenit\u00e4tsdimension. Es gibt zahlreiche Schulen, die in einem sogenannten Brennpunktviertel liegen. Diese Schulen werden von einem hohen Anteil an Kinder mit Migrationshintergrund besucht, weshalb es sehr wichtig ist, dass die angehenden Lehrer*innen mit dieser Heterogenit\u00e4t umgehen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><strong>Literatur <\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">B\u00f6nig, D. &amp; Th\u00f6ne, B. (2017): Integrierte F\u00f6rderung von Mathematik und Sprache in Kita und Familie. In Schuler, S., Streit, C. &amp; Wittmann, G. (Hrsg.) Perspektiven mathematischer Bildung im \u00dcbergang vom zur Grundschule. (S. 27-40). Wiesbaden.: Springer.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Leuders, T.\/Prediger, S. (2016): Flexibel differenzieren und fokussieret f\u00f6rdern im Mathematikunterricht. Berlin: Cornelsen Scriptor.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Maltzahn, Katharina von 2014: M\u00e4dchen und Naturwissenschaften. Zur Entwicklung von Interessen nach der Grundschule. Weinheim und Basel: Beltz, Juventa.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Philipp, Maik (2011 a): Lesen und Geschlecht 2.0. F\u00fcnf empirisch beobachtbare Achsen der Differenz neu betrachtet. In: leseforum.ch 01\/11.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Schulen herrscht ein gro\u00dfes Spannungsfeld zwischen Heterogenisierung und Homogenisierung. Man versucht die anspruchsvolle Vielfalt an den Schulen zu ordnen und Gemeinsamkeiten zu finden (\u201eKomplexit\u00e4tsreduktion\u201c), aber trotzdem die Heterogenit\u00e4t beizubehalten. Der erste wichtige Punkt der Heterogenit\u00e4tskategorie ist die Genderspezifit\u00e4t, die in jeder Fachwissenschaft zum Vorschein tritt. 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