{"id":27,"date":"2021-11-11T14:33:11","date_gmt":"2021-11-11T13:33:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lifeaction\/?p=27"},"modified":"2021-11-11T14:33:11","modified_gmt":"2021-11-11T13:33:11","slug":"die-glaskugel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lifeaction\/2021\/11\/11\/die-glaskugel\/","title":{"rendered":"Die Glaskugel"},"content":{"rendered":"<p>Die \u201eOutside-In Glaskugel\u201c<\/p>\n<p>Ich spazierte allein durch eine recht verlassene Gegend, um den Kopf frei zu bekommen. Urpl\u00f6tzlich &#8211; Platzregen ohne Vorwarnung. Binnen Sekunden war meine gesamte Kleidung mit Wasser durchtr\u00e4nkt. Das Wetter hatte mich vollkommen unvorbereitet getroffen\u2026 Sch\u00fctzend den Arm halb vor mein Gesicht, halb \u00fcber meinen Kopf gehoben, blinzelte ich durch die dichten Tropfen, um mir einen Unterschlupf zu suchen. Ein paar Meter entfernt konnte ich die verschwommenen Umrisse eines alten Hauses erahnen. Hastig lief ich hin\u00fcber, und Bingo, eine \u00fcberdachte Veranda. Dort angekommen war ich also endlich im Trockenen. Ich musste erst einmal einen kurzen Moment verschnaufen und schaute mich dann um. Das H\u00e4uschen hielt ich f\u00fcr eine dieser verlassenen H\u00fctten, wie sie in dieser Gegend \u00f6fter mal am Wegesrand stehen. Doch auf einmal \u00f6ffnete sich die T\u00fcr einen Spalt breit und eine schrumpelige Hand und lockte mich winkend ins dunkle Innere des alten Geb\u00e4udes. Ich folgte der Hand, von der ich nicht wusste, wem sie geh\u00f6rte, wortlos. Nachdem ich die T\u00fcrschwelle \u00fcberschritten hatte gelangte ich in einen warmen dunklen Raum, nur mit Kerzenlicht gem\u00fctlich beleuchtet.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich schossen mir viele Fragen durch den Kopf. Wohnt hier jemand? Was f\u00fcr ein Ort ist das? Wo ist die Person, die mich hineingelockt hat? Denn der Raum war, bis auf ein paar sp\u00e4rliche Holzm\u00f6bel und samtene Vorh\u00e4nge vor den Fenstern, v\u00f6llig leer. Hier war niemand mehr. Ich war allein.<\/p>\n<p>Doch all diese Fragen waren von der einen auf die andere Sekunde wie ausgel\u00f6scht, als mein Blick auf einen Gegenstand fiel, der auf einem kleinen Tisch in einer Ecke des Raumes stand. Etwas \u00c4hnliches hatte ich zuvor noch nie gesehen. Ich trat wie gefesselt ganz nah an den Tisch heran und starrte das Ding mit geb\u00e4ndigtem Blick an.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Es war eine Art Glaskugel, auf einem kleinen h\u00f6lzernen Gestell oder St\u00e4nder mit drei F\u00fc\u00dfen, welcher dunkelbraun und mit 3 feinen Ringen verziert war. Die Form des Gegenstandes im Ganzen erinnerte mich irgendwie an die einer Gl\u00fchbirne, obwohl der Glask\u00f6rper kugelrund war. Als ich ihn leicht ber\u00fchrte, stellte ich fest, dass man ihn drehen kann. Im Inneren dieses Glask\u00f6rpers war ein runder Ball auf einem wei\u00dfen St\u00e4nder, welcher bemalt war mit bunten Motiven. Ich konnte drei gro\u00dfe V\u00f6gel mit prachtvollen gepunkteten Federkleidern vor einer Landschaften mit grauen und gr\u00fcnen Bergen, Wasserf\u00e4llen, Str\u00e4uchern erkennen. Zwei der V\u00f6gel waren einander zugewandt. Der eine sah so aus, als w\u00fcrde er den Schnabel zu einem Kr\u00e4chzen aufrei\u00dfen. Au\u00dferdem abgebildet war die feuerrote Sonne, welche auf- oder unterzugehen schien. Im Hintergrund waren viele Silhouetten von umherfliegenden V\u00f6geln zu erahnen.<\/p>\n<p>Als ich von oben auf den Gegenstand herabblickte sah ich, dass er mit asiatischen Schriftzeichen verziert war. Diese konnte ich nat\u00fcrlich nicht entziffern, aber ich habe mich immer wieder gefragt, was sie wohl bedeuten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ich wartete noch einige Stunden, bis das Unwetter drau\u00dfen sich beruhigt hatte, bis ich meinen Heimweg wieder antrat. In der gesamten Zeit betrat niemand die H\u00fctte. Ich war vollkommen alleine und ich erfuhr auch nie, wer mich in Innere gelockt hatte. \u201eEine sehr merkw\u00fcrdige Begebenheit\u201c, denke ich im Nachhinein noch h\u00e4ufig, doch die gesamte Zeit, die ich dort verbrachte, sa\u00df ich bis zum Schluss, wie gebannt vor dem merkw\u00fcrdigen, sch\u00f6nen und unbekannten Ding. Ohne mir irgendwelche Fragen zu stellen. Meinen Blick losrei\u00dfen konnte ich erst, als durch einen kleinen Spalt zwischen den Vorh\u00e4ngen ein Sonnenstrahl auf die Glaskugel viel und das Licht somit durch den Raum geworfen wurde. So wurde ich in die Realit\u00e4t zur\u00fcckgerissen und verlie\u00df die H\u00fctte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u201eOutside-In Glaskugel\u201c Ich spazierte allein durch eine recht verlassene Gegend, um den Kopf frei zu bekommen. Urpl\u00f6tzlich &#8211; Platzregen ohne Vorwarnung. Binnen Sekunden war meine gesamte Kleidung mit Wasser durchtr\u00e4nkt. 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