{"id":19,"date":"2020-06-23T11:24:44","date_gmt":"2020-06-23T09:24:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/liridonasblog\/?p=19"},"modified":"2020-06-23T11:24:44","modified_gmt":"2020-06-23T09:24:44","slug":"leistungsentwicklung-und-heterogenitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/liridonasblog\/2020\/06\/23\/leistungsentwicklung-und-heterogenitaet\/","title":{"rendered":"Leistungsentwicklung und Heterogenit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Der Leistungsbegriff kann p\u00e4dagogisch als Produkt- und Prozessdimension definiert werden. Die Handlungskompetenzen steigen und gleichzeitig m\u00fcssen Autonomie und Sozialit\u00e4t im Einklang zueinanderstehen.\u00a0 Man sollte die Leistung der Kinder f\u00f6rdern und entwickeln, und kein Standard anstreben. Es wirken viele verschieden Faktoren aufeinander, die miteinander verkn\u00fcpft werden und sich gegenseitig bedingen oder aber auch kompensieren. Zu der Entwicklung der Leistungen tragen die Eltern bei, die alle ein anderes Niveau an Bildungsaspiration und eine individuelle Bildungsbiographie aufweisen. Jedes Elternhaus hat sowohl sozio-\u00f6konomische als auch sozio-kulturelle Hintergr\u00fcnde, in denen subjektive Bedingungen herrschen. Und nat\u00fcrlich bringt Jedes Kind unterschiedliche Eigenschaften mit (Intelligenz, Sprache, Motorik, usw.), welche subjektive Wirkungen auf die Leistungsentwicklung darbieten. Bei der sprachlichen Heterogenit\u00e4t ist es wichtig, die soziale Herkunft nicht mit dem Migrationshintergrund gelichzusetzten, sondern als getrennt voneinander betrachtet. Studien belegen zwar, dass eine enge Kopplung zwischen dem sozio-\u00f6konomischen und sozio-kulturellen Status von Familien besteht, dies jedoch nicht <u>immer<\/u> mit einem Migrationshintergrund begr\u00fcndet ist.\u00a0 Au\u00dferdem sind die Ressourcen, die eine Institution aufzeigen kann, ein Einflussfaktor auf die Leistungsentwicklung. Die strukturellen Unterrichtskonzeptionen und die Zusammensetzung der Lerngruppe spielen ebenfalls eine Rolle. Am wichtigsten ist allerdings die Haltung der Lehrperson, welche 1\/4 zu der Leistungsentwicklung der Kinder beitr\u00e4gt. F\u00fcr eine optimale Lernentwicklung der Kinder ist es wichtig, dass alle beteiligten Akteure gemeinsam t\u00e4tig werden und kooperieren. Die Schule, die Curricula, die Lernenden, dessen Elternhaus, das Unterrichten und die Lehrperson stehen also alle in Verbindung zueinander und m\u00fcssen zusammenarbeiten, um einen Leistungserfolg der SuS zu erzielen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Lehrkraft muss Leistung wahrnehmen, r\u00fcckmelden und beurteilen. Den Kindern muss eine Leistungsbereitschaft und Leistungsf\u00e4higkeit zugetraut werden, damit Leistungsk\u00f6nnen entwickelt werden kann. Es ist wichtig, dass den Kindern Auskunft \u00fcber die individuellen Lernst\u00e4nde gegeben wird, damit weiteres Vorgehen f\u00fcr die F\u00f6rderung der Lernentwicklung erwogen werden kann. Die Wahrnehmung- und Differenzierungskompetenzen der Lehrkraft sind gefragt, um die Wahrnehmung von Leistungsheterogenit\u00e4t zu differenzieren. Eine wichtige und entscheidende Aufgabe f\u00fcr potentiellen Lernerfolg ist das effektive Feedback. Das kann \u00fcber unterschiedliche Methoden stattfinden (Kindergespr\u00e4che, Lerntageb\u00fccher etc.). Der letzte Aspekt ist die Beurteilung der Leistung der SuS; dabei unterscheidet man in zwei Funktionen: die Entwicklungsfunktion (kontinuierlich) ist eine individuelle Entwicklungsm\u00f6glichkeit. Das eigenst\u00e4ndige Lernen soll best\u00e4rkt und individuelle Fortschritte der Kinder gew\u00fcrdigt werden. Dabei werden sach- und sozialbezogene Kompetenzen gef\u00f6rdert. Die Steuerungsfunktion (punktuell) zielt auf die innerschulische und nachschliche Auslese der SuS und hat somit eine Selektionsfunktion. Es werden Entscheidungen \u00fcber Versetzung und Nichtversetzung und \u00fcber Schullaufbahn und Abschlussniveau getroffen. Die Normen, auf