{"id":59,"date":"2022-01-12T11:30:51","date_gmt":"2022-01-12T10:30:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lifeaction\/?p=59"},"modified":"2022-01-12T11:30:51","modified_gmt":"2022-01-12T10:30:51","slug":"was-ist-eigentlich-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lifeaction\/2022\/01\/12\/was-ist-eigentlich-zeit\/","title":{"rendered":"Was ist eigentlich Zeit?"},"content":{"rendered":"<p>In unserer Vorlesung zum Thema <i>Raum und Zeit<\/i> haben wie unglaublich Interessantes gelernt zu einem Thema, das doch irgendwie total undurchdringlich ist und das wir vielleicht niemals wirklich richtig verstehen k\u00f6nnen. Denn die Zeit ist ein R\u00e4tsel. Man kann sie nicht fassen sondern h\u00f6chstens Einheiten von ihr nehmen. Das hei\u00dft in unserer Kultur dass wir sie in Tage, Minuten, Stunden, Sekunden oder andere Einheiten einteilen. Dabei gibt es allerdings auch Probleme. Zum Beispiel n\u00e4mlich: wann f\u00e4ngt ein Tag \u00fcberhaupt genau an? Hier haben verschiedene Kulturen auch unterschiedliche Antworten. Die Woche ist \u00fcbrigens die einzige Einheit, die nicht irgendwie an Naturgesetzte gekoppelt ist. Wir haben gelernt, dass die Zeit ein Produkt unserer Kultur ist und dass wir unterschiedliche Formen von ihr benennen. N\u00e4mlich die staatliche Zeit, die Zeit die unser Leben bestimmt (durch die wir das Gef\u00fchl haben, dass die Zeit verflie\u00dft) und die biologische Zeit. In anderen Kulturen ist das ganz anders. Beispielsweise die Hopi haben keine M\u00f6glichkeit auszudr\u00fccken, dass etwas in der Zukunft geschehen wird oder in der Vergangenheit geschah. Es gibt Sprachen, in denen die Vergangenheit als hinten und die Zukunft als vorne bezeichnet wird. Aber es gibt auch Sprachen in denen es genau umgekehrt ist, was darin begr\u00fcndet ist, dass man die Vergangenheit sehen kann und die Zukunft nicht. Auch gibt es Sprachen die Zeit als wachsendes Volumen oder eine zur\u00fcckgelegte Distanz beschreiben. Im Griechischen beispielsweise kann Zeit gro\u00df oder klein sein aber Chinesen stellen sie sich als dar\u00fcber und darunter vor. All diese immensen Unterschiede zeigen uns doch, dass die Zeit nicht eindeutig greifbar ist. Der Rhythmus den wir ihr durch Kalendarien gegeben haben erleichtert es uns die Zeit zu messen und zu verstehen. Je l\u00e4nger ich \u00fcber das Thema nachdenke und je intensiver ich mich damit besch\u00e4ftige, desto verr\u00fcckter finde ich das Alles. Vor kurzem habe ich gelesen, dass die Tage vom 5. bis zum 14. Oktober 1582 aus der Geschichte gestrichen werden mussten, damit der Wechsel vom julianischen zum gregorianischen Kalender vollzogen werden kann. Der gregorianische Kalender unterscheidet sich nur um 11 Minuten von seinem Vorg\u00e4nger, aber nach tausend Jahren mit dem julianischen Kalender waren zum Beispiel Ostern oder die Sonnenwenden ganz schrecklich verrutscht, so dass man Anpassungen vornehmen musste. Und um alles dann wieder ins Gleichgewicht zu bringen wurden halt zehn Tage aus der Geschichte gestrichen. Einfach so.<\/p>\n<p>All das zeigt wohl, dass es auf die Frage: \u201eWas ist eigentlich Zeit?\u201c keine einfache oder eindeutige Antwort geben kann. Aber vielleicht ist das ja auch okay so.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Vorlesung zum Thema Raum und Zeit haben wie unglaublich Interessantes gelernt zu einem Thema, das doch irgendwie total undurchdringlich ist und das wir vielleicht niemals wirklich richtig verstehen k\u00f6nnen. Denn die Zeit ist ein R\u00e4tsel. Man kann sie nicht fassen sondern h\u00f6chstens Einheiten von ihr nehmen. 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