{"id":49,"date":"2021-12-14T01:05:20","date_gmt":"2021-12-14T00:05:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lifeaction\/?p=49"},"modified":"2021-12-14T01:05:20","modified_gmt":"2021-12-14T00:05:20","slug":"49","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lifeaction\/2021\/12\/14\/49\/","title":{"rendered":"Ohne Titel"},"content":{"rendered":"<p>Beobachtungsprotokoll<\/p>\n<p>Beobachtung am 10.12.21, 16.30.17.30 h, Bremen Waterfront M\u00fcllerdrogeriemarkt<\/p>\n<p>Ich betrete die M\u00fcller Drogerie um 16.30 h, dadurch, dass keine Fenster nach drau\u00dfen existieren, verliere ich jegliches Zeitgef\u00fchl. Die Drogerie erstreckt sich \u00fcber zwei Etagen, welche \u00fcber zwei Rolltreppen verbunden sind, eine f\u00e4hrt hoch und eine runter. Der Laden ist in viele verschiedene Abteilungen unterteilt mit Regalen, die gr\u00f6\u00dftenteils ca 1,80 hoch sind. Jedes Regal ist verspiegelt hinter den Produktreihen. Besonders in der Kosmetik und Schminkabteilung sind besonders viele Spiegel. Der Boden ist wei\u00df gl\u00e4nzen und glatt, auch er spiegelt sich nahe zu. \u00dcberall sind Lichter und erhellen den gro\u00dfen Raum. Die Lichtquellen sind so hell, dass man nicht direkt reingucken kann. Durch die vielen Lichter erscheint es ziemlich warm zu sein, schon fast wie ein Backofen, im Vergleich zu der K\u00e4lte drau\u00dfen. Im Laden sind ca. 6-7 Verk\u00e4ufer*innen \u00fcber die Etagen verteilt. Es gibt zwei Kassen, oben und unten. Verteilt sind ca 15-20 Kunden, in allen Abteilungen. Eine Person mit Kind steht in der Spielzeug Abteilung, das Kind guckt sich verschiedene Puzzel an, die weibliche gelesen Person tippt auf einen gro\u00dfen wei\u00dfen Iphone und nimmt die Au\u00dfenwelt kaum war. Das Kind sucht sich ein gro\u00dfes Dinosaurier Puzzel aus und sie gehen zur Kasse. Erst dort schaut die Frau vom Handy auf und bezahlt mit Karte. Die beiden verlassen das Gesch\u00e4ft. Ebenfalls in der Spielzeugabteilung l\u00e4sst ein \u00e4lteres Paar, m\u00e4nnlich und weiblich gelesen sich beraten, welches Geschenk sie f\u00fcr ihre Enkeltochter kaufen sollten, ich frage ob ich bei der Beratung dabei sein darf. Ich darf. Die Eheleute haben ein hohes Buget und daher zeigt die Verk\u00e4uferin ihnen mehrere gro\u00dfe Playmobile Sets. Die Eheleute entscheiden sich f\u00fcr ein Set mit einem gro\u00dfen Haus, ein Auto und mehrere Einzelne Figuren. Sie erkl\u00e4ren mir, dass das Kind ihre einzige Enkelin ist. Dann lassen sie die Geschenke umfangreich an der Kasse verpacken. Die Verk\u00e4uferin erkl\u00e4rt mir, dass viele Leute ihre Geschenke gerne vor Ort verpacken lassen. Die Eheleute hingegen meinen, dass sie beide Arthritiden haben und es daher an Fingerfertigkeit fehlt. In der Schminkabteilung steht eine Frau vor einer der verschiedenen Theken, ich frage sie was sie denn suche. Sie sucht nach einer Lidschattenpallette f\u00fcr ihre Tochter. Wir kommen ins Gespr\u00e4ch und ich empfehle ihr eine f\u00fcr Anf\u00e4nger von meiner Lieblingsmarke. An der Kasse bezahlen die Leute gr\u00f6\u00dfere, teurere Sachen eher mit Karte, Kleinigkeiten mit Bargeld. In der der S\u00fc\u00dfigkeiten Abteilung stehen zwei Kinder ca. 10 Jahre alt. Sie \u00fcberlegen, was sie f\u00fcr ihre Mutter kaufen sollen. In der Parf\u00fcmabteilung l\u00e4sst sich eine m\u00e4nnlich gelesen Person mit Bart von einer Verk\u00e4uferin beraten, welches Parf\u00fcm er f\u00fcr sein Frau kaufen solle. Er w\u00e4hlt zwischen zwei Sorten und nimmt dazu noch eine Schokolade und ein Paar Ohrringe vom Schmuckst\u00e4nder. Besonders in der Parf\u00fcmabteilung riecht es nach verschiedenen D\u00fcften, etwas