die bei der Bewertung Bezug genommen wird sind die Individualnorm, die Sachnorm und die Sozialnorm, wobei letztere nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ist. Die Bildungspolitik muss kritisch betrachtet werden, da \u201eSchule als eine der bedeutendsten Institutionen der Reproduktion gesellschaftlicher Machtverh\u00e4ltnisse\u201c bezeichnet werden muss, und \u201eschulische Bildung als eine Regierungstechnologie, die auf der Vermessung und nummerischen Konstitution des Sozialen beruhen\u201c (soziale Ordnungsinstanz). Fend bezeichnet die \u201eLeistungsbeurteilung als Werkzeug zur Aufrechterhaltung von Ungleichheiten\u201c. Im Bereich der Leistungsbeurteilung reagiert die Bildungspolitik n\u00e4mlich mit Standardisierung auf die Heterogenit\u00e4t der SuS, indem die sogenannten Bildungsstandards geschaffen wurden. Die Bildungsstandards sind die Grunddimensionen der Lernentwicklung in einem Gegenstandsbereich, Lernbereich oder einem Fach zu erkennen und zu beschreiben. Sie sind als Regelstandard definiert und haben ein Durchschnittsniveau, welches erreicht werden sollte. Dies f\u00fchrt zu Gewinnern und Verlieren, da die Kinder unter oder \u00fcber dem Regelstandard eingeordnet werden, was kritisch betrachtet werden muss. Besser w\u00e4re eine R\u00fcckmeldung dar\u00fcber, was gut und was schlecht gemacht wird, um daraus dann zu schlie\u00dfen, was nachgeholt und woran intensiver weitergearbeitet werden muss.<\/p>\n<p>Die Methode des Feedbacks \u201eLerntagebuch\u201c durfte ich bereits in meiner Praxiserfahrung kennenlernen. In einer 3. Klasse wurde an jedem Freitag ein Blatt ausgef\u00fcllt, auf dem die Kinder ihrer Leistung und ihr Verhalten der vergangenen Woche einsch\u00e4tzen konnten. Als Bewertung gab es drei Smileys (gut, mittel, schlecht). In der Spalte daneben waren wieder drei Smileys zu finden, die dann im Nachhinein von der Lehrkraft markiert werden. So k\u00f6nne die Kinder lernen, sich selber einzusch\u00e4tzen und das Lerntagebuch dient als Ansporn, da man die Kinder w\u00e4hrend der Bearbeitung einer Aufgabe motivieren kann. Au\u00dferdem kann man die Kinder bei schlechtem Verhalten daran erinnern, dass sie am Ende der Woche einen traurigen Smiley bekommen, was die Eltern ebenfalls sehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Position von Hiller ist meiner Meinung nach etwas radikal formuliert. Ich stimme ihm jedoch zu: die Ressourcen der Institutionen reichen oftmals nicht aus, um den SuS das bieten zu k\u00f6nnen, was sie f\u00fcr eine optimal Leistungsentwicklung ben\u00f6tigen. Das Curriculum beschr\u00e4nkt den Unterricht, indem es bestimmte Vorgaben gibt, die abgearbeitet werden m\u00fcssen. Der letzte Teil seines Statements ist \u00fcberholt, da er die \u201eArroganz gegen\u00fcber nichtb\u00fcrgerlichen, bildungsfern Milieus\u201c f\u00fcr das ganze Lehrpersonal verallgemeinert hat. Ich selber bin ebenfalls in einem Haushalt mit kosovo-albanischer Kultur aufgewachsen, weshalb ich diese \u201eMilieus\u201c niemals verurteilen w\u00fcrde. Jedes Kind hat die Chance auf Gelichberechtigung, egal welcher Herkunft (oder anderer Heterogenit\u00e4tsbereiche). Dieser \u201eRassismus der Intelligenz\u201c ist insofern richtig, als dass die Kinder im Laufe der Schulzeit in Leistungsgruppen eingeteilt werden, damit sie besser lernen k\u00f6nne. Dies kann positiv aber auch negativ aufgefasst werden, was ich aus meiner Praxiserfahrung entnehmen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Leistungsbegriff kann p\u00e4dagogisch als Produkt- und Prozessdimension definiert werden. Die Handlungskompetenzen steigen und gleichzeitig m\u00fcssen Autonomie und Sozialit\u00e4t im Einklang zueinanderstehen.\u00a0 Man sollte die Leistung der Kinder f\u00f6rdern und entwickeln, und kein Standard anstreben. Es wirken viele verschieden Faktoren aufeinander, die miteinander verkn\u00fcpft werden und sich gegenseitig bedingen oder aber auch kompensieren. 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