streng nach Alkohol. Die Lichter an den Wenden und Decken blenden mich und ohne Uhr und Fenster nach au\u00dfen, bemerke ich nicht, dass es drau\u00dfen bereits dunkel ist. Im Laden l\u00e4uft Musik \u00fcberall im Hintergrund. Durch die viele Menschen ist es nicht direkt laut, aber man h\u00f6rt Stimmen. Die Verk\u00e4ufer*innen unterhalten sich teilweisen, wenn gerade keine Kund*innen in der N\u00e4he sind. Sie lachen, wirken aber auch gestresst. Das st\u00e4ndige maschinelle Ger\u00e4usch der Rolltreppen l\u00e4uft im Hintergrund. Aus der Spielzeugabteilung h\u00f6rt man manchmal Ger\u00e4usche von Spielzeugen, die bet\u00e4tigt werden. In der Dekoabteilung l\u00e4sst eine weiblich gelesen Person, h\u00f6chstwahrscheinlich ausversehen eine gro\u00dfe Kerze aus Glas fallen. Sie ruft die Verk\u00e4ufer, die die Splittere auffegen. F\u00fcr ca 15 Minuten wird der Bereich gesperrt, damit sich keiner an den Scherben verletzen kann. Die weibliche Person entschuldigt sich mehrfach doch die Verk\u00e4ufer*innen bleiben gelassen.<\/p>\n<p>Die Drogerie ist ein Ort mit klarer Bestimmung und Begrenzung. Die Leute kommen hierher, weil sie etwas brauchen, vorallen Dinge des Alltags, Dinge f\u00fcr ihren Haushalt, Dinge zum Verzehren oder einfach, weil sie etwas zum Verschenken suchen. \u00dcberall im Laden finden sich Indizien, dass eine Zeit des Verschenkens ansteht. Weihnachten. Deko, Preissenkungen, Musik, Verpackungen mit dem Thema Weihnachten und Winter. Von Nahrungsmitteln, Dekorationen und Geschenkesets hat alles nur ein Thema. Das erkl\u00e4rt auch, warum einige Kunden*innen Geschenke gekauft haben. Durch die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft sind einige Kunden*innen sehr gehetzt und unvorsichtig. Gleichzeitig stehen sie entspannt den Weg hoch zur Rolltreppe. Durch die fehlenden Fenster und Uhren verbringt man mehr Zeit im Laden, als man will. Das Budget der Kunden*innen scheint mit den alter zu variieren. Die Kinder haben nur wenig Geld, die Erwachsenen mehr. Besonders suchen sie Geschenke f\u00fcr die Familie oder Partner*innen. Die Verk\u00e4ufer*innen bleiben trotz Stress ruhig und da sie in jeder Kund*innen freien Minute sich unterhalten, scheinen sie sich untereinander gut zu verstehen und zueinander verbunden zu f\u00fchlen. Durch die vielen Spiegel sehe ich mich st\u00e4ndig selber, man wird schon fast gen\u00f6tigt, sich selbst auf sein Aussehen ab zu checken.<\/p>\n<p>Anhand der Einkaufenden und dem Sortiment des Ladens wird die besondere Stimmung Zeit deutlich. Der gesamte Laden ist besonders sauber und clean gehalten, wodurch er hochwertig wirkt, das bewirken vor allem die gl\u00e4nzend spiegelnden Fl\u00e4chen. Zig Plakate und Werbebildschirme machen auf besondere Angebote aufmerksam. Durch die netten hilfsbereiten Verk\u00e4ufer*innen f\u00fchlt man sich sofort gut aufgehoben. Die Leute kommen hierher aus vielen Gr\u00fcnden. Die Drogerie scheint in dem Fall auch ein Ort zu sein, an dem man Geschenke kauft. Besonders die Zeit (Winter, Weihnachten), spielt eine gro\u00dfe Rolle. Die Zeit pr\u00e4gt die Dinge, die verkauft werden in fast allen Bereichen. Alles ist zu einem Thema.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beobachtungsprotokoll Beobachtung am 10.12.21, 16.30.17.30 h, Bremen Waterfront M\u00fcllerdrogeriemarkt Ich betrete die M\u00fcller Drogerie um 16.30 h, dadurch, dass keine Fenster nach drau\u00dfen existieren, verliere ich jegliches Zeitgef\u00fchl. Die Drogerie erstreckt sich \u00fcber zwei Etagen, welche \u00fcber zwei Rolltreppen verbunden sind, eine f\u00e4hrt hoch und eine runter. 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